Beschreibung des Oberamts Sulz/Kapitel A 5

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V. Nahrungsstand.
1. Hauptnahrungsquellen.

Die Hauptnahrungsquellen sind Ackerbau, Obstzucht, Waldbau, und Viehzucht. Die Gewerbe sind nur in der Oberamtsstadt und in Rosenfeld von einigem Belang (s. hierüber den Abschnitt über Kunst und Gewerbefleiß sowie auch die Ortsbeschreibungen).

2. Wirthschaft.
A. Urproduction (Landbau).
a) Gewinnung von Mineralien.
Hier ist vorzugsweise zu erwähnen die Gewinnung des Salzes und der Hallerde (siehe hier die Ortsbeschreibung von Sulz); ferner die Steinbrüche, welche nach den Ergebnissen der Landesvermessung 176/8 Mrg. in dem Bezirk einnehmen. Auf den Markungen Hopfau und Leinstetten wird der bunte Sandstein, welcher gute Werksteine, theilweise Mühl- und Schleifsteine liefert, abgebaut. Hauptmuschelkalk, zuweilen| auch Muschelkalkdolomit gewinnt man auf den Markungen Sulz, Aistaig, Bergfelden, Boll, Busenweiler, Dornhan, Dürrenmettstetten, Fürnsaal, Holzhausen, Hopfau, Leinstetten, Marschalkenzimmern und Weiden. Der Muschelkalk wird nicht allein zu Mauersteinen, sondern auch zu Kalk und besonders als Straßenmaterial benützt. Lettenkohlensandsteinbrüche, die ausgezeichnete Werksteine liefern, haben nur die Gemeinden Sulz und Holzhausen. Auf den Markungen Binsdorf, Renfrizhausen, Rosenfeld, Trichtingen und Vöhringen wird der feinkörnige Keupersandstein, der zu Werksteinen benützt wird, in sehr namhaften Brüchen abgebaut. Stubensandsteinbrüche haben Binsdorf, Bickelsberg, Rosenfeld, Rothenzimmern, Trichtingen und Wittershausen. Liaskalk zu Straßenmaterial gewinnt man auf den Markungen Bickelsberg, Binsdorf, Brittheim, Leidringen und Rosenfeld. Tuffsteinbrüche besitzen die Gemeinden Dornhan, Hopfau und Leinstetten. Gyps (Hallerde) wird bei Sulz und Aistaig in großer Ausdehnung abgebaut und vorzugsweise als Düngungsmittel benützt. Auch bei Bergfelden und Leinstetten wurde früher Gyps gewonnen. Lehm kommt beinahe im ganzen Bezirk vor und wird häufig für Ziegeleien benützt. Töpfererde gewinnt man auf den Markungen Rosenfeld und Vöhringen (siehe auch die Ortsbeschreibungen).


b) Pflanzenbau.
1. Verhältnisse des Feldbaues im Allgemeinen.

Nach dem Ergebniß der Landesvermessung beläuft sich die Grundfläche des Oberamtsbezirks auf 71.925 Morgen 95 Ruthen. Betrachtet man Äcker, Gärten, Wiesen, Weinberge und Waldungen als gebautes, das Übrige aber als ungebautes Land, so sind nur 1/10 der ganzen Fläche unkultivirt. Rechnet man dagegen die Waldungen zu der ungebauten Fläche, so nimmt das nicht angebaute Land 28.0605/8 Morgen oder etwa 4/10 des Areals ein.

Von der ganzen Bodenfläche kommen auf einen Einwohner 3,5 Morgen, auf ein Pferd 68,4 Morgen, auf 1 Stück Rindvieh 6,3 Morgen.

Das Verhältniß sämmtlicher Kulturarten unter sich, Gärten und Länder als Einheit genommen, ist folgendes:

Gärten und Länder 1.5680/0 Morgen 14,3 Ruthen = 1,00
Äcker 33.0865/8 21,3 = 21,10
Wiesen 9.1831/8 31,2 = 5,86
Weinberge 264/8 32,5 = 0,02
Waldungen 21.0081/8 30,2 = 13,40
| Von 100 Morgen der ganzen Grundfläche kommen also:
auf Gärten und Länder 02,2 Morgen
Äcker 46,0
Wiesen 12,8
Weinberge 00,1
Waldungen 29,2
90,3 Morgen

Der Rest von 7.0524/8 Morgen ist eingenommen:

durch das Areal der Ortschaften 2902/8 39,2
durch Weiden und Öden 3.5413/8 19,1
1.1902/8 01,0
Steinbrüche, Thon u. andere Gruben 217/8 00,2
Seen, Bäche und Gewässer 2422/8 14,3
Straßen und Wege 1.7662/8 35,7
7.0524/8 13,5

Vertheilung und Eigenthum. Das Grundeigenthum war zur Zeit der Landesvermessung in 69.415 Parcellen vertheilt, wonach durchschnittlich 1 Morgen 14 Ruthen auf eine Parcelle kommen.

Die größten Markungen haben Sulz und Dornhan, die kleinsten Busenweiler und Bettenhausen. Größere arrondirte Güter sind die Staatsdomänen Kirchberg, Bernstein und Weiherhof, wie das dem Freiherrn v. Hayn gehörige Schloßgut Geroldseck. Auf den Markungen zerstreut liegende Güterbesitze von 40–60 Morgen gehören nicht zu den Seltenheiten.

Von den vorhandenen 71.9252/8 Morgen besitzt der Staat 5.8541/8 Morgen oder 8,1%, die Grundherrschaften 10273/8 Mrg. oder 1,4%, die Gemeinden 17.4055/8 Morgen oder 24,2%, und die Stiftungen 7665/8 Morgen oder 1,1%; im Eigenthum der Privaten sind demnach 46.8714/8 Morgen oder 65,2% der Gesammtfläche des Bezirks.

Anbau. Bei dem im Allgemeinen theils mittelfruchtbaren, theils fruchtbaren Boden und günstigen theilweise minder günstigen klimatischen Verhältnissen hat der Fleiß der Einwohner den landwirthschaftlichen Betrieb zwar nicht auf die blühende Stufe des Unterlandes zu heben vermocht, jedoch, so weit es die natürlichen Verhältnisse gestatten, den Ertrag der Güter auf eine erfreuliche Weise gesteigert. Nicht nur der einzelne Güterbesitzer ist bemüht dem Boden den möglichst reichen Ertrag abzugewinnen, sondern auch die Gemeinden haben durch Austheilung von Allmandstücken unter die Gemeindeangehörigen, oder durch Anpflanzung der Allmanden mit Obstbäumen, manches| Stück Land nutzbringender gemacht, so daß in neuerer Zeit der eine Bearbeitung zulassende Boden umsichtig benützt wird.

Die rationelle Bewirthschaftung der in dem Bezirke vorhandenen geschlossenen Güter, namentlich die der Staatsdomänen Kirchberg, mit der zugleich eine Ackerbauschule verbunden ist, und die des Freiherrn v. Hayn auf Geroldseck, üben einen sehr wohlthätigen Einfluß auf die Landwirthschaft und werden in der Folge noch reichlichere Früchte in dieser Beziehung tragen. Über das Bestreben und Wirken des landwirthschaftlichen Bezirksvereins s. unten.

