Über die Träume/Inhalt

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Über die Träume
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[165]
Inhaltsübersicht.
Erstes Buch.

Einleitung: Anknüpfung an ein vorausgehendes, nicht erhaltenes Buch, in dem die Träume behandelt wurden, die Gott aus eigener Initiative unmittelbar schickt. In diesem Buche soll die zweite Art dargestellt werden, deren Wesen darin besteht, daß der menschliche Geist in Ekstase gerät und sich zu Gott aufschwingt. §§ 1–2.

A. Jakobs Traum von der Himmelsleiter: 1 Mos. 28, 10–22, §§ 3–188.

I. Vorbereitung zur Traumekstase, gemeint mit den Worten 1 Mos. 28, 10–11, die vom Brunnen des Eides, vom Auszug nach Haran und von dem Orte handeln, an dem Jakob einschläft, sobald die Sonne untergegangen ist. §§ 4–132.
1. Was ist der Brunnen des Eides? §§ 6–40.
a) Das Symbol der Erkenntnis, die tief und grenzenlos ist. §§ 6–12 .
b) Das Symbol des vierten Teils des Makrokosmos, des Himmels, und des vierten Teiles des Mikrokosmos, des menschlichen Geistes, die beide unverkennbar sind und beide zum Lobpreis Gottes dienen. §§ 13–40.
2. Was ist Haran und warum kommt Jakob nach dem Verlassen des Brunnens dorthin. §§ 41–60?
a) Haran bezeichnet die Sinne des Körpers, zu denen der Mensch seine Zuflucht nimmt, wenn er den Geist und das Denken aufgegeben hat. §§ 41–44.
b) Jakob weilt dort jedoch nur kurze Zeit, § 45, ebenso wie Abraham, §§ 46–47, im Gegensatz zu Tharah, der dort lange blieb um der Selbsterkenntnis willen, §§ 48–58, die die Vorbedingung der Gotteserkenntnis ist. §§ 59–60.
3. Was ist der Ort, dem er begegnete. §§ 61–71?
a) Unter „Ort“ überhaupt ist erstens der vom Körper erfüllte Raum, zweitens der Logos und drittens Gott selbst zu verstehen. §§ 61–67.
b) An unserer Stelle ist mit „Ort“ der göttliche Logos gemeint, den Gott dem Jakob schickt, so daß dieser ihm „begegnet“, da der Logos unerwartet in die Seele kommt. §§ 68–71.[166]
4. Warum geht die Sonne unter. §§ 72–119?
a) Die Sonne ist Gott, der verschwindet, wenn die Lichter zweiten Ranges, die Logoi, aufgehen, wie die Sonne vor den Sternen verblaßt. §§ 72–76.
b) Die Sonne kann auch den menschlichen Geist bedeuten, dessen Licht beim Aufgehen der Sinnlichkeit erlischt. §§ 77 bis 84.
c) Die Sonne ist in dritter Bedeutung der göttliche Logos. §§ 85–86.
d) Die Sonne ist in vierter Bedeutung Gott selbst, insofern er alle verborgenen Sünden enthüllt und alle Gedanken durchschaut. §§ 87–117.
e) Nach einer anderen allegorischen Deutung heißen hier Sinnlichkeit und Geist Sonne, die untergehen, wenn der göttliche Logos in die menschliche Seele einzieht. §§ 118–119.
5. Weitere Vorbereitung der Ekstase, gemeint mit den Worten 1 Mos. 28, 11: „Er nahm einen von den Steinen des Ortes und legte ihn sich zu Häupten, und er schlief an jenem Orte.“ § 120 bis 132.
a) Das Schlafen auf einem Stein deutet auf die asketische Lebensweise des Jakob hin. §§ 121–127.
b) Der Stein ist unter den Logoi, die als unsterbliche Seelen den Luftraum bevölkern, der oberste, bei dem Jakob in die Schule geht und von dem er um die Tugend ringen lernt. §§ 128–132.
II. Der Traum von der Himmelsleiter, 1 Mos. 28, 12–13. §§ 133–156.
