BLKÖ:Starhemberg, Johann Ludwig Adam

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 37 (1878), ab Seite: 208. (Quelle)
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Starhemberg, Johann Ludwig Adam (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Linz 1. November 1717, gest. zu Oedenburg 29. August 1778). Von der Heinrich’schen Hauptlinie. Ein Sohn des Grafen Gundemar Joseph aus dessen zweiter Ehe mit M. Antonia Gräfin Jörger. Der Graf trat jung in die kaiserliche Armee, mit welcher er bereits im Erbfolgekriege focht und als Dragonerhauptmann des reducirten Regimentes Holly die Nachricht von der Einnahme Münchens (27. Februar 1742) durch Ludwig Andreas Grafen Khevenhüller [Bd. XI, S. 225] an die Kaiserin überbrachte. In diesem Jahre noch rückte Graf S. zum Oberstlieutenant und im December 1745 zum Obersten im Regimente vor. In Italien, wohin der Graf mit seinem Regimente beordert wurde, wurde der Graf bei Piacenza verwundet. Im Jahre 1752 erfolgte seine Beförderung zum [209] General-Major. Im Beginne des siebenjährigen Krieges wurde Starhemberg Feldmarschall-Lieutenant und als solcher erfocht er sich im zweiten Feldzuge (1757), an dem denkwürdigen Schlachttage bei Collin (18. Juni), das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Er hatte nämlich mit 1000 Mann Cavallerie sowohl die im Gefechte stehenden kaiserlichen Infanterie-Regimenter, als auch die Huszaren und Croaten lebhaft unterstützt und dreimal in die Feinde mit solchem Erfolge eingehauen, daß denselben sechs Geschütze und mehrere hundert Gefangene weggenommen wurden. Auch hatte der Graf im Verlaufe der Schlacht wiederholt bemerkt, wie die Preußen immer wieder in die Flanke und in den Rücken der Unsrigen zu kommen versuchten. Da nahm er nun mit den unter seinem Befehle stehenden Truppen immer eine solche Aufstellung, daß der Feind sein Vorhaben aufgeben mußte, und die Unseren dadurch in der Lösung ihrer Aufgabe, in der Vernichtung des Preußenheeres, welche auch glänzend gelang, wesentlich gefördert wurden. In Würdigung dessen wurde der Graf in der ersten Promotion, welche am 7. Mai 1758 im kaiserlichen Hoflager feierlich vollzogen wurde, in welcher der Herzog Karl von Lothringen, Daun, Nadasdy und Hadik das Großkreuz erhielten, mit noch 13 anderen Rittern, darunter Loudon, mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens geschmückt. Nach beendigtem Feldzuge war der Graf, dessen Gesundheit in den Drangsalen des Krieges schwer gelitten hatte, genöthigt, in den Ruhestand zu übertreten, in welchem er auch im Alter von 61 Jahren starb. Graf Johann Ludwig Adam war seit 1745 mit Maria Theresia Freiin von Stein (geb. 1732, gest. 1764) vermält, welche ihm viele Jahre im Tode vorangegangen war, nachdem sie ihm zwei Söhne und zwei Töchter geboren. Von den Söhnen starb der jüngere, Franz Xaver, in der Kindheit; der ältere, Philipp, als 22jähriger Jüngling im Felde.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 41, 1727.