Das für den Ackerbau benützte Land hat im Allgemeinen theils in den Niederungen, theils auf den Hochebenen meist eine ziemlich ebene Lage, indessen werden auch manche, zuweilen sehr steile Thalabhänge nur mit der Hacke mühsam angebaut. Im Allgemeinen sind jedoch die Gehänge dem Waldbau überlassen und nur Stellen, denen beinahe aller Humus mangelt und eine Bebauung unmöglich ist, werden als Schafweiden benützt.

Das Erzeugniß an Früchten ist beträchtlich und mit Ausnahme der Orte Sterneck und Wälde können sämmtliche Orte des Bezirks von ihren erzeugten Feldfrüchten mehr oder weniger noch nach Außen absetzen. Den bedeutendsten Absatz nach Außen haben Sulz, Binsdorf, Dornhan und Leidringen. Die Früchte kommen hauptsächlich auf die Schrannen in Sulz und Rottweil zum Verkauf, viele werden von Händlern, sog. Schäuflern, aufgekauft und nach Baden und in die Schweiz abgesetzt. Die Handelsgewächse, wie Reps, Flachs, Hanf etc. werden, mit Ausnahme der Oberamtsstadt und den Gütern zu Kirchberg, Bernstein und Geroldseck, meist in den Orten selbstverbraucht.

Der Ertrag an Wiesenfutter wird selbst verbraucht und nur selten ein kleiner Theil desselben nach Außen verkauft, überdieß ist man zur Erhaltung des nöthigen Viehstandes auf den Futterkräuterbau sehr bedacht.

Sämmtliche Orte des Bezirks haben Obstzucht, indessen können nur wenige Orte in günstigen Jahren von ihrem Obstertrag einen Theil nach Außen verkaufen, indem das Obst in den meisten Orten selbst verbraucht wird und in einzelnen noch zugekauft werden muß.

Der Weinbau, welcher früher in mehreren Orten getrieben wurde, ist bis auf einige Morgen, die auf Vöhringer und Renfrizhauser Markung, wie auch bei Geroldseck liegen, abgegangen.

Im ganzen Bezirk ist die Stallfütterung eingeführt und nur in wenigen Orten ist der Herbstaustrieb des Rindviehs noch üblich. Zweckmäßige landwirthschaftliche Neuerungen, wie vortheilhaft angelegte| Düngerstätten, verbesserte Ackergeräthe, einfache Joche etc. haben Eingang gefunden und sind in einzelnen Orten allgemein geworden; von den verbesserten Pflügen sind die Brabanter und Hohenheimer oder Suppinger die häufigsten, indessen werden auch, namentlich auf den Heubergorten Wendepflüge, „Drillerpflüge“ genannt, nicht selten getroffen.

Zur Besserung des Bodens wird neben dem gewöhnlichen Stalldünger, der Pferch, Gyps, Hallerde, zuweilen auch Compost, besonders aber die Jauche in Anwendung gebracht, welch letztere indessen noch nicht in der Ausdehnung und mit der Sorglichkeit benützt wird, als es das gesteigerte Düngerbedürfniß wünschen ließe. In einzelnen, am Saum des Schwarzwaldes gelegenen Orten ist auch das Brennen der Felder noch üblich.

Werth und Ertrag. Der Werth des Bodens ist wie dessen Ertrag sehr verschieden. Die Preise eines Morgen Ackerlandes bewegen sich im Allgemeinen von 5 fl. (Sterneck) bis 1200 fl. (Rothenzimmern), am häufigsten von 100–300 fl. Die durchschnittlich höchsten Preise hat Binsdorf von 200–1000 fl., die geringsten Wälde von 20–200 fl. per Morgen. Am verschiedensten sind die Preise auf der Markung Sterneck, wo sie sich von 5–400 fl. bewegen. Die Wiesenpreise wechseln von 50–1200 fl. per Morgen; die durchschnittlich höchsten Preise haben Binsdorf und Rothenzimmern von 300–1200 fl., die geringsten Dürrenmettstetten von 50 bis 300 fl. per Morgen. Der durchschnittliche Ertrag eines Morgen Ackerlandes beträgt an Dinkel 6–8 Scheffel, an Haber 4–6 Scheffel, an Gerste 3–5 Scheffel, an Waizen 3–5 Scheffel, an Reps und Rübsen 2–3 Scheffel etc. Ein Morgen Wiesen liefert im Durchschnitt 16–24 Ctr. Heu und 8–12 Ctr. Öhmd.

Der nach den Schätzungen für das Steuerprovisorium angenommene Reinertrag und der hienach berechnete Kapitalwerth der Bodenfläche des Bezirks, ist schon bei der Berechnung des Vermögens oben angegeben.


2. Einzelne Kulturen.

a) Ackerbau. Derselbe wird nach dem Ergebniß der Landesvermessung auf 33.0865/8 Morgen 21,3 Ruthen getrieben, von welchen dem Staat 9354/8 Morgen 31,4 Ruthen, den Grundherrschaften 4607/8 Mrg. 16,9 Ruth., den Gemeinden 31097/8 Mrg. 23,3 Ruth. und den Stiftungen 1244/8 Mrg. 41,3 Ruth. gehören.

Das allgemeine Wirthschaftssystem ist die Dreifelderwirthschaft mit theilweise angeblümter Brache; einzelne Orte wie Sulz und Binsdorf, haben beinahe vollständigen Bracheinbau, andere nur zur Hälfte| oder zu 1/3, ganz geringen Einbau haben Bickelsberg, Leidringen, Rothenzimmern und Wittershausen. Willkürliche Wirthschaft treiben theilweise die Orte Aistaig und Wälde. Die geschlossenen Güter Kirchberg und Geroldseck werden nach gewissen Rotationen bewirthschaftet. An Halmfrüchten werden vorzugsweise Dinkel, Haber, zuweilen im Gemenge mit Wicken und Ackerbohnen, Gerste, weniger Waizen und Roggen gebaut. Überdieß baut man Kartoffeln, Ackerbohnen, Angersen, etwas Erbsen und Linsen, Wicken, Kohlraben, Kraut und hauptsächlich Futterkräuter (dreiblätt. Klee und Luzerne, auch Esparsette) Rüben etc. Von Handelsgewächsen zieht man Hanf theils in der Brache, theils in besondern Ländern, Flachs, ziemlich Reps und etwas Hopfen.

b) Der Gartenbau beschränkt sich durchgängig auf das gewöhnliche eigene Bedürfniß. Ausgedehntere Gartenanlagen sind nicht vorhanden; von einiger Bedeutung ist der Schloßgarten in Leinstetten. Die Gemüse- und Blumengärten nehmen sammt den Gartenanlagen und Ländern im ganzen Bezirk die Fläche von 1568 Morgen 14,3 Ruthen ein.

c) Wiesenbau. Nach den Ergebnissen der Landesvermessung besitzt der Oberamtsbezirk 8646 Mrg. 36,3 Ruth. zweimähdige und 537 Mrg. 42,9 Ruthen einmähdige, zusammen 91831/8 Mrg. 31,2 Ruthen Wiesen, von welchen dem Staat 2817/8 Morg. 42,9 Ruth., den Grundherrschaften 1153/8 Morgen 9,2 Ruthen, den Gemeinden 4604/8 Mrg. 40,3 Ruth. und den Stiftungen 564/8 Mrg. 43,1 Rth. gehören. Die Wiesen, von denen einzelne auch einen dritten Schnitt erlauben, liefern größtentheils ein gutes und nahrhaftes Futter. Wässerungen finden, mit Ausnahme der Markungen Dornhan, Fürnsaal, Leinstetten und Wälde, keine von größeren Ausdehnungen statt.

