BLKÖ:Stattler, Albert Cornel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 37 (1878), ab Seite: 242. (Quelle)
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Stattler, Albert Cornel (Maler, geb. in Krakau im Jahre 1800, Todesjahr unbekannt). Die öffentlichen Schulen besuchte er in seiner Vaterstadt Krakau. Da er Talent zur Kunst zeigte, ließ man ihn auch gewähren und nachdem er die ersten Elemente in derselben sich noch daheim und in Wien unter Lampi angeeignet, begab er sich im Jahre 1817, im Alter von 17 Jahren, nach Rom, um sich dort ganz der Malerkunst zu widmen. In Rom bildete er sich an der Akademie des h. Lucas, arbeitete fleißig in seinem Atelier, gefördert und berathen von den beiden berühmten Bildhauern Canova [Bd. II, S. 251 ] und Thorwaldsen, von denen insbesondere letzterer ihm eine fast väterliche Theilnahme zuwendete. Später wurden seine Führer in der Malerei der berühmte Overbeck, dann der Malteser Maler Joseph Hyzler und der Tiroler Joseph Craffonara [Bd. III, S. 23]. Mehrere Bilder, die er eben damals vollendet, fanden solche Anerkennung, daß ihm ein Künstlerstipendium aus Warschau zu Theil wurde. Auch erwarben ihm seine Arbeiten die besondere Zuneigung des Grafen Arthur Potocki [Bd. XXIII, S. 156, Nr. 12], eines bekannten Kunstfreundes, der bis an sein Ableben sein Gönner blieb und ihm Veranlassung zu manchem Gemälde gab, so zu dem großen Bilde: „Moses auf dem Berge Sinai“, – „Abel“, – „Die h. Familie“, – „Der h. Joachim mit der h. Anna und Maria“, welche sämmtlich in Krakau sich befinden. Auch malte er das Bildniß des jungen Fürsten Alexander Czartoryski, das so glücklich ausgefallen war, daß er damit die Gunst des Vaters, ja der ganzen Familie gewann, welche ihren bleibenden Sitz in Wien hat, und die ihn nunmehr auch in die Residenz berief, wo er die Bildnisse des größten Theiles der Mitglieder dieser Familie auszuführen hatte; auch vollendete er daselbst das große Gemälde „Die Makkabäer“, [243] das auf der Pariser Ausstellung 1844 mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Nach des Malers Joseph Peszka – nicht, wie ihn Nagler irrig nennt, Pesza – im Jahre 1831 erfolgten Ableben, welcher seit 1815 Professor der Maler- und Zeichnungskunst an der Jagellonischen Universität in Krakau war, wurde diese Stelle Stattler verliehen, die er durch viele Jahre versah. In dieser ersten Zeit malte er meist nur Bildnisse von Privaten, von denen als von geschichtlich bemerkenswerthen Personen anzuführen sind: General Chlopicki, jetzt zu Kurnik im Großherzogthume Posen; – Johann Mieroslawski; – Dr. Sedelmaier; – die Grafen Arthur und Alfred Potocki; – der Graf und die Gräfin Moszyński; – die Familie des Fürsten Constantin Czartoryski; –die Dichter Adam Mickiewicz und Kasimir Brodziński; – Karl Brzozowski u. A. Außerdem führte er auch mehrere größere Historiengemälde und Altarbilder aus, so: eine „Madonna mit den Engeln“; – eine zweite mit dem Kreuze; – eine sogenannte „Madonna von Schnee“ (Madonna di neve), im Besitze des Grafen Moszyński; – eine „Madonna“ für den Grafen Ankwicz, welche bei der Feuersbrunst in Krakau im Jahre 1850 mit verbrannte. Zu den oben bereits genannten Bildnissen sind unter den während seines 30jährigen Aufenthaltes in der alten Königsstadt gemalten noch folgende beizufügen: der Primas Erzbischof Paul Woronicz; – der Bischof Karl Skorkowski [Bd. XXV, S. 78]; – General Dembiński [Bd. III, S. 230]; General Skrzynecki [Bd. XXXV, S. 108]; – General Zamoyski; – August Graf Potocki; – Dichter Wasilewski; – Franz Węzyk u. A. Bald nach dem Jahre 1850 bat er, seiner angegriffenen Gesundheit wegen, um die Enthebung von seinem Lehramte, welche ihm auch gewährt wurde, worauf er nach Rom zurückkehrte und dort ganz seiner Kunst lebte. Von seinen daselbst ausgeführten größeren Arbeiten sind bekannt: ein großes Altarbild, „Die Kreuzigung Christi“, im Auftrage des Fürsten Roman Sanguszko; – eine „Taufe Christi*“ und eine „Madonna mit dem Kinde, umgeben von Engeln“, für die Prinzessin Marcelline Czartoryski. Eine im Wiener Künstlerhause im Jahre 1870 ausgestellte „Heilige Familie“ Stattler’s war mit dem Preise von 6000 fl. bezeichnet. Die Kunstkataloge, die ihn einmal als Albert, das andere Mal als Cornel Stattler aufführen, veranlassen dadurch den Irrthum, daß es zwei verschiedene Personen seien, während nur der eine Albert Cornel Stattler darunter gemeint ist. Ueber seine beiden Söhne Heinrich Anton, Bildhauer, und Stanislaus siehe die folgende Lebensskizze. Ein dritter Sohn lebt als Musiklehrer in Warschau.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XVII, S. 231. – Die Künstler aller-Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt und beendigt von Dr. Karl Klunzinger und A. Seubert (Stuttgart 1864, Ebner und Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 588. – Czas, d. i. Zeit (Krakauer polit. Parteiblatt, Fol.), 1869, Nr. 284, im Feuilleton: „Obraz prof. Wojciecha Stattlera Najświętsza Rodzina“, d. i. Das Gemälde des Prof. Albert Stattler: „Die heilige Familie“.