BLKÖ:Machek, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 202. (Quelle)
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Machek, Anton (Geschichtsmaler, geb. zu Podlažitz im Chrudimer Kreise Böhmens im Jahre 1774, gest. zu Prag 18. November 1844). Sein Vater stand als Musikus in den Diensten des Königgrätzer Bischofs Hay [Bd. VIII, S. 103]. Der Knabe, in wissenschaftlicher Hinsicht ganz vernachlässigt, erwarb sich durch sein Zeichnungstalent an dem berühmten Kirchenfürsten einen Gönner, der sich des Knaben annahm und ihn zu seinem Kabinetsmaler Zitta in die Lehre gab. Gelegenheitlich der Krönung Franz II. kam M. nach Prag und in die Schule des Malers Wenzel Bluma, dessen Unterricht er aber nur etwas über ein Jahr genoß. Als nun gar sein Mäcen, [203] der Bischof Hay starb, blieb ihm alle Unterstützung aus und M. war genöthigt, um sein Leben zu fristen, durch vier Jahre Arbeiten ganz untergeordneter Art zu übernehmen. Endlich gelang es ihm, in Ludwig Kohl’s [Bd. XII, S. 292] Schule zu kommen, und nun begann er an seiner höheren künstlerischen Ausbildung mit allem Eifer zu arbeiten. Bei der Eröffnung der von der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde in Prag gegründeten Akademie der bildenden Künste erhielt M. den zweiten Preis, und später für das Frescogemälde einer Schlacht den ersten. Diese Arbeiten hatten ihm insoferne einen Namen gemacht, daß es an Bestellungen nicht fehlte; nun erhielt er von dem neuen Bischofe von Königgrätz eine Einladung, welcher M. auch folgte und in Königgrätz zwei Altarbilder für die Schloßcapelle in Chrast und beinahe alle Zimmer der bischöflichen Residenz malte. Nach einjähriger angestrengter Arbeit kam er arm nach Prag zurück und reiste 1798 von Kohl unterstützt nach Wien. Dort war er einige Zeit hindurch ein fleißiger Besucher der Akademie der bildenden Künste, dann lernte er den Hofzimmermaler kennen, durch den er Beschäftigung erhielt, indem er für die Kaiserin Maria Theresia am „Hause der Laune“ in Laxenburg mitmalte. Auch wurde ihm Gelegenheit gegeben, die Bildnisse einiger Mitglieder der kaiserlichen Familie auszuführen. Obgleich dieselben gelungen waren, so erschwerte ihm doch seine höchst unvollkommene Kenntniß der deutschen Sprache den Verkehr und M. begab sich nun nach Linz, wo. er fleißig Bildnisse malte, die sehr gut getroffen waren und ihm alsbald einen Ruf als Bildnißmaler verschafften. Als im Jahre 1805 die Franzosen in Linz einrückten, mehrten sich die Bestellungen und M. erhielt sogar einen Ruf nach Paris – wie der Slovník, sonst aber keine andere Quelle berichtet – M. schlug ihn aber aus und zog es vor, in sein Vaterland und nach Prag zurückzukehren, wo er die Tochter seines ersten Lehrers Zitta zur Frau nahm und sich nunmehr bleibend niederließ. In Prag studirte er fleißig die Zeichnungen und Antiken der Akademie und arbeitete nach dem Modell. Jetzt fing er an sich in der Composition zu versuchen, und führte mit Glück mehrere Scenen aus Böhmens Geschichte in Lithographien aus. So entstand das später vielgenannte Werk: „Geschichte der Čechen in Bildern“, wozu der deutsche und čechische Text von Wenzel Hanka [Bd. VII, S. 301] verfaßt und die 72 Blätter außer von Machek von anderen tüchtigen Künstlern, wie z. B. von J. Führich, L. Friese, Wenzel Manes, W. Markowsky u. A. ausgeführt sind. Machek hat auch noch Mehreres in Oel gemalt. Im böhmischen Museum befindet sich von seiner Hand ein Bildniß des Königs Wenzel II., im großen Saale des Karolinums zu Prag die Bildnisse des Ministers Grafen Kolowrat und des Erzbischofs Chlumczansky und in der Pfarrkirche zu Zdislovice in Böhmen ist das Altarblatt die hh. Apostel Petrus und Paulus Machek’s letztes Werk. Kenner rühmen Machek’s Arbeiten. Das Beste jedenfalls hat er in der Bildnißmalerei geleistet. Seine Porträte zeichnen sich durch scharfe Charakteristik und große Aehnlichkeit aus. Was seine historischen Compositionen betrifft, so fehlt es ihm nicht an Ideen und an der geschickten Gruppirung, aber die Lithographie stand damals noch nicht auf [204] ihrer gegenwärtigen Höhe und machte die Ausführung den Arbeiten manchen Eintrag. Ueberdieß verdankte er seine Geschicklichkeit im Lithographiren dem tüchtigen Kunike [Bd. XIII, S. 377], einem damals in Wien lebenden, mit der von Sennenfelder erfundenen Kunst viel beschäftigten Maler, der sich um die Hebung derselben vielfach verdient gemacht hat.

(Hormayr’s) Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, 4°. ) XII. Jahrgang (1821), Nr. 43, S. 172; – XV. Jahrg. (1824), Nr. 56 u. 57, S. 313. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 162. – Libussa. Jahrbuch. Herausgegeben von Paul Alois Klar (Prag. 8°.) X. Jahrg. (1851), S. 464. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr.Karl Klunzinger (Stuttgart 1856, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 2 [die Angabe daselbst, daß Machek im J. 1845 gestorben, ist unrichtig]. – Památky archaeologické a místopisné, d. i. Archäologische und topographische Alterthümer. Redigirt von K. Wl. Zap (Prag, 4°.) I. Jahrg. (1855), S. 179; IV. Jahrg. (1861), Abthlg. 1, S. 95. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 40, Nr. 2. –