1. Was ist die Leiter mit den Engeln?
a) Die Luft, die von der Erde bis zur Mondsphäre reicht, § 134, bevölkert von den Engeln, den Seelen, die an Zahl den Sternen gleich sind und von denen die einen in die menschlichen Körper hinabsteigen, die andern in den Himmel zurückkehren. §§ 135–140. Sie sind identisch mit den Dämonen der griechischen Philosophen. § 141. Sie heißen Engel, weil sie Boten Gottes und Mittler zwischen Gott und den Menschen sind. §§ 141–145.
b) Die Seele im Menschen, in der die Logoi auf- und niedersteigen, §§ 146–147, in der auch Gott selbst wandeln kann. §§ 148–149.[167]
c) Das Leben der nach Tugend Strebenden, die vom Schlechten zum Guten hinauf und wieder von diesem hinabsteigen, weil sie zwischen den Weisen und den Toren stehen. §§ 150–152.
d) Die Geschichte der menschlichen Schicksale mit ihrem Auf und Ab. §§ 153–156.
2. Der Erzengel, der Herr, der oben auf der Leiter steht, ist Gott selbst. §§ 157–159.
III. Die im Traum geoffenbarten Worte Gottes 1 Mos. 28, 13–15. §§ 160–181.
1. Was heißen die Worte: „Ich bin der Herr Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Isaaks?“ §§ 160–172.
a) „Herr“ und „Gott“ bezeichnen die beiden Kräfte Gottes: Herrschaft und Wohltat. §§ 161–165.
b) Da das Lernen, dessen Symbol Abraham ist, der Übung, die Jakob verkörpert, vorausgehen muß, wird Abraham hier Jakobs Vater genannt. §§ 166–172.
2. Exegese der weiteren Worte des Herrn. §§ 173–178.
a) Die Worte: „Fürchte dich nicht“, sind berechtigt, da Gott unser Schutz ist und zu unserem Nutzen die unsichtbaren Vorbilder der Erziehung (Abraham, Jakob und Isaak) in die Erscheinung treten ließ. § 173.
b) Das Land, das Gott dem Jakob verspricht, ist die fruchtbare Tugend. § 174.
c) Der „Sand der Erde“ ist die Weisheit, die sich nach allen Himmelsrichtungen ausbreitet. § 175.
d) Durch den Weisen werden alle „Völker“ gesegnet, da er ein allgemeines Gut ist. §§ 176–178.
e) Durch die Worte: „Ich bin mit dir, der uns behütet auf dem Wege“, erklärt sich Gott zum Weggenossen des Weisen. § 179.
f) Die Worte: „Ich will dich wieder herbringen in dies Land“, beziehen sich auf den Verstand, der nach seiner Wanderung zur Sinnlichkeit wieder zu sich selbst zurückgeführt werden soll. § 180. Sie können sich auch auf die Seele beziehen, die aus dem irdischen Körper wieder in den Himmel zurückwandern soll. § 181.[168]
IV. Jakobs Worte und Taten nach dem Traum 1 Mos. 28, 16–22. §§ 182–187.
1. Die Worte: „Gewiß ist der Herr an diesem Ort, ich aber wußte es nicht“, besagen, daß Jakob zuerst glaubte, Gott sei an einem Orte, jetzt aber einsieht, daß er hiervon nichts weiß. §§ 182–183.
2. Exegese des Verses 1 Mos. 28, 17, §§ 184–188.
a) Der Ausruf des Jakob: „Wie furchtbar ist dieser Ort!“ sagt, daß in der Naturforschung die Frage, ob Gott einen Raum einnehme, die schwierigste ist. § 184.
b) Die Worte: „Es ist nicht so“, drücken aus, daß Gott an keinem Orte ist, sondern selbst alles umfaßt. § 185.
c) Mit dem „Haus Gottes“ und der „Pforte des Himmels“ ist die sichtbare Welt gemeint, von der aus der menschliche Geist zur Erkenntnis der unsichtbaren vordringt. §§ 186–187.

