BLKÖ:Katona, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Katona, Stephan
Band: 11 (1864), ab Seite: 33. (Quelle)
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Katona, Joseph (ungarischer Dichter, geb. zu Kecskemét 11. November 1792[WS 1], gest. ebenda 16. Mai 1830). Der Sohn bürgerlicher Eltern; beendete die Studien zu Szegedin und Pesth, wo er 1813 das Advocaten-Diplom erhielt. Noch während seiner Studien zeigte er eine große Vorliebe für das Theater, und wurde auch nach deren Beendung Regisseur und Theaterdichter bei Ladislaus Vida, damaligem Director des Theaters in Pesth. Auch bewarb er sich, als das siebenbürgische Museum zur Eröffnung des Theaters in Klausenburg einen Preis auf das beste Drama ausgeschrieben hatte, um denselben. Er schrieb aus diesem Anlasse, 20 Jahre alt, die nachmals so berühmt gewordene Tragödie Bánk-Bán. Aber er erhielt den Preis nicht. Als im Jahre 1819 die Theatergesellschaft von Fejérvár nach Pesth kam und mehrere Stücke Kisfaludy’s mit großem Erfolge darstellte, übergab Katona sein Stück derselben zur Aufführung. Aber es kam wieder nicht dazu. K. nahm nun sein Drama noch einmal vor, unterzog es einer sorgfältigen Durcharbeitung und gab dasselbe, seiner Vaterstadt Kecskemét es widmend, 1821 (zu Stuhlweissenburg) im Drucke heraus. Die Stadt Kecskemét belohnte den Dichter für diese Aufmerksamkeit mit einem Ehrenpreise und der Ernennung zum Stadtadvocaten. Diese Stellung behielt K. bis zu seinem frühzeitig, im Alter von 38 Jahren, erfolgten Tode. Es schien als habe K. der Muse entsagt und sich ausschließlich seinem Advocatenberufe gewidmet; dem aber war nicht so. Wenn er auch nichts in die Oeffentlichkeit gelangen ließ, wahrscheinlich aus Unmuth über die bisherigen wenig aufmunternden Erfahrungen, war er doch für sich ununterbrochen dichterisch thätig, und es war nach der Hand gelungen, eine ganz stattliche Reihe seiner dramatischen Arbeiten zusammen zu stellen, von denen leider mehrere verloren gegangen sind, andere in der Bibliothek des National-Theaters zu Pesth aufbewahrt werden. Diese Stücke sind: „Farsangi Utazás“, d. i. Die Faschingsreise, Lustspiel in 5 Acten (1812); – „Monostori Ceronka“, d. i. Veronika von Monostor. Drama in 5 Acten (1812); – „Ziska a calice“, d. i. Ziska vom Kelche, zwei Schauspiele, jedes zu 4 Acten (1813); – „István a magyarok első királya“, d. i. Stephan, der erste König der Magyaren, Drama in 4 Acten (1813); – „Jeruzsálem pusztulása“, d. i. Die Zerstörung Jerusalems, Drama in 5 Acten (1814); – „Comarunna“, ein römisches Drama (1815) verloren gegangen; – „Rózsa vagy a tapasz [34] talatlan légy a pókok között“, d. i. Die Rose oder die unerfahrene Fliege zwischen den Spinnen; – „Lucza széke“, d. i. Der Stuhl Luciens, Drama in 3 Acten; – „Doboka vára“, d. i. Der Thurm von Doboka; – „Nagyidai Ciganyok“, d. i. Die Zigeuner von Nagyida, dieses und das vorige verloren gegangen; – „A borzaszto torony“, d. i. Der schauderhafte Thurm, Drama in 5 Acten; – Hédervári Cecilia“, d. i. Cäcilia von Hedervar, verloren gegangen; – ferner Uebersetzungen aus fremden Sprachen: „Szmolenszk ostroma“, d. i. Die Erstürmung von Smolensk; – „Aubigné Clementia“, d. i. Clementine Aubigné; – „Montbelli grófok“, d. i. Die Grafen von Montbel; – „Üstökös csillag“, d. i. Der Kometstern; – „Medve Albert“, d. i. Albert Medve. Außer zwei Aufsätzen, welche K. selbst in der „Tudomanyos gyüjtemeny“, d. i. Wissenschaftliche Nachrichten, veröffentlichte, und zwar: „Wie kommt es, daß die ungarische dramatische Dichtkunst nicht auf die Beine kommen kann“ (1821, 4. Heft) und „Von den Puszten Kecskeméts“ (ebd. 1823, 4. Heft) erschien nach seinem Tode noch das Werk im Drucke: „Szabados Kecskemét, alsó Magyarország első mezővárosa tőrténetei a magyarok bejoveteleig“, d. i. Geschichte der freien Stadt