BLKÖ:Simony, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Simony, Arthur
Band: 34 (1877), ab Seite: 322. (Quelle)
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Simony, Friedrich (Professor der Erdkunde an der Wiener Universität, geb. zu Hrachowteinitz in Böhmen in den letzten Tagen des Monats November 1813). Sohn mittelloser Eltern, der überdieß den Vater in frühester Kindheit durch den Tod verlor. So kam S. zu Verwandten, bei denen er theils in Mähren, theils in Ungarn die ersten sieben Jahre seines Lebens zubrachte, bis sich ein Oheim mütterlicherseits des verwaisten Knaben annahm und für dessen weitere Ausbildung Sorge trug. Nach zurückgelegtem zwölften Jahre schickte ihn sein Pflegevater an das Gymnasium nach Nikolsburg, wo aber bei der ihm angeborenen vorherrschenden Liebe zur Natur die Schulgegenstände nur nebenbei betrieben, hingegen die reizenden Umgebungen, wie die ob ihrer Tropfsteinbildungen sehenswerthe Duroldhöhle, und die Ruinen von Klentnitz, Falkenstein, Staats u. s. w. um so eifriger besucht, und die benachbarten Polauerberge nach ihrer eigenthümlichen Flora durchforscht wurden. So entstand an Stelle der Scripturen aus dem Griechischen und Lateinischen wohl ein Miniaturherbar, eine Petrefacten- und Schmetterlingssammlung, womit aber der geistliche Oheim nicht einverstanden war, und darum seinen Pflegling zu einem anderen, in Ungarn hausenden Oheim schickte, bei dem S. seinem eigentlichen Berufe entgegengeführt werden sollte. Der ungarische Oheim lebte in Trentschin, und da S. die vierte Gymnasialclasse beendet hatte, wurde er zum Pharmaceuten ausgebildet. Nach zurückgelegter Lehrzeit erhielt er in Znaim bei dem Apotheker Schaller eine Stelle als Laborant, und versah dieselbe bis zu seinem 20. Lebensjahre. Unter dem Einflusse seines in seinem Fache ungewöhnlich tüchtigen Brodherrn, erhielten die Neigungen aus der ersten Studentenzeit neue Nahrung und wesentliche Förderung. In Gemeinschaft mit demselben wurde nun Botanik und Chemie eifrig betrieben, bis sich S. zur Erlangung des Magistergrades in der Pharmacie im Jahre 1835 nach Wien begab. Dort erschloß sich dem 22jährigen Jünglinge eine neue Welt, und der Eifer, sich auszubilden, wuchs um so mächtiger, als sich ihm dort die reichlichsten Hilfsmittel zu seinen naturwissenschaftlichen Studien darboten. Da er auf sich selbst angewiesen war, studirte er mit solchem Eifer, daß er in wenigen Monaten sich stark genug fühlte, seinen Lebensunterhalt durch Correpetitionen zu verdienen, die er seinen Collegen aus der Botanik, Chemie, Stöchiometrie und Krystallographie ertheilte. Auf seinen Lebensgang entscheidend wirkte das Wohlwollen des als Naturforscher und Arzt berühmten Joseph Franz Freiherrn von Jacquin [Bd. X, S. 23], welcher, damals Professor der Botanik und Chemie an der Wiener Universität, S. nach dem glänzend abgelegten Magister-Rigorosum ermunterte, der Pharmacie zu entsagen, und ausschließlich dem Studium der Naturwissenschaften sich zuzuwenden. Da galt es aber zunächst die unterbrochenen Gymnasialstudien fortzusetzen, wozu es nach neunjähriger Unterbrechung einer Allerhöchsten Genehmigung im Gnadenwege bedurfte. Jacquin’s empfehlende Einbegleitung eines Majestätsgesuches und eine längere Audienz bei dem den Monarchen damals vertretenden Erzherzogs [323] Ludwig, welcher dem Bittsteller in späteren Jahren bleibende Gunst gewährte, machten diesen wieder zum Studenten. Nach privatabgelegter fünfter und sechster Gymnasial- (damals Humanitäts-) Classe, begann nun S. das Studium der philosophischen Fächer. Nun begann aber auch der harte Kampf um des Daseins tägliche Nothdurft, welcher mehrere Jahre dauerte, denn nicht immer gab es Unterrichtsstunden, mit deren Ertrag eine warme Stube und die nöthige Kost bestritten werden mußten, und sehr häufig galt es in rühmlicher Ausdauer den Magen büßen zu lassen, um einen botanischen Ausflug in die näheren und ferneren Umgebungen Wien’s zu ermöglichen, die dann nur mit etlichen, dem Munde abgesparten Gulden ausgeführt werden konnten. Freilich half da, wie schon oft im Leben, auch die Freundschaft aus. Ein College, der Sohn Gustav des wohlhabenden Wiener Leinwandhändlers Anton Wagner, mit dem S. während der