BLKÖ:Böck, Johann Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 13. (Quelle)
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Böck, Johann Michael (Schauspieler, geb. zu Wien 1743, gest. zu Mannheim 18. Juli 1793). Er hatte in seiner Vaterstadt Chirurgie studirt, war aber frühzeitig (1762) zum Theater gegangen, welches er auch zuerst in Wien betrat; durch Fleiß und Ausdauer bildete er sein bedeutendes Talent trefflich aus, und errang den Ruf des besten jugendlichen Liebhabers in Deutschland. Er spielte an mehreren Bühnen, mit der Ackermann’schen Gesellschaft zu Frankfurt a/M., Braunschweig, Hannover; 1771 am Hoftheater zu Weimar; 1774 zu Gotha, wo er während Eckhof’s Krankheit und dann nach dessen Tode einige Zeit, bis der Herzog das Theater auflöste, die Bühne leitete, später auf der Mannheimer Bühne, wo man ihn mit Iffland gleich hoch stellte. Böck war der Erste, welcher in den am 13. Jänn. 1782 zum ersten Male auf der Mannheimer Bühne gegebenen „Räubern“ den Karl Moor, an der Seite Ifflands, der den Franz Moor gab, spielte. Den damaligen Theaterzettel theilt der „Humorist“ [siehe die unten angegeb. Quellen] vollständig mit. Böck besaß ein vielseitiges dramatisches Talent; unter den tragischen Rollen, die er gab, war er ausgezeichnet in den Rollen des Posa, Götz von Berlichingen, Czaar Peter in den „Strelitzen“, Brutus in Dalbergs Bearbeitung des Shakespeare’schen „Julius Cäsar“; im bürgerlichen Drama und im Lustspiele waren der Graf Olzbach in Diderot’s „Hausvater“, Drave in Ifflands „Mündeln“, Kaberdar, in Kotzebue’s „Indianer in England“, der seltene Onkel in Zieglers Stück, „der Fürst ein Edelknabe“, Arviano in der „Melanide“ seine Glanzrollen. Sein Spiel war, nach Zeugnissen unbefangener Kenner, ungekünstelt, natürlich, tief ergreifend, seine Stimme wohltönend, die Deklamation kunstgerecht, die Mimik wahr und ausdrucksvoll. Schröders Ausspruch, daß B. nur Fertigkeit aber keine innere Geisteskraft besessen habe, wird durch viele andere competente Stimmen jener Zeit widerlegt. Wie Böck groß als Künstler, so stand er auch geachtet im bürgerlichen Leben da. Schiller in einem Briefe aus Mannheim vom 13. Nov. 1783 an die Geheimräthin von Wollzogen, schreibt unter andern: „Mit den Schauspielern lebe ich höflich und aufgemuntert, sonst äußerst zurückgezogen. Böck, der beste an Kopf und Herz und ein wirklich solider Mann, ist derjenige, mit dem ich am vertraulichsten [14] umgehe“. – Sein Ruf als Künstler, wie sein musterhaftes[WS 1] Verhalten im Privatleben bewirkten seine Ernennung zum Ehrenmitgliede der churfürstl. deutschen gelehrten Gesellschaft in Mannheim, eine Auszeichnung, deren sich damals kein anderer Schauspieler zu erfreuen hatte. Seine letzte Rolle war der Graf von Cleve, in „Otto der Schütz“. – Seine Frau, eine geborne Schulz aus Lauenburg, glänzte besonders in chargirten Charakteren; zog sich aber nach der vom Herzoge von Gotha nach Eckhofs Tode ausgesprochenen Auflösung seines Hoftheaters, mit der Hälfte ihrer Gage als Pension, von der Bühne zurück.

Der Humorist. Von M. G. Saphir (Wien 1841, 4°.) V. Jahrg. Nr. 28–30: „Johann Michael Böck, ein geborner Wiener. Aus dem noch ungedruckten Werke: Erinnerungen aus meinem Leben.“ Von Wilhelm Vogel. – Oestr. National-Encyklopädie (von Czikann und Gräffer), (Wien 1835, 6 Bde.) Suppl. VI. Bd. S. 375. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°, IV. Bd. 4. Abth. S. 1289, wo er als Böck, und Supplem. II. Bd. S. 327, wo er als Bök aufgeführt ist. Die Mittheilungen beider Artikel ergänzen sich gegenseitig. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.) III. Bd. S. 63 [führt ihn auch als Bök auf].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: musterhastes.