ADB:Haase, Friedrich

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Artikel „Haase, Friedrich Gottlob Heinrich Christian“ von Richard Foerster in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 262–265, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Haase,_Friedrich&oldid=2497343 (Version vom 11. Dezember 2017, 05:44 Uhr UTC)
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Band 10 (1879), S. 262–265 (Quelle).
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Haase: Friedrich Gottlob Heinrich Christian H., ausgezeichneter Philolog, wurde am 4. Januar 1808 in Magdeburg als Sohn eines armen Schneiders geboren. 1820 wurde er auf das dortige Domgymnasium gebracht, Ostern 1827 bezog er die Universität Halle, um dort unter Reisig Philologie zu studiren; Michaelis 1828 ging er, da dieser nach Italien gereist war, nach Greifswald, wo er sich besonders an Schömann anschloß; von Michaelis des folgenden Jahres an vollendete er seine Studien unter Leitung von Böckh und Lachmann in Berlin. Hier bestand er auch im Februar 1831 rühmlichst das Staatsexamen und wurde noch in demselben Jahre, nachdem er kurze Zeit als Candidatus probandus am Köllnischen Realgymnasium daselbst beschäftigt gewesen war, an die Cauer’sche Lehr- und Erziehungs-Anstalt in Charlottenburg[WS 1] berufen. Hier bewährte er sich außerordentlich; dies und der durch seine Ausgabe von Xenophon „De republica Lacedaemoniorum“ (1833) begründete Ruf seiner hervorragenden wissenschaftlichen Tüchtigkeit verschaffte ihm Ostern 1834 die Stelle eines Adjuncten in Schulpforta. Doch nicht lange sollte der Zauber, welchen er auch hier auf Schüler, wie auf Collegen übte, währen. Schon im Sommer desselben Jahres wurde gegen ihn, wie gegen seine Freunde und Collegen Fickert[WS 2] und Grubitz wegen Theilnahme an der Burschenschaft – er war in Halle und Greifswald Mitglied, auf letzterer Universität auch Sprecher der Burschenschaft gewesen – eine Untersuchung eingeleitet, zu Ostern des folgenden Jahres wurde er vom Amte suspendirt und auf halben Gehalt gesetzt, und nach Ablauf eines weiteren qualvollen Jahres wurde er entsetzt (in Zweifel gelassen wurde es, ob er je wieder zur Bekleidung eines Schulamtes würde für fähig erklärt werden) und zu sechsjähriger Festungshaft verurtheilt. Im September 1836 wurde er nach Erfurt auf die Festung, und da diese besetzt war, ins Inquisitoriat daselbst gebracht. Nach einjähriger übrigens nicht strenger Haft wurde er freigelassen. Nach einem kurzen Besuch bei den Eltern ging er nach Berlin, wo er besonders auf Joh. Schulze’s Verwendung ein Stipendium zu einer wissenschaftlichen Reise nach Paris, deren Hauptzweck das Studium der Handschriften der Kriegsschriftsteller war, erhielt. Nachdem er noch am 10. Mai 1838 in Halle promovirt hatte, reiste er über Heidelberg und Straßburg nach Paris. Hier blieb er bis zum Herbst 1839 und wurde, nachdem er über Bern nach Deutschland zurückgekehrt war, nach Ritschl’s Weggang von Breslau zum außerordentlichen Professor an dieser Universität ernannt. Dieses Amt trat er Ostern 1840 an; die Antrittsschrift „Lucubrationes Thucididiae“ wurde das Jahr darauf (1841) gedruckt. Obwol er sich auch diesem Amt mit ganzer Seele hingab und großen Erfolg als Lehrer hatte, ging es doch – wie behauptet wird, deshalb, weil er sich mehrfach mit dem Minister Eichhorn in Differenzen befand, mit seiner Beförderung nicht so rasch, als man hätte erwarten dürfen. Nachdem er 1844 die Berufung zum Director des Elisabeth-Gymnasiums in Breslau abgelehnt hatte, wurde er 1846 zum Ordinarius ernannt; 1851 erhielt er, nachdem er auch als Nachfolger G. Hermann’s in Aussicht genommen worden war, die Professur der Eloquenz und die Mitleitung des philologischen Seminars. 