Kecskemét, des ersten Marktfleckens Oberungarns (Pesth 1834), und Horváth gab bereits in 4. Auflage seinen Bánk-Bán unter dem Titel: „Bánk-Bán. Drama öt felvonásban. A szerző arcképé és életrajzával“, d. i. Bánk-Bán. Drama in 5 Acten. Mit Bildniß und Lebensbeschreibung des Autors (Kecskemét 1860, F. Gallia, 8°.) heraus. Lange währte es, bis dieses Stück sich Bahn brach. Nachdem es 1825 in Klausenburg zum ersten Male über die Bretter gegangen, ohne durchzugreifen, kam es nach achtjähriger Pause 1833 in Kaschau zur Aufführung, wo es schon mehr ansprach, endlich aber 1845 in Pesth bei Gelegenheit der Eröffnung des National-Theaters, wo es so sehr gefiel, daß es ein Lieblingsstück der Ungarn wurde. Lendvai gab damals den „Bánk-Bán“, die Jókai, Frau des berühmten Dichters, die „Gertrud“; die Lendvai die „Melinde“; Szentpéteri den „Peterban“; Bartha den „Tibocz“ und Fancsy den „Biberach“. Der Stoff des Stückes ist uns Deutschen aus Grillparzer’s „Ein treuer Diener seines Herrn“ bekannt. Eine deutsche Bearbeitung von Adolph Dux erschien unter dem Titel: „Bánk-Bán. Drama“ (Brockhaus 1858, 8°.), und in der That, man lernt in Katona einen Poeten kennen von seltener Gestaltungsgabe, von dichterischer Kraft, welche er benützt, um die Liebe zu seinem Vaterlande poetisch zu feiern.

In dem von Horváth herausgegebenen „Bánk-Bán. Drama öt felvonásban“ (Kecskemét 1856, Szilady) befindet sich dem Drama vorangedruckt Joseph Katona’s Lebensbeschreibung. – Társalkodó, d. i. Der Gesellschafter (Pesth, 8°.) Jahrg. 1840, Bd. I, S. 170: Biographie von Csányi. – Szinházi Naptár 1857 évre. Szerkeszték Gróf Bethlen Miklos (Bolnai) Dobsa Lajos, Tóth Kálman, d. i. Theater-Kalender auf das Jahr 1857, herausg. von Nik. Graf Bethlen, Ludwig Dobsa und Coloman Tóth (Pesth, Lex. 8°.) S. 30 [Biographie von K. Vadnai mit Katona’s Porträt im Holzschnitt). – Hirmondó, d. i. Der Herold, 1860, Nummer vom 10. Jänner, S. 55: Biographische Skizze von B. Kajdacsy. – Magyar Thalia (Pesth, kl. 8°.) Jahrg. 1853, S. 285: Biographie von Emerich Vahot. – Toldy (Ferenc), A Magyar költészet kézikönyve a Mohácsi vésztől a legújabb időig, d. i. Geschichte der ungarischen Literatur von der Schlacht bei Mohács bis auf die Gegenwart (Pesth 1857, Gust. Heckenast, gr. 8°.) Bd. II, S. 359. – Jelenkor. Politikai és társas élet Encyclopaediája, d. i. Die Gegenwart. Politisches Conversations-Lexikon (Pesth 1858, [35] Heckenast, gr. 8°.) S. 66. –Vasárnapi ujság, d. i. Sonntagszeitung (Pesth, 4°.) 1858, Nr. 42 [mit Abbildung seiner Statue]. – Müller (Gyula) és Vahot (Imre), Egyesült magyar és erdélyprszági nagy képes naptára 1857-re, p. 147 [Biographie von Emerich Vahot mit schlechtem Holzschnitt-Porträt auf S. 148]. – Danielik (József), Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Második, az elsőt kiegészitő kötet, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Theil (Pesth 1858, 8°.) S. 135. – Pester Lloyd (polit. Pesther Journal in gr. Fol.) 1858, Nr. 72: Zur Biographie des Schriftstellers Katona. – Porträte. 1) In dem von Horváth 1856 herausgegebenen Bánk-Bán (Wien, bei Reiffenstein und Rösch, 4°.); – 2) auf dem von Barabas 1856 lithographirten großen Porträt-Tableau mit dem Titel: Magyar Irók arczképcsarnoka 1856 (Fol.). – Denkmal. Anastasius Tomori ließ auf seine Kosten Katona’s Statue von dem Bildhauer Rudolph Züllich anfertigen und dieselbe wurde vor dem Nationaltheater in Pesth aufgestellt. Etwas über Lebensgröße stellt sie den Dichter in ungarischem Schnürrock, engem Beinkleid und ungarischen Stiefeln dar. In der erhobenen Rechten hält er die Feder. Die Linke hält eine Larve und einen Mantel. Auf dem Piedestal stehen einfach die Worte: Katona Jozsef. Die Statue ist von einem geschmackvollen Gitter umgeben.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach Anderen 1791.