BLKÖ:Führich, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Führer, Robert
Band: 5 (1859), ab Seite: 5. (Quelle)
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Führich, Joseph[BN 1] (Historienmaler und Kupferstecher, geb. zu Kratzau in Böhmen 9. Februar 1800). Sein Vater war ein Landmaler, der für den Unterhalt seiner Familie in Kratzau malte, in Kupfer stach, selbst Anstreicher-Arbeiten fertigte und darin von seinem Sohne Joseph, der früh Liebe zur Kunst zeigte, unterstützt wurde. Der Aufenthalt auf dem Lande, in einer nicht imposanten, aber an stillen Reizen der Natur nicht armen Gegend, belebt von andächtigen Landleuten, blieb nicht ohne Einfluß auf den leicht erregbaren Knaben, dessen spätere künstlerische Richtung noch überdies durch eine Bilderbibel, die seinem Vater gehörte, früh bestimmt worden sein mochte. Zugleich besuchte er die Trivialschule seines Geburtsortes. Als die künstlerische Begabung des Jünglings immer lebendiger zu Tage trat, wurde der Vater beredet, ihn doch in Prag ausbilden zu lassen. Ein Versuch bei dem Grafen Christ. Christoph Clam-Gallas, um dessen Unterstützung zu erwirken, mißglückte, indem der Graf eine Zusage für spätere Zeit gab und sie auch hielt. Joseph begab sich nun mit seinem Vater nach Prag (1816), wo er von Bergler (s. d. I. Bd. S. 309) freundlich aufgenommen und, nachdem dieser Proben von F.’s Talent gesehen, zur weiteren Ausbildung desselben ermuntert wurde. Auf das Land zurückgekehrt, malte F. die zwei Bilder: „Otto von Wittelsbach“ u. „Herzog Borziwoy’s Begegnung mit dem Einsiedler Ivon“, welche er im Jänner 1817 auf die Ausstellung nach Prag brachte und die nun die günstigsten Resultate für den Künstler hatten; denn Graf Thun kaufte die Bilder an und Graf Clam sagte F. seine Unterstützung zu. Da Joseph nunmehr in Prag die Akademie besuchen sollte, übersiedelte der alte Führich mit der ganzen Familie dahin und Joseph begann seine akademischen Studien. Der Umgang mit Nadorp aus Westphalen, die Lecture der Werke Schillers und Goethe’s und der wohlgemeinte Rath des Dr. und Prof. Schuster sind die erheblichen Momente dieser Bildungsperiode des jungen Künstlers. Im Sommer 1820 besuchte er [6] Dresden, kehrte aber schon nach 6 Wochen wieder nach Prag zurück. Durch einen Buchhändler erhielt Führich einen Band mit Dürer’schen Holzschnitten zur Einsicht. Von dieser Zeit an erwachte sein Drang nach den tiefsinnigen gewaltigen Schöpfungen dieser Anfänge der christlich deutschen Kunst, die schon damals das Siegel der Vollendung an sich trugen. Die Lecture der Schriften von Novalis, Tieck, Schlegel bildete ihn noch mehr aus, und in diese Zeit fallen seine Compositionen zur böhmischen Geschichte, welche F. für die Bohmann’sche Kunsthandlung in Prag zum Theil selbst lithographirte. Dann unternahm F. eine Reise nach Wien, dessen Kunstschätze ihn begeisterten. Nach seiner Rückkehr nach Prag arbeitete er sein „Vater Unser“; die Compositionen zu Bürgers „Wildem Jäger“, Tiecks „Genovefa“, diese letztere mit seinem Freunde Haas von Oertingen entwerfend. Die Compositionen zur „Genovefa“ kamen in Wien in höheren Kreisen zur Ansicht und hatten zur Folge, daß sich Kunstfreunde geneigt zeigten, dem jungen Künstler einen Aufenthalt in Italien und Rom möglich zu machen. Im Herbst 1826 reiste F. nach Wien ab, wo sich Männer wie Primisser mit seiner geistvollen Frau, der als Künstlerin bekannten Julie Mihes, Baron Klinkowström, Friedrich von Schlegel, des Künstlers annahmen, der im J. 1827, mit