BLKÖ:Salm-Reifferscheid, Franz Xaver Altgraf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sallmayer, Hermann
Band: 28 (1874), ab Seite: 120. (Quelle)
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Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt-Krautheim in der Wikipedia
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Salm-Reifferscheid, Franz Xaver Altgraf (Cardinal und Fürstbischof von Gurk, geb. zu Wien 1. Februar 1749, n. A. schon 1748, gest. 19., n. A. 20. April 1822). Von zehn Kindern des Altgrafen Anton S.-R. [s. d. S. 129, Nr. 2] aus dessen Ehe mit Maria Raphaele gebornen Gräfin Rogendorf – nicht, wie es in Dr. Franz Feill’s „Cardinal Salm“, S. 2, steht, von zehn Kindern der Erstgeborne – sondern das vierte Kind. Sein Vater Anton war, wie der Fürst Franz X. Wolf Rosenberg [Bd. XXVII, S. 14], einer der wenigen Lieblinge und bevorzugten Vertrauensmänner des Kaisers Joseph II., ein Umstand, der auf die toleranten Ansichten und das echtpriesterliche Gebaren des nachmaligen Gurker Bischofs, der überdieß der Gesellschafter und Spielgenoß des jugendlichen Thronfolgers war, wohl auch Einfluß geübt haben mochte. Die erste Erziehung und wissenschaftliche Ausbildung erhielt der junge Altgraf im Elternhause, und da er anfänglich nicht für die geistliche Laufbahn bestimmt erschien, wurde er auf Reisen geschickt, auf welchen er Deutschland, Italien, Frankreich und England besuchte. Schon im J. 1767, damals erst 18 Jahre alt, erhielt S. eine Domherrnstelle zu Olmütz und bei Gelegenheit der Krönung Joseph’s II. ein Canonicat zu Salzburg. Sodann wurde er in die für hervorragende Adelsgeschlechter bestimmten Capitel von Cöln und Straßburg als Domicellar eingeführt und darauf von der Kaiserin Maria Theresia zum Auditor rotae am päpstlichen Stuhle ernannt. Am 26. Februar 1775 wurde S., nachdem er die Rechte seiner Erstgeburt an seinen jüngeren Bruder Karl Joseph abgetreten hatte, von Papst Pius VI. in der Peterskirche feierlich zum Priester geweiht – die auf diese Feier geprägten Denkmünzen siehe in den Quellen S. 125 – und erhielt im Jahre 1784 den durch die Berufung Joseph’s Fürsten Auersperg nach Passau erledigten Bischofsitz von Gurk. Die bischöfliche Würde bekleidete S. bis zu seinem Tode, den Feill auf den 17., andere Quellen auf den 19., auch 20. April 1822 ansetzen. Im Jahre 1800 ernannte ihn Papst Pius VII. zum assistirenden Bischofe und Hausprälaten am päpstlichen Stuhle und 1816 wurde er mit dem Cardinalshute ausgezeichnet. In dieser eben nicht sehr wechselvollen Lebenslaufbahn treten aber solche Momente seiner geistlichen, politischen und humanistischen Thätigkeit hervor, daß derselben, wenn auch nur eine skizzenhafte [121] Erwähnung geschehen muß. Als Kirchenfürsten nennt die Geschichte den Altgrafen S. einen ebenso treuen Unterthan als eifrigen Oberhirten, welch ersteres Moment im Hinblicke auf die kirchlichen Wirren der Gegenwart, in welcher der Clerus, weitab von seiner Friedensmission, in vollen Waffen das Banner herrschsüchtiger Parteileidenschaft hochschwingend, auf dem Kampfplatze steht, nicht genug scharf betont werden kann. Altgraf S. trat bei Kaiser Joseph als gerne angehörter Rathgeber und als redlicher Vermittler zwischen dem Landesherrn, dem päpstlichen Stuhle und der Metropole Salzburg häufig auf. Dabei wußte sich S. ebenso das Vertrauen seines Monarchen zu bewahren, wie in persönlicher Beliebtheit beim Papste zu erhalten. Sein Kirchenregiment energisch und doch milde handhabend, war er eine treue Stütze der Kirche und wirkte für die Aufrechthaltung ihrer Satzungen durch unentgeltliche Vertheilung guter katholischer Bücher in