BLKÖ:Teuffenbach, Sigmund

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Teuffenbach, Sophie
Band: 44 (1882), ab Seite: 80. (Quelle)
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56. Sigmund oder eigentlich Wolfgang Sigmund (gest. 1673), von der Linie Teuffenbach-Mayrhofen, ein Sohn des berühmten Christoph und der Bruder Rudolphs und Friedrichs, über welche unter Nr. 14, 53 und [81] 24 Näheres berichtet wurde. Während der Vater und die beiden Brüder im Waffendienste – Christoph und Rudolph in rühmlichster Weise, Friedrich als Führer der gegen den Kaiser rebellirenden Böhmen und Mährer – thätig waren, zog Sigmund es vor, auf friedlicheren Bahnen zu wandeln, wurde aber doch wegen Theilnahme an der Revolution verurtheilt, aber begnadigt, wies indeß laut Khevenhiller’s Annalen die Begnadigung zurück, weil er sich für unschuldig hielt. Er war des Vaters Nachfolger im Besitze von Dürnholz. Von Haus aus ein reicher Mann, lieh er im Jahre 1601 dem Kaiser Rudolph II. gegen Verbürgung der Städte Hradisch, Neustadt, Schönberg, Titschein und Thaya 30.000 Thaler und im Verein mit seinen Brüdern gegen Verbürgung der Städte Brünn, Olmütz, Iglau und Znaim 200.000 Gulden, während er von Katharina Mezericka von Lomnitz um 220.000 Gulden die mährischen Herrschaften und Güter Jamnitz, Jarmeritz, Ratiborzitz, Groß-Niemtschitz, Eichhorn und Ričan kaufte, dieselben zwischen 1612–1618 wieder folgeweise veräußernd, und im letztgenannten Jahre das Städtchen Unter-Dannowitz und das Dorf Bratelsbrünn, sowie den Zapfenteich (Wrkocz) zu Dürnholz käuflich an sich brachte. Uebrigens mochte Sigmund, wenn er auch nicht gerade in den Reihen der Rebellen mitfocht, sich doch von der Rebellion selbst nicht ganz fern gehalten haben, denn als auf dem mährischen Landtage im Jahre 1630 die Bürgschaft zur Sprache kam, welche er zu Zeiten des Aufstande für Schulden der mährischen Stände geleistet hatte, bekannten sich dieselben zu keiner solchen, während desselben gemachten Schuld, sondern ersuchten den Landeshauptmann Dietrichstein, bei den Landrechten, wohin der Kaiser die Sachen verwiesen hatte, ihre Vertretung zu übernehmen. Sigmund war mit Bohunka Freiin von Zierotin verwitweten Hinko von Wrbna, der Tochter des hochberühmten mährischen Landeshauptmanns Karl Freiherrn von Zierotin vermält, doch entsproßten dieser Ehe keine Kinder. –