RE:Axomis

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 26342635
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Axomis (Ἄξουμις [Hs. Ἀξουμίτης] Steph. Byz.: Αὔξωμις Procop. bell. Pers. I 19; Αὐξούμη Ptol. IV 7, 25. Martyr. S. Arethae = Boissonade Anecd. Graec. V 2. Ps.-Callisthen. III 7. 8; Αὔξουμις Nonnosos bei Phot. 3 [FHG IV 179]. Niceph. hist. eccl. IX 18; Auximis statt Auxumis Geogr. Rav. 118, 10), Stadt Abessiniens, 8 Tagreisen landeinwärts von Adule (s. d.), 30 Tagereisen südlich von Elephantine, das gegenwärtige Axum. A. hat sich bereits in vorchristlicher Zeit, offenbar unter der Anregung des Handelsverkehrs von Adule und unter Einwirkung hellenistischer Kultur zur Hauptstadt eines Aithiopenreiches entwickelt, von dem die Inschrift von Adule (s. d.), der Periplus des erythraeischen Meeres (s. Zoskales) und die Erdbeschreibung des Ptolemaios uns die ersten Nachrichten bieten. Auch sind unter den uns erhaltenen Münzen axumitischen Ursprungs Stücke, welche dem Anschein nach in eine Zeit zurückgehn, in der diese Gegenden noch nicht zum Christentume bekehrt waren. Freilich erfahren wir auch noch von einem Stadium, bei welchem hier in den Gestadelandschaften römische Geldsorten, im Binnenlande statt des Geldes beliebig teilbare Messingstücke in Umlauf waren. Das Christentum wurde hier, wie es scheint, kurz vor Mitte des 4. Jhdts. eingeführt (s. Aidesios Nr. 5 und Frumentius). Nach der Stadt A. wird das Reich als das der Axomiten (Ἀξωμῖται Inschrift von Axum CIG. 5128. Schol. zur Inschrift von Adule; vgl. Lagarde Mitteilungen IV 200, 1; Ἀξιωμῖται Heliod. Aethiop. X 27; Ἐξωμῖται Theoph. 346; Exomitae Hist. Aug. Aurel. 33, 4. 41, 10; Ἀξουμῖται Steph. Byz.; Αὐξουμῖται Peripl. mar. erythr. 4. Ptol. IV 7, 29. Nonnosos a. a. O. Niceph. a. a. O.; Αὐξωμῖται Procop. bell. Pers. I 19; de aedif. V 8; Auxumitani Geogr. Rav. 5, 17) und dieses Gebiet Africas als die Auxumitana (Geogr. [2635] Rav. 116, 5. 118, 3) bezeichnet. Nach einem Scholion zur Inschrift von Adule bedeuten in dieser die Ιάζη die Axomiten: ἄχρι γὰρ καὶ νῦν Ἀγάζη αὐτοὺς ὀνομάζουσι. Mit Ἀγάζη ist unverkennbar Agâzî, die einheimische Benennung der Geez-Stämme, wiedergegeben (Dillmann Anfänge 195. Lagarde Mitteilungen IV 200, 1). Die Inschrift von Adule (s. d.) zeigt anschaulich die Erweiterung des Umfanges des Axomitenreichs. Nach der Inschrift des Aizanas (s. d.), die zu Axum entdeckt wurde, umfasst es auch Teile Südarabiens, des Himjarenlandes. Die Inschrift ist in zwei Sprachen abgefasst, in Griechisch und in Geez. Der in sehr schlechtem Erhaltungszustande befindliche Geeztext war der ausführlichere. Er war geschrieben mit sabaeischen Schriftzeichen, wie andere noch in diesem Gebiete vorhandene Inschriften es ebenfalls sind. Es veranschaulicht das den hohen Grad des Einflusses, den hier die Kultur Südarabiens erreicht hat. Andererseits wurden diese Landstriche, seit hier mit Erfolg das Christentum sich auszubreiten anfing, im Abendlande mehr bekannt und wurden von dort aus mehr besucht als wohl je zuvor. Wurde doch notwendig erachtet, durch kaiserlichen Erlass (Cod. Theod. XII 2, 12) vorzuschreiben, dass wer ad gentem Auxumitarum et Homeritas zu reisen Auftrag erhalte, in Alexandrien nicht über ein Jahr verweilen dürfe und auch nicht länger als ein Jahr Tagegelder beziehen solle. Dem Interesse, das diese fernen Christengemeinden erregten, verdankte die Axomitis die Aufnahme in die Übersichten, die im Anschlusse an die mosaische Völkertafel entworfen wurden (Epiph. ad haeres. I 1. Geogr. Rav. 166, 5; vgl. A. v. Gutschmid Kl. Schr. V 604ff.). Vgl. auch Elesbaas und Kosmas Indikopleustes, auch Auxiditai. Litteratur: Nicol. Petersen De antiqua Axume, Lund 1882. A. Dillmann Anfänge des Axumitischen Reiches, Abh. Akad. Berl. 1879; Zur Geschichte des Axumitischen Reichs im 4. bis 6. Jhdt., ebd. Berlin 1880. Mommsen Röm. Gesch. V³ 598ff. J. H. Mordtmann ZDMG XXXI 64ff. XLIV 173ff. J. Theodore Bent The Ancient Trade Route across Ethiopia (Geographical Journal II 140ff.); The Sacred City of the Ethiopians 154ff. J. Deramey Les Inscriptions d’Adoulis et d’Axoum (Rev. de l’hist. des religions XXIV 316ff.). Kenner S.-Ber. Akad. Wien XXXIX 554ff. A. de Longpérier Rev. numism. n. s. XIII 28ff. A. d’Abbadie ebd. 45ff. Prideaux Num. Chron. n. s. IV 205. V 64. E. Drouin Rev. arch. n. s. XLIV 206. Th. Nöldeke Gesch. der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden 190f. A. v. Gutschmid Kl. Schr. III 158ff. Eduard Glaser Skizze der Geschichte Arabiens I, München 1889.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S VII (1940), Sp. [S_VII 75]–[S_VII 80]
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     S. 2634 zum Art. Axomis:

A., Hauptstadt des altabessinischen Reiches. Der einheimische Name lautet Aksūm; mit Voraufnahme des ū der zweiten Silbe in die erste wird manchmal Auksem oder Auksum gesprochen; etc. etc.