RE:Anatolius 14

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2073
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14) Vindonius Anatolius aus Berytus (vgl. o. Nr. 1), aus dem 4. oder 5. Jhdt. n. Chr., verfasste eine συναγωγὴ γεωργικῶν ἐπιτηδευμάτων in 12 Büchern, die er aus älteren geoponischen Schriftstellern, aus Ps.-Democrit, Pamphilos, Apuleius, Diophanes, Africanus, Florentinus, Valens, Tarentinus und Leo zusammenstellte (Phot. cod. 163; vgl. den grundlegenden Aufsatz von E. Oder Rh. Mus. XLV 58f.), woraus ein constantinischer Redactor um die Mitte des 10. Jhdts. in seine auf Befehl des Kaisers Constantinus VII. Porphyrogennetos (945–959) veranstaltete Sammlung von Auszügen verschiedener Schriften über den Ackerbau, die wir noch unter dem Titel αἱ περὶ γεωργίας ἐκλογαί in 20 Büchern abgeteilt besitzen, vieles in Verbindung mit den Excerpten aus Cassianus Bassus aus Bithynien aufgenommen hat. Vgl. die Ausgabe der Geoponica von F. N. Niclas Lips. 1781 und die syrische Übersetzung von Lagarde Geop. in serm. Syr. vers. quae supers., Lips. 1860. Gemoll Untersuchungen über die Quellen, den Verfasser und die Abfassungszeit der Geoponica Berl. 1883 (= Berl. Stud. I 221ff.; verfehlte Arbeit, vgl. Maass DLZ 1884, 575). Beckh Acta semin. phil. Erlangensis IV 261f. Stücke seines Werkes sind in den Hippiatrica erhalten: ed. Grynaeus (Bas. 1537) p. 7. 55. 58. 144. 149. 192. 217; ausserdem in dem von Miller (Not. et Extraits XXI 2) herausgegebenen Cod. Paris. 2322 c, 469. 767. 1065.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 77–78
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S. 2073, 61 zum Art. Anatolios Nr. 14:

Zu unterscheiden von der durch Photios bezeugten συναγωγὴ γεωργικῶν ἐπιτηδευμάτων des A. ist ein zweites, veterinärmedicinisches Werk desselben, vermutlich περὶ ζῴων γενέσεως καὶ ἰατρείας betitelt, dessen Hauptquellen Apsyrtos und die Κεστοί des Iulius Africanus waren. Beide Werke lassen sich, namentlich dank orientalischer Hülfsmittel, zu gutem Teil fast wörtlich rekonstruieren. Eine wortgetreue Übersetzung der συναγωγή bildeten nämlich die Bücher 1–12 des syrischen geoponischen Werkes, dessen Torso Lagarde aus einem Cod. mus. Brit. als Geop. in serm. Syr. vers. quae supers. herausgab, und als dessen Verfasser mit Bestimmtheit der Presbyter [78] und Archiatros Sergios von Rīšʿain erwiesen ist. Quelle ist die συναγωγή für die erhaltenen griechischen Geoponika in den Büchern 1–12 (weitaus am wenigsten in B. 10), vermittelt durch Cassianus Bassus, und unmittelbar für Palladius de re rustica. Das veterinärmedicinische Werk dagegen ist Quelle für B. 13 des syrischen Werkes des Sergios, für die Hippiatrika und, wiederum durch Cassianus Bassus vermittelt, für die Bücher 14–20 der Geoponika. Endlich existiert noch eine bei dem überaus schlechten Überlieferungszustande desselben höchst wertvolle arabische Bearbeitung des syrischen Gesamtwerkes von dem Anfang des 10. Jhdts. gestorbenen Arzt Ḳosṭā ibn Lüḳā aus Baʿalbek (hsl. in cod. bibl. Lugd. Batav. 192 = Warner. 414 und in einer etwas abweichenden Redaction gedruckt Kitāb el-filāḥa er-Rūmīja, Kairo 1298 H.) und wahrscheinlich auch eine persische Übersetzung dieser Bearbeitung. Vgl. Baumstark Lucubrationes Syro-Graecae (Jahrb. f. Philol. Suppl. XXI), Leipzig 1894 und die zustimmenden ausführlichen Besprechungen von Rubens Duval Revue critique 1895, 62ff. und Gemoll Wochenschr. f. class. Philol. 1895, 382ff.