pharmaceutischen Studien sich befreundet und in dessen Familie er die wohlwollendste Aufnahme gefunden hatte, sprang nicht selten in entscheidenden Fällen mit seinen Mitteln bereitwilligst bei, und ermöglichte manchen botanischen Ausflug sogar in die ferneren alpinen Gegenden. Die erstere größere Alpenreise trat S. im Sommer des Jahres 1840 an. Mit drei Freunden war er von Wien aus aufgebrochen, aber die Genossen zogen bald ihre eigenen Pfade, und S. trat nun allein die Wanderung durch die Steiermark, nach dem Salzkammergute an. Da bot nun die Natur dem Forscher und Künstler ungeahnte Reichthümer. Eine Flora, deren Kinder er bisher nur aus den Herbarien kannte, schauten seine freudetrunkenen Augen in ihrer vollen Farbenpracht. Die Felsen, die Berge, die Steinwüsten, die Gletscher, alles in wechselvoller gigantischer Architectonik, regten das künstlerische Auge mächtig an, der Stift kam gar nicht mehr zur Ruhe, wenn es galt alle diese Zauber und Eigenthümlichkeiten des Dachsteinstockes – denn dieses Gebirge durchwanderte er – auf dem Papiere zu fesseln. Die auf vier Wochen angesetzte Reisezeit hatte sich, ehe S. sich dessen inne wurde, auf zehn Wochen bereits ausgedehnt, aber in S. auch einen Entschluß für die nächste Zukunft zur Reife gebracht. Der mächtige Eindruck, den S. von einem Ausblick des an 9000 Fuß hohen Gjaidsteins auf das Karlseisfeld, und den hinter ihm als schroffe Zacke emporragenden Gipfel des hohen Dachsteins empfangen hatte, bestimmte ihn, in einem der nächsten Jahre die Ersteigung dieser übel verrufenen Spitze zu versuchen. Auch hatte ihm dieser erste größere Ausflug in die Alpennatur die Ueberzeugung beigebracht, wie wichtig für den Naturforscher ein gewisser Grad von Fertigkeit im Landschaftszeichnen sei, und von nun an suchte er seine ursprüngliche Anlage zur Landschaftsdarstellung möglichst auszubilden. Und auch die Kunst des Schreibens, der wörtlichen Darstellung des Geschauten, war ihm als etwas nichts weniger denn Geringes und Gleichgiltiges bewußt geworden, und in allen diesen verschiedenen Richtungen verfolgte er wie in der wissenschaftlichen seinen Weg mit Ernst und Ausdauer, und als – Autodidakt. Um sich vor jedem Einflusse einer bestimmten Manier zu bewahren, zeichnete er ausschließlich nach der Natur, dabei stets jene Details der Landschaft vor allem in’s Auge fassend, welche ihm geologisch oder geographisch bedeutsam erschienen; es galt also, um, so zu sagen, die Natur mit Wahrheit wissenschaftlich darzustellen. So war er [324] zwei Sommer in der angedeuteten Richtung thätig gewesen, und hatte sich nebenbei durch das Studium geologischer und verwandter Werke für eingehende Untersuchungen vorbereitet, und brach nun, geistig und materiell ausgerüstet, wieder nach dem ihm bereits lieb gewordenen Hallstadt auf. Dort führte er nun in Gesellschaft Joh. Wiener’s von Karlseisfeld aus die damals noch sehr gefahrvolle Besteigung der Dachsteinspitze aus. Die Schilderung derselben veröffentlichte S. in der „Wiener Zeitung“ [1842, Nr. 268]. Dieser Ersteigung folgten nun Ausflüge nach verschiedenen Theilen des Dachsteingebirges, insbesondere nach dem Karlseisfelde, welches nach übereinstimmenden Aussagen älterer Führer seil Jahren in einem steten Vorrücken sich befinden sollte. Bis zum Winter g. J. hatte S. bereits eine stattliche Reihe von Skizzen gezeichnet, unter denen namentlich die Aufnahme des obengenannten Gletschers [vergl. Haidinger’s naturwissenschaftliche Abhandlungen, Bd. II] ein besonderes Interesse dadurch gewinnt, daß aus derselben die gewaltigen Veränderungen, welche das Karlseisfeld seither durchgemacht hat, entnommen werden können. Um die Alpennatur auch im Winterkleide kennen zu lernen, unternahm er nun Hochgebirgswanderungen im Winter, deren eine unter dem Titel: „Drei Decembertage auf dem Dachsteingebirge“ in Witthauer’s „Wiener Zeitschrift“ 1843 in mehreren Nummern mitgetheilt, und noch aus dem Umstände besonders bemerkenswerth ist, daß die Schilderung des tief unter dem Gletscher sich hinziehenden Eisgewölbes zu Adalbert Stifter’s[WS 1] Erzählung: „Bergkrystall“, in dessen „Bunte Steine“ die Scenerie lieferte. Um die großartige Rundschau vom Dachsteingipfel auch Anderen zu ermöglichen, veranlaßte