Topographia Alsatiae: Wattweil

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Topographia Germaniae
Wattweil (heute: Wattwiller)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 65.
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Wattweil

Ein Städtlein an den Bölchen / zwischen Sultz und Tann / nahend Sennen / gelegen / und dem Fürstlichen Stifft Murbach / so nicht weit davon / gehörig. Anno 1375. haben diesen Ort die Engelländer und Gugeler; wie mans genennet / mit Sturm gewonnen. Es ligt darbey ein Bad / so den Keichenden / und wider den überflüssigen Schleim / nützlich ist: dienet auch dem Magen / und erkältem Gedärm: Trücknet die überflüssige Feuchtigkeit der Nerven: Ist den sandigten Nieren gut / und heilet die Krätze. Hertzog in der Elsasser Chronick libr. 2. capit. 42. Andernacus de balneis pag. 94 et Johann Göbel von Bädern / pag. 87. Anno 1634. eroberte diesen Ort / neben vielen andern / Herr Rhein-Graff Oth Ludwig / und die Schwedischen. Von dem Bade allhie / dessen auch im besagten unsern Text gedacht wird / schreibet Bauhinus, in der Histori vom Bollerbad / also: wiewol das Wasser zu Watweil im Elsaß / under dem Abbt zu Murbach / muß gewärmet werden / und man sein nicht viel achtet / daß es schier gar nicht gebraucht wird / da man auch die Springquellen nicht säubert / noch bequeme Oerter aufgebauet seyn. (Er redet aber von seiner Zeit ümbs Jahr 1589.) daß man daselbst baden könte: Nichts destoweniger ist es gar heilsam / wie ich an mir selbst / und andern /solches erfahren habe / zu den innerlichen Kranckheiten / da sich / in meinem Magen / eine schleumige Feuchtigkeit gehäuffet hatte / so vom Haupt herab gefallen / und die Leber gar hitzig war / wiewol der Schweflich Geruch fürnemlich sich erzeigte.