d) Der Weinbau wird, wie schon angeführt wurde, nur auf etwa 3 Morgen betrieben, dagegen fand früher auf den Markungen Sulz, Aistaig, Holzhausen und Rosenfeld Weinbau statt.

e) Die Obstzucht ist im Allgemeinen im Zunehmen begriffen und wird in manchen Orten gut gepflegt; außer den theils um die Ortschaften, theils auf den Markungen zerstreut liegenden Baumgütern, sind die bedeutenderen Straßen größtentheils mit Obstbäumen besetzt, auch haben in neuerer Zeit einzelne Gemeinden die Allmanden theilweise mit Obstbäumen auspflanzen lassen. Im Allgemeinen zieht man mehr späte Mostsorten, wie Luiken, Winterlinge, Fleiner etc., von Birnen: Knausbirnen, Bratbirnen, Glöcklesbirnen, Fäßlesbirnen, Grunbirnen etc., übrigens werden auch in einzelnen Orten feinere| Obstsorten, wie Lederäpfel, Breitlinge, Goldparmäne, Rosenäpfel, Zuckerbirnen, Bergamottbirnen etc. gepflegt. Von Steinobst zieht man sehr viele Zwetschgen, etwas Pflaumen und nur wenig Kirschen. Die verhältnißmäßig bedeutenderen Obstorte sind: Bergfelden, Binsdorf, Holzhausen, Hopfau, Isingen, Rosenfeld und Trichtingen. Baumschulen haben Sulz, Bergfelden, Binsdorf, Holzhausen, Hopfau, Isingen, Marschalkenzimmern, Mühlheim, Renfrizhausen, Rosenfeld, Rothenzimmern, Sigmarswangen, das auch einen eigenen Obstbaumzüchter aufgestellt hat, Trichtingen, Vöhringen, wo ein besonderer Baumwart angestellt ist, und Wittershausen.

f) Waldbau. Nach den Ergebnissen der Landesvermessung beträgt die Waldfläche des Oberamtsbezirks 21.0081/8 Mrg. 30,2 Rth., wovon 20.5762/8 Morgen 41,4 Ruth. mit Nadelholz, 423/8 Mrg. 25,5 Ruth. mit Laubholz und 3893/8 Mrg. 11,3 Ruth. mit Laub und Nadelholz gemischt bestockt sind. Hievon gehören dem Staat 39325/8 Morgen 28,8 Ruth., den Grundherrn 3131/8 Mrg. 32,1 Ruth., den Gemeinden und Stiftungen 96741/8 Mrg. 9,2 Ruthen. Die Waldfläche umfaßt demnach 3/10 der Gesammtfläche des Bezirks, so daß auf einen Einwohner 1 Mrg. 13 Ruth. Wald kommen. Der Bezirk gehört somit zu den waldreicheren des Königreichs.

Die Waldungen gehören in den Forstamtsbezirk Sulz und in die Reviere Sulz, Leidringen und Sterneck; sie sind in dem Bezirke ziemlich gleich vertheilt, doch liegen sie mehr zusammenhängend und in größerer Ausdehnung im östlichen und südöstlichen Theile desselben; auch in der Mitte des Bezirks, westlich und südlich von Sulz bestehen größere Waldcomplexe. Der im Allgemeinen für die Holzproduction günstige Boden ist sehr verschieden und wechselt je nach den anstehenden Gebirgsschichten (siehe hier. den Abschnitt „Boden“).

Die Waldungen bestehen mit wenigen Ausnahmen aus Nadelhölzern, unter denen die Fichte und Weißtanne vorherrscht, während die Forche untergeordnet und meist nur an den südlichen Hängen auftritt. Durch den gegenwärtigen Wirthschaftsbetrieb wird überall die Weißtanne vorherrschend. Die Laubhölzer sind meist nur eingesprengt und bilden keine reine Bestände; es sind hauptsächlich Eichen, Buchen, Hainbuchen, Birken, Aspen, Ahorne, Erlen, Vogelbeere Mehlbeere, Elzbeere etc. (Über die vorkommenden Holzarten siehe den Abschnitt „Pflanzen“.)

In Folge der ziemlich hohen Lage und des etwas rauhen Klimas werden die Waldungen, namentlich die im nordwestlichen Theil des Bezirks gelegenen, zuweilen von Windwürfen, Schneedrücken etc.| heimgesucht; auch der Borkenkäfer hat schon Schaden angerichtet, und der Fichten-Rüsselkäfer richtet nicht selten Verheerungen in jungen Fichten-Kulturen an.

Im Allgemeinen sind die Waldungen, namentlich die dem Staat gehörigen, in gutem Zustande, während die Gemeindewaldungen, noch mehr aber die Privatwaldungen, in Folge der an sie gemachten Anforderungen, vorzugsweise durch Streurechen etc. und die früher in den meisten Gemeindewaldungen ausgeübte Harznutzung in minder gutem Zustande sich befinden. Übrigens wird auch in neuerer Zeit von Seiten der Gemeinden für die Emporbringung der Waldungen Manches gethan, besonders um zurückgekommene Distrikte mittelst künstlicher Aufforstung und einer rationellen Bewirthschaftung wieder in Aufnahme zu bringen.

Der vorherrschende, in den beinahe allgemein vorkommenden Nadelhölzern bedingte Betrieb ist die Hochwaldwirthschaft mit schlagweisem allmäligem Abtrieb und natürlicher Verjüngung; in kleinen Gemeinde- und Privatwaldungen ist der Plänterhieb noch üblich. Die festgesetzte Umtriebszeit für die Fichte und Weißtanne ist 120 Jahre, wonach auch der Umtrieb der übrigen forstlich wichtigen Holzarten, welche meist in untergeordneter Mischung mit der Fichte und Weißtanne erzogen werden, sich richtet. Reine Forchenbestände, die übrigens nur selten vorkommen, werden in 100jährigem Umtrieb bewirthschaftet. Die Eiche, die Weißtanne und zuweilen auch die Forche läßt man auf günstigen Standorten einzeln und in kleineren Horsten zuweilen auch ein höheres, bis auf 200–250 Jahre ansteigendes Alter erreichen, um seltene werthvolle Nutzhölzer zu erziehen.

Geregelte, von Forstverständigen entworfene Wirthschaftsplane sind nicht allein für die Waldungen des Staats, sondern auch für die meisten Korporationen vorhanden.

Im ganzen Bezirk beträgt das Nutzholz der Nadelwaldungen etwa 70% der ganzen Holzproduktion; der durchschnittliche jährliche Zuwachs wird zu 0,5–0,8 Klafter per Morgen angegeben.

Von Nebennutzungen sind zu nennen: 1) die Waldstreu, als Laub, Heide, Moos, dürres Waldgras etc. ist sehr gesucht und wird öfters zum Nachtheil der Waldungen gewonnen. Die in manchen Gegenden des Landes mit Vortheil benützte Nadelstreu (Hackstreu) wird nur wenig verwendet.