B. Jakobs Traum von der bunten Herde: 1 Mos. 31, 10–13, §§ 189–256.

I. Vorbereitung des Traumgesichts §§ 190–196.
1. Dieser Traum wird nicht von Gott selbst, sondern von seinem Engel geschickt. § 190.
2. Über den Anruf mit Namen, der an Adam, Moses, Abraham und so auch an Jakob ergeht und eine besondere Offenbarung einleitet. §§ 191–196.
II. Der Traum selbst §§ 197–227.
1. Die Böcke und Widder, welche Schafe und Ziegen bespringen, sind Gottes Logoi, die die Menschenseelen befruchten. §§ 197–200.
2. Die „weißen“ Logoi sind die reinen und klaren Gedanken der Seele. §§ 201–202.
3. Die „bunten“ sind die Gedanken, die sich auf den Kosmos, das „bunte Gewebe“ richten §§ 203–204 und auf die aus vielen Teilen zusammengesetzte Wissenschaft §§ 205–208.
4. Die „graugesprenkelten“ sind die mit Asche und Wasser, den Symbolen menschlicher Nichtigkeit, geweihten. §§ 209–212.
5. Jakob besitzt die „weißen, bunten und graugesprenkelten“ Eigenschaften nur in unvollkommener Weise, Moses dagegen[169] vollkommen; denn er sprengt mit Wasser und Asche, legt zuerst ein buntes Gewand an, das die ganze Welt darstellt, und dann ein ganz weißes. §§ 213–218.
6. Der bunte mit Blut beschmutzte Rock des Joseph dagegen hat hiermit nichts zu tun, sondern er ist ein Symbol der bunten und schmutzigen Politik. §§ 219–224.
7. Ebenso ist Laban, der sonst Symbol der Farben ist, hier nicht heranzuziehen, da seine Buntheit das Unsaubere, Unansehnliche und Finstere bedeutet. § 225–226.
III. Die im Traume geoffenbarten Worte Gottes. §§ 227–254.
1. „Ich bin der Gott, der dich an dem Orte Gottes gesehen hat.“ Gott mit dem Artikel heißt hier Gott selbst, ohne Artikel sein ältester Logos; denn Gott hat keinen Eigennamen. §§ 228–231.
2. Gott erscheint dem, der ihn nicht rein zu erfassen vermag in der Gestalt von Engeln, wie hier dem Jakob, oder auch von Menschen. §§ 232–240.
3. Die Säule, die Jakob weiht, ist das Symbol dreier Dinge: des Feststehens Gottes, der Weihe und des Lobpreises. §§ 241–243.
4. Die „Salbung“ der Säule deutet auf die Einsalbung und Einübung des um die Tugend Ringenden hin, der sich selbst wie Anna den Samuel Gott als Weihgeschenk darbrachte. §§ 249–251.
5. Die Worte: „Du tatest mir ein Gelübde“ gehen auf die Weihegaben, die Jakob Gott darbrachte, indem er sich selbst ihm weihte. §§ 252–254.
IV. Schlußwort in Form einer persönlichen Aufforderung an die Seele, Jakobs Beispiel nachzuahmen. §§ 255–256.
Zweites Buch.

Einleitung: Anknüpfung an das vorausgehende Buch, in dem die zweite Art von Träumen dargestellt wurde. Überblick über alle drei Arten und Charakterisierung der dritten als solcher Träume, die unklarer sind als die der beiden ersten Arten und deshalb in der Bibel selbst gedeutet werden. Es sind die Träume Josephs, die des Pharao und die des Obermundschenken und des Oberbäckers[1]. §§ 1–5.

[170] A. Die Träume Josephs. §§ 6–154.

