BLKÖ:Leška, Stephan

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 11. (Quelle)
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Leška, Stephan (protestantischer Theolog, geb. zu Vrbovce in der ungarischen Slovakei 21. October 1757, gest. zu Klein-Keres 25. Februar 1818). Den Elementarunterricht erhielt er auf den Schulen zu Modern und Ivanin, im Jahre 1779 ging er aber nach Preßburg, wo er an der dortigen, zu jener Zeit als trefflich anerkannten Lehranstalt seine weitere Ausbildung erhielt. Im Jahre 1781 wurde er Cantor und Organist an der slavisch-magyarischen Kirche zu Preßburg und begründete dort das erste slovakische Journal. Dasselbe erschien mit obrigkeitlicher Bewilligung im Verlage von Daniel Tallai [12] unter dem Titel: „Prešpurské noviny“ am 1. Juni 1783 zum ersten Male. Im folgenden Jahre kam er als evangelischer Prediger nach Prag, wurde im Jahre 1786 zum Superintendenten der böhmischen Protestanten ernannt und bekleidete dieses Amt durch zwölf Jahre. Im Jahre 1798 kehrte er aber in sein Vaterland zurück, wurde evangelischer Prediger einer Gemeinde in der Pesther Gespanschaft, von wo er im Jahre 1810 in gleicher Eigenschaft nach Klein-Keres kam und dort im Alter von 61 Jahren starb. L. hing mit ganzer Seele an seiner Nation und war bemüht durch Wort und Schrift die Liebe zur Nationalsprache zu wecken und dieselbe allenthalben zu fördern. Mit Männern wie Dobrowsky [Bd. II, S. 334], Jungmann [Bd. X, S. 316], Kramerius [Bd. XIII, S. 119], Nejedly, Palkovic, Puchmair, Ziegler u. A. unterhielt er einen fleißigen literarischen Verkehr und wurde dadurch selbst zu mannigfaltigen Arbeiten angeregt. L.’s Schriften sind: „Rozmlouvání jednoho helv. vyslance s evangelickým A. V. Čechem“, d. i. Unterredung eines helvetischen Abgesandten mit einem evangelischen Čechen A. C. (Neuhaus 1784, 8°.); – „Nowá loterie pro hospodaře i t. d. aneb welmi prospěšná naučení kterak člowěk jedenkaždý ... žiw býti i t. d.“, d. i. Große Lotterie für den Hauswirth und die Hauswirthin u. s. w., oder sehr nützliche Belehrung, wie ein jeder Mensch Zeit seines Lebens glücklich leben kann u. s. w. (Prag 1792); – „Poklad národu aneb prospěšne naučení w pěkných přibězých o mnohých užtečných wěcech i t. d.“, d. i. Das Schatzkästlein des Volkes, oder nützliche Belehrung in schönen Begebenheiten und vielen nützlichen Dingen u. s. w. (Prag 1796), ist eine Uebersetzung aus dem Deutschen; – „Nowá kniha zpěwů křestanských s připojeným rádem ewang. církwí A. W. W králowstwí českém“, d. i. Neues christliches Gesangbuch u. s. w. (Prag 1796, 8°.); – „Počátečne cwičení w náboženstwi pro školy protestanske“, d. i. Elementarunterricht der Religion für protestantische Schulen (Prag 1797, 12°.); – „Summa zákona božiho laska a snášeliwost zna mení prawého křestana“, d. i. Die Summe der göttlichen Lehre, Liebe und Toleranz als Zeichen und Merkmale des wahren Christen (1798); – „Uwedení k gruntownimu poznáni krest. náboženstwí i t. d.“, d. i. Anleitung zur gründlichen Kenntniß der Religion u. s. w. (Prag 1798, 12°.), Uebersetzung des von dem Superintendenten Fock in Wien verfaßten deutschen Originals; – „Vděčný protestant svému snášelivému cisaři“, d. i. Der seinem toleranten Kaiser dankbare Protestant, auch eine Uebersetzung aus dem Deutschen des J. A. W. Außerdem erschienen von ihm während der Jahre 1781–1795 einige Gelegenheitsgedichte, ferner eine Wörtererklärung, welche sich zu Ende der 1808 von Palkowic herausgegebenen Bibel befindet; im Jahre 1797 eine Uebersetzung des Campe’schen Robinson, welche Kramerius im Jahre 1808 in verbesserter Bearbeitung herausgab. Dann sammelte er für die lexikalischen Werke Tomsa’s, Dobrowsky’s und Jungmann’s Wörter und Redensarten, und insbesondere solche, welche die Magyaren der slavischen und anderen Sprachen entlehnt und in die ihrige aufgenommen haben. Diese sprachlich wichtige und höchst schätzbare Sammlung wurde nach Leška’s Tode unter dem Titel: „Elenchus vocabulorum Europeorum imprimis Slavicorum Magyarici usus“ [13] (Budae 1825) durch den Druck veröffentlicht. L. schrieb seine Muttersprache mit musterhafter Correctheit. In seinem Nachlasse fand sich eine slovakische Uebersetzung des ersten Gesanges von Blumauer’s travestirter Aeneide.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 1247 – Sartori (Franz), Historisch-ethnographische Uebersicht der wissenschaftlichen Cultur, Geistesthätigkeit und Literatur des österreichischen Kaiserstaates (Wien 1830, C. Gerold, 8°.) S. 40. – Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, F. Řiwnáč, 4°.) Zweite, von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 192, Nr. 1768; S. 378, Nr. 222; S. 385, Nr. 356 a u. d; S. 451, Nr. 1087; S. 452, Nr. 1108; S. 452, Nr. 1110; S. 457, Nr. 1179; S. 458, Nr. 1184; S. 492, Nr. 1767; S. 493, Nr. 1801 u. 1803; S. 496, Nr. 1864. – Knihopisný slovník česko-slovenský. Vydal Frantisek Doucha etc. etc., d. i. Čechisches Bücher-Lexikon. Herausgegeben von Franz Doucha (Prag 1863, I. L. Kober, Lex. 8°.) S. 124. –