S. die Herstellung eines Steiges über die östliche Dachsteinwand und einer kleinen Unterstandshütte im Wildkahr in Antrag zu bringen, deren Ausführung auch durch Beiträge der Erzherzoge Ludwig, Franz Karl, des Fürsten Metternich, Baron Rothschild u. A. ermöglicht, und noch im September 1843 bewerkstelligt wurde. Die Eröffnung desselben, dann die Uebernachtungen S.’s auf den höchsten Spitzen des Dachsteins am 17. und 21. September mit einer Darstellung seiner daselbst gemachten Beobachtungen veröffentlichte S. gleichfalls in Witthauer’s schon erwähnter „Wiener Zeitschrift“ im Jahrgange 1844 unter dem Titel: „Zwei Septembernächte auf dem hohen Dachsteingipfel“. Diese Unternehmungen, verbunden mit ihren Darstellungen, in denen ebenso die Schilderung der landschaftlichen Scenen wie das wissenschaftliche Moment zur Geltung kamen, hatte den Namen Simony bald in weiteren Kreisen bekannt gemacht, und bei mehreren hochstehenden Persönlichkeiten das Interesse für den jungen und unternehmenden Forscher geweckt. Insbesondere nahm sich Erzherzog Ludwig desselben an, und förderte ihn durch eine Reihe von Jahren durch Mittel, die es ihm möglich machten, seine Untersuchungen fortsetzen zu können. Auch der Reichskanzler Fürst Metternich fand Gefallen an dem freimüthigen geraden Wesen des jungen Mannes, der trotz Lederhose und Lodenjoppe in dessen Salon freien Zutritt hatte, und für dessen Alpentouren und damit verbundenen Forschungen der Fürst das größte Interesse zeigte. Den Winter 1843 auf 1844 verlebte S. abermals in Hallstadt, theils um die Erscheinungen des alpinen Winters in deren ganzem Umfange aus eigener Anschauung [325] kennen zu lernen, theils auch um das Leben der dortigen Bewohner in seiner ganzen Eigenthümlichkeit an Ort und Stelle zu studiren. Zwanzig und mehr Jahre später veröffentlichte S. in der „Oesterreichischen Revue“ seine Studien und Beobachtungen aus jenen Tagen, denn in jenen Gegenden wollen zwei Decennien im Leben der Menschen und der Natur nicht viel bedeuten, und das Interesse der Schilderung bleibt sich gleich, weil auch die Menschen und die Gegenden, von der Cultur noch nicht angekränkelt, dieselben geblieben sind. Im Frühling 1844 begann S. seine Untersuchungen der See'n des Traungebietes, und zwar war es zuerst der Hallstädtersee, inwelchem er gegen vierhundert Tiefenmessungen ausführte. Nach den Ergebnissen dieser letzteren entwarf er zunächst eine Schichtenkarte und Profile, dann auch eine panoramatische Ansicht des ganzen Seethales, in welcher die Gestaltung des Seebeckens unter dem Wasserspiegel ersichtlich gemacht ist. Dieses Bild ging in den Besitz des Fürsten Metternich über. Besondere Aufmerksamkeit wendete S. den zahlreichen paläontologischen Fundstätten der Umgebungen Hallstadt’s zu. Nicht nur, daß er selbst eifrig nach Petrefacten forschte, auch die Eingebornen regte er an, nach Versteinerungen zu suchen, und ihm dieselben zu überbringen, wofür er sie bezahlte. So hatte er bald eine Art paläontologisches Museum in Hallstadt zu Stande gebracht, welches viel besucht, und selbst von Fachmännern ersten Ranges, wie Murchison, Middendorf, Quenstädt u. A., in seiner ganzen Bedeutung gewürdigt wurde. Die in der eben beschriebenen Weise zusammengebrachte Sammlung wurde im Jahre 1845 von dem Fürsten Metternich angekauft. Sie wurde Veranlassung zu einer Arbeit über die „Cephalopoden des Salzkammergutes“, von Franz Ritter von Hauer, die auf Kosten des Fürsten im Jahre 1846 unter obigem Titel (Wien 1846, mit 11 Tafeln, 4°.) im Druck erschien. Dieser wiederholte Aufenthalt in Hallstadt hatte S.’s Aufmerksamkeit auf den dort ungewöhnlich häufig auftretenden Cretinismus gerichtet, und ihn zum Nachdenken über die Ursachen dieser Krankheitserscheinung veranlaßt, welche er nicht, wie es bisher allgemein geglaubt ward, in den Wirkungen des Wassers, als vielmehr in der gesundheitswidrigen Lebensweise und den nachtheiligen Wohnungsverhältnissen der Bewohner zu finden glaubte. Er legte seine Ansichten in einem besonderen Memoire nieder und wies auf die Nothwendigkeit der Errichtung einer Anstalt hin, in deren luftigen Räumen die Kinder der Salinenarbeiter während der Abwesenheit der Eltern entsprechende Kost und Beschäftigung