Tausenden von Exemplaren und, selbst ein vorzüglicher Kanzelredner, durch Predigten, die er zur Fastenzeit, sowie in der Charwoche regelmäßig mit nicht ermüdendem Eifer hielt. Als im Jahre 1787 anläßlich der neuen Diöcesan-Eintheilung die bischöfliche Residenz, die bis dahin in Straßburg sich befand, nach Klagenfurt versetzt wurde, war S. eifrigst bemüht, das im Jahre 1759 gegründete und bei Einführung des Gratzer General-Seminars aufgehobene Priester-Seminar in Klagenfurt wieder einzuführen, was ihm auch im Jahre 1801 gelang, in welchem die theologischen Studien am Lyceum zu Klagenfurt wieder ihren Anfang nahmen. In diese Zeit fällt auch die Säcularisierung des Domstiftes Gurk, woran S. den wirksamsten Antheil hatte, was ihm aber von päpstlicher Seite übel vermerkt wurde. Schließlich hat er zur Aufrechthaltung der Kirchenzucht alljährlich im Frühlinge und Herbste Kirchenvisitationen vorgenommen und dadurch, wie einer seiner Biographen berichtet: „vielen Nachlässigkeiten im Vollzuge der kaiserlichen und kirchlichen Vorschriften begegnet und die Moralität des Volkes gefördert“. Auch in seiner politischen Haltung während einer bedrängnißreichen Zeitperiode und einer zweimaligen feindlichen Invasion in den Jahren 1805 und 1809 hat sich der Altgraf als echter Staatsmann und unerschütterlicher Patriot bewährt. Als Mitte November 1805 der Feind an der Landesgrenze stand und die Katastrophe von Ulm bereits die letzte Hoffnung vernichtete, erließ S. ein Pastoralschreiben an seine Geistlichkeit, worin er erklärte, in Noth und Gefahr bei den Seinen treu ausharren zu wollen. Als er dann am 27. November den einrückenden Feind in Gemeinschaft mit dem Landrechts-Präsidenten Grafen v. Goës [Bd. V, S. 245, Nr. 6] auf dem neuen Platze in Klagenfurt erwartete, betonte er in seiner Anrede an den feindlichen Commandanten neben der Bereitwilligkeit der Provinz, das Möglichste zu leisten, doch ausdrücklich die Treue der Bewohner gegen den angestammten Herrn, welche männliche Aeußerung der Franzose mit der Versicherung erwiederte, daß er diese Gesinnungen ehre. Seine aufopfernde Haltung in Spendung von Trost und Hilfe in den Feldspitälern von Volano, später in Trient, in welch energischer Weise er dem berühmten Parteiführer, dem Schützen-Major Türck, Schutz gewährte, dieß und noch Anderes lebt noch heute in der Erinnerung der Bewohner Kärnthens, bei denen sein Andenken noch lange [122] nicht erlöschen wird. Die Erhaltung des Völkermarktthores, dessen Vernichtung bei der Sprengung der Festungswerke Klagenfurts eine beschlossene Sache war und welche gegen Erlag von 30.000 fl. Bancozettel ermöglicht wurde, ist zunächst den Bemühungen S.’s zu danken, wodurch ein altehrwürdiges Baudenkmal wenigstens bis zu einer Zeit der Vernichtung entzogen wurde, in welcher dessen Sculpturen an einem entsprechenden Orte in Aufbewahrung genommen werden konnten. Als durch die Drangsale des Krieges das Land in schwere Nothlage gerieth, opferte der Bischof Prätiosen und Kunstwerke, Wagen, Pferde, seine Lieblingsgemälde u. s. w., um durch seine Spenden die einzelnen feindlichen Anführer zur Schonung zu bestimmen. Neue Gelegenheit, ebenso seinen humanen Sinn, wie die Liebe zu dem Lande zu bethätigen, dessen geistlicher Oberhirt er war, bot sich ihm bei den Mißernten der Jahre 1814, 1815 und 1816, bei der Theuerung des Jahres 1817 und anläßlich verschiedener Elementarschäden, von welchen einzelne Gegenden schwer betroffen wurden. Jährlich verwendete er große Summen für die Armen und zur Bestreitung der Arzneien für Kranke in Klagenfurt, ebenso, wenn einzelne Gegenden von großen Ueberschwemmungen heimgesucht wurden, und