BLKÖ:Thurn-Valsassina, Anton Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thurn-Taxis-Bordogna
Band: 45 (1882), ab Seite: 93. (Quelle)
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Thurn-Valsassina, Anton Graf (Ritter des goldenen Vließes, geb. am 19. September 1723, gest. zu Holleschau 25. Jänner 1806). Ein Sohn des 1732 gestorbenen Grafen Johann Sigismund von der Bleiburger Linie aus dessen Ehe mit Eleonore geborenen Gräfin Oettingen-Wallerstein. Für den Soldatenstand vorgebildet, trat er jung in die kaiserliche Armee, wurde Rittmeister bei Erzherzog Ferdinand-Kürassieren, 1759 Major und Flügeladjutant bei dem Feldmarschall Grafen Daun, 1760 Oberstlieutenant bei Kalkreuth-Kürassieren; dann in gleicher Eigenschaft zu Prinz Albert von Sachsen-Kürassieren übersetzt, rückte er 1761 zum Obersten derselben auf. Mit seinem Regimente kämpfte er im Feldzuge 1763, mit welchem der siebenjährige Krieg endete. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er 1764 geheimer Rath und Ajo des kaiserlichen Prinzen Erzherzog Leopold, 1765 Generalmajor, 1766 Capitän der Nobelgarde in Toscana, 1767 Feldmarschall-Lieutenant und nach seines Bruders [94] des Grafen Franz vorschnellem Tode [siehe diesen S. 116] Obersthofmeister des Erz- und Großherzogs Leopold, und als dieser 1790 den Kaiserthron bestiege blieb er in gleicher Eigenschaft bei der Kaiserin Maria Louise. Im Jahre 1773 wurde er zum Inhaber des ehemals Kleinholt’schen Kürassier-Regiments und nach Auflösung desselben zu dem des bisher Butler’schen Infanterie-Regiments Nr. 43 ernannt. Mit Handbillet vom 20. November 1782 verlieh ihm Kaiser Joseph II. den Orden des goldenen Vließes und gleichfalls mit Handbillet, vom 28. April 1792, ernannte ihn Kaiser Franz II. zum Feldzeugmeister. Nach dem Tode der Kaiserin Maria Louise trat der Graf am 21. Mai 1792 mit vollem Gehalt in den Ruhestand. In den hohen Vertrauensstellungen, welche er von der Zeit her inne hatte, als er zum Obersten bei Prinz Albert von Sachsen-Kürassieren avancirte, liegt seine nicht geringe persönliche Bedeutung. Als Oberst kam er mit dem Inhaber seines Regiments, dem Herzoge von Sachsen-Teschen in nähere Berührung. Die Briefe, welche von der Hand desselben geschrieben, sich im Bleiburger Archive befinden, bezeugen die Freundschaft, die der Fürst für den Grafen Anton wie dessen Bruder Franz empfand, und den Antheil, welchen der Graf hatte an der glücklichen Bewerkstelligung der auf mehrere Jahre verschobenen Verbindung des Herzogs mit der Erzherzogin Maria Christine. Von nicht geringerer Bedeutung erwies er sich in seiner Stellung als Obersthofmeister des Erz- und Großherzogs Leopold, in welcher er sich des vollen Vertrauens der Kaiserin erfreute. Auch in dieser Richtung birgt das Bleiburger Archiv einen kostbaren Schatz, nämlich außer einer Anzahl von Briefen des Erzherzogs Ferdinand, nachmaligen General-Capitäns der Lombardie, und des Erzherzogs Maximilian, späteren Kurfürsten von Cöln, nicht weniger denn 392 eigenhändige Briefe und Billets Leopolds und seiner Gemalin. Graf Anton, sein ganzes Leben hindurch ein Wohlthäter seiner Familie, hatte seine Güter an seinen ältesten Bruder Franz abgetreten und vermälte sich am 12. Mai 1767 mit dessen Wittwe Gabriele geborenen Freiin von Reischach, doch blieb diese Ehe kinderlos. Auf seinen im hohen Alter von 83 Jahren erfolgten Tod erschien eine treffliche lateinische Elegie ohne Angabe des Autors, in welchem Einige den gelehrten Grafen d’Elci [Bd. III, S. 212], der eine Gräfin Sinzendorf, verwitwete Thurn-Valsassina zur Frau hatte, Andere den classisch gebildeten Birkenstock [Bd. I, S. 406] vermutheten.

(Major Stramberg). Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, welcher die wichtigsten und angenehmsten geographischen, historischen und politischen Merkwürdigkeiten des ganzen Rheinstroms u. s. w. darstellt. Von einem Nachforscher in historischen Dingen (Coblenz 1867, R. F. Haupt, gr. 8°.). „Mittelrhein“. Der III. Abthg. XIII. Bd. [mit besonderem Titel: Das Rheinufer von Coblenz bis Bonn, XIII. Bd.] S. 727.