BLKÖ:Ruben, Christian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ruben, Franz
Band: 27 (1874), ab Seite: 200. (Quelle)
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Ruben, Christian (Maler, geb. zu Trier am 30., n. A. am 13. November 1805). Sein Vater Karl war seit 1808 Zeichnungslehrer am Gymnasium zu Trier und erhielt im Jahre 1811 – damals war Christian, der irrthümlich öfter als Christoph erscheint, sechs Jahre alt – eine Dienstwohnung in dem vor der Stadt gelegenen Gymnasialgebäude, einem ehemaligen Jesuiten-Collegium. Diese Klosterwohnung mit ihren stillen, schweigsamen Gängen und mancherlei anderem, eine jugendliche Phantasie anregenden Beiwerke blieb nicht ohne Einfluß auf die lebhafte Phantasie des Knaben, der überdieß ein nicht unbedeutendes Talent für die Kunst verrieth. Der Vater, ein tüchtiger Zeichnungslehrer, der manches Talent herangebildet, ertheilte auch seinem Sohne den ersten Unterricht im Zeichnen und wünschte denselben für die Kunst heranzubilden, stieß aber gerade von Seite des 14jährigen Knaben, der unter keiner Bedingung Maler werden wollte, auf entschiedenen Widerstand. Zwang anzuwenden, schien bei einer Natur, wie jene des Knaben war, nicht räthlich, und auch dem Vater widerstrebte es, weil es eben die Kunst, deren Wahl eine durchaus freie sein muß, betraf. So beendete Christian die Gymnasialstudien, und um diese Zeit, 1822, erhielt Cornelius, der damals in Rom weilte, seine Berufung als Director der Düsseldorfer Kunstschule. Was nun die Wandlung im Sinne des, Knaben hervorgebracht, darüber liegt nichts vor, nur so viel ist bestimmt, daß er mit einem Male aus freien Stücken den Vater bat, nach Düsseldorf gehen zu dürfen. Dabei fand er an dem Präsidenten Delius in Trier einen ihn thätigst fördernden Gönner und begann im Jahre 1823 unter Cornelius seine Studien in Düsseldorf. Daselbst arbeitete er bis 1825, worauf er seinem Meister, der einen Ruf nach München angenommen, im Jahre 1826 dahin folgte. In München waltete in jener Zeit auch Kaulbach seines künstlerischen Amtes und herrschte überhaupt damals ein frisches Kunstleben, in das sich Ruben mit der vollen Begeisterung der Jugend und des Künstlers stürzte, und wo er bald auch seinen künstlerischen Ruf begründete. Von 1826 bis 1841 entfaltete R. eine rege schöpferische Thätigkeit – der Werke des Künstlers folgt weiter unten Erwähnung – da erhielt er im letztgenannten Jahre von Seite der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde in Prag einen Ruf als Director der Kunstakademie daselbst, den R. auch annahm. Dort lagen die Akademie der bildenden Künste, wie die Kunst überhaupt sehr im Argen. Es galt, die Anstalt zu reformiren und für die Zukunft zu leiten. Er vollführte mit Energie das Reformwerk, zog einige tüchtige Schüler, unter denen Lhota, Swoboda und Trenkwald genannt seien, heran und wirkte nach allen Seiten hin fördernd und anregend. Sein Ruf verbreitete sich in der vortheilhaftesten Weise, und als man nach einem Director der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien suchte, war derselbe alsbald in Ruben gefunden. Nach eilfjähriger verdienstlicher Thätigkeit in Prag übersiedelte er im Jahre 1852 nach Wien, um daselbst seinen Posten, der ihm am 30. September g. J. verliehen worden, zu