RE:Azan

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 26382639
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Azan (Ἀζάν), ist der Eponymos des arkadischen Stammes der Azanen und als solcher Sohn des Arkas. Die in der Genealogie ausgesprochene Dreiteilung Arkadiens (A. Apheidas Elatos) scheint zuerst Pherekydes gehabt zu haben (Schol. Eur. Or. 1646), bei ihm ist die Mutter Leaneira; dagegen bietet die im delphischen Weihgeschenk der Arkader von etwa 369 anerkannte Sage als Mutter die Nymphe Erato (Pomtow Athen. Mitt. XIV 15ff. Paus. X 9, 5) und scheidet ihn von den Söhnen anderer Frauen, Triphylos und Erasos, als echten Arkader. A. gehört natürlich mit den Azanen in den Nordwesten Arkadiens. In späterer Zeit teilte man ihm auch den Südwesten zu, die Parrhasia mit dem Lykaion und das Gebiet von Trapezunt. So die Schol. Dion. 415 und dazu Meineke Anal. Alex. 160. Steph. Byz. s. Ἀζανία. Die arkadische Königsliste des Pausanias VIII 4, 2ff. giebt dem A. damit übereinstimmend zum Sohn den Kleitor, der zunächst in Lykosura, d. h. in der Parrhasia, wohnt und dann die azanische Stadt Kleitor gründet. Sagen von A. giebt es zwei: in der eleisch-arkadischen Kentauromachie ist er der Bräutigam der Hippolyte, welche Herakles von dem frechen Kentauren Eurytion befreit (Diod. IV 33, vgl. v. Wilamowitz Eurip. Herakl. II 90. 364), und nach seinem Tode werden ihm Grabspiele gefeiert (Paus. VIII 4, 5. V 1, 8), bei denen Aitolos im Wagenrennen den Apis, Sohn des Iason, aus dem arkadischen Pallantion, unfreiwillig [2639] durch einen Zusammenstoss der beiden Wagen tötete. Dieser Zug kann alt sein, vgl. die Leichenspiele für Amarynkeus (s. d.) in der Ilias

K. O. Müller Dorier² II 436. Curtius Peloponnesos I 160. 162. Bursian Geogr. von Griechenland II 188. Im übrigen s. Azania Nr. 1.