Empfehlungen von dem Staatskanzler Fürsten Metternich ausgestattet, in das Land seiner Sehnsucht, nach Italien, abreiste. In Rom malten damals Overbeck, Julius Schnorr, Phil. Veit, und Thorwaldsen meißelte daselbst seine gewaltigen plastischen Werke. In die erste Zeit seines Aufenthaltes in Rom fällt der kleine Cyklus zu Tiecks „Runenberge“ im Auftrage Hugo’s, Altgrafen von Salm, ausgeführt. Als sich in dem von den genannten Historienmalern und einigen anderen Künstlern gebildeten sogenannten „Compositionsvereine“ durch Ausscheiden Ludwigs von Maidol aus Dorpat eine Lücke ergab, hatte F. das Glück in denselben einzutreten. Ueber Overbecks Antrag erhielt F. auch die ehrenvolle Aufgabe, das Tasso-Zimmer in der Villa Massimi zu vollenden, durch welche Arbeit sich die Aufmerksamkeit auf F. besonders zu richten begann. König Ludwig von Baiern zeichnete den Künstler auf das huldvollste aus, und bald wäre es geschehen, daß München denselben gewonnen hätte, wenn nicht das Gefühl, eine Dankschuld dem Vaterlande abzutragen, gesiegt hatte. Nach 3jährigem Aufenthalte in Rom, wo F. noch mit Steinle aus Wien, dem Architekturmaler Schulz aus Danzig, Wilhelm Ahlborn aus Hannover sich in engeren Freundesverkehr setzte, trat F. seine Rückkehr nach Wien an, nachdem er zuvor noch Sicilien bereist und auf seiner Heimfahrt mehrere Wochen in Florenz verweilt hatte. Anfangs November kam F. in Wien an. Daselbst überreichte er seinem Mäcen dem Fürsten Metternich mehrere Arbeiten seiner Hand, reiste dann nach Prag, wo er bis zum Jahre 1834 selbständig arbeitete, neben mehreren größeren und kleineren Oelbildern, meistens Altargemälden, seinen „Triumph Christi“ componirte, den er später in Wien selbst radierte und in München bei Mayer herausgab. In diese Zeit (1832) fällt F.’s Vermälung mit Franziska Gaßner, der Tochter eines Kaufmannes in Linz. Im Frühjahr 1834 wurde F. zum Custos an der akademischen Gemälde-Gallerie ernannt und nahm nun seinen bleibenden Aufenthalt in Wien. Auf diesem Posten bewerkstelligte er für die Akademie die Auswahl einer namhaften Zahl – an hundert – älterer Gemälde, welche Se. Majestät der Kaiser aus einem Depositum alter Bilder in Venedig – über [7] 1700 – zu machen gestatteten. Gegenwärtig bekleidet F. die Stelle eines Professors der geschichtlichen Composition an der Akademie der bildenden Künste. Bald nach seiner Rückkehr von Rom, wo er mit den genannten Künstlern die romantische Schule begründete, vertauschte er dieselbe, dem alten Drange seiner Jugend folgend, mit der christlich-mittelalterlichen, sich jedoch strenger Reinheit des Styls befleißend. Zahlreich sind F.’s Arbeiten. Des Herausgebers Versuch, sie chronologisch zu ordnen, scheiterte, da F.’s Selbstbiographie, welche der eben mitgetheilten zu Grunde gelegt ist, nur einiger weniger Bilder erwähnt. Der größere Theil seiner Arbeiten behandelt biblische Stoffe u. z. aus dem alten Testament: „Ruth und Boas“ (östr. Kstv. 1852, August, Gallerie J. Fellner und lith. von Leybold); – „Moses mit den Gesetztafeln“ (Eigenthum des Hrn. Dr. Ign. v. Hofmannsthal); – „Gott schreibt auf Mosis Tafeln mit seinem Finger seine Gebote“ (im Belvedere); – „Begegnung Jacobs mit Rachel“ (Gallerie Arthaber); – „Prophet Nehemias“ (Eigth. der Frau Baronin Pereira); – „Abraham und Melchisedech“, Kreidezeichnung; – „Josua mit seinem Heere, während Jericho’s Mauern einstürzen“; – „Der Traum des heil. Joseph, da ihn der Engel zur Flucht auffordert“ (gest. von A. Petrak) ; – „Das Urtheil Salomo’s“ ; – aus dem neuen Testament: „Erweckung des Lazarus“, Carton (in der Wiener und Münchener Ausst. 