übernehmen. Daselbst stand der Director Ruben bald einer Partei gegenüber, die ihm sowohl als schaffenden Künstler, wie als Director der Akademie sich feindselig entgegen gestellt hatte. Diese die Interessen der Kunst nichts [201] weniger als fördernde Situation trat besonders nach Gründung des österreichischen Kunstvereins zu Tage. Dieser hatte sich dem älteren, unter der Aegyde der k. k. Akademie der bildenden Künste wirkenden Kunstverein, welcher zu einer Zeit, als Wien keinen anderen Kunstverein besaß, in wirksamster Weise die Interessen der Kunst in Oesterreich gefördert hatte, ziemlich schroff entgegengestellt. Einer der Wortführer des österreichischen Kunstvereins ging so weit, den Director Ruben in einer Weise anzugreifen, daß derselbe gezwungen war, gegen den Angreifer – es war der Porträtmaler Aigner [Bd. I, S. 9] – die Ehrenbeleidigungsklage anzustrengen, in welcher auch Maler Aigner durch richterlichen Spruch zu mehrwöchentlichem Arreste verurtheilt wurde. Ueber den ganzen Sachverhalt dieser die österreichischen Kunstzustände in ziemlich greller Beleuchtung darstellenden Angelegenheit vergleiche die Prager Zeitschrift „Bohemia“ 1856, Beilage Nr. 281. Am 24. September 1872 wurde Director Ruben nach zwanzigjähriger Thätigkeit in Wien mit dem Ausdrucke der ah. Zufriedenheit mit seiner vieljährigen ersprießlichen Thätigkeit in den Ruhestand versetzt. Diesem im Ganzen einfachen Lebensumrisse folge hier zur Vervollständigung seines Künstlerbildes eine Uebersicht der vorzüglichsten Werke des Meisters. Sein erstes größeres Werk, welches die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde auf den jungen Künstler richtete, war eine zu Düsseldorf gemalte „Kreuzabnahme“, welche er noch unter der Leitung seines Meisters Cornelius gemalt und welche dann in eine Kirche Westphalens kam. Als er dann nach München übersiedelte, mehrten seine Arbeiten seinen Ruf. Er hatte Antheil an den Fresken des königlichen Hofgartens, jedoch ist von ihm nur eine allegorische Figur gemalt. Für die Fenster des Regensburger Doms arbeitete er 1829 bis 1832 zugleich mit Fischer, C. Schorn und J. Schraudolph mehrere colorirte Cartons, und zwar für zwei große und zwei kleinere Fenster, welche „Die Anbetung der Hirten“, „Die Bergpredigt des h. Johannes“, sechs Brustbilder und einen Cyklus von sechs kleineren Bildern mit „Scenen aus dem Leben des ersten Blutzeugen, des h. Stephanus“ darstellen. Diese sind: „Weihe des h. Stephanus zum Almosenier durch die Apostel“ (gemalt von Ainmüller); – „Verrichtung dieses h. Amtes“ (gemalt von Wehrsdorfer); – „Todesurtheil“ (gem. von Eggert); – „Fortführen zum Richtplatz“ (gem. von Wehrsdorfer); – „Märtyrertod des h. Stephan“ (gem. von Kirchmair) und „Aufnahme des Heiligen in den Himmel“ (gem. von Ainmüller). Von seiner Hand sind ferner mehrere Entwürfe zu den Fenstern der Marienkirche in der Vorstadt Au in München, u. z. zum Chorfenster: „Die Krönung Mariä“ und „Die vier Evangelisten“ und dann zu einem Seitenchorfenster: „Die Kreuzigung Christi“. Von den vorgenannten Werken hat Eggert mehrere in gelungenen Lithographien wiedergegeben und in des Grafen A. Raczynski „Geschichte der neueren deutschen Kunst“ befindet sich eine lithographirte und colorirte Abbildung der Krönung Mariä. Der Carton „Adam und Eva“ im paradiesischen Costume, bereits vollendet und in das ursprüngliche Project aufgenommen, wurde nicht ausgeführt [vergl.: A. Lewald, Panorama von München (Stuttgart 1835), Bd. II, S. 17, und Kunst-Blatt (Stuttgart, 4°.) 