BLKÖ:Unterberger, Leopold Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Unterberger, Joseph
Band: 49 (1884), ab Seite: 88. (Quelle)
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Unterberger, Leopold Freiherr von (k. k. General-Feldzeugmeister und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Strengberg in Niederösterreich am 12. October 1734, gest. in Wien am 9. Februar 1818). Wir wissen nicht, ob dieser berühmte Artilleriegeneral zu der Tiroler Malerfamilie Unterberger in verwandtschaftlichen Beziehungen stehe. Seinen ersten Unterricht erhielt er im Elternhause, dann besuchte er das Stiftsgymnasium zu Seitenstetten. Die Humanitäts- und philosophischen Studien beendete er in Linz, wo namentlich der Lehrer der Mathematik, der Jesuit Joseph Walcher auf ihn bestimmenden Einfluß übte, indem er in dem begabten Jünglinge eine warme Vorliebe für mathematische Disciplinen weckte. Aber in der Folge, in Wien, griff Walcher auch in das Schicksal seines ehemaligen Zöglings ein, da er denselben als Erzieher in das Haus des Hofrathes Groller empfahl. Daselbst wurde Unterberger mit dem als Befestiger Wiens und sonst im Geniewesen verdienten Paul Wilhelm von Bohn, k. k. Feldzeugmeister und zweitem Vorsteher des Kriegsbauwesens (gest. 1759), bekannt. Dieser General, der mehrere gelungene Zeichnungen des Erziehers gesehen und auch von einigen schriftlichen Aufsätzen desselben Kenntniß genommen, empfand für den talentvollen jungen Mann so großes Interesse, daß er ihn als Conducteur (Fähnrich) im Ingenieurcorps anstellte (25. März 1758). In [89] demselben wurde nun Unterberger noch im Verlaufe des siebenjährigen Krieges, gleich nach der Belagerung von Glatz, Juli 1760, zum Unterlieutenant befördert. Am 8. October 1762 rückte er zum Oberlieutenant vor und ward zugleich Adjutant bei dem Feldzeugmeister und Generalprodirector des Geniewesens Ferd. Philipp Grafen von Harsch [Bd. VII, S. 387], in welcher Stellung er verblieb, bis dieser sein Regiment, zu jener Zeit Nr. 50 – 1809 reducirt – an den Fürsten Andreas Poniatowski [Bd. XXIII, S. 102] verkaufte. Am 15. März 1770 durch den Fürsten Wenzel Liechtenstein [Band XV, S. 156] mit Hauptmannsrang als Professor der Mathematik im Feldartilleriecorps angestellt, wirkte er auf diesem Posten vom Jahre 1774 auch als Fachschriftsteller, und werden wir die Titel seiner Werke zu Ende der Biographie anführen. Seine Verdienste im erwähnten Lehramte veranlaßten seine Beförderung zum Major, welche am 15. November 1775 erfolgte, auch ward ihm die Auszeichnung zutheil, dem Erzherzog Maximilian, nachmaligem Kurfürsten von Köln, als Lehrer der Mathematik und geometrischen Zeichnung zugewiesen zu werden. Als solcher erwarb er sich auch das Vertrauen Kaiser Josephs II. in so hohem Grade, daß ihn dieser in gleicher Eigenschaft bei dem Erzherzog Kronprinzen Franz anstellte. Gleichzeitig ward er zum Oberstlieutenant und Commandanten des im October 1786 neu errichteten Bombardiercorps ernannt. Zur Bildung desselben mußten die damals bestehenden drei Feldartillerie-Regimenter ihre Oberfeuerwerker, Feuerwerker und Bombardiere abgeben, aus denen dann vier Compagnien formirt wurden, welche nach ihrem completen Stande ein Corps von 740 Mann ausmachten. Als 1788 der Türkenkrieg ausbrach, rückte Unterberger ins Feld. Im April dieses Jahres leitete er vor Türkisch-Dubiza das Belagerungsgeschütz diesseits