Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae: Perleberg

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Topographia Germaniae
Perleberg
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1652, S. 81–82.
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[81]
Perleberg /

Diese Churfürstlich Brandeburgische Stadt ligt in der Prignitz / an der Stepenitz / (andere setzen / am Fluß / die Perle genant /) und ist in den Historien nicht unbekant. Von ihrem Anfang setzet Johan. Angelius à Werdenhagen, in Antegressu part. 4. de Rebusp. Hanseat. f. 373. a. diese Verß:

Num Mons Ursini tu diceris, anve Pyropi?
Margaris in Prugnis gentibus es merito:

Welcher auch f. 367. anzeiget / daß etliche Zusammenkunfften der Fürsten / und Hansee-Städt; sonderlich An. 1399. und 1420. alhie wider die Strassenräuber / seyn gehalten worden. Dann diese Stadt das Haupt der Prignitz / so ein sonderbahrer Theil der Marck Brandenburg ist / so vorzeiten / wie er fol. 364. b. sagt / Priginon, oder Imprignum, genant worden; itzt mit einem Wendischen Nahmen Prignitzia heisset / und 8. Städte begreifet / nemlich Wilsenack / Perleberg / Pritzwalck / Witstock / Kiritz / Dalmin / Witteberg / oder Witteborg / und Lentzen. Erstrecket sich von Havelberg / umb den Elbstrom / biß nach Lentzen / daselbst solches Land an Mechelburg stosset / von welchem Hertzogthumb es an zweyen Seiten schier gantz umbgeben wird; von den übrigen zweyen aber die Graffschafft Rupin / und die Alte Marck Brandeburg / nebenst dem Bisthum Havelberg zu Nachbauren hat. Käyser Heinrich der Erste hat A. 926. am ersten die Prignitz / sampt andern Theilen der Marck / dem Wenden König Mireßlao abgenommen / und Sachsen darein gesetzt / die hernach stetigs mit den Wenden zu kriegen gehabt / biß Käyser Lotharius II. umbs Jahr 1128. der Wenden König Primislaum / der in der Tauff Heinrich genant worden / gäntzlich unter das Reich gebracht. Und wurde hernach dieses Land dem Alberto Urso, Fürsten von Anhalt / gegeben. Obgedachte Stadt Perleberg (alda auch umbs Jahr 1424. ein Fürstliche Zusammenkunfft wegen der Streitigkeit / zwischen Pommern / und der Marck / umb die Ucker-Marck gehalten worden) ist von zimblicher Grösse / ligt gar wol / und in einer lustigen fruchtbaren Ebne / und hat es vor dem nechsten Krieg eine feine Handthierung da geben. Es hat auch zwischen hie und Wittenberg / (bey welcher Stadt der obgedachte Fluß Stepenitz in die Elb fält) einen lustigen Wald / und von hinnen dahin ein Teutsche Meil Wegs zu reisen. Was diese Stadt in dem gedachten nechsten Teutschen Krieg außgestanden / davon finden wir wenig auffgezeichnet; ausser was Anno 1627. da sie die Käyserischen / und Anno 1638. da die Schwedischen sie eingenommen / [82] da vorgangen. Es brauchte dieses Land einen so fleissigen Mann / als Pommern an Micraelio hat / der alles / was fürgeloffen fleissig beschribe. Was obgedachtes Wasser / die Stepenitz / anbelangt / berichtet Chytraeus lib. 1. Saxoniae, daß solches über dem Städtlein Meienburg entspringe / durchlauffe das Städtlein Podlitz / (vielleicht Putliz) den Freyherren Podlassen gehörig / und falle oberhalb Witteberg in die Elb.