1836, Nr. 15]. Nach Vollendung der vorgenannten Werke erhielt R. den Auftrag zur Ausschmückung des Schlosses Hohenschwangau. Er vollendete für dasselbe im Jahre 1856 die Entwürfe zu [202] mehreren Bildern mit Darstellungen aus dem deutschen Frauenleben des Mittelalters und aus der lieblichen Sage des Schwanenritters. Dem Hohenschwangauer Bildercyklus folgten nun mehrere Arbeiten in Oel, welche zu den lieblichsten gehören, welche die neuere deutsche Kunst aufzuweisen hat. Davon sind zu nennen: 1835: „Der Karthäusermönch“, auf einer Mauerbrüstung sich stützend, blickt er schwermüthig auf die vor ihm liegende, liebliche, im Frühlingsschmucke prangende Landschaft; – „Das Abendgebet auf dem See“ (435 fl.), Schiffer und Schifferin rudern zur Vesperzeit den Mönch nach dem am Ufer liegenden Kloster; das unter dem Namen „Ave Maria“ bekannte, durch den Stich und die Lithographie, in letzterer besonders gelungen von C. Kratz in München, vielfach verbreitete Bild gab auch den Poeten Stoff zu lieblichen Liedern, und außer einem Gedichte von R. Zimmermann ist besonders erwähnenswerth jenes von dem liebenswürdigen Dichter des „Ekkehard“, von Joseph Victor Scheffel verfaßte, welches, von dessen eigener Hand niedergeschrieben, sich in der Künstlerchronik von Frauenwörth befindet. Vornehmlich dieses durch den Stich und die Lithographie in den weitesten Kreisen verbreitete Bild begründete den Ruf des Künstlers. Zuerst erschien es auf der Münchener Ausstellung des Jahres 1835, wo es der Reichsrath Freiherr von Lotzbek kaufte. Der Künstler mußte es auf Verlangen noch einmal in kleinerem Maßstabe ausführen. In Raczynski’s oberwähntem Werke befindet es sich in einem gelungenem Holzschnitte nachgebildet; überdieß ist es als kleiner Stich ohne Namen des Malers und Stechers im Manz’schen Kunstverlage zu Regensburg, Nr. 451, erschienen. Als Gegenbild malte der Künstler bald darnach „Eine in’s Kloster eintretende Jungfrau“, welches im gleichen Geiste wie das vorige gehalten, ein Stimmungsbild der reinsten Art ist. Bergmann hat es in größerem und kleinerem Formate in Stein gezeichnet und Alois Scherer als Glasgemälde copirt; – „un folgte: „Der Räuber“, unter den Ruinen eines Bergschlosses schaut ein Räuber mit namenloser Sehnsucht nach dem unterhalb liegenden heimatlichen Dorfe, das er aus Furcht, erkannt und ergriffen zu werden, nicht zu betreten wagt; C. Kratz hat es im Jahre 1836 für den Augsburger Kunstverein lithographirt; – in einem anderen Bilde von tiefergreifender Wirkung zeigt er uns drei Räuber, die in einem Schlupfwinkel des herannahenden Reisenden harren, indessen erscheint statt desselben ein Kapuziner, der einem Sterbenden die letzte Wegzehrung bringt und dem ein Knabe mit der Laterne im Dunkel der Nacht voranleuchtet; das Bild führt den Titel: „Die Macht des Glaubens“, kam in die Leuchtenberg’sche Gallerie, mit dieser nach St. Petersburg und ist von A. Kauffmann lithographirt. – Noch sind aus der Zeit seines Münchener Aufenthaltes anzuführen: „Herzog Erich von Calenberg zu Hardegsen im Jahre 1533“, im Besitze des Herrn