fanden. Die Folge dieser Schrift war die Gründung einer Kleinkinderbewahr-Anstalt durch die Erzherzogin Sophie. Auch gab S. den ersten Anstoß zu einem Versuche, die Holzschnitzerei in Hallstadt einzuführen, denn auf seine Fürbitte erhielt der Holzschnitzer Ritzinger für die Aufnahme einiger Knaben zum Unterricht in dieser Fertigkeit von dem Fürsten Metternich aus dessen Privatcasse eine jährliche Summe ausgezahlt. Die Jahre 1844 bis 1846 fanden S., die Sommermonate ausgenommen, welche er immer im Gebirge verlebte, in Wien, wo ihm im Palais des Fürsten Metternich gastliche Aufnahme zu Theil geworden. Während seines Aufenthaltes in Wien trat er in Verkehr mit Clemens Freiherrn Hügel, Adalbert Stifter, Wilhelm Haidinger u. A., unter denen vornehmlich Haidinger [326] auf S. fördernd wirkte. So nahm S. denn auch lebhaft Theil an dem damals in der Bildung begriffenen Verein der Freunde für Naturwissenschaften, hielt in den Versammlungen desselben öfter Vorträge, deren einer über die Spuren der vorgeschichtlichen Eiszeit im Salzkammergute in der „Wiener Zeitung“ (Mai 1846) in mehreren Fortsetzungen abgedruckt ist. Nun unterzog S. auch die anderen See'n und die Temperatur der in verschiedener Höhe vorkommenden Quellen des Salzkammergutes genauer Untersuchung. Auch wurde dann die Beckengestaltung des Wolfgang-, Mond- und Attersee’s durch mehr denn tausend Tiefenmessungen zu ermitteln gesucht, und auf mehrfachen Ausflügen in die Gebirge um Ischl, Aussee und Hallstadt die Temperatur-Messungen der dortigen Quellen vorgenommen. Ein nicht geringes Wagniß führte S. aus, als er sich in der Zeit vom 9. Jänner bis 7. Februar 1847, also während der Dauer eines Monats auf der 1675 Meter hoch gelegenen Wies-Alpe mit noch zwei Führern (Loidl und Danner) häuslich einrichtete, und von da täglich Ausflüge nach den höheren Theilen des Dachsteingebirges unternahm und viermal den höchsten Gipfel erstieg. Den Bericht über diese Ersteigungen veröffentlichte S. in der „Wiener Zeitung“ [1847, Nr. 39, 70, 71], und die wissenschaftlichen Ergebnisse in der Abhandlung: „Meteorologische Beobachtungen während eines dreiwöchentlichen Winter-Aufenthaltes auf dem Dachsteingebirge“ in Haidinger’s „Naturwissenschaftlichen Abhandlungen“ [Bd. I]. Im Herbst des Jahres 1847 bezog aber S. für sieben Wochen den Gipfel des Schafberges, und zeichnete in dieser Zeit ungeachtet öfteren starken Schneefalles und häufigen tagelangen Nebels das sich von diesem Standpuncte darbietende Panorama, mit besonderer Rücksicht auf Genauigkeit der Umrisse, der Plastik und Schichtungsverhältnisse der Höhen. Alexander von Humboldt sprach sich in einem Briefe an den Autor in besonders anerkennender Weise darüber aus. Das dem Erzherzog Ludwig gewidmete Werk wurde zuerst als Radirung veröffentlicht, später aber in der kaiserlichen Staatsdruckerei im Farbendruck ausgeführt, und ist in beiden Ausgaben bereits vergriffen. Die nächstfolgenden Monate bis zu Beginn der Märzbewegungen 1848 vergingen unter See- und Temperatur-Messungen von Quellen, Durchforschungen geologisch interessanter Puncte, Aufnahme der Profile des Grundel- und Toplitzsee’s, und Zeichnung der durch die Ramsauer aus dem keltischen Leichenfelde am Rudolphthurme zu Tage geförderten Grabbeigaben. Auf eine im Mai 1848 von dem Vorstande der Kärnthnerischen Gesellschaft für Landwirthschaft und Industrie an ihn gerichtete Anfrage, ob er geneigt wäre, die Custosstelle eines in Klagenfurt zu errichtenden naturhistorischen Museums zu übernehmen, sagte S. sofort zu, behielt ich aber nach einem mehrmonatlichen Aufenthalt im Salzkammergute vor, zu weiteren Untersuchungen der dortigen See'n und zu Beobachtungen des eben damals in merklichem Vorrücken begriffenen Karlseisfeldes. In diese Zeit fällt eine Begegnung Simony’s mit dem damals in Hallstadt anwesenden Dichter Adalbert Stifter, und wurde dieselbe Veranlassung eines ausführlichen Schreibens Simony’s an Emil Kuh ddo. 9. August 1871, welches in Kuh’s Buche „Zwei Dichter in Oesterreich“ (S. 453 und 470) abgedruckt steht und eine ausführliche Charakteristik Stifter’s bildet. Nachdem im Winter 1848/49 Simony [327] mit der Einrichtung des Museums in Klagenfurt beschäftigt war, nahm er im Frühling 