I. Der erste Traum Josephs 1 Mos. 37, 7–8. §§ 8–109.
1. Vorbemerkung: Charakterisierung Josephs als eines Wesens, das aus Vernunft, dem Erbe Jakobs, und aus Sinnlichkeit, dem Erbe der Rahel, gemischt ist. §§ 8–16.
2. Auslegung der Worte „Mich deuchte“ im Gegensatz zu Jakobs Einleitung seiner Träume mit „Siehe“ als einer undeutlichen und unsicheren Erkenntnis. §§ 17–20.
3. „Wir banden Garben mitten im Felde.“ Das Wort „binden“ im Unterschied von „mähen“ (3 Mos. 19, 9) zeigt an, daß wir es hier nicht mit einem Weisen, der schneidet und unterscheidet, sondern mit einem Sklaven und Ungelernten zu tun haben. §§ 21–30.
4. Die „Garben“ bedeuten die Fähigkeiten, von denen der Mensch als von seiner Nahrung lebt; die Garben der Brüder Josephs sind Symbole edler Tätigkeiten, §§ 31–42; die Garbe Josephs aber ist der leere Wahn, der sich in seiner Stellung als Landpfleger des Pharao offenbart. §§ 42–47. Der am Hofe des Pharao herrschenden Üppigkeit wird ein Preis der Einfachheit in der Lebensführung gegenübergestellt. §§ 48–64. Das hoffärtige Leben verschlingt Joseph wie ein böses Tier (1 Mos. 37, 33), während die Seele des Weisen in den Himmel erhoben wird. §§ 65–71. Ihr Symbol ist das Mehl der Opfergarbe (3 Mos. 2, 1f.) und die Garbe aus dem heiligen Lande (3 Mos. 23, 10). §§ 65–77.
5. Das „Sichaufrichten“ und „Geradestehen“ der Garbe Josephs bedeutet den Hochmut des eitlen Wahns. §§ 78–79.
6. Die Worte „Eure Garben aber drehten sich herum und neigten sich vor meiner Garbe“ bedeuten die Vorsicht des Weisen, der sich vor den Tyrannen beugt und sich keiner unnötigen Gefahr aussetzt, wie z. B. Abraham (1 Mos. 23, 7). §§ 80–92.
7. Mit den Worten „Du willst doch wohl nicht König werden und über uns König sein“ ist gemeint, daß der eitle Wahn so lange nicht herrschen kann, als die rechte Vernunft lebt, die nur Gott als ihren Herrn anerkennt. §§ 93–109.
II. Der zweite Traum Josephs und seine Auslegung durch Jakob 1 Mos. 37, 9–11. §§ 110–154.[171]
1. „Wie die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sie sich vor mir.“ Die Sterne sind die zwölf Sternbilder des Tierkreises; elf davon sind die Brüder Josephs, das zwölfte er selbst. §§ 112 bis 113. Auch unter den Sternen soll ein Wettkampf um den Vorrang herrschen, § 114; hier aber ist gemeint, daß der Tor auch über die Natur herrschen will wie Xerxes und andere. §§ 115 bis 134.
2. Jakobs Zurechtweisung „Was solls mit diesem Traum, den du da geträumt hast“ wird dahin ausgelegt, daß hier nicht von einem Traume die Rede ist, sondern von den unklaren Vorstellungen, die Traumgebilden gleichen. §§ 135–138.
3. Jakob weist die Zumutung zurück, daß er (der rechte Logos), Josephs Mutter (die Paideia) und ihre Söhne ausziehen sollen, den eitlen Wahn und Dünkel zu verehren. §§ 139–140.
4. „Es bewahrte aber der Vater das Wort“ bezeichnet das Warten des Weisen auf das Ende des Lebens, das nur dann glücklich ist, wenn die Vernunft die Herrschaft über die Triebe behält. §§ 141 bis 154.

B. Die Träume des Obermundschenks und des Oberbäckers. §§ 155–214.

Einleitung: Der Obermundschenk stellt die Trunksucht, der Oberbäcker die Gefräßigkeit dar. §§ 155–159.