Kemper in Orlinghausen, als Nietenblatt für den hannover’schen Kunstverein 1838/1839 von Hohn in Hannover lithographirt; – ein Bild, betitelt: „Die Perle“, von Bergmann lithographirt. Eine Reihe schöner Arbeiten mannigfaltigsten Inhalts fallen in die Zeit seines Prager Aufenthaltes, von denen vor Allem eine kleine Studie erwähnenswerth ist: „Die verlassene Nonnenzelle“, die Nonne ist entflohen, Alles deutet darauf hin, daß die Flucht [203] erst vor Kurzem bewerkstelligt worden; Rosenkranz und Gebetbuch liegen auf dem Tischchen, aus dem offenen, am reben- und blattumrankten Fenster hängenden Bauer ist sein Sänger gleichfalls fortgeflogen, ein welker Kranz hängt an der Wand, das Nonnenkleid liegt wie in Hast hingeworfen. Das Bildchen hat der Künstler nicht fertig gemalt, aber wie es da ist als unvollendete Studie, ist es von nachhaltiger, fast wehmüthiger Wirkung; – ferner „Die Sennerin auf einer Hochalpe, den Blick in die Ferne gerichtet“ (auf Holz, 11 Z. 6 L. hoch, 1 Fuß 1 Z. 9 L. breit), angekauft von Sr. Majestät dem Könige Ludwig von Bayern, jetzt in der neuen Pinakothek in München, Nr. 240; – ein zweites, gleich betiteltes, auf Leinwand (31 Centim, hoch, 37 Cent, breit), befand sich in der Gallerie Arthaber; der Künstler hat dasselbe Sujet später auch für den Grafen Erwin Nostiz-Rynek gemalt; – „Die Geburt Mariä“, Hochaltarblatt für die Turnauer Kirche in Böhmen (10 Schuh hoch, 7 Schuh breit), im Auftrage des Baron Aehrenthal; dann zwei andere Bilder für Seitenaltäre derselben Kirche; – die Zeichnung zu einem Tafelaufsatze, den die böhmischen Stände dem damaligen Oberstburggrafen Grafen Chotek aus Anlaß seines Amtsjubiläums verehrten; das Staffeleibild „Gutenberg“; dann ein Cyklus von 14 Cartons zu stereochromischen Wandgemälden im Ferdinandeischen Belvedere zu Prag, darstellend: „Boriwoi’s Taufe“; – „Brzetislaw’s Einzug in Prag mit den Reliquien des h. Adalbert“; – „Die Ermordung des h. Wenzeslaus“, diese drei in der „Illustrirten Zeitung“ 1852, Nr. 492, im Holzschnitte nachgebildet; – „Die Krönung Wratislaw’s zum ersten Könige von Böhmen“; – „Wladislaw tritt an Ottocar I. die Krone Böhmens ab“; – „Wenzel als Minnesänger“; – „Ottocar II. bekehrt die heidnischen Preussen an der Ostsee zum Christenthume“; – „Gründung der Universität Prag“; die folgenden Cartons behandeln Scenen aus dem Hussitenkriege; ferner einzelne Episoden aus dem 16. und 17. Jahrhunderte und aus dem dreißigjährigen Kriege; auch hat Director Ruben den Entwurf zu dem in Prag aufgestellten Radetzky-Denkmal ausgearbeitet. Mit dem Antritte seiner Stellung in Wien wurde sein künstlerisches Schaffen mächtig alterirt, da er unter administrativen Geschäften nicht Zeit und Muße fand, sich zu künstlerischen Arbeiten zu sammeln. Es fand bei Ruben als Künstler derselbe Fall Statt, wie bei Professor Joseph Redtenbacher [Bd. XXV, S. 116] als Gelehrten, was in dessen Lebensskizze, S. 118 u. 119, ausführlich auseinander gesetzt ist. Von seinen Arbeiten aus der Zeit seines Wiener Aufenthaltes sind daher nur wenige bekannt, und zwar die schon erwähnte „Aelplerin“, nachmals in der Gallerie Arthaber; – „Der auf’s Wild anpürschende Jäger“, von einem Prager Kunstfreunde erworben; – „Der Untergang der Hussiten“, das auf Bestellung des kaiserlichen Hauses gemalt, unter