BLKÖ:Wallis von Karighmain, die Grafen, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 52 (1885), ab Seite: 256. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Wallis von Carrighmain in der Wikipedia
Wallis von Carrighmain in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wallis von Karighmain, die Grafen, Genealogie|52|256|}}

I. Zur Genealogie der Grafen Wallis von Karighmain. Die Wallis stammen aus Schottland und Irland. In letzterem Lande besaßen sie zu den Zeiten König Heinrichs II. von England (Plantagenet) Schloß und Gebiet von Karighmain. von welchem sie noch den freiherrlichen Titel führen. Im Urkundenlatein früherer Jahrhunderte wird Karighmain mit Petra Momoniae übersetzt. Außer dieser irischen Herrschaft gehörten der Familie auch schottische Güter, die am Abhange des Walliser Gebirges gelegen waren. Der Name Wallis, Wales, Walsh wird zwar von den valesischen Königen in Frankreich und danach auch von einigen Genealogen der französische Ursprung der Familie abgeleitet, aber weit wahrscheinlicher erklärt er sich als örtliches Prädicat. Unter den schottischen Baronen, welche während des Erbfolgestreites zwischen den Häusern Baliol und Bruce auf der Seite des ersteren standen und, als Johann von Baliol 1291 als König von Schottland anerkannt worden war, mit demselben gegen Eduard von England aufstanden, wird William Walsh genannt. Er siegte sowohl in der Schlacht bei Irwine, als in der bei Stirling (1297) und stieg dadurch so sehr in der Gunst des Volkes, daß man ihm den [257] ehrenvollen Titel eines „Helden von Schottland“ beilegte. In der letzteren Schlacht, in welcher er sich durch kühne Vertheidigung der Brücke von Stirling besonderen Ruhm erwarb, forderte ihn sein König auf, um eine Gnade zu bitten. Darauf soll der bescheidene Kriegsheld, indem er sein mit Blut bedecktes weißes Feldzeichen emporhob, erwidert haben: „Quod ero, spero“ (Was ich sein werde, hoff’ ich). Darauf befahl der Schottenkönig es solle das Wappenschild Williams, der aufgerichtete doppeltgeschwänzte und gekrönte silberne Löwe im blauen Felde, als bleibendes Erinnerungszeichen mit einer halb weißen, halb rothen Ehrenbinde belegt und die Worte „Quod ero, spero“ von den Herren zu Karighmain als Wahlspruch angenommen werden. [Nebenbei gesagt. haben die Wallis denselben mit den Barton, Booth, Gowans und Haworth gemein.] Man ist der Ansicht, daß jener Graf von Karik, der mit dem Bischof William Camberton, Robert Bruce und Johann Comin 1298 im Namen König Johanns von Baliol zum Regenten von Schottland ernannt wurde, derselbe William Walsh von Karighmain gewesen sei. Die Herren von Karighmain blühten in Schottland und Irland mehrere Jahrhunderte hindurch und waren dort mit den vornehmsten Familien – den Rochefort, Bornewall, Fingal, Warongs und anderen – durch Vermälungen verbunden. Als in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts in Großbritannien die religiösen Unruhen ausbrachen. verließ 1622 Richard Wallis auf Karighmain mit seinen Söhnen Theobald und Olivier, um der Katholikenverfolgung zu entgehen, seine schottisch-irischen Besitzungen und Güter und begab sich nach Deutschland, wo sie alle drei in das Heer des deutschen Kaisers Ferdinand II. traten. Richard erlag in Magdeburg den in der Schlacht bei Lützen empfangenen Wunden. In zweiter Ehe war er mit einer Gräfin Schlik zu Weißkirchen und Bassano vermält. Nach Richards Tode kehrte Theobald nach Großbritannien zurück, wo sich inzwischen mit der Regierung Karls I. die Verhältnisse für die katholischen Vasallen günstiger gestaltet hatten. Er setzte daselbst sein Geschlecht in der englischen und irischen Baronatage unter dem Namen Walsh fort. Dagegen blieb Richards jüngerer Sohn Olivier in Deutschland und stieg im Verlauf des dreißigjährigen Krieges von Ehrenstelle zu Ehrenstelle. Er erhielt ein Regiment zu Fuß, den Reichsfreiherrnstand, die Kammererwürde und nachdem er sich 1645 vor Olmütz durch seine Tapferkeit besonders hervorgethan. empfing er von Kaiser Ferdinand III. die goldene Gnadenkette. Er starb als commandirender General jenseits der Theiß und ist durch seine beiden mit Agnes Maria Gräfin von Gutenstein-Hostau erzeugten Söhne Georg und Franz Ernst der Stammvater der heute noch in Oesterreich, Böhmen, Mähren und Schlesien in zwei Haupt- und zwei Nebenlinien blühenden Grafen von Wallis. Georg bildete die ältere Linie, deren Filiation bis auf die Gegenwart aus der Stammtafel ersichtlich; Franz Ernst wurde der Stammvater der jüngeren, die sich mit seinen Enkeln Franz Ernst und Olivier Remigius in zwei Zweige schied, welche zur Stunde noch blühen und auch auf der Stammtafel dargestellt sind. – Was die