Topographia Sueviae: Heyligenberg

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Topographia Germaniae
Heyligenberg (heute: Heiligenberg)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 97.
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Heyligenberg /

Ein BergSchloß / nahend dem Kloster Salomonsweyler / vnd nit gar weit von der ReichsStatt Pfulendorff gelegen / so Graffschaffts-Titel hat / vnnd Anno 1649. H. Graf Egons zu Fürstenberg hinderlassenen vier Söhnen / Herrn Graf Friderichen / vnd seinen Gebrüdern / gehört hat. Ist vorhin Gräflich Werdenbergisch gewesen / vnd hernach an Fürstenberg kommen / deßwegen auch die Herrn Innhaber solcher Herrschaft / Item / Jungenaw vnd Trochtelfingen / Monatlich 138. fl. dem einfachen Anschlag nach / contribuiren. Sihe oben Fürstenberg. Bruschius in Beschreibung deß Closters Salmonsweyler / sagt / es habe solcher Orth / von den heiligen Felice, Exuperantio, vnnd S. Regula, so allda anfangs begraben worden / den Namen. Fast an der Wurtzel dises Bergs / ligt Bech / ein Clösterlein etlicher Schwestern von S. Francisco, so vmbs Jahr 1412. vom Allmosen etlicher andächtigen Leute / zu erbawen angefangen worden: Hernach hat Johannes Sutor / von Sulgaw / Pfarrer zu Hasenweyler / ein etwas grössere / vnnd stärckere Wohnung / für sie erbawet. Ihre Pfleger vnd Gutthäter / seyn die Grafen von Heiligenberg; wie abermals Bruschius berichtet. Crusius, in seiner Schwäbischen Chronick schreibet / daß Anno 1256. ein Einsidler / vnnd Mönch zu besagtem Salmonsweyl / Namens Henricus Finck / mit Hülff Graff Berchtolds zum Heiligenberg / der den Grund freywillig darzu hergegeben / ein Cistertzer Clösterlein zu Ehren S. Johanni deß Täuffers / vnd S. Catharinen / mitten dieses Heil. Bergs / angefangen, so ins gemein zum Eck genandt werde / vnnd in welchem allezeit ein Mönch von Salmonsweyl zu wohnen pflege. In der Relation / deren Titul; Anticategoriae zweyer fürnehmer deß Heil. Röm. Reichs Ständen / Heylgenberg / vnd Salmonsweyl / wegen jhrer hinc inde habenden / vnd praetendirten Privilegien / vnd Verträgen / Anno 1616. in 4 gedruckt / stehet; es seyen im Lintzgöw gar viel vnderschiedliche Graff- vnd Herrschafften gelegen gewesen; so etwan die Graffen von Lintzgöw / Buchhorn / vnd Rotenfelß / ingehabt; nach deren Absterben / die Grafen vom Heylgenberg auß Rhaetia, auß den Bündten / vnd Rheingöw / in einen Theil von Vindelicien kommen / von jhrem Namen die Graffschafft genant / vnd das Schloß / Heilgenberg darein gebawet / so man noch An. 1276. novum Castrum S. montis genant / das nicht weit von dem heutigen Heilgenberg / da / vor Zeiten / die Schwerdbrüder ein Hauß gehabt / gelegen. Vnd so vil sagt dise Relation. Sihe vnten Salmonsweyler / vnd von den alten Grafen von Heyligenberg / den Lazium libro 8. migrat. Gentium. Es haben die Herrn Grafen von Fürstenberg / in dieser Grafschafft / ein Landgericht zu Beüren. An. 1643. den 9. Wintermonats / haben die Frantzosen auß Vberlingen / das besagte Schloß Heyligenberg / früh Morgens / mit Petardiren / einbekommen. An. 1644 eroberten die Bäyrischen diesen Orth wider. An. 1647. ergab sich das Schloß an die Frantzosen mit Accord.