1849 wieder die Temperatur-Messungen des Hallstädter See’s vor, zugleich geognostische und paläontologische[WS 2] Gegenstände für das werdende Museum sammelnd. Im darauf folgenden Winter unternahm S., während er seine Berufsarbeit, die Organisirung des Museums, fortsetzte, mehrere hundert Tiefenmessungen des Wörthersee’s, deren Ergebnisse er in einer großen Schichtenkarte mit Profilen dargestellt hat. Dieselbe befindet sich als S.’s Geschenk – noch unveröffentlicht – im Klagenfurter Museum. In neue Verwendung sollte S. im Jahre 1850 treten, als ihn die Direction der eben gegründeten geologischen Reichsanstalt einlud, sich an den beginnenden Untersuchungen der österreichischen Alpen und zwar als Chef-Geologe der Section V, welche das Salzkammergut umfassen soll, zu betheiligen. Nachdem S. sich in Wien mit den erforderlichen Instrumenten versehen, begab er sich Ende Mai in das Salzkammergut, wo seine nächste Aufgabe war, eine genauere Feststellung der noch höchst schwankenden Altersbestimmung der einzelnen Formationsglieder der Nordalpen zu gewinnen. Zugleich machte er Landschaftsaufnahmen geologisch interessanter Puncte, setzte seine Zeichnungen von keltischen Anticalien des Hallstädter Salzberges fort, und sammelte Felsarten und Petrefacten, von welch’ letzteren er nicht weniger denn 40 Kisten während fünf Monaten zusammengebracht hatte, welche mit Erlaubniß des Fürsten Metternich in dessen Villa auf dem Rennweg zur Besichtigung der Fachmänner aufgestellt wurden. Als der damalige Unterrichtsminister Leo Graf Thun diese so instructive Sammlung in Augenschein nahm, und S. ihm auch seine landschaftlichen Aufnahmen und die graphischen Darstellungen seiner See-Untersuchungen vorlegte, war der Graf von dem, was er nun gesehen und in seiner wissenschaftlichen Bedeutung kennen gelernt, so befriedigt, daß er wenige Monate später Simony zum ordentlichen Professor für Erdkunde an der Wiener Universität ernannte. Mit dem Studienjahre 1851/52 begann S. seine akademische Lehrthätigkeit, welche sich zunächst fast ausschließlich der physikalischen Geographie, u. z. desjenigen Gebietes zuwendet, in welchem er durch die eigenen Forschungen in der Alpennatur reichere Erfahrungen selbst gesammelt hatte. Neben seinem Lehrberufe setzt S. unablässig, namentlich in den Ferienmonaten sammelnd, zeichnend, und die Naturerscheinungen der Alpen- und Gletscherwelt sorgfältig beobachtend, seine Wanderungen in Oberösterreich, in den Salzburger- und Tiroler-Alpen fort, deren wissenschaftliche und künstlerische Ergebnisse weiter unten zusammengestellt erscheinen. Bei diesen bald längeren, bald kürzeren Excursionen, unter denen dem Dachsteingebirge doch die vorherrschende Aufmerksamkeit zugewendet bleibt, ist er vor allem den Beginn eines seither stets fortgesetzten Zurückweichens der Gletscher gewahr geworden, und widmet der Beobachtung dieser interessanten Wahrnehmung sein besonderes Augenmerk. Von dem J. 1868 an, setzt S. mit theilweiser Unterstützung der kais. Akademie der Wissenschaften seine Durchforschungen der See'n des Traungebietes, hauptsächlich Temperaturmessungen in verschiedenen Jahreszeiten und Tiefen mit Aushebung von Grundproben fort, denen er im October 1873 zum Zwecke der Vergleichung eine Untersuchung des Königssee’s anreihte. Gleichzeitig wendete [328] S. seine Aufmerksamkeit den in fortgesetzter Abnahme begriffenen Gletschern zu, damit eingehende Studien über die Verbindung des eratischen Schuttes im oberen Traun-, Salzach- und Ennsgebiete verbindend. Seiner in dem Jahre 1875 in Gemeinschaft mit dem Photographen Elsenwenger auf dem Dachsteinplateau vorgenommenen photographischen Aufnahmen geschieht weiter unten, wo von Simony’s artistischen Leistungen die Rede ist, nähere Erwähnung. In der bisherigen Darstellung des von S. ausschließlich wissenschaftlichen Forschungen speciellster Art gewidmeten Lebenslaufes geschah bereits einiger seiner schriftstellerischen Arbeiten Erwähnung; hier folgt eine ausführliche Uebersicht derselben, wenn nicht aller, doch seiner wichtigsten. In den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher und philosophisch-historischer Classe: „Die See'n des Salzkammergutes“ [1850, Maiheft, mathematisch-naturw. Classe] – „Die Alterthümer vom Hallstädter Salzberg und dessen Umgebung“ (Querfolio mit 7 Tafeln Abbildungen), [als Beilage, 1850, April- und Maiheft, philos.