Würden des edlen Geschlechtes betrifft, so erlangten beide Linien 1640 den Freiherrnstand und am 25. Jänner 1688 das ungarische Indigenat; den Grafenstand erhielt die ältere Linie mit Diplom vom 18. März 1706; die jüngere den Reichsgrafenstand mit Diplom vom 14. Juli 1724 und den böhmischen Grafenstand nebst Wappenverbesserung mit Diplom ddo. 16. Mai 1736. Auch wurde die jüngere Linie mit dem Grafen Joseph ddo. 27. April 1818 in die steirische Landmannschaft aufgenommen. – Im Dienste der Kirche suchen wir vergebens die Grafen und Barone von Wallis, dagegen in jenem des Heeres sind sie stark und in ausgezeichneter Weise vertreten. Nicht nur daß der erste Wallis, Richard, der nach Deutschland kam, an den in der Schlacht bei Lützen empfangenen Wunden verblutete, noch andere, wie Eduard, Franz und Georg, brachten dieses Blutopfer auf dem Altar des Vaterlandes, und in den Annalen der Kriegsgeschichte des österreichischen Heeres, dessen Gedenkblätter wir dem berühmten Historiographen der kaiserlichen Armee, dem Grafen Andreas Thürheim, verdanken, erscheinen wenige Namen so häufig und so ruhmvoll, wie jener der Freiherren und Grafen Wallis; wir nennen außer Obigen noch die Grafen Franz Paul, Franz Wenzel, Georg Olivier, Karl Olivier, Michael, Patriz Olivier und Richard. Außer den regierenden [258] Fürsten und den Sprossen fürstlicher Familien möchte es kaum eine zweite Familie in Oesterreich geben, welche ihren Namen so vielen Regimentern im österreichischen Heere ließ, wie eben die Grafen von Wallis, deren Namen die Infanterie-Regimenter Nr. 11 – dieses gar zweimal – Nr. 29, 35, 36, 43, 47 und 59 trugen. Auch einen Theresien-Ritter hat diese Familie aufzuweisen, den Grafen Patriz Olivier, dessen Name mit der Erstürmung der Festung Schweidnitz im siebenjährigen Kriege in glänzender Weise verbunden ist, denn den durch den Plan und den Heldenmuth dieses Wallis erfolgten Fall der Festung wollte selbst König Friedrich II. nicht glauben, bis ihn wiederholte Bestätigung der Thatsache eines Besseren belehrte. – Von Staatsmännern lebt nur Einer, Graf Joseph, in der Erinnerung des österreichischen Volkes, und so groß seine Verdienste in anderen Gebieten, wie in jenem der Verwaltung, der Justiz und der Obstcultur sind, so ist diese Erinnerung doch durch das unglückselige Finanzpatent von 1811 getrübt, welcher ihn zum Urheber hat und die Verarmung von unzähligen Familien im Kaiserstaate, ja den finanziellen Niedergang desselben herbei führte. – Unter den Rittern des goldenen Vließes finden wir auch die Familie durch die Grafen Franz Wenzel und Joseph vertreten. – Was die Wallis für Kunst und Wissenschaft gethan, entzieht sich unserer Kenntniß. – Durch ihre Heiraten sind sie mit den ersten Familien des Kaiserstaates verschwägert, nur den Attems, Colloredo, Kollonitz, Kinsky, Thürheim, Schaffgotsche. Sternberg-Manderscheid, Paar, Batthyány, Waldstein, Hoyos-Sprinzenstein, Welsperg, Liechtenstein, Desfours und anderen. – Schließlich sei noch bemerkt, daß vornehmlich die männlichen Sprossen der älteren Linie mit ihren sonstigen Taufnamen den Namen Olivier – wohl zur Erinnerung an den gemeinschaftlichen Stammvater der heute noch in Oesterreich blühenden Linie – verbinden. So haben wir einen Georg Olivier, Stephan Olivier, Rudolph Olivier, Friedrich Olivier, Karl Olivier, Remigius Olivier u. s. w. Dadurch aber, daß dieser Name Olivier mit Beiseitesetzung des zweiten Namens zum gewöhnlichen Rufnamen wird, entsteht in den biographischen Daten der Einzelnen eine Verwirrung, die zu lösen ungemein schwer wird. Verfasser dieses Lexikons war bemüht, die daraus in den Biographien vorkommenden Unrichtigkeiten zu vermeiden und richtig zu stellen. [Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. VI, S. 27. – Meyer (J.). Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, New-York und Philadelphia, gr. 8°.) II. Section, Bd. XIV, S. 803 u. f. – Gaube. Adels-Lexikon, Bd. I, S. 2039. – Historisch-heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuch der gräflichen Häuser (Gotha 1855, Justus Perthes, 32°.) Jahrg. 1826, S. 134; 1859, S. 921 und 1878, S. 1011. – Hellbach (Joh. Christ. v). Adels-Lexikon (Ilmenau 1826, Voigt, 8°.) Bd. II, S. 677. – Wigand’s Conversations-Lexikon (Leipzig 1822, Wigand, gr. 8°.) Bd. XV, S. 38. – Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, I. L. Kober, Lex.-8°) Bd. X, S. 23. – Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1865, Moriz Ráth, gr. 8°.) Bd. XII, S. 28. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1882, Prochaska. gr. 8°.) Bd. I: S. 64, 188, 191, 236, 238, 266, 470; Bd. II: S. 245, 268, 272, 2732, 427, 428, 429, 431, 479, 576, 716.]