täglich gab er 12 armen Studenten Freitisch. Ueberdieß war der Fürstbischof nicht nur ein Freund, sondern auch ein Förderer der Wissenschaft und Künste, und liebte es, deren Vertreter bei sich zu versammeln. Männer, wie der Botaniker Wulfen, der Naturforscher Hohenwarth, der Arzt Chrysanth von West, der Mathematiker Appeltauer, der Bergrath Dillinger bildeten seinen stehenden Umgang, der bei einzelnen derselben, wie bei Wulfen, sich bis zur vertraulichen Freundschaft steigerte. Unmittelbaren und nicht geringen Einfluß übte der Fürstbischof auf die Pflege der Geschichte. Mathias Halla wurde von ihm beauftragt, die Geschichte des Bisthums Gurk, welche bereits unter früheren Bischöfen begonnen wurde, fortzusetzen und für die Germania sacra zu beenden. Auch ließ der Bischof das an alten und wichtigen Urkunden so reiche Archiv des Hochstiftes Straßburg ordentlich in Stand setzen, und um es der wissenschaftlichen Benützung zugänglich zu machen, bestellte er an demselben einen eigenen Archivar. Als vornehmlich über sein Andringen in Klagenfurt eine theologische Facultät in’s Leben trat, war S. besorgt, daß neben Vorträgen aus den streng kirchlichen Fächern auch deren über die orientalischen, dem Hebräischen verwandten Sprachen gehalten wurden. Auch die Kunst erfreute sich einer sorgfältigen Pflege von Seite S.’s. Er hatte den Bildhauer Johann Probst, einen Schüler Hagenauer’s, nach Klagenfurt berufen, wo sich mehrere Werke dieses Künstlers befinden; der zu früh verblichene Maler Johann Schäffer von Leonhardshof, dem man das beste Bildniß des Kirchenfürsten verdankt, war aber sein besonderer Schützling und hatte auf dessen Kosten in Italien seine Ausbildung vervollkommnet. Auf Salm’s Kosten wurden von sämmtlichen Pfarr- und Filialkirchen seiner Diöcese Abbildungen angefertigt und überdieß von allen seinen Decanaten Specialkarten ausgeführt. Von den auf seinen Befehl ausgeführten Bauten sind zu erwähnen: das Schloß zu Zwischenwässern, das, schon früher begonnen, unter ihm vollendet wurde, die Zubauten und Verschönerungen am [123] Victringerhause und an der bischöflichen Residenz, endlich der monumentale, mit schönen Gartenanlagen ausgeführte Aufbau des verfallenen ehemaligen Priesterhauses in, Straßburg. In den Sälen seiner bischöflichen Residenz befanden sich mehrere wissenschaftliche und werthvolle Sammlungen, so in dem einen derselben ein an Seltenheiten reiches Naturaliencabinet, in einem anderen eine kostbare Sammlung von Antiken, darunter mehrere hundert Büsten, welche S. selbst in Italien gesammelt, in einem dritten eine lange Reihe von Bildnissen der Bischöfe von Gurk, theils von gleichzeitigen Künstlern, theils Copien nach gleichzeitigen Gemälden. Noch ist eines Umstandes zu gedenken, der in neuerer Zeit, in welcher die berühmten Höhenersteiger Ruthner und Sonnklar die Aera der Bergersteigungen inaugurirt haben, öfter erwähnt wird, nämlich der durch den Bischof Salm ausgeführten ersten Ersteigung des Großglockners. Am 19. August 1799 brach nämlich S. mit Hohenwarth, Wulfen, Bergrath Dillinger und einem Gefolge im Ganzen von 26 Personen von Heiligenblut nach der Leiteralm auf, wo er hart am Rande des Gletschers, auf dem nach ihm Salmshöhe benannten Puncte, mit großen Kosten eine Hütte hatte erbauen lassen. Am 25. August ward die erste der beiden Glocknerspitzen – auch der Kleinglockner genannt – von Hohenwart und anderen Führern erstiegen. Ein eisernes, zum Theile vergoldetes, sechs Fuß hohes Kreuz wurde auf der erklommenen Spitze aufgerichtet. Am 28. Juli 1800 veranstaltete der Fürst eine zweite Ersteigung, an welcher sich der berühmte Botaniker Hoppe aus Regensburg, der