-histor. Classe] – „Ueber die Bedeutung landschaftlicher Darstellungen in den Naturwissenschaften“ [1852, Juniheft, mathem.-naturw. Classe] – „Die Alluvialgebilde des Etschthales“ [1856, XXIV. Bd., Maiheft, mathem.-naturw. Classe, wie auch alle folgenden] – „Urgesteinablagerungen im obersten Traunthal“ [1869, LIX. Bd., 1. Abtheilung. Maiheft] – „Ueber See-Erosionen in Ufergesteinen“ [1871. LXIII. Band, 1. Abtheilung. Februarheft] – „Die Gletscher des Dachsteingebirges“ [1871, LXIII. Bd., 1. Abtheilung, Maiheft] – „Ueber Temperatur- und Tiefenverhältnisse des Königssee’s“ [1874, LXIX. Band, 2. Abtheilung, Aprilheft] – „Ueber die Grenzen des Temperaturwechsels in den tiefsten Schichten des Gmundener- und Attersee’s“ [1875, LXXI. Bd., 1. Abtheilung, Aprilheft]; im Jahrbuch des österreichischen Alpenvereins: „Aus der Venediger-Gruppe“ [Bd. I, 1865] – „Der Marteller und Suldner Ferner“ [ebd.] – „Eine Wanderung von Mals über das Matscherjoch und Hochjoch nach Vent“ [Bd. VI, 1870]; in den Mittheilungen des österreichischen Alpenvereins: „Eine Gollingfahrt“ [Bd. II, 1864], in den Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins: „Zur Pflanzengeographie des österreichischen Alpengebietes“ [Jahrgang 1853] – „Beitrag zur Kunde der obersten Getreide- und Baumgrenze in West-Tirol“ [Jahrgang 1870] – „Ueber das Vorkommen der Zonotrichia calcivora in Oberösterreich“ [ebd. 1873] – „Die Zirbe“ [Bd. V, 1870] – „Die erodirenden Kräfte im Alpenland“ [Band VII, 1871]; in den Mittheilungen der Wiener geographischen Gesellschaft: „Gletscher und Flußschutt als Object wissenschaftlicher Detailforschung“ [Jahrgang 1872] – „Aus dem Pinzgau. Zwei Reisebriefe über Gletscherrückgang und alte Gletscherspuren“ [ebenda]; in den Illustrirten Monatsheften. Herausgegeben von J. D. Georgens und H. Klemm: „Modereck“ mit Illustration [1854] – „Wolfsegg“ [ebd.]; – „Der Grünsee [ebd.]; in der österreichischen Revue von J. B. A. Meyer: „Verbreitung der Gletscher in Oesterreich“ [Jahrgang 1863, Bd. I] – „Die Seen der Alpen“ [1864, Bd. I und V] – „Ueber Kalkalpenquellen“ [1865, Bd. I] [329] – „Das Wasserversorgungsproject der Stadt Wien“ [1865, Bd. II] – „Das Dachsteingebirge. Ein Charakterbild aus den österreichischen Nordalpen“ [1865, Bd. VIII] – „Ein oberösterreichischer Salinenort“ [1866, Bd. II und IV; 1867, Bd. X] – „Holzknechte im Salzkammergute“ [1867, Bd. XI]; in der Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Meteorologie: „Ueber klimatische Oasen in den Alpen“ [Bd. I, 1866, Nr. 3 und 4] – „Das meteorologische Element in der Landschaft“ [Bd. V, 1870, Nr. 3]; in der Zeitschrift die Realschule von Döll: „Das Freihandzeichnen an Mittelschulen“ [I. Jahrgang, 1871, Nr. 4]; in den Schriften des Vereines zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien: „Die Eiszeit der Diluvialperiode der Erde und ihr Einfluß auf die organische Welt“ [Band XV, 1874/75] – „Ueber die Vegetationsregionen der Alpen“ [Bd. XVI, 1875/76] – „Das naturwissenschaftliche Element in der Landschaft“ I. Aeltere und moderne Landschaftsdarstellung“ [Band XVII, 1876/77]. II. „Luft und Wolken“ [ebd.]; in Auer’s Faustkalender: „Die Holzstube“ [1855, Nr. 4, 5] – „Ein Graben“. Mit Illustr. [1855, Nr. 7]: „Auf dem Hallstädter See“ [1855, Nr. 11] – „Auf dem Prielgebirge“ [1857, Nr. 15 und 16]. Gleichsam eine Ergänzung dieser wissenschaftlichen Thätigkeit und meist eine bildliche Erläuterung seiner geschriebenen Darstellungen sind Simony’s artistische Leistungen, in welcher Richtung er auch als Bahnbrecher bezeichnet werden muß. Für das Auge, das nur auf Landschaften von Alt, Achenbach, Hansch, Zimmermann u. A. ruhen und an deren Farbenschmelz sich ergötzen mag, sind seine treuen Typen der Natur nicht berechnet, hingegen für den Naturforscher, welcher die ewigen Gesetze der Natur beobachten und ihre geheimnißvollen Vorgänge im Bilde gefesselt sehen will, für den sind S.’s bildliche Darstellungen, die nicht im bequemen Atelier, sondern unter mühvollen, beschwerlichen, ja halsbrecherischen Wanderungen, und in dem oft unwirthlichen Atelier