[258a] [WS 1]
Stammtafel der Grafen Wallis von Karighmain..
Richard Wallis von Karighmain [13][1]
† 1632 ⚔ bei Lützen.
vm. Gräfin Schlik.
Theobald. Olivier,
† 1667.
Agnes Maria Gräfin Gutenstein-Hostau.
A. Aeltere Linie. B. Jüngere Linie.
Georg Ernst Freiherr [5]
† 6. September 1689 ⚔ bei Mainz.
Maria Magdalena Gräfin Attems.
Franz Ernst
† 12. December 1702.
Anna Theresia Freiin von Rziczan.

Franz Wenzel, 1774 Graf. R. d. g. Vl. [S. 255]
geb. 4. October 1696, † 14. Jänner 1774.
Maria Rosa Regina geborene Gräfin Thürheim
geb. 7. September 1705, † 20. März 1777.
Georg Olivier
[S. 261] 1706 Graf
geb. 1673, † 19. December 1744.
1) Maria Francisca Antonia Gräfin Götz von Scharfeneck
† 1723.
2) Theresia Josepha Maximiliana Gräfin Kinsky
geb. 18. October 1721, † 13. August 1752.
Franz Paul Graf [3]
geb. 1677, † 18. October 1737.
Cäcilia Gräfin Liechtenstein.


Stephan Olivier
geb. 1. October 1744, † 5. Februar 1832.
Maria Francisca Gräfin Colloredo
geb. 2. April 1746, † 25. Jänner 1795.


Maximiliana
† um 1776.
vm. Philipp Graf Welsperg.
a) Erster Zweig.
Franz Ernst
geb. 23., n. A. 28. Febr. 1729,
† 18. April 1784.
Maria Maximiliana
Gräfin Schaffgotsche
geb. 6. Februar 1741,
† nach 1805.