Professor der Mathematik Schiegg aus Salzburg, Doctor Schallhammer und mehrere andere Naturforscher betheiligt hatten. Dießmal wurde auch die zweite, höhere Spitze erreicht. Mit beiden Ersteigungen hatte man genaue physikalische Untersuchungen, barometrische und thermometrische Messungen verbunden und bildeten dieselben zu jener Zeit und mit Recht das Ereigniß des Tages, das in einer eigenen Denkmünze [s. d. Medaillen S. 125] der Nachwelt in Erinnerung bewahrt wurde. Er selbst unternahm noch in den Jahren 1802, 1806, bei welcher sich ihm seine Schwester, die Gräfin Kageneck, anschloß, und vier Jahre vor seinem Tode, 1818, wiederholte Ersteigungen. Auch nach einer anderen, leider öfter von Mißerfolgen beeinträchtigten Richtung war Fürstbischof Salm thätig. Im Jahre 1793 ließ S. bei dem Rad- und Hammerwerke St. Salvador eine großartige Holzschwemme errichten; dann ließ er zur größeren Kohlenersparung die Hochöfen zu Härrt und St. Salvador umbauen, die billigere und praktischere italienische Kohlungsmanipulation mit stehenden kegelförmigen Meilern einführen, welche sich von da nach Steiermark und nach Ungarn verpflanzte. Noch sonst war er auf Verbesserungen im Grubenbaue und in der Erzgewinnung bedacht, die bischöflichen Eisenwerke konnten aber durch die Concurrenz des englischen, schwedischen und russischen Eisens trotz aller Bestrebungen nicht aufkommen, die von dem Bischöfe in Klagenfurt und Triest errichteten Eisenhandlungen erwiesen sich als nicht rentabel, und durch diese wie andere mißgünstige Erfolge gestalteten sich die Vermögensverhältnisse des Cardinals immer ungünstiger, so daß schließlich im Jahre 1821 die Katastrophe der Güterabtretung nicht mehr zu vermeiden war. Durch diese finanzielle Krisis [124] wurden seine prachtvollen Einrichtungsstücke, seine Gemälde und Sammlungen um einen Spottpreis veräußert und in alle Welt zerstreut. Mit welcher Rücksichtslosigkeit bei dieser Gelegenheit gegen den Cardinal verfahren wurde, davon gibt Feill in seiner Monographie interessante Nachrichten. Auch berichtet Feill, daß neben den erwähnten Mißerfolgen auch die großen Wohlthaten, welche der Cardinal, der es liebte, im Stillen Gutes zu thun, mit die traurige Katastrophe herbeiführen halfen. So waren denn die letzten Lebensjahre für den Cardinal Jahre schwerer Prüfungen und mannigfacher Entsagungen, welche er jedoch ohne Murren ertrug. Während eines Aufenthaltes in Wien im Jahre 1820 wurde S. im Februar zum ersten Male vom Schlage berührt, erholte sich doch bald wieder; am 17. April des folgenden Jahres wiederholte sich der Schlaganfall und endete zwei Tage später sein Leben. Sein letzter Klagelaut galt seinen „armen Leuten“. Allgemein und tief war die Trauer um seinen Tod. Seine irdische Hülle wurde unter zahlreicher Begleitung nach Straßburg, der Gruft der Bischöfe von Gurk, gebracht, daselbst, so berichtet Hormayr’s „Archiv“, riß das Volk, vor Schmerz überwältigt, den Sarg auf, um den todten Oberhirten noch einmal zu küssen. Der Fürst hat sich durch seine im Vorstehenden ganz objectiv geschilderte vielseitige Thätigkeit ein Anrecht auf bleibende Erinnerung erworben, und daß eines solchen Mannes Wetzer und Weltes’ „Kirchen-Lexikon“. die „Oesterreichische National-Encyklopädie“, Brockhaus’, Pierer’s, Meyer’s Conversations-Lexika nicht gedenken, ist, gelinde gesagt, befremdend. Eines Mannes, so edel als Mensch, so würdig als Priester, eines Priesters nicht blos der Staatskirche, sondern der Weltkirche, des Humanismus, dieses echten Apostels der Menschenliebe, sollten Werke, welche uns Nachrichten geben über denkwürdige Menschen aller Zeiten und Völker, denn doch gedenken.