1858); – „Thomas berührt die Wunden des Herrn“; – „Gang der Hirten zur Krippe“ (östr. Kstv. 1853, Aug., 250 fl. ) ; – „Gang Maria’s über das Gebirge“; – „Christus auf dem Weg zum Oelberg“ (beide Gallerie Arthaber); – „Erweckung der Tochter des Jairus zum Leben“ (Gallerie der Privat-Gesellsch. patriot. Kunstfreunde); – „Jerusalems Bewohner sehen kurz vor der Einnahme der Stadt durch Antiochus Epiphanes die kämpfenden Reiter in den Wolken“ [2. Makab. 5. 2–4]. (1844, in der Belvedere-Gallerie); – „Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden“ [Mark. 16. 12 und Lukas 24. 13–15]. (Beide Ausst. 1844); – „Geburt Christi“, Bleistiftzeichnung; – „Christi Einzug in Jerusalem“, Federzeichnung (alle in der Ausst. 1835); – „Menschwerdung Christi“ lithogr. von Chr. Becker); – „Christus den Johannes führend, von Petrus und Jakob gefolgt“ (1827); – „Maria und Joseph auf der Flucht nach Betlehem“; – „Der Triumph Christi“, in Oel auf Gold gemalt (in der Gallerie des Grafen Raczyński in Berlin); – „Christus während des Sturmes im Schiffe schlafend“ (lithogr. von Schaller); – „Die Jünger auf dem Wege nach Emaus“; – „Eine Pietà“ (gest. von Petrak);– „Fischzug Petri“; – „Die erste Taufe in Samaria“; – „Der Kreuzweg“, auf dem Laurenzer Berge in Prag (gest. von Zelisko und Skala); – „Der Kreuzweg“, in der Johanneskirche in Wien in Fresko; – „Eine Madonna“, für die Kirche in Nixdorf; – „Geburt Christi“; – andere Heiligenbilder und Altarblätter : „Die heil. Dreifaltigkeit“; – „Die heil. Barbara“, beides Altarblätter (für den Grafen Wratislaw); – „Hl. Adelheid und heil. Franz von Assisi vor der Mutter Gottes“, – „Die heil. Gudula“ (lith. v. M. Stoll); „Die heil. Filomena“ (lith. von Leybold); – „Traum des heil. Bernard als Kind in der Christnacht“ (1823); – „Die heil. Anna“ (1844); – „Die heilige Katharina unter den Gelehrten in Alexandrien“, großes Altarblatt (H. 10′, Br. 5′); – „Die Enthauptung des heiligen Jakobus“, Altarbild für die Stadt Packau; – „Der heil. Aloisius“, Altarbild für die Stockerauerkirche; – historische und andere Bilder und Fresken: „Aquarelle aus der Geschichte des Hauses Czernin von Chudenič“; – „Trauernde Juden“ (Eigenthum des Grafen Nostitz in Prag, und von Hanfstängl lithogr.); – „Macbeths erstes Begegnen der Hexen“ (vom östr. Kstv. angek. 1852 um 350 fl.); – „Drei Bilder aus Tasso’s befreitem Jerusalem in der Villa [8] Massimi in Rom“; – „Tod Otto’s von Wittelsbach“ (1816); – „Einsiedler Ivon und Herzog Borziwoy“ (1816, beide vom Grafen Thun gekauft); – „Die Fresken des Presbyteriums“, in der Altlerchenfelder Kirche in Wien (begonnen 1854); – „Das heilige Abendmahl“, im Refectorium der Kapuziner in Wien. – In der ersten Zeit seines künstlerischen Schaffens, da sich F. noch dem Romantischen zuwandte, vollendete er viele Zeichnungen zu Meisterwerken deutscher Dichtung, als: zu Waiblingers „Märchen von der blauen Grotte“; – zu Tiecks „Genovefa“, 15 Blätter (Prag 1834, qu. Fol.), von denen er später mehrere in Oel ausführte. [Vergl. dar.: das Stuttgarter „Kunstblatt“ 1826, Nr. 6 von Primisser]; – zu dessen „Phantasus“ und „Elfenmärchen“; zu Goethe’s „Erlkönig“; – „Hermann und Dorothea“, 12 Bl. von L. Gruber radirt (Braunschweig 1827, qu. Fol.); – zu Bürgers „Wildem Jäger“, 5 Blätter von Gareis radirt, mit Text von A. Müller (1830); – ferner zu der von Machek veranstalteten Ausgabe der böhmischen Geschichte