RE:Cornelius 220

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Band IV,1 (1900), Sp. 1384–1385
Gnaeus Cornelius Lentulus Gaetulicus (Konsul 26) in der Wikipedia
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220) Cn. Cornelius, Cossi filius, Lentulus Gaetulicus, Consul im J. 26 n. Chr. Der Name ist nirgends vollständig angegeben. Cn. Lentulus Gaetulicus in der Inschrift seines Freigelassenen Cn. Cornelius Atimetus, CIL VI 9834, in den Arvalacten CIL VI 2029 d. I² p. 71, etc. etc.

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 1385–1386
Gnaeus Cornelius Lentulus Gaetulicus (Konsul 26) in der Wikipedia
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Gaetulicus wird als Dichter lasciver Epigramme von Martial praefat. I mit (Domitius) Marsus und (Albinovanus) Pedo zusammen genannt (die gleiche Gruppierung bei Apoll. Sidon. carm. IX 259f. wird wohl aus Martial entlehnt sein). So kann sich denn Plinius ep. V 3, 5 auch auf Gaetulicus dafür berufen, dass man sich derlei poetische Scherze auch als ernst- und ehrenhafter Mann gestatten darf. Der Gegenstand mindestens eines Teils dieser Dichtungen des Gaetulicus war Caesennia seine Gattin oder Geliebte, von der Sidonius an [1386] einer zweiten Stelle (ep. II 10, 6) zu melden weiss, dass sie dem Dichter bei seinen Versen geholfen habe, wie Corinna dem Naso, Lesbia dem Catull, Argentaria dem Lucan u. s. w. Unserm Gaetulicus sind wiederholt (s. z. B. Lipsius zu Tac. ann, IV 44) neun Epigramme der griechischen Anthologie mit der Überschrift Γαιτουλικοῦ zugewiesen worden. Dass dazu die Berechtigung fehlt, hat Jacobs Anthol. gr. XIII 896 gezeigt. Nicht nur ist nicht bezeugt, dass Gaetulicus griechisch geschrieben habe, sondern es ist an den Weihepigrammen VI 190 und 331 (Bogen des Alkon) so wenig wie an den Grabepigrammen auf die Medeakinder VII 354, Archilochos 71, die Thermopylenkämpfer 244 u. 245, das kretische Kenotaphion 275 oder die trunksüchtige Vettel XI 409 irgend etwas zu erkennen, was gerade auf unsern Gaetulicus wiese; das einzige erotische Epigramm der Reihe V 16 weist sogar ziemlich bestimmt in andere Richtung, weil es statt Caesennia eine Eidothea nennt. Zieht man nun noch in Betracht, dass das Cognomen Gaetulicus in der Kaiserzeit nicht gerade selten ist (z. B. CIL V 1667. XIV 685; besonders häufig natürlich in CIL VIII, s. die Indices, und vgl. Bull. arch. com. 1878, 31ff.), so wird man gewiss vorziehen, die beiden Dichter Gaetulicus neben einander hergehen zu lassen. Drei Hexameter unseres Gaetulicus über die in Britannien sichtbaren Sternbilder bei Probus zu Georg. 1227. Damit combiniert Jahn (Persius p. CXLII) die Notiz bei Sueton Gai. 8, Gaetulicus habe die Geburtsstätte des Caligula nicht wie andere nach Germanien verlegt, und schliesst, dass Gaetulicus, über dessen Aufenthalt in Germanien oben gesprochen ist, ein episches Gedicht über germanische und britannische Feldzüge (vielleicht die des Germanicus) geschrieben habe. Das ist, wenn möglich, noch unsicherer als der Schluss anderer auf ein historisches Werk des Gaetulicus. Teuffel R. Litt.-Gesch.⁵ § 291, 1.