Feill (Franz Dr.), Cardinal Salm und seine Friedenswerke. Ein Beitrag zur Geschichte Kärnthens (Gratz 1872, Leuschner u. Lubensky, gr. 8°., 80 S.). – Carinthia (Unterhaltungs-Beilage zur Klagenfurter Zeitung, 4°.) 45. Jahrg. (1855), Nr. 28: „Vaterländische Reminiszenzen“; 46. Jahrg. (1856), Nr. 19: „Zur Kärnthner-Chronik“; 47. Jahrg. (1857), Nr. 42: „Lebensbilder aus der Vergangenheit“; 48. Jahrg. (1858), Nr. 6 u. Nr. 50; 50. Jahrg. (1860), Nr. 1; 51. Jahrg. (1861), Nr. 26: „Fürst Salm und sein Hof“ [diese „Lebensbilder aus der Vergangenheit“, deren Verfasser der Geschichtsforscher und Domherr Hermann ist, sind in der vom Vereine gemeinnütziger Druckschriften herausgegebenen Volksschrift: „Die Abendstunden“ (Wien, kl. 8°.) Jahrg. 1862, Heft 4, S. 17; Heft 5, S. 98, u. Heft 6, S. 17; dann Jahrg. 1863, Heft 4, S. 48. u. Heft 5, S. 28, wieder abgedruckt]. – Ehrentempel der katholischen Geistlichen u. s. w. (Wien 1845, Joh. Dirnböck, 8°.) S. 179. – (Hormayr’s) Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, J. Strauß, 4°.) XIII. Jahrg. (1822), Nr. 81 u. 82: „Franz X. Altgraf und Fürst zu Salm-Reifferscheid, Cardinalbischof zu Gurk“. – Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 198, im Feuilleton: „Die Glocknerfahrten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts“, von A. Egger. – Leardi (Peter), Reihe aller bisherigen Erzbischöfe zu Salzburg, wie auch der Bischöfe zu Gurk u. s. w. (Gratz 1818, A. Tusch, 8°.) S. 89. – Neues Wiener Tagblatt 1871, Nr. 181, im Feuilleton [über das dem Cardinal zu Ehren errichtete, in Klagenfurt befindliche Denkmal]. – Wiener Zeitung 1860, Nr. 259 [über die von dem Cardinal Salm errichtete Glocknerhütte].
Porträt. Unterschrift: Franc. Xav. S. R. E. cardinalis Salm | Reifferscheid Krautheim, S. R. J. princeps | Episcopus Gurcensis in Carintia, | Episcopus ab anno 1784, cardinalis factus | 1816, 23. Sept. Unter dem ovalen Bildnißrande: Ritter v. Scheffer fec. (sehr selten). [Dieses ist das einzige [125] mir bekannte Porträt des Cardinals in Lithographie und nach einem Gemälde des berühmten, leider zu früh verewigten Malers Schäffer von Leonhardshof gearbeitet.] Sonst sind noch mehrere Bildnisse in Oel vorhanden, so eines in der fürstbischöflichen Residenz zu Klagenfurt, von Barb. Krafft; im historischen Vereine zu Klagenfurt eines von der vorgenannten Künstlerin, das in der Gewandung von Schäffer v. Leonhardshof übermalt wurde [Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie. herausg. vom historischen Vereine für Kärnthen, 1858, Heft IV, S. 150]; ein zweites von Joseph Hauser; eines besaß der langjährige Redacteur der Klagenfurter Zeitung, Simon Martin Mayer, nach einem im Ursulinerkloster zu Klagenfurt befindlichen Originale Kruziger’s von Schreibern copirt. Ein Bildniß des Cardinals von einem unbekannten Maler befindet sich im Pfarrhause zu St. Jacob im Oberrosenthale.
Büsten. Es sind zwei Marmorbüsten des Cardinals, aber leider nicht der oder die Meister, aus dessen oder deren Hand sie hervorgegangen, bekannt; eine Büste befindet sich im historischen Vereine zu Klagenfurt; die zweite im Besitze des Herrn Hock, auf seinem Schlößchen Töltschach.