der Unna. Vor Belgrad 1789 that sich das Bombardiercorps so hervor, daß er als dessen Commandant am 19. October zum Obersten avancirte. Er erhielt das Commando des zweiten Feldartillerie-Regiments. Nun sollte er bei der im Kriegsrathe beschlossenen Belagerung von Widdin die Oberleitung des Geschützes führen, als es in Folge der zu Sistow angeknüpften Friedensunterhandlungen davon abkam. Bald nach Ausbruch des französischen Krieges am 5. März 1793 zum Generalmajor befördert, erhielt er den Auftrag, über das zur Belagerung von Valenciennes bestimmte Geschütz das Commando zu übernehmen. Am 19. April traf er im Hauptquartier des Prinzen von Coburg ein. Da unsere Belagerungsartillerie in Rücksicht auf die Ereignisse des bevorstehenden Feldzuges unzureichend war, mußte man darauf bedacht sein, das Fehlende von den Holländern zu erlangen. Die zu diesem Zwecke zu führenden Unterhandlungen wurden dem General Unterberger übertragen, der sie auch, alle Hindernisse beseitigend, mit glücklichem Erfolge zu Ende führte. Nach Eroberung des verschanzten Lagers der Franzosen zu Famars bei Valenciennes rüstete man sich zur Belagerung der Festung. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni begann die Eröffnung der Laufgraben, am 15. befand sich die erste Parallele im gehörigen Stande, am 21. die zweite, am 6. Juli die dritte; auch wurde das Geschütz in die beiden ersteren eingeführt, und es gebrach an nichts zu einer nachdrücklichen Beschießung. Die Seele aller [90] dieser Ausführungen war Unterberger. Am 9. Juli wurde auch in die fertige, dritte Parallele das Geschütz eingeführt. Indessen hatte der Feind das Belagerungsheer auf das heftigste beschossen und letzteres dieses Feuer immer in entsprechender Weise und mit großem Erfolge erwidert. Bereits waren die Festungswerke durch unsere Geschütze an mehreren Stellen stark beschädigt, in Folge dessen die Belagerten an manchen Punkten ihre Geschütze nicht mehr benützen konnten. Endlich, am 25. Juli, kam der Moment, wo sich zur Sprengung der Minen und endlich zum Sturme auf dem bedeckten Wege Anstalten treffen ließen. Dies sollte vor Einbruch der Nacht geschehen. Die Ausführung des Sturmes wurde mit drei Angriffscolonnen festgesetzt, deren erste aus englischen Truppen bestand, die zweite Feldmarschall-Lieutenant Graf Erbach, die dritte General Wenckheim befehligte. Um 9 Uhr sprang die erste, nach je zehn Minuten die zweite und dritte Mine, alle verheerenden Ausbrüchen eines Vulcans gleichend. Die Verluste, welche die Belagerten in dieser Nacht erlitten, sollen nach Aussagen mehrerer Ueberläufer grauenhaft gewesen sein. Nicht weniger als 1300 Mann betrug die Zahl der Todten, während der Verlust der Unseren im Ganzen sich auf etwas über 200 Todte und Verwundete beschränkte. Nun ließ General Unterberger am 26. in das Logement des großen Hornwerkes zehnpfündige Bombenböller bringen, Nachmittags aber den Commandanten der Festung zur Uebergabe derselben auffordern. Dieser begehrte eine 24stündige Waffenruhe zur Berathschlagung. Am Abend des 27. kamen aus der Festung Uebergabsbedingungen, die jedoch so übermüthig lauteten, daß sie abgelehnt und ihr andere gesendet wurden, mit dem Beifügen, daß, wenn die Belagerten bis 7 Uhr Morgens des 28. sich denselben nicht unterwürfen, der Angriff ohne fernere Annahme von Capitulationsvorschlägen fortgesetzt werde. Nun endlich capitulirte der