BLKÖ:Winterberger, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Winterberg
Band: 57 (1889), ab Seite: 81. (Quelle)
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Winterberger, Alexander (Pianist und Compositeur, geb. um 1834). Ueber seinen Bildungsgang wissen wir nur wenig, nämlich, daß er ein Schüler Liszt’s, dem er auch ähnlich sah, und den er in den Manieren bis auf das „wie er sich räuspert und wie er spuckt“ nachahmte, und ein Zögling des Leipziger Conservatoriums war. Schon 1858 treffen wir den tüchtigen Pianisten in Wien, wo er seitdem bis in die Siebenziger-Jahre sich – mit Ausnahme mehrerer Kunstreisen – vornehmlich aufgehalten [82] hat. Sein Auftreten in Wien im Jahre 1858 wurde von der damals in Musikkreisen daselbst als unbefangen und fachkundig allgemein geachteten (Fürst Czartoryski’schen) „Monatschrift für Theater und Musik“ freudigst begrüßt, welche von dem sehr jungen Künstler berichtet, daß er als Pianist und Orgelspieler bereits ein bedeutendes Renommée besitze, und daß sein Streben durchaus auf das Edelste in der Kunst hingerichtet sei, mit welchem Urtheil auch der berühmte Musikkritiker Dr. Ed. Hanslick übereinstimmt. Der Künstler eröffnete damals die bis dahin nicht gepflegten Triosoiréen, welche er in Gemeinschaft mit Käßmeier und Röver ausführte. Auch in den folgenden Jahren förderte er durch öftere Cyklen von musicalischen Soiréen die Wiener Kammermusik und erntete namentlich durch den gediegenen Vortrag Beethoven’scher und Schumann’scher Compositionen reichen Beifall. Aber dann verschwand er auf längere Zeit, lebte zurückgezogen und tauchte wieder auf, als es 1869 verlautete, er habe als Nachfolger Dreyschock’s einen Ruf an das Conservatorium in St. Petersburg angenommen. Von dort kehrte er nach einigen Jahren nach Deutschland zurück und soll zur Zeit in Leipzig seinen bleibenden Aufenthalt genommen haben. Wir suchen den Namen dieses bedeutenden Künstlers in musicalisch-biographischen Werken vergeblich. Als Componist – doch nicht mit so durchschlagendem Erfolge wie als Pianist – gleichfalls thätig, hat Winterberger bereits zahlreiche Claviercompsitionen veröffentlicht, die längst das halbe Hundert übersteigen, da seine deutschen und slavischen Duette die Opuszahlen 59, 66, 68 tragen. Von seinen in Wien verlegten Compositionen sind uns bekannt: „Drei Gesänge“ Op. 13: „Klosterlied“ von Lingg, „Der träumende See“ von Mosen und „Frühlingsglaube“ von Uhland (Wien 1865, Spina); – „Zehn Gesänge, für Alt, Mezzosopran, Bass oder Bariton mit Begleitung des Piano“ Op. 11, Compositionen zu Gedichten von Byron, Heine, Lenau, Puschkin und Uhland; – „Zwölf Gesänge“ Op. 18 Wien 1870, Gotthard), Compositionen zu Gedichten von Isaias Tegner, Lenau, Lingg, Milnes, Prutz, Lermontoff u. A.

Monatschrift für Theater und Musik. Herausgeber Joseph Klemm (in Wirklichkeit die beiden Fürsten Czartoryski) (Wien, 4°.) IV. Jahrgang, 1858. S. 114, 167; 1862, S. 207. – Hanslick (Ed). Aus dem Concertsaal (Wien 1870, gr. 8°.) S. 167. – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1863, Nr. 313. – Neue Freie Presse (Wien 1869) Nr. 1793.