dem Titel: „Schlacht bei Lipan 1634“ (5 Schuh 3 Zoll hoch. 6 Schuh 4 Zoll breit), in der modernen Abtheilung der Belvedere-Gallerie sich befindet; – „Im Kloster“, 1868 in der allgemeinen III. deutschen Kunstausstellung ausgestellt; – „Kaiser Rudolph II. als Freund der Kunst“; – „Die Vertheidigung Prags gegen die Schweden 1648“, zwei Cartons zu den historischen, in Stereochromie auszuführenden Gemälden im Belvedere zu Prag, und „Columbus im Augenblicke, da er die neue Welt entdeckt“, ein vielgerühmtes, namentlich seines Colorits wegen gepriesenes Bild, das in naher Beziehung zu [204] Hermann Schmidt’s gleichnamigem Drama steht und dessen Hauptscene bei der Aufführung jedesmal nach R.’s Bilde gruppirt und gestellt wurde. Als Ruben im J. 1865 mehrere seiner Cartons in Brüssel ausgestellt hatte, wurde er von dem Könige der Belgier mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet, überdieß besitzt er österreichischer Seits den Franz Joseph-Orden und den Orden der eisernen Krone 3. Classe, dann das Officierskreuz des mexikanischen Guadeloupe-Ordens und das Comthurkreuz des päpstlichen Gregor-Ordens. Als Künstler ist R. im Ganzen nicht fruchtbar und wurde ihm seine Langsamkeit im Schaffen von seinen Gegnern sonderbarer Weise zum Vorwurfe gemacht, denn sie vergaßen, daß er nie Dutzendarbeit geliefert, wie das bei den gefeiertesten Namen der Kunst in der Gegenwart leider Unsitte geworden. Ruben ist vorherrschend Stimmungsmaler und als solcher einer der Ersten. Er versteht es, durch seinen Ausdruck der Gesichtszüge, durch eine überaus zarte Luftstimmung und charakteristische Ausführung der Localitäten seinen lyrischen Farbengedichten – wie man seine Bilder am charakteristischesten nennen kann – eine vollendete Harmonie zu geben. In seinen Bildern spricht sich immer der Gedanke klar aus, sie bedürfen keines Commentars; dabei blüht aus ihnen eine Gemüthsinnerlichkeit hervor, welche schnell in den Gemüthern der Beschauer Wurzel faßt. Luftton, Wolkengebilde stimmen immer harmonisch zusammen, und die Beleuchtung in seinen Bildern ist – ohne alle Effecte – so wahr und scharf der Natur abgelauscht, daß man die Tageszeit seiner Bilder auf’s erste Anschauen hin erräth. Von seiner Persönlichkeit – als er noch im vollen Mannesalter stand – entwerfen die Frankl’schen „Sonntagsblätter“ (1842, S. 771) eine trefflich geschriebene Silhouette. Professor Söltl aber in seinem Buche: „Die bildende Kunst in München“ charakterisirt ihn folgendermaßen: „Ruben ist Lyriker und Romandichter in allen seinen Schöpfungen; seine Gemälde sind Lieder, durch welche der Hauch der Sehnsucht, stiller Freuden und Trauer weht, der die tiefsten Saiten der Seele berührt“. Ruben hat sich mit einer der schönen Töchter der vielgefeierten Wirthin von Frauen-Chiemsee, Frau Thumser (gest. an der Cholera zu München, 86 Jahre alt, am 10. September 1873. Bergt. Allgemeine Zeitung vom 18. September 1872) vermält. Eine andere Tochter heirathete den berühmten Maler Max Haushofer [Bd. VIII, S. 87]. Frauen-Chiemsee war in den Dreißiger- und Vierziger-Jahren das Eldorado der Münchener Künstler, die sich da den Sommer über zusammen zu finden pflegten, um daselbst die Studien der eben nur diesem See eigenthümlichen Sonnenuntergänge und Luftstudien zu machen, und diese herrlichen Tage eines lieblichen Künstlerlebens sind in einer Künstlerchronik durch Wort und Lied gefesselt, welche noch bis 1872 bei der Wirthin in Frauenwörth aufbewahrt war, im letztgenannten Jahre aber vor dem Vandalismus der Reisenden in Sicherheit – wohin weiß ich nicht – gebracht werden mußte. Aus obiger Ehe des Directors Ruben stammen mehrere Söhne, deren ältester, Franz, sich der Kunst seines Vaters gewidmet und von dem der folgende Artikel handelt.