1859 wurde er durch das Vertrauen seiner Collegen zum Rector gewählt. Schon 1867 am 16. August wurde er den Seinen, der Universität, dem Vaterlande, der Wissenschaft nach kaum vierzehntägiger Erkrankung am Typhus durch den Tod entrissen. H. war der liebevollste Sohn, der aufopferndste Freund, der uneigennützigste Förderer [263] aller idealen Bestrebungen, der unerschrockenste Vertheidiger von Recht und Wahrheit, einer der treusten Söhne des deutschen Vaterlandes, ein ausgezeichneter Bürger, der hingebendste Lehrer, einer der gründlichsten und vielseitigsten Gelehrten. Vom Vater hatte er den Frohsinn und die Lust zum Scherzen, welche ihn zum angenehmsten Gesellschafter machten, von der Mutter den Ernst und die Strenge, welche Jünglinge und Männer in ihm ein Vorbild und einen Hort für sie selbst sehen ließen. Früh hat er die Eltern unterstützt, später ganz erhalten, und nichts hat ihn so geschmerzt als der Gedanke, daß der Kummer über des Sohnes widriges Schicksal dem Vater das Herz gebrochen habe. Von entscheidender Bedeutung für sein ganzes Leben und Streben ist der Aufenthalt auf dem Magdeburger Domgymnasium, welches sich in einer musterhaften Verfassung befand, geworden. Hier sind die Keime zu alle dem, was sein Leben in freud- aber auch in leidvoller Weise bewegt hat, gelegt worden. Hier hat er vor allem den sich nie genüge thuenden Fleiß, die gewissenhafteste Treue im Kleinen, wie den Blick auf das große Ganze gelernt, hier hat er den unersättlichen Wissensdurst eingesogen. Schon als Tertianer hat er sich auf Anregung seines Ordinarius Friedrich Wiggert, der überhaupt den nachhaltigsten Einfluß auf ihn geübt hat, umfassende grammatische und historische Collectaneen angelegt, und der ihn besonders auszeichnende, allmählich zur größten Feinheit ausgebildete Sinn für Beobachtung des Sprachgebrauchs der Schriftsteller ist sicher aus diesen erwachsen. Durch denselben Lehrer sind auch die bibliothekarischen und bibliographischen Neigungen, durch welche er sich später eine riesige und dabei sichre Bücherkenntniß erwarb, in ihn gepflanzt worden. Auch schon als Tertianer legte er den Grund zu seiner wie ein Kleinod gehüteten, wenn auch keineswegs für andere verschlossenen Bibliothek, und als Primaner machte er eine Reise nach Wolfenbüttel, um die berühmte Bibliothek daselbst kennen zu lernen. Dort ist auch zuerst seine poetische Neigung geweckt worden. Die Gedichte in der Muttersprache, von welchen allerdings nur wenige in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, zeichnen sich durch Formgewandtheit, besonders aber durch die Innigkeit des Gefühls aus. In der Kunst lateinischer Dichtung haben es ihm zu seiner Zeit überhaupt nur wenige gleich zu thun vermocht. (Zu den besten gehören die Gedichte zur Vermählung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm [1858], zur Feier der siegreichen Heimkehr desselben und des Königs Wilhelm I. aus dem Kriege mit Oesterreich [1866], zum fünfzigjährigen Doctorjubiläum seines Collegen Hinrich Middeldorpf [1860]; sehr launig ist auch das „Propempticon“ für Th. Mommsen, 1858.) Auch zu der Pflege eines nicht nur correcten, sondern auch durch Fülle und Anmuth gewinnenden lateinischen Stiles ist er, wie sein Schulfreund Fickert, der Verfasser der reizend geschriebenen „Memoria Haasii“ und so mancher andre Zögling der Anstalt, hier angehalten worden. Auch in diesem ist er nur von wenigen Zeitgenossen übertroffen worden. Wie prächtig lesen sich seine lateinischen Reden und Programme; seine Einleitung zum Tacitus ist in gewisser Weise ein Kunstwerk. Von der Schule her stammt aber auch sein Eifer für das Turnen. Was er dort und als Student zur Zeit der Turnsperre heimlich getrieben, das hat er, nachdem es durch eine Cabinetsordre Friedrich Wilhelms IV. wieder freigegeben worden war, in Breslau nicht nur selbst fortgesetzt, sondern dafür hat er auch bei Studenten, wie bei älteren Männern eine wahre Begeisterung geweckt. Er selbst war Jahre lang Vorsitzender eines Turnvereins und bei dem Turnfest des zweiten deutschen Turnkreises in Breslau 1865 hat er, „der siebenfünfzigjährige Professor, von Anfang bis zu Ende fleißig mitgeturnt und zuletzt noch eine seiner besten Turnreden gehalten“. Auf der Schule wurde er aber auch bereits mit den Ideen der deutschen Burschenschaft bekannt und hat an diesen, was er auch für sie hat leiden müssen, treu, [264] wie Einer, bis an seinen Tod festgehalten. Auf der Schule endlich hat er nicht blos Freundschaften fürs Leben geschlossen, sondern auch die Gelegenheit gehabt, eine Seite seines Wesens zu erproben, auf welcher ein gut Theil des Erfolges, welchen er später errungen hat, beruhte: die Macht, ja man kann sagen, den Zauber seiner Persönlichkeit. Wie er es bei seinen Mitschülern mit Einem Male durch Ueberredung durchsetzte, daß der Unfug, welchen