Topographia Sueviae: Oettingen

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Topographia Germaniae
Oettingen (heute: Oettingen i. Bay.)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 146–147.
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[146]
Oettingen /

Im Rieß / Statt vnd Schloß / der Evangelischen Herren Graffen von Oettingen / von vielen Jahren her / vnd jetzt noch Herrn Graff Joachim Ernsten Residentz. Im Stättlein seyn gleichwol beyde Religionen / auff einer Seiten die Catholische / vnd auff der andern die Evangelische. In diesem Teutschen Krieg hat solcher Ort / sonderlich Anno 1634. zu Anfang deß Junij / nicht wenig außgestanden. Es haben sich die Herrn Grafen von Oettingen / mit vielen vornehmen Fürstlich- vnnd Gräflichen / auch mit dem Ertzhauß Oesterreich / durch Heurath / befreundet. Stengelius setzet ein Teutsches Hauß / so es allhie habe. Anno 1524. den 24. Aprilis / haben die auffrührische Bauren diese Statt ein: Vnd Graf Ludwigen von Oettingen gefangen / genommen. An. 1636. ist das Schloß allhie abgebronnen. Crusius schreibet lib. paralip. rer. Suev. daß die Herren Grafen von Oettingen / (so sich / durch Heurath / mit vilen hohen Häusern / befreundet / auch Graf Vlrich von Oettingen / Keysers Alberti I. eines ErtzHertzogen zu Oesterreich / Tochter / Fraw Gutham, zur Ehe gehabt hat / ) vnder andern vielen Orten / auch die Schlösser Horburg / Flockberg / Wallerstein / vnd das zu Oettingen / besitzen. Vnd seyn vnder jhrem Schutz die NonnenClöster im Rieß / so jhre VorEltern gestifftet / nämlich Kirchen / vnd Simren. Was Horburg / oder Harburg / so eine Meilwegs von Thonauwerd / auff Nördlingen zu / gelegen / betrifft / so ist solches Schloß den ersten Maij / N Cal. An. 1648. von den Käyserischen / auff Discretion erobert / vnnd hernach von den verbundenen KriegsVölckern wider eingenommen / geplündert / vnd besetzt worden. Das Schloß Flockberg / ins gemein Flochberg / oder Flohberg / genant / ligt nahend Popfingen / vnd 2. Stund / wie einer berichtet / (darfür in dem Theatro Europeo ein Stund stehet) von Nördlingen / so in gemeltem [147] Jahr / den 5. 15. Aprilis / zersprengt worden. Von Wallerstein geschicht vnten im Buchstaben W / vnd vom Closter Simren / oder Zimmern / im Z. bericht. Von Kirchen / ist oben im K. gesagt worden. Es ligt auch in dieser Graffschafft die vornehme Carthauß Christgarten; Item das Closter Münchsrot / davon oben im M. Item das berühmbte Closter Neresheim / davon auch oben im N. Item / die Schlosser Hoch- vnnd Niderhausen / eine Meil Wegs von Nördlingen; Item das Schloß Katzenstein / so die obgedachte verbundene KriegsVölcker / Frantzosen / vnd Schweden / im besagten 48. Jahr verbrandt haben; Item / das Dorff / Wechingen / allda selbiges mal / den 9. 29. Octobris / vnd folgenden Tags / das Schwedische HauptQuartier gewesen ist: vnd andere gute Orth mehr. Es schwören / in dieser Graffschafft Oettingen / die Wassergrafen (deren Ampt ins gemein ist / die Strittigkeiten / so / wegen der Flüsse / vnd Bäche / Lauff / Gebrauch / etc. entstehen / zu entscheiden / ) daß sie niemand vnrecht sprechen / vnd daran seyn wollen / daß nicht Vnrecht geschehe dem Kind in Mutterleibe / dem Kalb in der Kuhe / dem Vogel in der Lufft / dem Fisch im Wasser: Wie Limnaeus de Jure publ. Imp. Rom Germ. Tom. 4. pag. 402. schreibet. Es ist aber diese Graffschafft in zween Haupttheil getheilet vnnd haben / vor Jahren die Röm. Catholischen / Herren Grafen / sich ferners / wie ich gefunden / getheilet auff Wallerstein / vnd Balderen / (so ein Schloß.) Jetzundt aber wird an statt Balderen / Spielberg benamset. Ihr / der HerrenGrafen sambtlicher Reichs-Anschlag ist Monatlich 276. fl. daran Oettingen / zu Oettingen / den halben Theil nämlich 138. fl. vnd die Wallersteinische Lini auch auch so vil / gibet / vnd zwar (ad interim) Wallerstein 97. fl. 40 Kreutzer / vnd Spielberg 40. Gulden / 20. Kr. zu Vnderhaltung deß Käyserlichen CammerGerichts geben Sie ins gesambt jährlich nach dem erhöchten Anschlag 115. Gulden / den Thaler zu 69. Kr. gerechnet.