2. Die Gräserei wird nur auf holzlosen Stellen, Waldwegen etc. gestattet, dagegen öfters auch unerlaubter Weise zum Nachtheil der Waldungen ausgeübt.

| 3. Das Eckerig gewährt wegen der wenigen Mastbäume keinen erheblichen Ertrag, dagegen wird die Gewinnung des Nadelholzsamens vielfältig betrieben.

4. Wildwachsende Beeren, wie Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren werden gesammelt und theils verkauft, theils verspeist, hie und da auch zu Spirituosen gebrannt.

5. Das Harzsammeln ist in neuerer Zeit in allen Staats- und in den meisten Gemeindewaldungen aufgehoben, und findet in letzteren nur noch an früher angerissenen Fichtenstämmen statt, die übrigens vor allem anderen Holz vorzugsweise zur Fällung kommen, so daß in wenigen Jahren die Harznutzung nirgends mehr zur Ausübung gebracht werden wird.

6. Die Köhlerei findet in den Staatswaldungen nur noch in soweit statt, als im Revier Sterneck jährlich etwa 300 Klafter Stockholz oder geringeres Prügelholz verkohlt und die Kohlen mit ungefähr 1000 Zuber an die K. Gewehrfabrik nach Oberndorf geliefert werden. Überdieß wird die Köhlerei von Privaten in ganz mäßiger Ausdehnung betrieben.

Der Holztransport geschieht je nach der Jahreszeit auf der Achse oder auf dem Schlitten nach den Orten oder an die Floßwasser Neckar, Glatt und Heimbach, welche vieles Holz aufnehmen und weiter führen. Für den Landtransport des Stammholzes wird häufig der Lottbaum oder Halbwagen angewendet. Die Flößerei wird schwunghaft betrieben und Einbindstätten für dieselbe bestehen innerhalb des Bezirks.

A. An dem Neckar:
1) in Aistaig, 2) in der Oberamtsstadt.

B. An dem Heimbach:
1) im Dorfe Wälde, 2) bei der Sägmühle von Wälde, 3) Unter der Mahlmühle in Sterneck, 4) bei der Fürnsaler Sägmühle, 5) auf der großen Wiese vor Leinstetten.

C. An der Glatt:
1) Neuneckerschwahl, 2) unter der Brücke in Bettenhausen, 3) Hopfauerschwahl, oberhalb Hopfau.

Die Einbindstätten an dem Heimbach werden von der Heimbach-Schifferschaft, die an der Glatt von der Glattbach-Schifferschaft unterhalten.

Das lokale Holzerzeugniß reicht nicht nur hin das Bedürfniß der Bezirksinsassen zu befriedigen, sondern erlaubt noch eine beträchtliche Ausfuhr nach Außen. Die Ausfuhr betrug im Jahr 1860| etwa 700.000 Kubik-Fuß Tannen-Langholz, 5000 K.-Fuß Schnittwaaren. Brennholz wird nicht ausgeführt, dagegen bezieht die Saline Sulz jährlich 700–800 Klafter theils aus Staatswaldungen, theils von Privaten. Das verflößte Holz kommt beinahe alles nach Mannheim.

In den Staatswaldungen wird alles Holz, soweit es nicht als Berechtigungsholz abgegeben wird, im Aufstreich verkauft; in den Gemeindewaldungen hingegen kommt häufig ein Theil des Brennholzes unter die Ortsbürger zur Vertheilung und nur der Rest an die Meistbietenden zum Verkauf. In neuerer Zeit haben einzelne Gemeinden angefangen, das schlagbare Holz ganz oder theilweise als Langholz zu verwerthen und einen Theil des Erlöses an die berechtigten Ortseinwohner, als Ersatz für die herkömmlichen Brennholz-Gaben auszutheilen, wobei dann immer noch eine namhafte Summe in die Gemeindekasse fließt.

Von holzverzehrenden Gewerben sind zu nennen: die Saline Sulz, Bierbrauereien, Ziegelöfen, Bäckereien, Branntweinbrennereien, Schmiedessen etc.; indessen bestehen in den meisten Orten zweckmäßig eingerichtete, öffentliche Back- und Waschhäuser, wodurch ziemlich viel Holz erspart wird.

Die Holzpreise betrugen:

in dem Forstbezirk Sulz:
Nutzholz (pr. Kubikfuß)
1830 kr. 1842 kr.
Eichenholz 15–18 kr.
Buchenholz 6–12 kr. 15 kr.
Nadelholz 3–51/2 kr. 5–11 kr.
Brennholz (pr. Klafter):
1830. 1842.
Eichene Scheiter 7 fl. 30–09 fl. – kr.
Buchene Sch 5 fl.–9 fl. 48 kr. 6 fl. 24–15 fl. 6 kr.
Nadelholz 3 fl.–4 fl. 48 kr. 4 fl. 36–09 fl. – kr.

Nach den Resultaten der Aufstreichsverkäufe belaufen sich solche im Jahr 1862:

Nutzholz (pr. Kubikfuß):
Eichenholz 28 kr.
Buchenholz 12 kr.
Nadelholz 9–17 kr.
Brennholz (pr. Klafter):
Eichene Scheiter 12 fl.
Buchene 12 fl.
Nadelholz 10–11 fl.
| Wegen des Steigens der Preise des Nutzholzes wird der Ausnutzung desselben die größere Beachtung geschenkt und daher der Anfall von Brennholz möglichst reducirt, wodurch von selbst größere Preise herbeigeführt werden, deren Steigerung durch die Concurrenz der Steinkohlen einiger Einhalt gethan wird.

Das Leseholz, wie auch das Stock- und Stumpenholz wird fleißig gewonnen.

Die Holzgewinnung außerhalb der Waldungen beschränkt sich im Allgemeinen auf die an den Flüssen und Bächen gepflanzten Erlen, Weiden etc. wie auf Waldbäume, die auf Weiden stehen, und auf das dürre Holz von den Obstbäumen.

Waldservituten waren in nicht ganz unbedeutenden Berechtigungen von Gemeinden und Privaten auf Staatswaldungen früher vorhanden; die wichtigsten sind nun aber abgelöst und es bestehen nur noch folgende:

1) aus den Staatswaldungen des Reviers Leidringen bezieht die Gemeinde Mühlheim jährlich 13 Klafter tannene Scheiter unentgeldlich gegen Ersatz des Macherlohns und zwar laut Vergleichs mit dem Kloster Kirchberg, vom 5. August 1739.

2) Aus Staatswaldungen des Reviers Sterneck bezieht die Glattbachschifferschaft das Bauholz zu den Schwählen zu Neuneck und Hopfau unentgeldlich gegen Ersaz des Macherlohns und 2 kr. Zeichengeldes per 1 Stamm und zwar aus alter Vergünstigung.

Ferner beziehen die zwei Besitzer des Renkenwasenhofes in Neuneck aus diesen Staatswaldungen je 4 Klafter tannenes Brennholz im Revierpreis nach einem Kaufbrief vom Jahr 1771.

3) Aus Staatswaldungen des Reviers Sulz bezieht der Besitzer des alten Bades in Sulz 83/4 Klafter Nadelholzscheiter gegen Bezahlung des Macherlohns und 11/2 kr. Anweisungsgebühr per 1 Klafter. Im Übrigen bestehen noch einige, übrigens ganz unbedeutende, die Staatswaldungen nicht belästigende bedingte Weidrechte, die seit längerer Zeit schon aus dem Grunde nicht mehr ausgeübt werden, weil die Weide in den Waldungen höchst geringen Werth hat und die Vortheile der Stallfütterung immer mehr allgemeine Anerkennung erhalten.