Denkmal. Ein zum Andenken an den Preßburger Frieden von dem Cardinal Salm errichtetes Denkmal stellt sich heute viel passender als ein dem Andenken Salm’s selbst gewidmetes Monument dar. Es ist ein Obelisk von 63 Fuß Höhe aus Salzburger Marmor, von dem Bildhauer Johann Probst ausgeführt. Die Beischaffung des Materials geschah auf Kosten des Cardinals, die Zurichtung und Aufstellung übernahmen die Stände. Das Denkmal steht auf dem zur Erinnerung an Salm genannten „Fürsten“-, später „Cardinalsplatze“ in Klagenfurt. Der Obelisk trägt folgende Inschriften. Ostseite: Ihrem fürstlichen Oberhirten Franz | Dem Edelgesinnten, Guten, Freigebigen | Geben Stände und Bürger | Der Verdienste wegen für’s Vaterland | Den offenen Beweis ihres Dankes hin. Nordseite: Ut Procerum ac Civium Postulationi | Acquiesceret | Obeliscum | E Marmoreis Salisburgi Rupibus | Desectum | Aedibus suis Denegavit | Ac ultro lubensque poni jussit | Id. Jul. M.D.CCC.VI. Westseite (bereits ziemlich verwischt): Des Friedens Jubel trug sich schon empor | Des Gebers Majestät seh’ ich nun selbst | So schwing sein hoher Name auch | Sich mit der Göttergab’ zum Himmel auf. | Am 24. September 1807. Südseite: Der Stände Wunsch | Und dem der Bürger zu entsprechen | Gab diesen Stein | Den Marmorbrüchen Salzburgs abgezwungen | Den Fürstenhof zu zieren | Franziskus Fürst | Des Gurker Bisthums Hirt | Willfährig hin | Um diesen Platz zu schmücken. Johann Probst fecit.
Medaillen. Anläßlich der Consecration des Fürsten Salm zum Bischof von Gurk sind zwei Medaillen von J. Donner vorhanden, welche der Fürst selber in Gold und Silber schlagen ließ. 1) Avers: Franc. d. g. ep. gurc. antiq. com. de Salm-Reifferscheid. Brustbild l. s. mit Calotte, Kreuz, Orden; unten: J. Donner f. Revers: A Pio VI. Pon. max. | an. ivb. MDCCLXXV pon. I. | tres ordines sacros | suscipit | a. Josepho II. augusto | Roman ad rotae tribunal | mittitur | MDCCLXXIX | inde ad sedem gurcens. | vocatur | MDCCLXXXIV. – 2) Die zweite Medaille gleicht in der Aversseite der vorigen; unten steht: J. Donner f. Revers: Ne tanti periret memoria boni. Unten: Pius VI. p. m. a. MDCCLXXV. XXV. aug. | F. Xa. antiq. c. Salm. Reifferscheid | quem sub et diac. ord. | sacerd. inungit. Die Bischofsweihe. – 3) Avers. Gleich wie beiden vorigen Medaillen; unten: J. Harnisch f. Revers: Philologis über der Ansicht des Großglockner. Unten: Glockner in Carinthia | primus conscendit | d. 25. Aug. 1799. Diese Denkmünze wurde anläßlich der ersten, durch den Fürstbischof Salm bewerkstelligten Glocknerbesteigung geprägt.
Münzen. Das Geschlecht der Salm war münzberechtigt in Preußen, Provinz Niederrhein, als Wild- und Rheingrafen, als Salm-Kyrburg u. s. w. Es sind von ihnen Goldmünzen, Thaler, halbe Thaler, Viertel-Thaler, Jetons, Zwanziger und Stüber vorhanden. Der Cardinal und Gurker Fürstbischof Franz Xaver schlug im Jahre 1801 Thaler, im Jahre 1806 Ducaten und Zwanziger auf besondere Genehmigung des Kaisers, da er als Bischof von Gurk kein Münzrecht besaß. Seine Münzen zählt Jos. Bergmann auf in den Wiener Jahrbüchern der Literatur, Bd. 101, Anzeigeblatt S. 11. Vergleiche auch Dr. Franz Feill: „Cardinal Salm und seine Friedenswerke“, S. 32 u. 33, in der Anmerkung.