I. Der Traum des Obermundschenks 1 Mos. 40, 9–11. §§ 159–204.
1. Die Worte „In meinem Schlafe“ sagen, daß der Unvernünftige einem Schlafenden gleicht. §§ 159–162.
2. „Es stand ein Weinstock mir gegenüber“ heißt: Die Schlechtigkeit und der Unverstand treten auf. § 163.
3. Der vom Weine erzeugte Rausch kann eine doppelte Wirkung haben: eine gute und eine schlechte, §§ 164–166; daher gibt es zwei Arten von Weingelagen, §§ 167–168, und so ist auch der Weinstock das Symbol zweier Dinge: des Unverstands und des Frohsinns. § 169. Demnach bedeutet der Weinstock, von dem die Kundschafter eine Traube bringen (4 Mos. 13), ebenso wie der Weinstock im Weinberg des Herrn (Jes. 5, 7) den Frohsinn, der nicht nur eine Tugend der guten Menschen, sondern auch eine Eigenschaft Gottes ist. §§ 170–180. Der Weinstock dagegen, den der Obermundschenk sieht, versinnbildlicht seinen Unverstand. § 181. Es gibt aber auch zweierlei Arten von Mundschenken,[172] den des Pharao und den Gottes, der sein Hoherpriester ist. §§ 182 bis 184. Der Mundschenk Gottes ist auch der Weise, §§ 185–190, der des Pharao der Tor, dessen Weinstock der Sodoms und dessen Rebe die Gomorrhas ist (1 Mos. 32, 32–33) und der sich in seiner Torheit selbst für das Maß aller Dinge hält. §§ 191–194.
4. Es folgt die Erklärung der drei Wurzeln des Weinstocks, die das Sündigen des Toren in den drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) bedeuten. §§ 195–199.
5. Der Weinstock „blühte und hatte Zweige getrieben; reif waren seine Früchte“ bezieht sich auf den blühenden und fruchtbringenden Unverstand. §§ 199–200.
6. „Der Becher des Pharao ist in meiner Hand“ bedeutet, daß er damit die Leitung seiner Laster übernommen hat. §§ 200–203.
7. Das Zerdrücken der Traube in den Becher deutet auf die Quelle, aus der er die Tropfen der Trunkenheit und damit das Laster preßt. § 204.
II. Der Traum des Oberbäckers 1 Mos. 40, 16–17. §§ 205–214.
1. Überleitung und Erzählung des Traumes. §§ 205–207.
2. Die drei Körbe mit dem Backwerk bezeichnen die Erinnerung an die vergangenen, den Genuß der gegenwärtigen und die Erwartung der zukünftigen Genüsse, der Korbträger ist der Lüstling, der ein Diener des Pharao, der „Zerstreuung“ ist. §§ 208 bis 211.
3. Die herzufliegenden Vögel sind die äußeren Schicksalsschläge, denen der Tor erliegt. §§ 212–214.

C. Der Traum des Pharao 1 Mos. 41, 17–24. §§ 215–302.

1. Überleitung und Bericht des Traumes. §§ 215–218.
2. Die Worte „Ich glaubte zu stehen“ werden als Anmaßung des Selbstsüchtigen gedeutet, der sich nicht bewußt ist, daß Gott steht und unveränderlich ist, §§ 219–223, und das Stehen nur noch Gottes Logos, § 224, und dem Weisen zukommt, der, wie der Hohepriester (3 Mos. 16, 17) ein Zwischenwesen zwischen Gott und Mensch ist, §§ 225–233, während die Fortschreitenden zwischen Lebendigen und Toten stehen. §§ 234–236.
3. Pharao aber wird dahingetrieben wie eine Flut. § 237. Deshalb steht er am Ufer des Flusses, womit symbolisch der Redestrom[173] gemeint ist. §§ 238–239. Es gibt aber zwei Arten der Rede, nämlich Gottes Logos, §§ 240–258, und die seelenlose Rede, deren Symbol der ägyptische Fluß ist. §§ 259–260.
4. Unter dem Ufer sind die Lippen zu verstehen, die sowohl zum Schweigen wie zum artikulierten Sprechen dienen. Beides soll zur passenden Zeit geübt werden, §§ 261–272, was aber den Toren nicht gelingt, die das Reden zur Verteidigung eines nur der Lust dienenden Lebens brauchen, §§ 273–283, und aus ihren Lehren den babylonischen Turm der Verwirrung aufführen, der von Gott vernichtet wird, §§ 284–290, ebenso wie jeder Versuch, sich eine Herrschaft anzumaßen. §§ 291–299.
5. Es soll auch die Frage erörtert werden, warum vom Fluß Ägyptens allein gesagt wird, daß er Ufer habe, von den anderen Flüssen der Bibel aber nicht. Mit den Flüssen sind die verschiedenen Lebensläufe des Weisen und der Toren gemeint. Hier bricht die Abhandlung ab. Der Rest ist verloren.

  1. Philo hält diese Ordnung nicht ein, sondern behandelt erst die Träume Josephs, dann die des Obermundschenks und des Oberbäckers und zuletzt den des Pharao.
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