Auf den Gemeinde- etc. Waldungen haften keine Servituten.

Die Waldfrevel haben sich in neuerer Zeit bedeutend vermindert, doch wäre eine weitere Verminderung in den Gemeindewaldungen zu wünschen, wo der Schutz nicht selten ein ungenügender ist.

g. Weidewirthschaft. Das Areal der eigentlichen Weiden| beträgt nach den Ergebnissen der Landesvermessung 35414/8 Morgen; hievon sind mit Obstbäumen besetzt 1704/8 Morgen, ausschließlich mit Gras bewachsenen 2109 Morgen, theilweise mit Holz bestockt 1262 Morgen. Die Gemeinden besitzen an Weidefläche 29293/8 Mrg. Die eigentlichen Weiden sind gesund, jedoch etwas mager; sie beschränken sich vorzugsweise auf die steilen Gehänge gegen den Neckar, die nur mit Schafen befahren werden. Überdieß wird die Brach- und Stoppelweide für Schafe benützt.

Nach den forstamtlichen Akten befinden sich im Oberamtsbezirk Sulz 1572 Morgen mit Holz bewachsene Weiden oder sog. Allmandwaldungen, die außerhalb der forstpolizeilichen Aufsicht stehen und in denen die besitzenden Gemeinden beliebig wirthschaften können.

Ein Theil dieser Allmandwaldungen könnte zum Waldareal mit Nutzen gezogen werden, was zuweilen geschieht, jedoch liegt solche Beiziehung größtentheils nicht in der Absicht der Gemeinden, welche in dieser Beziehung von den Schafhaltern unterstützt werden. Außer diesen 1572 Morgen gibt es noch viele nicht mit Holz bewachsene Weiden, die mit mehr Vortheil, ja im Interesse einer bessern Weide selbst, mit Waldbäumen aufgeforstet würden.

Von der Zeit muß auch hier bessere Einsicht in die betreffenden Verhältnisse erwartet werden, obwohl anderer Seits nicht in Abrede gezogen werden kann, daß die Gemeinden von dem Weidpacht oft bedeutende Revenuen beziehen und die Landwirthschaft mancher Gemeinde nicht unerwünschte Unterstützung an dem Pferch findet.


c) Viehzucht.

Nach der Aufnahme vom 1. Januar 1862 beträgt die Zahl der Pferde 1051, worunter 211 Fohlen unter 2 Jahren; es kommen auf 1 □ Meile 255 Pferde. Die Pferdezucht wird in einigen Orten wie Sulz, Dürrenmettstetten, Fürnsaal, Leidringen, Marschalkenzimmern und Rothenzimmern in ziemlicher Ausdehnung getrieben, namentlich zeichnen sich hierin Dürrenmettstetten und Rothenzimmern aus, wo schöne tüchtige Pferde gezogen, und nicht selten um namhafte Preise verkauft werden. In der Oberamtsstadt besteht eine Beschälplatte auf der 3 Hengste aufgestellt sind; die meisten Stutten des Bezirks werden zur Bedeckung dahin gebracht.

Rindviehzucht. Nach der gedachten Aufnahme zählt der Oberamtsbezirk 2113 Ochsen und Stiere, 4976 Kühe und 4267 Stück Schmalvieh, sonach kommen auf die □ Meile 2756 Stücke, und 2 Menschen theilen sich in 1 Stück Rindvieh.

| Der Rindviehstand besteht im Allgemeinen aus einer gewöhnlichen Landrace, die jedoch schon seit längerer Zeit durch Kreuzung mit Simmenthaler, zuweilen auch mit Holländerrace merklich veredelt und verbessert wurde. Einen besonders schönen Viehstand trifft man in der Oberamtsstadt, in Bergfelden, Bickelsberg, Boll, Dornhan, Leidringen, Mühlheim, Renfrizhausen, Rosenfeld, Rothenzimmern, Sigmarswangen, Vöhringen etc. Auch auf den Gütern Kirchberg und Geroldseck ist sehr schönes Vieh aufgestellt. Die Farrenhaltung geschieht theils von den Gemeinden, theils von einzelnen Bürgern Namens der Gemeinden.

Der Handel mit Vieh ist im Allgemeinen, namentlich auf benachbarten Märkten, nicht unbeträchtlich; auch in das Großherzogthum Baden wird ziemlich viel Vieh abgesetzt.

Die Schafzucht ist nur in der Oberamtsstadt von Bedeutung, in den übrigen Orten aber, mit wenigen Ausnahmen, ohne Belang. In den meisten Orten werden die Schafe von den Ortsbürgern gehalten und nur auf einzelnen Markungen lassen fremde Schäfer gegen Pachtweidegeld ihre Heerden laufen. Die größeren geschlossenen Güter, wie Geroldseck, Kirchberg, Weiherhof und Bernstein haben eigene Zucht-Schäfereien. Der Bezirk besaß im Jahre 1852 53 spanische, 5730 Bastard- und 3693 Landschafe, zusammen 9476 Stücke. Die Wolle wird, mit wenigen Ausnahmen, auf dem Wollenmarkt in Sulz abgesetzt und der Abstoß der Schafe geschieht theilweise nach Baden, Frankreich und der Schweiz.

Die eigentliche Zucht der Schweine ist ganz unbedeutend, indem kein Ort des Bezirks selbstgezogene Ferkel nach Außen verkauft, dagegen sämmtliche Orte die meisten oder alle Ferkel von Außen beziehen und sie theils für den eigenen Bedarf, theils zum Verkauf nachziehen und mästen. Man kauft theils von Nachbarorten, theils von Händlern entweder Landschweine oder die sog. badische, baierische, rheinbaierische, Murgthaler Racen etc. auf. Die Zahl der am 1. Januar 1862 vorhandenen Schweine betrug 3084, unter denen sich 8 Eber und 61 Mutterschweine befanden.

Die Ziegenzucht ist ziemlich beträchtlich und in einzelnen Orten im Zunehmen begriffen, indem sie ein Surrogat für die Rindviehzucht bildet. Die Oberamtsstadt, welche viele steil gelegene Ödungen besitzt, hat eine ziemlich ausgedehnte Ziegenzucht; auch in den Orten Aistaig, Bettenhausen, Hopfau, Leinstetten, Sterneck, Unter-Brändi und Wälde werden ziemlich viel Ziegen gehalten. Im Januar 1862 waren 993 Stücke Ziegen im Bezirke.

| Die Bienenzucht wird im Allgemeinen ziemlich fleißig betrieben und ist in den Orten Sulz, Busenweiler, Leinstetten, Mühlheim, Rosenfeld, Rothenzimmern und Vöhringen von einigem Belang. Die höchste Zahl der Stöcke beträgt in einer Gemeinde (Sulz) 180. Im Januar 1862 wurden im Bezirk 2059 Stöcke gezählt.

Die Geflügelzucht beschränkt sich auf den eigenen Bedarf; nur die Orte Leidringen und Rothenzimmern treiben Handel mit selbstgezogenen jungen Hahnen und Eiern.


d) Jagd und Fischerei.

