RE:Asklepiades 43

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1633–1634
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43) Asklepiades ὁ νεώτερος (zum Unterschiede von seinem berühmten Namensvetter aus Bithynien) oder ὁ Φαρμακίων (wegen seiner Verdienste um die Arzneimittellehre, Gal. XIII 441), Arzt aus dem Ende des 1. Jhdts. n. Chr., da er den [1634] Andromachos (Gal. XIII 53) und Dioskurides (Gal. XIII 51) benützt und schon von Archigenes (unter Traian) citiert wird (Alex. von Tralles I 567 P.). Er verfasste ein umfängliches Werk über die äusserlich und innerlich anzuwendenden Arzneien in zehn Büchern (Gal. XIII 441), von denen die fünf ersten die äusserlichen Mittel (τὰ ἐκτός sc. φάρμακα) unter dem Titel Μαρκέλλας, die fünf letzten die innerlichen Mittel (τὰ ἐντός) unter dem Titel Μνάσων behandelten (Gal. XIII 442). Zu jedem Mittel pflegte er seine Bezeichnung, den Namen des Erfinders bezw. seiner Quelle, in vielen Fällen auch die Art der Zubereitung, bei einigen Mitteln auch die Art seiner Verwendung hinzuzufügen (Gal. XIII 441f. 447f.). Er gehört zusammen mit Heras, Andromachos, Kriton, Archigenes zu den Hauptquellen des Galen für seine Arzneimittellehre und ist für die Geschichte der Medicin deshalb von Bedeutung, weil er uns eine grosse Anzahl von Recepten der Ärzte aus der ersten Kaiserzeit erhalten hat. In der Angabe der einzelnen Bestandteile seiner Heilmittel wich er nicht selten von seinen Vorgängern wie Andromachos und Heras ab, worüber uns Galen genaue Aufzeichnungen erhalten hat (vgl. Gal. XIII 818 u. ö.). Ausserdem verfasste er θηριακά und γυναικεῖα (Gal. XIII 441). Zu den von ihm benützten Ärzten gehörten ausser Andromachos und Dioskurides Antonius Musa (Gal. XIII 47), Scribonius Largus (Gal. XIII 51), Magnus, ein Schüler des Pneumatikers Athenaios (Gal. XII 829), Agathinus, ebenfalls ein Schüler des Athenaios (XIII 830), Charixenes (XIII 48), Lysias (XIII 49), Nikeratos (XIII 98), Aristarch (XIII 108), Philippos von Tralles (XIII 105), Charikles (XIII 109), Themison, der Begründer der methodischen Schule (XIII 158), Mantias (XIII 162), Marcus Gallus (XIII 179), Areios Asklepiadeios (XIII 182), Chrysermos (XIII 243), Archelaos (XIII 312), Herakleides von Tarent (XIII 328), Andreas (XIII 343), Antipater (XIII 348), Pamphilos (XIII 447), Moschion (XIII 528) u.s.w.; vgl. Sprengel Gesch. d. Arzneikunde II³ 75.