RE:Brogitarus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 887
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Brogitarus, Galater (Gallograecus), Schwiegersohn des Königs Deiotarus; P. Clodius verkaufte ihm während seines Volkstribunates (im J. 58) für schweres Geld (grandi pecunia) das Priestertum der Mater Magna zu Pessinus und den Königstitel; beides liess er ihm lege tribunicia durch das Volk verleihen, Cic. p. Sest. 56; har. resp. 28–29, erwähnt auch de dom. 129; ad Q. fr. II 7, 2.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S VII (1940), Sp. [S_VII 82]–[S_VII 83]
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Zu S. 887 Art. Brogitarus:

Neues Material ergeben zwei Inschriften und eine Münze. Von jenen ist eine am Hermos gefunden (Bull. d. Inst. 1873, 225 = Syll. or. 349) und lautet ὁ δῆμος Βρογίταρον Δηϊοτάρου Γαλατῶν Τρόκμων τετράρχην ἀρετῆς ἕνεκεν καὶ εὐνοίας τῆς εἰς ἑαυτόν. Die andere stammt aus dem Didymeion Haussoullier Études sur l’histoire de Milet [1902] 210): ἄλλαι δύο (φιάλαι) ἐπιγραφὴν ἔχουσαι ῾Βρογίταρος Δηϊοτάρου Γαλατῶν Τρόκμων τετράρχης καὶ ἀδελφὴ αὐτοῦ Ἀβαδογιώνα Ἀπόλλωνι Διδυμεῖ᾿. Daraus ergibt sich, daß auch sein Vater Deiotarus hieß (Nr. 1) und seine Schwester die Adobogiona war, die auf einer lesbischen Inschrift (Syll. or. 348) und bei Strab. XIII 625 vorkommt (die verderbte Stelle hat G. Hirschfeld Herm. XIV 474 in Ordnung gebracht). Daß ihr Name in verschiedener Schreibung erscheint (vgl. Adbugiouna Inschr. aus Poetovio Arch. epigr. Mitt. XV 125), ist bei seiner keltischen Herkunft nicht verwunderlich. Sie war eine Nebenfrau des berühmten Mithridates, Gattin eines Pergameners Menodotos, und Mutter von Mithridates Nr. 15.

Während B. auf beiden Inschriften Tetrarch heißt (s. Bd. V A S. 1091), trägt die einzige von ihm erhaltene Münze die Aufschrift Βροτιγάρου βασιλέως φιλορωμαίου (Mionnet IV 405. Suppl. VII pl. XIII 3), die Zahl ς und ein von Th. Reinach Rev. Numism. 1891, 385 als ΤΑΥ entziffertes Monogramm, das auf Tavium (s. d.) als Münzstätte weist. Den Königstitel verdankte er P. Clodius; da er vom J. 58 datiert, so stammt die Münze aus J. 53/52. Nun erfahren [83] wir durch Strab. XII 567, daß ihm Pompeius nach Niederwerfung des Mithridates das Gebiet der Trokmoi mit der Festung Mithridation (s. d.) verlieh (vgl. die Inschr.); Adcock Journ. Rom. Stud. XXVII (1937) 16 vermutet, daß er ihm auch Kleinarmenien gab. Über Streitigkeiten mit seinem Schwiegervater s. o. Bd. IV S. 2401, 68. Im Frühjahr 51 lebte er nicht mehr; in Ciceros Briefen aus Kilikien ist nicht mehr die Rede von ihm. Vgl. Bd. VII S. 548.