BLKÖ:Teleki von Szék, Dominik Graf (1810–1876)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 242. (Quelle)
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Teleki von Szék, Dominik Graf (geb. in Maros-Vásárhely im Jahre 1810, gest. in Klausenburg am 1. Mai 1876). Von einem Nebenzweige des dritten (Alexander’schen) Hauptstammes. Ein Sohn des Grafen Joseph aus dessen Ehe mit Sophie Gräfin Teleki. Sehr sorgfältig im elterlichen Hause erzogen, kam er im Alter von eilf Jahren an das damals berühmte und stark besuchte reformirte höhere Collegium zu Straßburg (Nagy-Enyed), an welchem Männer, wie Kötelles, Hegedus [Bd. VIII, Seite 201] und Karl Szász Vater [Bd. XLI, S. 185] lehrten, von denen insbesondere der Letztere, der auch im Hause des [243] Grafen Unterricht ertheilt hatte, wesentlich Einfluß auf den talentvollen und wißbegierigen Jüngling übte. Frühzeitig trat Dominik ins politische Leben ein, und schon 1837 erschien er auf dem Reichstage in Siebenbürgen, auf welchem er, wie dann auf denen der Jahre 1841 und 1846, eine hervorragende Rolle spielte. Der liberale Wortführer auf denselben, verband er mit einem humanen Benehmen principielle Freisinnigkeit, und wird auch als derjenige bezeichnet, der zunächst die Freigebung des Bauern und des Bodens anregte. Im Jahre 1847 trat er auch auf dem ungarischen Reichstage und 1848 in der Nationalversammlung hervor. Als dann nach Niederwerfung des Aufstandes mit königlichem Schreiben vom 14. Februar 1861 auf den 2. April dieses Jahres der erste allgemeine Landtag nach Ofen einberufen wurde, erschien auch Graf Dominik als Mitglied der Magnatentafel auf demselben und sprach sich in der Sitzung des Oberhauses vom 20. Juni für Annahme der Adresse aus. [Vergleiche zum Verständniß der politischen Situation die Biographie von Paul Jámbor Bd. X, S. 60]. Der Graf war im Vormärz einer der Hauptleiter der Reformpartei in Siebenbürgen und hat durch seine Stiftungen für Volksschulen ein bleibendes Andenken in diesem Lande, zu dessen bedeutendsten Mitbürgern er zählt, sich erworben. Als Publicist und nationalökonomischer Schriftsteller thätig, beschrieb er quellenmäßig den Aufstand Hora’s, der unter dem Titel: „A Hóra-támadás története“ (Pesth 1869, Mor. Ráth, gr. 8°.) im Druck herauskam. Von seinen anderen in verschiedenen periodischen Blättern Ungarns erschienenen Arbeiten verzeichnen wir die folgenden: „Basta György emlékirata Rudolf császárhoz, Erdélyt illetőleg. 1602“, d. i. Georg Basta’s Denkschrift an Kaiser Rudolph II., Siebenbürgen betreffend, in „Századok“, Bd. II (1868), S. 553; – „Erdély három államférfia a XVIII. Században“, d. i. Siebenbürgens drei Staatsmänner im 18. Jahrhunderte. im „Budapesti Szemle. Uj foly.“, Bd. X, 1868, S. 3; – „Az 1817-diki ínség és éhhalál Erdélyben“, d. i. Die Hungersnoth und Pest in Siebenbürgen im 17. Jahrhundert“, im „Budapesti Szemle“, Bd. XIV, 1862, Seite 310; – Ferenc osztrák császár, magyar király és Erdély fejedelmének erdélyi utja“, d. i. Des Kaisers Franz Reise durch Siebenbürgen, im „Budapesti Szemle. Ujfoly.“, Bd. XIV, 1869, S. 83; – Bruckenthal Sámuel, ebd., Bd. X, S. 3; – „Gróf Lázár János, ebd., Bd. X, 1867, S. 23; – „Gróf Széchenyi István emlékezete“, im „Budapesti Szemle“, Bd. XI, 1860, S. 169; – „Báró Wesselényi Miklós emlékezete“, im „Magy. Tudom. Akadem. Évk.“, Bd. X, S. 1, – Buccow Adolf Miklós báró és lovassági tábornok“, im „Budapesti Szemle“ Uj foly.“, Bd. X, 1867, S. 33; – „Erdély fegyveres erejének történeti vázlata“ im „Szigeti-Album“ 1860, S. 100; – „Görög keleti egyház. A két kaluger“, d. i. Die griechisch orientalische Kirche, im „Budapesti Szemle“, Bd. XVII, 1863, S. 55. Aus des Grafen hinterlassenen Manuscripten aber hat Karl Szász der Sohn herausgegeben: „A székely-határőrség története“, d. i. Die Geschichte der Szekler Militärgrenze (Pesth 1877, Franklin-Verein, gr. 8°., VII und 227 Seiten). Graf Dominik war Directions-, später Ehrenmitglied der königlich [244] ungarischen Akademie der Wissenschatten und Ober-Curator des siebenbürgischen evangelisch-reformirten Kirchendistricts, der Görgenyer und Maroser reformirten Kirchendiöcese und des Maros-Vásárhelyer Collegiums. Aus seiner ersten (1835 geschlossenen) Ehe mit Josephine geborenen Freiin Bánffy hinterließ er zwei Töchter Sophie und Josephine; aus seiner zweiten (1847 eingegangenen) Ehe mit Clementine geborenen Gräfin Teleki eine Tochter Helene und einen Sohn Geiza.

Vasárnapi ujság, d. i. Sonntagsblätter (Pesth, 4°.) 1. Mai 1859: „Gróf Teleki Domokos“. – Az ország tükre, d. i. Der Reichsspiegel (Pesther illustr. Blatt, gr. 4°.) 1864, Nr. 27. – Pesther Lloyd, 1861, Nr. 159. – Szinnyei (József), Hazai és külföldi folyóiratok magyar tudományos Repertoriuma (Budapest 1874, gr. 8°.) Sp. 510.
Porträte. 1) Holzschnitt nach Zeichnung von Marastoni in „Magyarország és nagy világ“, d. i. Ungarn und die große Welt (Pesth, kl. Fol.) 1865, Nr. 2, S. 21. – 2) Lithographie ohne Angabe des Lithographen, in „Az ország tükre“, d. i. Der Reichsspiegel, 1862, Nr. 1. – 3) Lithographie nach Marastoni, ebd. 1864, Nr. 24, S. 277. – 4) Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in „Vasárnapi ujság“, 1859, Nr. 18.