BLKÖ:Winter, Peter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 57 (1889), ab Seite: 80. (Quelle)
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8. Peter von Winter (geb. zu Mannheim 1755[WS 1], gest. zu München 17. October 1825). Im Kaiserstaate weder geboren noch gestorben, steht er doch zu demselben in mehrfacher Beziehung, so daß seiner an dieser Stelle Erwähnung geschehen muß. Winter zeigte früh Neigung und Talent zur Tonkunst, wurde Schüler des berühmten Abbé Vogler, von dessen Unterricht er aber, wie er selbst gestand, wenig Nutzen zog. Noch sehr jung, ward er bei der kurfürstlichen Capelle in Mannheim angestellt und hatte bereits Opern zu componiren angefangen, von denen einige auch beifällig aufgenommen wurden; aber auf die rechte Fährte gelangte er erst, als er 1773 nach Wien kam, wo er den berühmten Antonio Salieri [Bd. XXVIII, S. 97] kennen lernte, der ihm freundliche fördernde Theilnahme entgegenbrachte, so daß Winter selbst erklärte, daß er all sein musicalisches Wissen Salieri verdanke. Einen zweiten Besuch Wiens, den er nun machte, in der Absicht, einige von ihm componirte Ballete zur Aufführung zu bringen, verlängerte er bis 1796 und schrieb während seines Aufenthaltes daselbst die Oper „Das Labyrinth“, Text von Schikaneder, als zweiter Theil der „Zauberflöte“ angekündigt; „Die Pyramiden von Babylon“, Text gleichfalls von Schikaneder, mit Mederitsch-Gallus [Bd. XVII, S. 242] gemeinschaftlich componirt, und „Das unterbrochene Opferfest“. Text von Huber, eben jenes Tonwerk, das am meisten dazu beigetragen, Winter’s Ruhm zu verbreiten, und sich, während seine anderen Tonschöpfungen vergessen in den Repositorien der Musikarchive ruhen, bis zum heutigen Tage auf der Bühne erhalten hat. Von Wien machte er einen Abstecher nach Prag, wo er die Oper „Ogus od il Trionfo del bei sesso“ schrieb und zur Aufführung brachte. Nach Einigen soll er während seines Wiener Aufenthaltes noch einige Opern, darunter „Ariana“ und „Elisa“ componirt haben, doch fehlen darüber sichere Angaben. In Wien erfreute er sich auch der besonderen Huld der Kaiserin Maria Theresia, zweiten[WS 2] Gemalin des Kaisers Franz I., [81] in deren Auftrag er die Oper „Colmal“ schrieb. Aber mit der Aufführung dieses Werkes zögerte er solange, daß die Kaiserin, welche am 13. April 1807 starb, dieselbe nicht mehr erlebte. Im Obigen bestehen Winter’s nicht unerhebliche Beziehungen zu Oesterreich, welches durch die in Wien geschaffene Oper „Das unterbrochene Opferfest“ die Wiege seines Ruhmes geworden. In München, wo er lange Jahre die Stelle eines Capellmeisters der Hofoper bekleidete, nahm er mit der Oper „Der Sänger und der Schneider“, die am 2. Juli 1820 zur Aufführung gelangte, von der Bühne Abschied, blieb aber als Componist für Capelle und Kirche noch ferner thätig. Im März 1814 feierte er in München sein 50jähriges Dienstjubiläum, welches er noch um eilf Jahre überlebte. Ueber sein weiteres inhaltreiches Leben und unermüdliches Schaffen geben die Quellen Aufschluß. [Arnold (Ign. Ferd.). P. Winter’s kurze Biographie und ästhetische Darstellung seiner Werke (Erfurt 1810, 8°.). Die Musiklexika von Gerber, Gaßner, Bernsdorf-Schladebach, Riemann, Bremer. – Porträts. 1) Unterschrift: „Peter von Winter“. Medaillonbildniß, am unteren Rande: H. E. von Wintter del. 1815 (kl. Fol.), sehr selten. 2) Unterschrift: „P. von Winter“. A. Hirnschrot del., R. Rahn sc. (4°.).] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach anderen 1754.
  2. Vorlage: dritten.