Bohemia (Prager polit. und belletrist. Blatt, 4°.) 1856, Nr. 281, in der Beilage; 1860, Nr. 187, S. 308, in der „Local- und Provinzial-Chronik“; 1868, Nr. 4, S. 32; „Artistisches“. – Förster, Geschichte der deutschen Kunst (Leipzig 1860), Bd. V, S. 12, 18, [205] 600 u. 522. – Frankl (Ludw. Aug.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) I. Jahrg. (1842), S. 770: „Künstlerporträte. IV. F. Ruben“; III. Jahrg. (1844), S. 1067: „Kunstakademisches aus Prag“. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) Bd. XIX (1852), Nr. 492, S. 359: „Die stereochromischen Wandgemälde nach Dir. Rubens Entwürfen im Ferdinandeischen Belvedere in Prag“. – Kunst-Blatt (Stuttgart, J. G. Cotta, 4°.) Jahrgang 1841, Nr. 64: „Aus dem Münchener Kunst- und Künstlerleben. IV.“ – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Zweite Abtheilg. Bd. VI, S. 482, Nr. 2. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortges. von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 370 [ob alle Benutzer dieses Werkes bei Citaten, wie sie bei Ruben und noch sonst sehr oft vorkommen (Deutsches Kunstblatt 1851–1858), solche Freude empfinden, wie Herausgeber dieses Lexikons? So oder gar nicht citiren ist Eins]. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839. Fleischmann, 8°.) Bd. XIII, S. 511 [heißt daselbst auch irrig Christoph statt Christian]. – Nordmann (Johannes), Salon (Wien, gr. 8°.) I. Jahrgang (1853), Bd. II, S. 315: „Director Christoph (irrig für Christian) Ruben“; Bd. III, S. 55: „Zur Abwehr“; S. 56: „Erklärung“ [nach diesem geb. am 30. November 1805]. – Oesterreichische Zeitung (Wien) 1856, Nr. 610. „Director Ruben“. – Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1872, Nr. 254, im Feuilleton: „Die Künstler-Chronik von Frauenwörth“. – Raczynski, Kunstgeschichte, Bd. II, S. 150, 158, 296 u. 297, 404, 465, 466, 467, 469, 470; Bd. III, S. 414. – Rheinisches Taschenbuch (Frankfurt a. M., J. D. Sauerländer, 12°.) 1845, im Miniatur-Salon S. XXIII: „Ave Maria“ von Chr. Ruben [nach diesem geb. 13. November 1805]. – Tagesbote aus Böhmen (Prager polit. Blatt) 1856, Nr. 328, in der Rubrik: „Buntes“. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1856, Nr. 545, in der Rubrik: „Gerichtshalle“. – Handschriftliche Notizen meines verehrten und liebenswürdigsten Freundes Dr. H. Holland in München, der in Einem Jahre mein Lexikon in liebevollster Weise mehr gefördert hat, als alle Schriftsteller Oesterreichs zusammengenommen in 18 Jahren. – Als Ruben von München nach Prag übersiedelte, verfaßte der auch als Poet vielfach bekannte Landschaftsmaler Joh. Felix von Schiller (geb. zu Breslau 1805, gest. zu München 31. Jänner 1853): „Zum Abschiede unserem lieben Freunde, dem Maler Christian Ruben, München 12. Mai 1841. – Porträt. Photographie in Folio bei Löcherer in München.