Schwedisches Koch- und Haushaltungs-Buch/Tortenteig zu allerhand Arten von Gebäckels

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Tortenteig zu allerhand Arten von Gebäckelse.

Nimm gute Butter, wasche das Salz recht gut heraus, klopfe sie in dünne Kuchen, und laß sie alsdenn in frischem Wasser liegen. Währender Zeit nimm etwas weniger als ein halb Nössel, oder die Hälfte von einem halben [339] viertel Pott Branntewein, und so viel Wassers, daß es zusammen ein viertel Pott ausmacht, ein Eyerdotter und ein Stück von der gewaschenen Butter, das so groß als ein kleines Hüner-Ey ist, rühre dieses gut zusammen, und mache davon mit gut Weitzenmehl einen lockern Teig; bearbeite denselben erst recht gut mit einem hölzern Löffel in einem Gefäß, und hernach eben so mit den Händen auf einem Tisch, jedoch mit so wenig Mehl, als er nur kann gehandhabet werden. Alsden wäge den Teig in einen Tuch, nachher lege die ausgewaschne Butter hinein, und nimm den Teig heraus, laß aber das Wasser ablaufen; alsdenn nimm nach dem Gewichte etwas weniger Butter, als der Teig wiegt. Den Teig rolle ganz dünne mit einer Teigrolle auf den Tisch aus, die nassen Butterkuchen klopfe in einer Serviette ganz trocken, hernach lege sie zusammen neben einander auf der einen Seite des Teigs, und die andere Seite schlage über, hernach rolle ihn wieder dünne aus; nachgehends lege den Teig dreydoppelt, und rolle ihn also 3 oder 4 mal aus, allein beobachte, daß je weniger er alsdenn mit den Händen bearbeitet wird, je besser es ist, und je weniger Mehl dazu kömmt, je schöner er wird, man nimmt daher nicht mehr Mehl, als zu verhindern, daß der Teig nicht auf den Tisch klebet. Wenn der Teig zubereitet ist, so schneide ihn in 2 Theile, derselbe, der den Boden der Torte ausmachen soll, muß etwas dicker, als der oberste seyn, welcher so dick wie ein Gulden gemacht wird; den zum Boden der Torte schneide nach der Grösse der Schüssel, und den andern gleichfalls zum Deckel, den man nach Belieben auskräuset und auszieret. Hernach lege den Boden-Teig auf Papier, und die Füllung breitet man darauf aus, daß kein breiter Rand bleibt; alsdann lege den ausgeschnittenen und ausgezierten Deckel darauf, die Rände mache mit ein wenig Wasser naß, damit es zusammen sitzet, und backe es nachher auf Papier in dem Ofen. Man kann ihn auch in einer Tortenpfanne mit Feuer oben und unten backen, allein alsdann bleibt das Papier weg.

Will man die Torten mit einem Riemendeckel machen, so schneidet man ganz schmale Riemen mit einer Tortensporre [340] von dem Teig, so zum Deckel seyn soll, welche nachgehends in Ruthen über die Füllung gelegt werden; doch alsdenn schneidet man erstlich einen breiten Striemel als der Rand ist, legt ihn umher und schneidet ihn nach Belieben aus. Von dieser Art Teig kann man auch Petits pates machen, nur das selbiger ganz dünne ausgerollet und in kleine Formen gelegt wird, inwendig legt man von welcher Art Füllung man haben will, oben auf ganz schmale Striemeln in feine Ruthen.

Dito auf eine andere Art.

Mache den Teig auf selbige Art, wie Mandelmuscheln, wozu aber etwas mehr Mehl genommen wird, damit er auf den Tisch kann ausgerollet werden; jedoch von solchem Teig muß der Deckel mit Riemen gemacht werden, die man ganz schmal mit dem Messer ausschneidet und hernach wie eine andere Torte, mit Füllung macht; doch sind die sauerlichen Füllungen am dienlichsten hiezu.


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