feindliche General Ferrand, dem der Abzug mit allen Kriegsehren unter Mitnahme des erforderlichen Gepäcks, doch mit Zurücklassung alles Geschützes und aller Waffen gestattet wurde. Am 30. übernahm Unterberger das eroberte Artilleriegut, und dieses umfaßte 175 Geschütze verschiedener Art, 60.000 Kugeln, 1050 Granaten, 670 Bomben, 4556 Feuergewehre, 2828 Centner Pulver, 7800 Stück Patronen und 152 Fäßchen mit Infanterie- und anderen Patronen. Am 1. August zogen die französischen Truppen, mit ihnen der trotzige Cochon, Commissär des Nationalconvents, ab. Von Seite der Belagerer betrug die Summe aller Schüsse und Würfe 157.372, wobei, den Bedarf für die Minen eingerechnet, 7224 Centner Pulver aufgingen. Zur Belagerung verwendete man 344 Geschütze, von denen 41 ganz unbrauchbar wurden. Unsere Artillerie zählte vor Valenciennes 2 Officiere, 36 Mann an Todten, 8 Officiere und 161 Mann an Verwundeten. Unterberger, dessen Verdienste bei diesen günstigen Resultaten glänzend hervorragten, erhielt in der 29. Promotion (vom 18. August 1793) das Ritterkreuz des Maria Theresienordens. In gleich ausgezeichneter Weise bethätigte er sich bei le Quesnoy 1793, bei Landrecy 1794 und bei Mannheim 1795 durch Genialität seiner Entwürfe und Energie in deren Ausführung. Bei der Eroberung Mannheims theilte er sich mit Generalmajor Lauer [Bd. XIV, S. 216] in den Triumph des Sieges und erhielt mit [91] dem Genannten zugleich das Commandeurkreuz des Maria Theresien-Ordens. 1797 stieg er zum Feldmarschall-Lieutenant auf. Als im Jahre 1798 eine besondere Hofcommission zusammengestellt wurde, um die Einführung von Verbesserungen im Kriegswesen zu berathen, ward er als Mitglied in dieselbe berufen und die Leitung der Anfertigung neuer Feuergewehre ganz in seine Hände gelegt. 1803 ernannte ihn Kaiser Franz zum Vorsteher des Hauptzeugamtes, übertrug ihm den mathematischen Unterricht des Erzherzogs Kronprinzen und verlieh ihm das 1802 errichtete 4. Artillerie-Regiment. Als dann Erzherzog Karl als Generalissimus an der Spitze der kaiserlichen Armee stand, lud derselbe den Feldmarschall-Lieutenant Unterberger auf die ehrendste Weise ein, weiters durch Herausgabe von Artilleriehandbüchern für die Bildung unseres Geschützwesens zu wirken. Und dieser Aufgabe unterzog sich der 70jährige Greis mit allem Eifer eines Mannes in den besten Jahren. 1809 rettete er einen Theil Wiens vor schrecklicher Verwüstung. Er hatte sich nämlich durch den Augenschein überzeugt, mit welcher Unvorsichtigkeit der französische Feuerwerker bei der Verarbeitung des Pulvers im k. k. Zeughause vorging. Sofort begab er sich zu dem französischen General Lariboissière und bewog diesen durch die eindringlichsten Vorstellungen, den Arbeitsplatz auf die Schottenbastei zu verlegen. Seine Besorgnisse erhielten in der That auch eine traurige Bestätigung. Auf der Schottenbastei entzündete sich ein Pulvervorrath von 2000 Centnern. Alle dabei beschäftigten Arbeiter büßten ihren Leichtsinn mit dem Leben. Wien aber ward durch Unterberger’s Vorsicht vor großem Schaden bewahrt, denn wäre die Entzündung dieser Pulvermasse in den Gewölben des Zeughauses erfolgt, so würde der größere Theil des umliegenden Stadtviertels zerstört worden sein. Am 4. September 1813 erhielt der greise Held die Feldzeugmeisterswürde. 