der freien Natur ausgeführt wurden, von unschätzbarem Werthe. Auch von diesen Arbeiten S.’s können im Folgenden nur die bedeutenderen angeführt werden. Diese sind: „Panoramatische Ansicht des Fender-Grates und Kreuzberg-Kammes in den Oetzthaler-Alpen“, von Simony selbst radirt, und in den Mittheilungen des österreichischen Alpen-Vereines 1863 veröffentlicht; – „Gruppe des Grossglockners, vom Norden (Schmidtenhöhe) gesehen“, im Faustkalender II. Jahrgang. zum Artikel „Zell am See“ gehörig; – „Oestliche Ansicht der Stougruppe in den Karawanken; – „Aus dem Dachsteingebirge“, erstere im I. Bande (1863), letztere im II. Bande (1864) der Mittheilungen des österreichischen Alpenvereines, gleichfalls radirt. S. hat in diesen zwei Blättern, die in seinem oben erwähnten Aufsatze „Ueber die Bedeutung landschaftlicher Darstellungen in den Naturwissenschaften“ ausgesprochenen Grundsätze dargelegt; – „Panoramatische Ansicht der Alpen, von der hohen Salve“, fast zwei Dritttheile des Gesichtskreises umfassend, noch in den Mappen des Künstlers; – „Panorama des Nord-Krain’schen Beckens“, 6 Schuh lang, in 3 Blättern, von S. selbst radirt und mit erläuterndem Texte versehen (Wien, Wallishausser Joseph Klemm], 1858). – Mehrere Blätter, gleichfalls von Erläuterungen begleitet, zu dem Farbendruckwerke in Folio: „Physiognomischer Atlas der österreichischen Alpen“ [330] (Gotha 1862, Justus Perthes); – die Bildbeigaben zu S.’s in den Sitzungsberichten mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe enthaltenen Aufsatze: „Die Alluvialgebilde des Etschthales“, und zu den Artikeln im Jahrbuch des österreichischen Alpenvereines: „Aus der Venedigergruppe“ – „Der Marteller und Suldner Ferner“ – „Wanderung von Mals nach Vent“; – „Panoramatische Ansicht des Lienzer Beckens“ und „Panoramatische Ansicht des mittleren Etschthales und des Mandelgebirges“, Handzeichnungen, beide noch in den Mappen S.’s; – „Gletscherphänomene“, ein 35 Quadratfuß großes Wandbild, 1862 in Aquarellfarben ausgeführt, worin S. an einer aus verschiedenen, der Natur entlehnten Motiven künstlerisch componirten Gesammtansicht alle wichtigeren Erscheinungen der Gletscher und ihrer erodirenden Wirkungen darstellt. Das Bild kam auf die Londoner Ausstellung 1862, und wurde mit der Medaille ausgezeichnet. Gegenwärtig befindet es sich als Geschenk des Autors in der geographischen Lehrmittel-Sammlung der Wiener Universität. Eine kleine photographische Copie dieses Bildes, nebst einer kurzen Erläuterung enthält Helfert’s Bericht über die Ausstellung von Schul- und Unterrichtsgegenständen in Wien (Staatsdruckerei, 1862); – „Panoramatische Ansicht der Salzburger-Alpen vom Tannberge (nächst Salzburg)“, – „Panorama vom Wanderbergel bei Wels aufgenommen“, ein 6 Schuh fassendes Längs- und meisterhaftes Charakterbild des oberösterreichischen Alpenvorlandes mit den Kalkalpen als südlichem Abschluß, dieses und das vorige, Handzeichnungen, im Besitze des Autors; – „Panorama des Sarsteins“, eine 9 Fuß lange Darstellung im Jahre 1864 während eines drei-, und im Jahre 1865 während eines vierwöchentlichen ununterbrochenen Aufenthaltes in einer elenden Alpenhütte (Steinhütteln) nahe am Gipfel des genanntes Berges aufgenommen, Federzeichnung und in wissenschaftlicher wie künstlerischer Detailausführung wohl S.’s vollendetstes Werk; – „Dachsteingruppe mit ihren südlichen Vorlagerungen“, von der 1900 Meter hohen Gösselhöhe, während eines zweiwöchentlichen Aufenthaltes in der Nesselalm bei Schladming aufgenommen, auch diese Zeichnung noch im Besitze S.’s. Eine ganz interessante Folge wissenschaftlich und künstlerisch gleich werthvoller Landschaftsbilder und graphischer Tableaux aus dem physikalisch-geographischen Gebiete von Simony fand man aber in der Wiener Weltausstellung des Jahres 1873. Nicht nur sah man daselbst das schon in London ausgestellt gewesene Wandgemälde „Gletscherphänomene“, sondern ferner eine ganze Reihe Landschafts-Aquarelle, panoramatischer Ansichten in Feder- und Bleistift-Zeichnung, einer in Contourmanier skizzirten Wandkarte, das Karlseisfeld in der Zeit seines letzten stärksten Anwachsens und des nachfolgenden intensiven Rückzuges darstellend, mehrere im größten Maßstabe ausgeführte