In Folge des Jagdgesetzes vom 17. August 1849 hat die Jagd auch im diesseitigen Bezirk sehr abgenommen; das Schwarzwild, wie auch das Edelwild, ist ganz verschwunden und der Rehestand ist ein sehr mäßiger geworden. In den feldreicheren Gegenden des Bezirks wird der Hase, das Feldhuhn, die Wachtel und der Wachtelkönig noch getroffen, während die Waldungen das Haselhuhn zuweilen noch beherbergen. Schnepfen zeigen sich auf ihren Wanderungen im Früh- und Spätjahre, auch brüten sie zuweilen im Bezirk. Die wilde Ente (Stock- und Halbente) fallen nicht selten in den Gewässern des Bezirks ein. Von Raubthieren kommen vor: der Fuchs, der Edel- und Steinmarder, der Iltis, der große und kleine Wiesel; seltener erscheinen: die wilde Katze, der Dachs und der Fischotter. Die Jagdfrohnen und Hundeaufstockungen sind sämmtlich abgelöst.

Die Fischerei, welche sich in dem Neckar vorzugsweise mit Aalen, Aschen-, Schupp- und Weißfischen, in der Glatt und in den kleinern Gewässern vorzugsweise mit Forellen, Grundeln, Gruppen und Krebsen beschäftigt, ist in Sulz, Aistaig und Hopfau von einiger Bedeutung, in den übrigen an Gewässern gelegenen Orten dagegen nicht von Belang. Ein Haupthinderniß findet die Fischerei in dem starken Betrieb der Flößerei. Das Fischrecht ist theils im Besitz von Privaten, theils von Gemeinden, theils vom Staat (siehe hier. die Ortsbeschreibungen).