und sein „Pater noster“, 9 Blätter von F. selbst radirt und mit Text von A. Müller (Prag 1826), auch französisch von De Marteau, welches früh seinen Namen allgemein bekannt machte. [Vergl. darüber das Stuttgarter „Kunstblatt“ 1827, Nr. 43]. Außerdem erschienen von ihm noch: „Die klugen und thörichten Jungfrauen des Evangeliums“, in Stahl gest. von J. Lendner; mit Text von Seb. Brunner (Regensburg 1849, Manz, Fol.); – „Die Hochzeit zu Kanaan“ (1848); – „Die geistige Rose, enthaltend die 15 Mysterien des Rosenkranzes in eben so viel Federzeichnungen“, lithogr. von J. Binder, mit Text von Joh. Em. Veith (2. Aufl. 1848) und „Der h. Kreuzweg in 14 Stationen“, nach F.’s Fresken gest. von A. Petrak mit Text von Mathäus Terklau (Regensburg 1847–49, Manz, gr. Fol.); – „Triumphzug Christi“, in 11 Blättern (München 1840, Widmayr, qu. Folio). [Vergl. darüber „Kunstblatt“, Beilage zum Morgenblatte 1844, Nr. 54]. Unter den Auszeichnungen, welche dem Künstler zu Theil geworden, nennen wir die Verleihung der goldenen Künstlermedaille von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich (1841) für seinen „Triumphzug Christi“ und die Ernennung zum ordentlichen akademischen Rathe (1845), sowie von der kön. Akademie in München die Ernennung zum Mitgliede.

Libussa. Herausgeg. von Alois Klar in Prag, Jahrg. 1844, S. 319–386: „Joseph Führich. Selbstbiographie.“ – Damen-Zeitung. Ein Morgenblatt für die elegante Welt. Herausg. von C. Spindler. II. Jahrg. (1830) Nr. 13–22: „Auszüge aus den Briefen des Malers Jos. Führich“ [reich an künstlerischen Ideen, von ästhetischem Werthe]. – Histor.-politische Blätter für das katholische Deutschland. XIII. Jahrg. 1844, S. 654. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) IV. Bd. S. 521 [erscheint daselbst als Joseph Führig und heißt sein Geburtsort Kratzau irrig Kragau]. – Müller (Franz), Die Künstler aller Zeiten und Völker (Stuttgart 1857, Ebner und Seubert, Lex. 8°.) II. Bd. S. 128 [charakterisirt den Künstler folgendermaßen: „ In F.’s Werken tritt uns ganz der Tiefsinn, die Größe und Schönheit der religiös kirchlichen Richtung der Malerei unserer Zeit entgegen. Sie zeichnen sich durch den Adel der Gedanken, tiefes Eingehen in die Elemente der katholischen Mystik, den sittlichen Ernst der Auffassung, tüchtige Charakteristik, Reinheit der Formen, die freien und ungezwungenen Bewegungen, die einfache Schönheit der Gewandungen, die edlen und klaren Verhältnisse der Massen und Linien aus. Allein sie theilen auch die Schwächen, an denen diese Kunstrichtung leidet. Die Gestalten haben meistens zu wenig individuelle Beseelung, zu wenig Kraft; es sind fast immer mehr resignirte Dulder, als thatkräftige Personen. Daher jener vorherrschende Ausdruck von Passivität, von gutmüthiger und wohlwollender Mattigkeit; obwohl F. an andern Stellen recht gut zeigt, welch’ reichlichen Fond für eine kräftigere Darstellung, für naive und schöne Auffassung des natürlichen Lebens er in sich trägt. Jedenfalls aber müssen wir F., wenn es richtig ist, [9] daß die Gestalten, welche aus dem Gemüth des wahren Künstlers hervorgegangen sind, wie in einem klaren Spiegel sein Inneres erschauen lassen, bei Betrachtung seiner Werte immerdar in herzlicher Liebe gewogen werden“]. – Perger (A. R. v.), Die Kunstschätze Wiens in Stahlstich nebst erläuterndem Text. Herausgeg. vom östr. Lloyd in Triest (Triest 1854, 4°.) S. 417. – Erinnerungen (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) 1855, S. 121. [daselbst F.’s lithographirtes Porträt]. – Hormayrs Archiv für Geschichte etc. 1825, Nr. 4 u. 8. – Rittersberg, Kapesní slovníček d. i. Taschen-Wörterbuch (Prag 1850, 16°.) I. Bd. S. 463. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann). (Wien 1835) II. Bd. S. 246. – (Brockhaus) Conversat.- Lexikon (10. Auflage) VI. Bd. S. 436 [nennt auch irrig F.’s Geburtsort Kragau]. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) 1843 (II. Jahrg.) S. 306: „Künstlerporträt.“ – 1844 (III. Jhrg.) S. 19: „Künstlerporträte“. – Ebenda S. 22 [Notiz über einige Werke F.’s]. – Ebenda S. 547, 854: „Führichs Kreuzweg“ [die Copirung seines Kreuzweges durch den Maler Kokesch, einen Schüler F.’s betreffend]. – 1845 (IV. Jhrg.) S. 383: „Biographisches.“ – Ebenda S. 611. – 1846 (V. Jahrg.) S. 166. – 1847 (VI. Jahrg.) Kunstblatt, Nr. 5, S. 34 [über die Cartons zum Kreuzwege in den Säulenhallen zu beiden Seiten des Schiffes in der Johanneskirche in der Jägerzeile]. – Correspondant (Pariser Blatt) 1845, Monat April [eröffnet eine Revue moderner deutscher Maler mit Führich und schließt den Artikel, der übrigens ein Auszug aus F.’s Selbstbiographie, mit den unten angeführten Worten Raczyński’s]. – Raczyński (Athanas.), Histoire de l’art moderne en Allemagne [schreibt über Führich das Folgende: „Führich wird mit Recht zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit gezählt. Ausgehend von der Idee, daß die Religion die Mutter der Kunst sei, ist F. immer einfach, aber immer edel und erhaben in der Form und in der Composition seiner Stoffe. Er verschmäht in der Ausführung allen Prunk, allen falschen Schimmer, sein reicher, durchdringender, kraftvoller Geist ergreift die Gegenstände mit solcher Innigkeit des Gefühls und der Phantasie, daß seine Bilder das Herz tief ergreifen, während sie zugleich das Auge wohlthuend berühren“]. – Faust. Herausg. von Auer. Polygr. illustr, Zeitschrift, 1856, Beilage zu Nr. 23: „Die September-Ausstellung des österr. Kunstvereins“ besprochen von Kertbény [bemerkenswerther Beitrag zur Beurtheilung F.’scher Bilder ]. – Porträte. 1) Facsimile der Unterschrift: Joseph Führich mit dem Malerzeichen; dann folgt: geboren zu Tratzau (sic) in Böhmen am 9. Februar 1800. Binder del. A. H. Payne sc. Beilage zu Klars Taschenbuch „Libussa“, kl. 8°.). – Facsimile der Unterschrift : Joseph Führich. Weger u. Singer sc. Beilage zur „Moden-Zeitung“ von Diezmann (Leipzig, 4°.) [auf diesem Bilde trägt F. Brillen].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Führich, Joseph Ritter von [Bd. V, S. 5]. Der Künstler veröffentlichte in letzterer Zeit auch einige Broschüren über Kunst, und zwar eine „Erklärung des Bilder-Zyklus in der neuerbauten Altlerchenfelder Kirche“ (Wien 1861, Mayer) und „Von der Kunst“, mehrere Hefte (ebd. 1867).
    Zeitschrift für bildenden Kunst, herausg von Lützow, 1868, Nr. 8 u. 9: „Jos. Führich“, von Zimmermann. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1867, Nr. 1277 [über F.’s „Bethlehemitischen Weg“]. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1826, S. 783; 1827, S. 105 u. f. – Nebenbei sei hier bemerkt, daß in der Künstler-Biographie: „Johann Fischbach, Landschafts- und Genremaler. Ein Lebensbild von Mayer-Matsies“ (München 1872, Th. Ackermann, 4°.) gleich auf S. 1 unter die Todten der Jahre 1870 und 1871 auch Maler Führich eingereiht wird. Nun, wir können Herrn Mayer-Matsies nach eigenem Augenschein versichern, daß Meister Führich lebt und sich der besten Gesundheit erfreut. [Bd. 26, S. 382.]