Schichten- und Profilkarten von See'n des Salzkammergutes, dann ein sehr instructives und übersichtliches Tableau über die Temperaturverhältnisse Wien’s während der neunzigjährigen Periode 1785 bis 1864 u. m. A. Die Jury hat S. die Fortschrittsmedaille zuerkannt. Auch die Photographie hat S. und mit entschiedenem Erfolge in den Dienst seiner Wissenschaft gezogen, wie dieß eine Folge photographischer Aufnahmen aus dem Jahre 1875 darthut. In Gemeinschaft mit dem Photographen Elsenwenger aus Goisern brachte er im genannten Jahre vier Wochen auf dem Dachsteinplateau [331] zu, und ungeachtet der zum Theil sehr ungünstigen Witterung waren doch 35 photographische Aufnahmen charakteristischer Theile des Gebirges das Resultat dieser Expedition. S. hatte dabei die Absicht, an einem Beispiele zu zeigen, wie durch eine umfassende Sammlung von photographischen Nachbildungen aller wissenschaftlich bedeutsamen Landschafts-Erscheinungen eines enger abgegrenzten geographisch-individualisirten Alpentheiles ein Anschauungsmittel für geographische und naturhistorische, insbesondere geologische Studien geschaffen werden könne, das seiner vollkommenen Naturtreue wegen in mehrfacher Hinsicht jeder anderen Art bildlicher Landschaftsdarstellung vorzuziehen ist, und in gewissem Sinne ein den naturhistorischen Sammlungen gleichartiges Analogon abzugeben vermag. S. hat sich darüber in E. Hornig’s photographischer Correspondenz 1876 im Maiheft im Aufsatze „Die Landschafts-Photographie in ihrer wissenschaftlichen Verwerthung“ ausführlicher ausgesprochen. Diese photographischen Aufnahmen und die in demselben zum Ausdruck gelangte Idee fanden in den maßgebenden Kreisen solche Anerkennung, daß auf Grund derselben eine Unterstützung von Sr. Majestät dem Kaiser, ferner Subventionen von Seite der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und des Ackerbauministers angewiesen wurden, welche S. in den Stand setzten, in den nächsten Jahren das so erfolgreich begonnene Werk fortzusetzen. In der That führte auch S. im Jahre 1876, diesmal allein, und zwar mit Trockenplatten die Aufnahme aus, und das Ergebniß dieser Aufnahme waren nun 53 neue Ansichten, worüber S. in der schon erwähnten photographischen Correspondenz von Hornig, 1876 Decemberheft, Bericht erstattet. Von jeder der während der zwei Expeditionen gewonnenen 88 Negative, wurden jedoch nur wenige Copien gemacht, da die Aufnahmen erst später als Material zu einer illustrirten Monographie des Dachsteingebirges Verwendung finden sollen. Für ein completes, dem Kronprinzen Rudolph überreichtes Exemplar des photographischen Dachstein-Albums erhielt S. von Sr. Majestät die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. S. ist auch Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften. Nachdem wir im Vorstehenden eine gedrängte Darstellung des Schaffens und Wirkens S.’s als Gelehrter, Naturforscher, Lehrer und Künstler gegeben, mögen noch wenige Daten über seine Familienverhältnisse diese gedrängte Skizze beschließen. S. hat sich am 2. August 1851 mit Amalie Krakowitzer, einer Tochter des Fürst Auersperg’schen Oberpflegers zu Wels, einem Mädchen, in welchem sich körperliche mit geistigen Vorzügen vereinten, vermält. Nach 26jähriger glücklicher Ehe ward ihm am 14. Mai 1877 die Gattin nach längerem Leiden durch den Tod entrissen. Zwei Söhne und eine Tochter, letztere wenige Wochen nach der Geburt gestorben, stammen aus dieser Ehe. Ueber den älteren, Oskar, vergleiche die besondere Lebensskizze (S. 340), über den jüngeren, Arthur, vergleiche das Nähere in den Quellen.

Storch (Franz Dr.), Skizzen zu einer naturhistorischen Topographie des Herzogthums Salzburg (Salzburg 1857, Mayr, 8°.) I. Bd., S. 39 im Aufsatze: „Geschichte der botanischen Forschungen in Salzburg“. Von Heinrich Reitzenbeck. – Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins in Wien (Wien, 8°.) Bd. V (1855), in den Abhandlungen S. 58, in Neilreich’s „Geschichte der Botanik in Niederösterreich“. – Monats-Verzeichnisse des österreichischen Kunstvereines [332] (Wien, 8°.), 1863, April, Nr. 66; 1865, März, Nr. 64. – Eigene Aufzeichnungen. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Adolph Stifter’s.
  2. Vorlage: poläontologische.