B. Kunst, Gewerbefleiß und Handel.
I. Fabrikationsanstalten.
Die Fabrikthätigkeit, welche im Bezirk stattfindet, ergibt sich aus nachstehender Liste, welche den Ergebnissen der zu Zollvereinszwecken im Jahre 1861 erfolgten Aufnahme der Fabriken in den einzelnen Oberamtsbezirken entnommen ist:|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
I. Zubereitung von Spinnstoffen,
Maschinen-Spinnereien und
Zwirnereien.
in Wolle. in Flachs, Hanf
und Werg.
Handkämmereien,
Leisten-, Haar-Spin-
nereien.
Flachs- u. Hanf-
bereitungs-Anstalten.
Zahl
derselben.
Zahl des
Direktions-
Personals.
Arbeiter. Zahl
derselben.
Zahl des
Direktions-
Personals.
Arbeiter.
männliche. weibliche. männliche. weibliche.
Sulz 1 1 . 2 . . . .
Aistaig . . . . . . . .
Bergfelden . . . . 1 1 1 .
Bettenhausen . . . . . . . .
Bickelsberg . . . . . . . .
Binsdorf . . . . . . . .
Boll . . . . . . . .
Brittheim . . . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . .
Dornhan . . . . . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . .
Holzhausen . . . . . . . .
Hopfau . . . . . . . .
Isingen . . . . . . . .
Leidringen . . . . . . . .
Leinstetten . . . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . . . . . .
Mühlheim . . . . . . . .
Renfrizhausen . . . . . . . .
Rosenfeld . . . . . . . .
Rothenzimmern . . . . . . . .
Sigmarswangen . . . . . . . .
Sterneck . . . . . . . .
Trichtingen . . . . . . . .
Vöhringen . . . . . . . .
Wälde . . . . . . . .
Weiden . . . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . .
  1 1 2 1 1 1
|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
II. Weberei, Zeug- und Bandwaaren-Manufaktur.
Gehende Webstühle, sowohl für eigene Rechnung als für Lohn. Bleichereien,
Färbereien, Drucke-
reien, Appretur-
Anstalten.
in Baumwolle
und Halbbaum-
wolle.
in Leinen. in Wolle u.
Halbwolle.
Strumpf-
weberei und
Strumpfwirkerei.
Webestühle
als Neben-
beschäftigungen.
Färbereien u.
andere Garnfärbe-
reien in Wolle u.
Baumwolle.
Zahl
der
Web-
stühle.
Meister. Gehilfen
und
Lehr-
linge.
Zahl
der
Web-
stühle.
Meister. Gehilfen
und
Lehr-
linge.
Zahl
der
Web-
stühle.
Meister. Gehilfen
und
Lehr-
linge.
Zahl
der
Web-
stühle.
Meister. Gehilfen
und
Lehr-
linge.
Zahl der Stühle zu Zahl
der
Anstalten.
Zahl
des
Direk-
tions-
Perso-
nals.
Arbeiter.
leinenen
Zeugen.
wollenen
Zeugen.
anderen
Geweben.
männ-
liche.
weib-
liche.
Sulz 12 4 08 19 13 06 . . . . . . . . . 3 3 3 .
Aistaig . . . 12 10 02 . . . . . . . . . . . . .
Bergfelden 06 3 06 06 03 06 . . . . . . 012 . . . . . .
Bettenhausen . . . . . . . . . . . . 004 . . . . . .
Bickelsberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Binsdorf . . . . . . . . . . . . 012 01 . . . . .
Boll . . . . . . . . . . . . 005 . . . . . .
Brittheim . . . . . . . . . . . . 004 . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . . . . . . 005 . . . . . .
Dornhan . . . 34 24 07 . . . 1 1 . . . . . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . . . . . . 010 . . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . . . . . . 004 . . . . . .
Holzhausen . . . . . . . . . . . . 005 . . . . . .
Hopfau . . . . . . . . . . . . 020 . . . . . .
Isingen . . . . . . . . . . . . 011 . . . . . .
Leidringen . . . . . . . . . . . . 023 . . . . . .
Leinstetten . . . . . . . . . . . . 009 . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . 09 09 . . . . . . . 009 . . . . . .
Mühlheim . . . . . . . . . . . . 006 . . . . . .
Renfrizhausen . . . 05 04 01 . . . . . . . . . . . . .
Rosenfeld 02 2 . . . . 4 4 2 . . . 012 12 . . . . .
Rothenzimmern . . . 06 06 . . . . . . . . . . . . . .
Sigmarswangen . . . . 06 08 . . . . . . 014 . . . . . .
Sterneck . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Trichtingen . . . . . . . . . . . . 025 . . . . . .
Vöhringen . . . . . . . . . . . . 030 . . . . . .
Wälde . . . . . . . . . . . . 004 . . . . . .
Weiden . . . . . . . . . . . . 011 . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
  20 9 14 91 75 30 4 4 2 1 1 235 13 3 3 3
|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
III. Metall-
Produktion.
IV. Bereitung von mineralischen und gemischten
Stoffen für gewerbliche officinelle und häus-
liche Zwecke.
Kupferwerke ein-
schließlich d. Hämmer-
und Walzwerke.
Kalkbrenne-
reien.
Ziegeleien. Gipsmühlen,
Asphalt-, Cement-
u. Schlemmkreide,
Wetz- und Schleif-
steinfabriken.
Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Direk-
tions-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
Sulz . . . . 1 1 03 . 01 1 03 . . . . .
Aistaig . . . . . . . . . . . . 1 1 2 .
Bergfelden . . . . . . . . . . . . . . . .
Bettenhausen . . . . . . . . . . . . . . . .
Bickelsberg . . . . . . . . . . . . . . . .
Binsdorf . . . . 1 1 02 . 01 1 02 1 . . . .
Boll . . . . . . . . . . . . . . . .
Brittheim . . . . . . . . . . . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . . . . . . . . . .
Dornhan . . . . . . . . 02 2 02 2 . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . . 01 . 02 . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . . . . . . . . . .
Holzhausen . . . . . . . . . . . . . . . .
Hopfau . . . . . . . . . . . . . . . .
Isingen . . . . . . . . . . . . . . . .
Leidringen . . . . . . . . . . . . . . . .
Leinstetten 1 . . . 1 . . . 01 . . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . . 1 1 01 . . . . . . . . .
Mühlheim . . . . . . . . . . . . . . . .
Renfrizhausen . . . . . . . . 01 1 03 . . . . .
Rosenfeld . . . . 1 1 03 . 01 1 03 . 2 2 2 .
Rothenzimmern . . . . . . . . . . . . . . . .
Sigmarswangen . . . . . . . . . . . . . . . .
Sterneck . . . . . . . . . . . . . . . .
Trichtingen . . . . . . . . . . . . . . . .
Vöhringen . . . . 2 1 06 . 02 1 06 . . . . .
Wälde . . . . . . . . . . . . . . . .
Weiden . . . . . . . . . . . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . . . . . . . . . .
  1 7 5 15 10 7 21 3 3 3 4
|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
V. Zubereitung von Pflanzen- und Thierstoffen für den
gewerblichen und häuslichen Bedarf.
Ölmühlen
und Ölraffi-
nerien.
Lohmühlen. Sägemühlen
und Furnier-
schneidereien.
Pottasche,
Waldasche auch
Fluß-Siede-
reien.
Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
Sulz 02 2 2 . 1 1 2 . 01 01 1 . . . . .
Aistaig 01 1 1 . . . . . . . . . . . . .
Bergfelden 01 1 1 . . . . . 01 01 1 . . . . .
Bettenhausen . . . . . . . . . . . . 1 . 1 .
Bickelsberg . . . . . . . . . . . . . . . .
Binsdorf . . . . . . . . 01 01 2 . . . . .
Boll . . . . . . . . . . . . . . . .
Brittheim 01 . . . . . . . . . . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . . . . . . . . . .
Dornhan . . . . . . . . . . . . . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . . . . . . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . . 01 06 1 . . . . .
Holzhausen 01 1 . . . . . . . . . . . . . .
Hopfau . . . . . . . . 02 02 1 . . . . .
Isingen . . . . . . . . . . . . . . . .
Leidringen 02 . . . . . . . . . . . . . . .
Leinstetten . . . . . . . . 01 . . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . . . . . . . . . . . . . .
Mühlheim . . . . . . . . . . . . . . . .
Renfrizhausen . . . . . . . . . . . . . . . .
Rosenfeld 03 3 . . . . . . 04 04 . . . . . .
Rothenzimmern . . . . . . . . . . . . . . . .
Sigmarswangen . . . . . . . . . . . . . . . .
Sterneck . . . . . . . . . . . . . . . .
Trichtingen . . . . . . . . . . . . . . . .
Vöhringen 02 . . . . . . . . . . . 2 . . .
Wälde . . . . . . . . 01 01 1 . . . . .
Weiden . . . . . . . . . . . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . . . . . . . . . .
  13 8 4 1 1 2 12 16 7 3 1
|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
Noch V. Zubereitung u. s. w. VI. Holzwaaren,
Papier und kurze
Waaren.
Theeröfen u.
Pechsiedereien,
Kienöl- u. Ruß-
hütten.
Leimsiedereien
und Gelatin-
fabriken.
Strohhut- und
Stroh-Waaren-
Manufakturen.
Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
Sulz . . . . . . . . . . . .
Aistaig . . . . . . . . 1 1 6 24
Bergfelden . . . . . . . . . . . .
Bettenhausen 1 . 1 . . . . . . . . .
Bickelsberg . . . . . . . . . . . .
Binsdorf . . . . . . . . . . . .
Boll . . . . . . . . . . . .
Brittheim . . . . . . . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . . . . . .
Dornhan . . . . . . . . . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . . . . . .
Holzhausen . . . . . . . . . . . .
Hopfau . . . . . . . . . . . .
Isingen . . . . . . . . . . . .
Leidringen . . . . . . . . . . . .
Leinstetten . . . . . . . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . . . . . . . . . .
Mühlheim . . . . . . . . . . . .
Renfrizhausen . . . . . . . . . . . .
Rosenfeld . . . . 1 1 . . . . . .
Rothenzimmern . . . . . . . . . . . .
Sigmarswangen . . . . . . . . . . . .
Sterneck . . . . . . . . . . . .
Trichtingen . . . . . . . . . . . .
Vöhringen . . . . . . . . . . . .
Wälde . . . . . . . . . . . .
Weiden . . . . . . . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . . . . . .
  1 1 1 1 1 1 6 24
|
Fabrik-Tabelle.
Namen
der
Gemeinden.
VII. Verzehrungs-Gegenstände. VIII. Andere
Fabrikzweige.
Getreide- u. Schrotmühlen. Bierbraue-
reien.
Branntwein-
brennereien und
Destiliranstalten,
einschließl. d. als
Nebengewerbe bei
d. Landwirthschaft
betriebenen.
Salinen.
Wassermühlen. Durch thierische
Kraft getrieben.
Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Auf-
sichts-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
der
Mahl-
gänge.
Zahl
der
Arbei-
ter.
Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Direk-
tions-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Direk-
tions-
Perso-
nals.
Arbeiter. Zahl
der-
selben.
Zahl
des
Direk-
tions-
Perso-
nals.
Arbeiter.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
männ-
liche.
weib-
liche.
Sulz 02 08 02 03 . . . 16 16 14 . 18 18 03 . 1 2 42 .
Aistaig 02 05 01 02 . . . 02 02 01 . 03 03 01 . . . . .
Bergfelden 02 03 02 02 1 1 1 02 01 01 . 06 01 01 . . . . .
Bettenhausen 01 02 01 01 . . . 01 . 01 . 04 . 04 . . . . .
Bickelsberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Binsdorf 02 04 02 04 . . . 04 04 04 . 06 06 02 . . . . .
Boll . . . . . . . 01 01 02 . 02 02 02 . . . . .
Brittheim . . . . . . . . . . . 03 . . . . . . .
Busenweiler . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Dornhan 01 04 01 02 . . . . . . . . . . . . . . .
Dürrenmettstetten . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fürnsaal . . . . . . . . . . . 03 03 03 . . . . .
Holzhausen . . . . . . . . . . . 01 . . . . . . .
Hopfau 02 06 02 02 . . . 02 02 01 . 03 03 . . . . . .
Isingen . . . . . . . 01 01 02 . 01 01 02 . . . . .
Leidringen 02 07 02 02 . . . 02 02 02 . 04 04 04 . . . . .
Leinstetten 01 . . . . . . 02 . . . 04 . . . . . . .
Marschalkenzimmern . . . . . . . 01 01 01 . 05 05 . . . . . .
Mühlheim 02 04 02 02 . . . . . . . . . . . . . . .
Renfrizhausen 01 03 01 01 . . . . . . . . . . . . . . .
Rosenfeld 06 12 06 06 . . . 05 05 05 . 08 08 . . . . . .
Rothenzimmern 01 03 01 01 . . . . . . . 01 01 01 . . . . .
Sigmarswangen . . . . . . . 02 02 02 . 02 02 02 . . . . .
Sterneck 01 04 01 01 . . . . . . . . . . . . . . .
Trichtingen 02 05 02 02 . . . 01 01 01 . 04 04 . . . . . .
Vöhringen 02 . . . . . . 03 05 . . 06 06 . . . . . .
Wälde . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Weiden . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wittershausen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
  30 70 26 31 1 1 1 45 43 37 84 67 25 1 2 42
| Wasserwerke sind nach dem Steuerkataster im Bezirk folgende im Betrieb:

