RE:Antipatros 19

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 25122513
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19) Ein Neffe Antiochos des Grossen (ἀδελφιδοῦς Polyb. V 79, 12. 87, 1. XXI 16, 4). Im J. 217 commandierte er einen Teil der syrischen Reiterei (Polyb. V 79, 12) und führte ihn in der Schlacht bei Raphia (Polyb. V 82, 9). Nach der Schlacht ging er als Gesandter zum Philopator und vermittelte den einjährigen Waffenstillstand mit ihm (Polyb. V 87, 1ff.). Der A., der in der Schlacht am Panion (198) mitfocht, wird mit diesem identisch sein (Polyb. XVI 18, 7). Nach der Schlacht von Magnesia (190) ging er zusammen mit Zeuxis als Gesandter des Antiochos zum Scipio, der ihm seine Bedingungen bekannt machte (Polyb. XXI 16, 4ff. 17, 9ff. Liv. XXXVII 45, 5ff.). Er ging darauf nach Rom, um die Bestätigung von Senat und Volk zu erwirken (Polyb. XXI 17, 11. Liv. XXXVII 45, 20). Im J. 189 sprach er als Führer der Gesandtschaft vor dem römischen Senat, worauf der Vertrag angenommen wurde (Polyb. XXI 24, 1ff. Liv. XXXVII 55, 1ff.). Das verwandtschaftliche Verhältnis dieses A. zu Antiochos ist im Genaueren nicht überliefert. Polybios nennt ihn immer nur ἀδελφιδοῦς. Auf Livius Bezeichnung als fratris filius hätte Droysen Hell. III 2, 122 Anm. nichts geben sollen, denn das ist nichts als eine willkürliche Übersetzung von ἀδελφιδοῦς, das er in seiner Vorlage, Polybios, fand (vgl. Pol. XXI 16, 4 = Liv. XXXVII 45, 5). Da A. schon im Jahr 217 fähig war, die Reiterei anzuführen, so muss er von einem Bruder, [2513] bezw. einer Schwester des Antiochos abstammen, die älter war als Antiochos. An einen älteren Bruder zu denken ist aber ausgeschlossen, da A. sonst thronberechtigt an Stelle von Antiochos gewesen wäre. Also wird er der Sohn einer älteren uns sonst nicht bekannten Schwester des Antiochos sein (so schon Niebuhr). Droysens Hypothesen a. O. sind unhaltbar.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Band S IV (1924), Sp. [S_IV 32]–33
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     S. 2512f. zum Art. Antipatros:

19) Holleaux (Rev. ét. anc. XVIII 168 = Etudes d’histoire hellénistique 1916, 60f.) hat für die Verwandtschaftsfrage des A. eine einleuchtende Lösung gegeben; etc. etc.