84 Jahre alt, starb er nach kurzer Krankheit, den Ruhm eines geistbegabten Kriegers, eines tapferen Generals und eines edlen Menschen hinterlassend. Hier folgt die Uebersicht seiner sämmtlichen im Druck erschienenen mathematischen und artilleristischen Schriften: „Anfangsgründe der Mathematik, zum Gebrauche der mathematischen Schule des k. k. Artilleriecorps. Erster Theil: Die Rechenkunst und Algebra; zweiter Theil, 1. und 2. Band: die Geometrie: dritter Theil: die Mechanik, Hydrostatik, Aërometrie und Hydraulik oder von dem Gleichgewicht und von der Bewegung der festen und flüssigen Körper“ (Wien 1774–1781, Trattner, gr. 8°.); – „Tafel der Sinusse, Tangenten und Secanten mit ihren Logarithmen, nebst den Logarithmen der natürlichen Zahlen von 1 bis 20.000“ (ebd. 1777, 4°.); – *„Kurzer Unterricht vom Aufnehmen mit dem Messtische“ mit 5 Kupf. (Wien 1807, Beck, gr. 8°.); – *„Abhandlung über die beständige Befestigungskunst und nöthige Begriffe von dem Angriffe und der Vertheidigung der Festungen“ mit 13 Kupf. (ebd. 1807, neue Aufl. 1819, gr. 8°.); – *„Abhandlung über die Feldbefestigungskunst“ mit 8 Kupf. (ebd. 1807, gr. 8°.); – *„Wesentliche Kenntnisse der Infanterie- und Cavallerie-Feuergewehre zum Gebrauche der Infanterie- und Cavallerieofficiere der k. k. österreichischen Armee“ (ebd. 1807, gr. 8°.); – *„Nöthige Kenntnisse von dem Geschütz und dessen Gebrauch“ mit 3 Kupf. (ebd. 1807, gr. 8°.); – *„Nöthige Anfangsgründe der Planimetrie“ mit 5 Kupf. (ebd. 1807, gr. 8°.); – *„Nöthige Anfangsgründe der Rechenkunst zum Gebrauche der Infanterie- und Cavallerieofficiere der k. k. österreichischen [92] Armee“ (ebd. 1807, gr. 8°.). Die vorbenannten sieben mit einem Sternchen (*) bezeichneten Werke gehören in die Suite jener, welche Freiherr von Unterberger auf die Einladung des Erzherzogs Karl schrieb, um für die Bildung des österreichischen Geschützwesens zu wirken; sie erschienen auch unter dem Titel: „Sämmtliche militärische Schriften des Freiherrn Leop. v. Unterberger... zum Gebrauch der k. k. österreichischen Officiere...“ 7 Bände mit KK. (Wien 1807, Beck, gr. 8°.); – „Nützliche Begriffe von den Wirkungen der Elektricität und der Gewittermaterie. Nebst einer praktischen Belehrung, wie Gebäude gegen das Einschlagen des Blitzes zu bewahren sind“ mit einer Kupfertafel (Wien 1811, C. F. Beck, gr. 8°.); – „Tagebuch der Belagerung und Bombardierung der französischen Festung Valenciennes durch die k. k. kön. englischen und chur-hannoverschen Truppen im Monate Juny und July des Jahres 1793. Den k. k. Herren Artillerieofficieren gewidmet...“ (Augsburg 1796, Späth, gr. 8°., mit KK.; zweite mit einem neugestochenen Plane versehene Ausgabe Wien 1815, Beck, gr. 8°.), ein für Belagerungen jeder Art ungemein instructives Werk. Unterberger wurde 1794, und nicht, wie Oettinger in seinem „Moniteur des Dates“ meldet, 1797 in den Freiherrenstand erhoben. Seine Tochter Josephine – mit wem der Freiherr vermält gewesen, wissen wir nicht – machte im Jahre 1856 eine Stiftung für zwei von Vater und Mutter oder von väterlicher Seite verwaiste Officierstöchter der Artillerie, vom Hauptmann inclusive abwärts. Das Stiftungscapital beträgt 6000 fl. in vierpercentigen Staatsschuldverschreibungen, daher jede der zwei betreffenden Waisen mit 120 fl. Conventionsmünze jährlich bis zu einer anderweitigen Versorgung zu betheilen ist. Das Verleihungsrecht steht dem Kriegsministerium mit Würdigung der Verdienste des Vaters und der Dürftigkeit der Waise zu.

