RE:Servius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II A,2 (1923), Sp. 18321833
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Servius ist in Rom sowohl als Vorname wie als Geschlechtsname üblich gewesen. Der Vorname wird, um Verwechslung mit Sextus zu vermeiden, regelmäßig mit drei Buchstaben Ser. abgekürzt (Plut. quaest. Rom. 103); als sein erster Träger galt König Ser. Tullius, ᾧ τίθεται τραφέντι ἡ μήτηρ τὸ μὲν ἴδιόν τε καὶ συγγενικὸν ὄνομα Τύλλιον ἐπὶ τοῦ πατρός, τὸ δὲ κοινὸν καὶ προσηγορικὸν Σερούϊον ἐπὶ τῆς ἰδίας τύχης ὅτι δουλεύουσα (serviens) ἔτεκεν αὐτόν (Dionys. IV 1, 3 u. a.; s. auch Nr. 1). In der letzten republikanischen Zeit ist das Pränomen bei den patrizischen und bei den angeseheneren plebeischen Familien [1833] fast ganz außer Gebrauch gekommen und nur bei den Sulpiciern stets festgehalten und vor allen anderen bevorzugt worden. Deshalb legt Tac. hist. II 48 dem Otho geradezu die Verwendung von Servii = Sulpicii in den Mund: Post Iulios Claudios Servios se primum in familiam novam imperium detulisse; deshalb sagt auch Plut. Galba 3, 1: μέγα δὲ ἔχων εὐγενείας ἀξίωμα τὸν Σερουΐων οἶκον und nennt fort. Rom. 12: τοὺς μεγάλους ἐκείνους ἀριστεῖς καὶ ἡγεμόνας Μαλλίους καὶ Σερουΐους καὶ Ποστουμίους καὶ Παπιρίους τῶν αὖθις οἴκων γενάρχας; deshalb bezeichnet Cicero den befreundeten Juristen Ser. Sulpicius Rufus und seinen gleichnamigen Sohn öfter mit dem bloßen Vornamen Ser.; man muß sich ebenso davor hüten, diese Bezeichnung stets für einen Mann mit dem Gentilnamen S. zu verwerten (vgl. Mommsen Röm. Forsch. I 24), wie umgekehrt davor, den Münzmeisternamen L. Servius Rufus als den eines Sulpiciers in Anspruch zu nehmen (Nr. 6). Bei Nep. Att. 2, 1: Anicia nupserat M. Servio fratri {P.) Sulpici (Rufi) kann mit voller Sicherheit M. gestrichen und Servio als Pränomen gefaßt werden (o. Bd. I S. 2198 Nr. 18). Auch in Ciceros Äußerung an L. Papirius Paetus fam. IX 16, 4: Servius frater tuus bleibt kein Zweifel, daß Ser. Clodius gemeint ist (o. Bd. IV S. 65 Nr. 11). Zur Verbreitung des Gentilnamens S. s. Nr. 2.