Michael Johann
Ignaz [S. 267]
geb. 4. Jänner 1732,
† 18. December 1798.
b) Zweiter Zweig.
Olivier Remigius [18]
geb. 1. October 1742,
† 19. Juli 1799.
Walburga Freiin Hennet
geb. 11. Juni 1763,
† 21. Februar 1844.
Antonia,
Salesianernonne,
†.
Rosa
geb. 12. Juni
1744, †.
Carolina,
Salesianernonne,
†.
Joseph
19. Juli 1747,
† 27. Nov. 1793.
Rudolph Olivier
geb. 30. Juli 1767
† 18. Juni 1833.
Eleonore
Gräfin Kollonitz
geb. 2. Juli 1767,
† 8. April 1827.
Anton
Olivier
geb. 3. Febr.
1770 †,
Domherr.
Josephine
geb. 1771,
† 1778.
Theresia
geb. 1778, †.
Stiftsdame
in Buchau.
Maria Anna
geb. 1772,
† 1796.
Marie Gabriele
geb. 1775, †.
Theresia
geb. 27. Aug. 1765,
Stiftsdame.
Joseph [S. 265]
R. d. g. Vl.
geb. 31. Aug. 1767,
† 18. Nov. 1818.
Maria Luise
Gräfin
Waldstein-Dux
geb. 11. Juni 1768,
† um 1828.
Franz [2]
geb. 28. Mai 1769,
† ⚔ 22. Mai 1794.
Gabriele Gräfin
Desfours
geb. 14. Februar
1771, †.
Michael Olivier
geb. 27. December 1797, † 14. März 1860.
Maria Gräfin Batthyány
geb. 1797, †.
Walburga
vm. Freiin v. Greifenclau, †.
Friedrich Olivier
geb. 15. Jänner 1800,
† 31. Mai 1878.
1) Erwine Gräfin
Sternberg-Manderscheid
geb. 27. August 1803,
† 29. Juni 1840.
2) Francisca Dorner
geb. 6. December 1818.
Francisca Pauline
geb. 23. Juli 1798.
Karl
geb. 16. Aug.
1801.
M. Gabriele
geb. 8. Nov. 1802,
† 7. Jänner 1858,
vm. Rudolph
Freih. v. Stillfried.
Josephine
geb. 15. April
1805.
Olivier [S. 268]
geb. 1821.
Sophie Freiin
Szymanowska.

Marie
geb. 14. Dec. 1859.
Irene
geb. 1822,
vm. Eberhard
Freiherr von
Puteani.
Jacqueline
geb. 1824,
vm. Alfred
Graf Orsay.
Julius
geb. 1827.
Helene Gräfin Somogyi
vm. Medgyes
geb. 20. Juli
1830.
M.
Philippine[WS 2]
geb. 1829
vm. Hellmuth
Freiherr von
Carnap-
Bornheim.
Juliette
geb. 1839,
vm. Clothar
Schulz-
Leitershofen.
Maximilian [10]
geb. 27. Juni 1789, † 30. Juli 1864.
Maria Gräfin Hoyos-Sprinzenstein
geb. 22. Juli 1800, †.
Ludwig
geb. 15. Februar 1794, † Juni 1848.
Anna Edle von Bohr
geb. 1802, † 29. Februar 1876.
Joseph
geb. 12. Oct. 1820.
Marie Therese
geb. 10. Nov. 1824,
vm. August Freih.
von Vittinghof.
Rosa
geb. 9. Oct. 1828,
vm. Justin Graf
Bolesta-Koziebrodski.
Maximilian[WS 3]
geb. 15. Nov. 1833,
† 13. Nov. 1882.
Anna Gräfin
Hümpesch-Bollheim
geb. 7. Sept. 1839.
Joseph
geb. 7. Sept.
1822.
Ludwig [9]
geb. 29. November 1822,
† 20. October 1877.
Wilhelmine von Münzberg.
Maximiliane
geb. 29. Februar 1824.
Ernst
geb. 6. Aug. 1861.
Joseph
geb. 9. Febr. 1863.
Marie
geb. 25, Mai 1869.
Eleonore
geb. 8. Juli 1829, †.
Karl Olivier [8]
geb. 26. Juli 1837
Sophie Gräfin Paar
geb. 12. Mai 1850, † 10. Juni 1874.
Franz Olivier
geb. 26. September 1838.
Margarethe von Rodakowski
geb. 13. Februar 1857.
Leopoldine
26. März 1844.
Rudolph
geb. 18. Juni 1843.
Gabriele
geb. 25. März 1848, †.
Friedrich
geb. 20. Jänner 1853.
Georg
23. April 1856.
Joseph
geb. 29. August 1857.
Olivier
geb. 14. August 1869.

  1. Die in den Klammern [ ] befindlichen Zahlen weisen auf die kürzeren Biographien, welche sich auf S. 258–261 (Nr. 1–18) befinden, wenn aber ein S. voransteht, auf die Seitenzahl, auf welcher die ausführlichere Lebensbeschreibung des Betreffenden steht.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. In der Vorlage ohne Seitenzahl.
  2. Vorlage: Philppine.
  3. Vorlage: Maximilan.