Ritter von Rittersberg (J.)[WS 1]. Biographie der ausgezeichnetsten verstorbenen und lebenden Feldherren der k. k. österreichischen Armee aus der Epoche der Feldzüge 1788–1821 (Prag 1828, C. W. Enders, 8°.) Bd. I, S. 191–222 [gibt S. 191 den 12. April 1734, S. 221 den 13. October 1734 als den Geburtstag Unterberger’s an; nennt ferner dessen Geburtsort Sternberg, während dieser in Wirklichkeit Strengberg heißt.] – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. V, S. 505. – Szöllösy (Joh. Nep. v.). Tagebuch gefeierter Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse der neuesten Zeit (Fünfkirchen in Ungarn 1837, 8°.) S. 410 [nach diesem geb. am 11. October 1734.] – Hirtenfeld (J.). Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, schm. 4°.) S. 453 [nach diesem geboren zu Sternberg (statt Strengberg), gest. 19. Februar 1818 (statt 9. Februar); ein Festbuch sollte doch nicht solche Irrthümer enthalten!] – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften u. s. w. (Leipzig 1863, J. A. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 1158.
Porträt. Unterschrift: „Leop. Freih. v. Unterberger | k. k. General-Feldzeugmeister“ | ohne Angabe des Zeichners und Lithographen (F. Schier lith.?).
Des Freiherrn Leopold von Unterberger Grabstein. Der Freiherr wurde auf dem Friedhof zu St. Marx bei Wien zur Ruhe bestattet. Der Grabstein, mit dem wohlgetroffenen Bildnisse des Helden geschmückt, trägt folgende Inschrift: „Hier ruhet die Asche des Leopold Freyherrn von Unterberger, General-Feldzeugmeisters, Commandeurs des militärischen Maria Theresien-Ordens und Inhabers des 4. Artillerie-Regiments. Geboren den 12. October 1734, betrat er 1758 die ehrenvolle Laufbahn des Kriegers und diente stets muthvoll im Felde, und weise im Rathe, unter 4 Herrschern dem österreichischen Staate mit unerschütterlicher Treue. Nach einem höchst thätigen Leben verschied er am 9. Februar 1818 mit der größten Seelenruhe, dem sprechenden Bürgen seines tadellosen Wandels. [93] Sein Ruhm lebt in seinen hinterlassenen Schriften und in seinen hierdurch würdigen und dankbaren Zöglingen beim österreichischen Artilleriecorps fort“.
Unterberger’s Gebet. Im Jahre 1795, in welchem er die Eroberung Mannheims bewerkstelligte, befand er sich als Generalmajor zu Hadamar, einem Städtchen im Nassau’schen, und schrieb nächtlicher Weile das „Gebeth eines ehrlichen Soldaten“ nieder, welches 1818 auf Veranlassung der Freunde des Verstorbenen nach der Originalhandschrift abgedruckt wurde. Es dient besser als viele Worte zur Charakteristik dieses braven Soldaten, dessen religiöses Gefühl in dem schlichten Gebete unverfälscht zum Ausdruck kommt, daher lassen wir es auch hier seinem vollen Wortlaute nach folgen: „O Herr und Erschaffer des ganzen Weltalls! ich danke dir, daß du mich zum Menschen gemacht und mit Vernunft begabt hast, um deine Herrlichkeiten so weit zu erkennen, als du sie uns Menschen zu kennen für gut findest: ich danke dir für Alles, was mir in meinem Leben hindurch wohlbehaget hat und noch alle Tage wohlbehaget; denn du bist ja der Geber alles Guten. Ich danke dir aus der Fülle meines Herzens, daß du mir Stärke genug gegeben hast, manches mir aufgestoßene Uebel glücklich zu überstehen, denn du prüftest ja nur meine Ergebung in deinen göttlichen Willen. Ich. ... lasse mir deinen höchsten Willen gefallen, denn du bist ja der Weiseste und weißt also am besten, was mir gut ist. Gebe mir nur deinen Willen zu erkennen, denn derselbe soll auch jedesmal der meinige sein. Amen!“. Hadamar, den 7. Jänner 1795, Abends um 11 Uhr.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ritter von Rittersbach (J.).