30 Getreidemühlen mit 70 Gängen, 12 Sägemühlen, 1 Lohmühle, 13 Ölmühlen, 1 Hammerschmiede und 3 Gipsmühlen.

Sodann befinden sich im Bezirke folgende

II. Mechanische Künstler und Handwerker.
Meister Gehilfen. Meister. Gehilfen.
Bäcker 89 6 Näther- u. Büglerinnen 50 11
Barbiere 12 1 Pottaschensieder 1
Brunnenmacher 5 1 Pflästerer 6 6
Buchbinder 3 3 Roth- und Weißgerber 5 3
Bürstenbinder 1 1 Rechenmacher 3
Dreher 10 3 Sattler 13 6
Färber 3 5 Schäfer 30
Flaschner 2 Schindeldecker 4 4
Fischer 3 Schlosser 23 20
Flößer 51 Schmiede 49 28
Gärtner 1 Schneider 80 19
Gipser 5 2 Schreiner 71 35
Gold- u. Silberarbeiter 1 Schuhmacher 144 64
Glaser 18 6 Flachsbereiter, Spinner
Gürtler 1      und Stricker 2
Hafner 16 7 Seckler 2 2
Hutmacher 2 1 Seifensieder 4
Kaminfeger 1 3 Seiler 8 3
Korbmacher 11 2 (Steinhauer s. Maurer.)
Kornmesser 2 Tuchmacher 2 3
Küfer, Kübler 41 21 Uhrmacher 4 1
Kupferschmiede 3 3 Wagner 46 21
Lumpensammler 17 Weber 89 46
Maurer u. Steinhauer 108 159 Ziegler 10 14
Metzger 50 14 Zimmerleute 46 29
Messerschmiede 2 Zuckerbäcker 2 1
Musikanten 16 3 Wollspinner u. Stricker 6 16
Nagelschmiede 2 Putzmacherinnen 2 1
Mühlbauer 3
III. Handelsgewerbe:
Meister. Gehülfen.
Kaufleute, Krämer und Kleinhändler 34 10

Endlich zählt der Bezirk:

Apotheken 02
Schildwirthschaften 64
Speise- und Gassenwirthschaften 49
Fuhrleute 17
| Unter den Handelsgewerben ist von größter Bedeutung der Holzhandel.

Die Erzeugnisse der umfangreichen Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen werden theils von auswärtigen größeren Holzhandlungshäusern, theils von im Bezirke angesessenen Holzhändlern erkauft und ohne weitere Verarbeitung als Langholz verflößt; ein kleiner Theil des Nutzholzes nur wird zum eigenen Bedarf des Bezirks in den Sägmühlen des Oberamts weiter verarbeitet; als Ausfuhr können aber nur ungefähr 5000 c′ (= 50 Klafter) für Schnittwaren angenommen werden. Der größte Theil des Nutzholzes wird als Langholz auf dem Neckar (und dessen Grundbächen) verflößt und kann als Ausfuhr das Oberamtsbezirks angenommen werden ein Quantum von 700.000 c′= 7000 Klafter.

Im Langholzhandel wird das Holz nach folgenden Sorten bezeichnet, welche Bezeichnung auch die Staatsforst-Verwaltung angenommen hat:

Holländerholz: von 60′ Länge und darüber und bei 60′ jedenfalls 11″, wenn länger, am Ablaß wenigstens 10″ stark.
Meßholz: von 60′ Länge und darüber und bei 60′ mindestens 8″ stark.
Fünfziger: von 50′ Länge und darüber und bei 50′ mindestens 7″ stark.
Gemeinholz von 16′ Länge und darüber und am Ablaß mindestens 5″ stark.

Das Stammholz wird in größeren und kleineren Partien gefällt und entweder auf dem Stock im Wald, oder an das Wasser geliefert, gekauft. Neben dem Neckar, auf dem die Flöße auch von den Bezirken Oberndorf, Rottweil etc. den hiesigen Bezirk passiren[1], wird die Flößerei sehr schwunghaft betrieben auf den Grundbächen des Neckars, auf der Glatt und auf dem Heimbach; auf dem Heimbach werden jährlich circa 40 Flöße und auf der Glatt 10 Flöße vom Oberamt Sulz eingebunden.

Die Flöße sind gewöhnlich 800–1200′ lang und bewegt sich der Kubik-Inhalt eines Floßes von 8000–10.000 c′, doch gibt es auch deren etwas geringere.

| Während in anderen Thälern des Schwarzwaldes das Einbinden des Holzes in Flöße und das Verflößen selbst von Flößergesellschaften im Accord übernommen wird, wird hier in der Regel sowohl das Einbinden, als das Verflößen im Taglohn auf Rechnung der Händler und nur das Zurüsten des Holzes im Walde zu Floßholz im Accord ausgeführt, und zwar fahren die hiesigen Flößer unter der Leitung eines sogenannten Floßführers meist nur bis Nürtingen oder Canstatt, während dann von dort aus andere der dortigen Floßstraße kundige Flößer den Floß bis Mannheim führen.

Ein Theil der Flöße wird freilich auch schon im Lande selbst, namentlich in Nürtingen oder Canstatt verkauft, während der übrige Theil nach Mannheim geführt und dort verkauft wird. Im ganzen Oberamtsbezirk sind etwa 50 Flößer ansäßig und werden zur Bemannung Eines Floßes 6 Mann gerechnet. Als Aufwand für den Transport des Holzes vom Wald bis nach Mannheim rechnet man im Durchschnitt 4 kr. per 1 c′, nämlich:

Hauerlohn 1/2 kr.
Fuhrlohn bis an’s Wasser 1/2–2 kr.
Einbinden in Flöße 3/4 kr.
Transport zu Wasser incl. Zoll 11/4 kr.
Spesen 1/4 kr.
31/4–43/4 kr.

Die bedeutenden Abgaben, welche Seitens der die Flößerei betreibenden an Mahlmüller, Fischwasser-Berechtigte etc. bezahlt werden müssen, lasten schwer auf diesem für die Bevölkerung so wichtigen Gewerbe und sind in letzter Zeit schon Einleitungen getroffen worden, einen Theil dieser Abgaben zu fixiren oder zur Ablösung zu bringen. Das weitere Vorrücken der Eisenbahn im Neckarthal wird jedenfalls in dieses ganze Gewerbe eine gänzliche Neugestaltung der Verhältnisse bringen. Außer dem Langholzhandel spielt eine jedoch untergeordnete Rolle der Handel mit Hopfenstangen; Brennholz wird nicht exportirt, sondern zum eigenen Bedarf des Bezirks verwendet.


  1. In Sulz haben auf dem Neckar Flöße passirt:
    1859      119 Flöße
    1860      141
    1861      154
    1862      168
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