sie bisher stets mit einem der Lehrer getrieben hatten, aufhörte und, wenigstens so lange er auf der Schule war, nicht wiederkehrte, so hat er als Student öfters auf die Entschließungen der Commilitonen einen bestimmenden Einfluß geübt, so hat er als Lehrer die Herzen und Ohren nicht nur der Schüler und Studenten, sondern auch der Collegen gewonnen. Ja in Schulpforte hat er es auf diese Weise im Einvernehmen mit einem Theil seiner Collegen dahin gebracht, die bei Lehrern wie Schülern stark ins Wanken gerathene Autorität des Directors wiederherzustellen. Und so hat er sich auch die Herzen der Breslauer, ja, man kann sagen, der Schlesier, im Sturm erobert. Bei dem Eifer, mit welchem er sich als alter Burschenschafter an dem neuerwachten politischen Leben betheiligte, konnte es nicht fehlen, daß er zum Vorsitzenden des constitutionellen Vereins gewählt, 1849 vom Kreise Jauer als Abgeordneter in die Nationalversammlung nach Berlin geschickt wurde, in welcher er sich dem linken Centrum anschloß, und daß er auch später stets an der Spitze des altliberalen Wahlvereins stand. Ebenso wurde er vom Schillerverein in Breslau, welchem er die regste Theilnahme widmete, als Abgeordneter nach Weimar geschickt. Und keine Gelegenheit in gemeinnützigem Interesse thätig zu sein, hat er versäumt. Er war, um nur eines anzuführen, einer der ersten, welche sich 1866 an die Spitze von Transportzügen stellten, um den preußischen Truppen in Böhmen und Mähren Lebensmittel und Erfrischungen zuzuführen. Natürlich hatte er auch im Senat der Universität, in welchem er Jahre lang saß und in der Facultät eine gewichtige Stimme. Am meisten aber galt er bei den Studenten, auf welche die mit jugendlicher Frische gepaarte ernste Männlichkeit eines tiefen und nachhaltigen Eindruckes nicht verfehlen konnte. Wie hat er aber auch für sie gesorgt durch Unterstützungen, welche nicht selten seine Mittel überstiegen, durch Gründung von Stipendien, einer Darlehnskasse, eines Lesezimmers, einer Studentenbibliothek! Vor allem aber mit welcher Hingabe ist er für ihre geistige Schulung und Ausbildung thätig gewesen! Nicht nur bot er ihnen in seinen Vorlesungen das wissenschaftliche Material in fast absoluter Vollständigkeit, er suchte sie auch zu selbständigen Mitarbeitern auf dem Gebiet der Philologie zu erziehen. Geradezu einzig war in dieser Beziehung seine Thätigkeit als Leiter der Seminarübungen. Aus diesen ist denn auch eine sehr stattliche Reihe von Arbeiten hervorgegangen, welche den verschiedensten Gebieten der Philologie angehören, wenn sie auch vielleicht auf dem der Syntax am bedeutungsvollsten sind. Allmählich verbreitete sich der Ruf dieser seiner die Geister weckenden und fesselnden Thätigkeit weit über die Gränzen Schlesiens hinaus, und es kamen Studenten aus allen Theilen Deutschlands, darunter auch manche, welche bereits in Bonn, der ersten Philologenschule, studirt hatten, nach Breslau. Und so ist denn unter seinen vielen Schülern eine ansehnliche Zahl namhafter Philologen. Die Mehrzahl derselben sind natürlich Schulmänner geworden: für diese konnte es gar keine bessere Schule geben als die Haase’sche, welche zwar die wissenschaftliche Seite des Studiums der Philologie in erste Linie stellte, aber auch der pädagogischen Ausbildung in den Vorlesungen und Uebungen eine ganz besondere Pflege angedeihen ließ. Nicht gering aber ist auch die Zahl seiner Schüler, welche die akademische Laufbahn eingeschlagen haben. Trotzdem nun H. eine so vielseitige Thätigkeit entfaltete, trotzdem er stets zur Ertheilung von Rath und Auskunft bereit war, [265] trotzdem er zur Vorbereitung seiner Vorlesungen, welche einen weiten Kreis umspannten und diesen ganz auszufüllen suchten, desgleichen für die Durchsicht und Beurtheilung der zahlreichen, den verschiedensten Gebieten angehörigen Seminar- und Doctor-Arbeiten sehr viel Zeit gebrauchte, trotzdem er endlich langsam arbeitete, hat er doch Dank seiner wahrhaft staunenswerthen Arbeitskraft auch auf dem Gebiete philologischer Schriftstellerei Leistungen hervorgebracht, welche ihm in der Geschichte der Wissenschaft einen unvergänglichen Namen sichern. Dies ist aber um so höher anzuschlagen, als über seinen wissenschaftlichen Arbeiten, wie er selbst am besten gefühlt hat, ein widriges Schicksal gewaltet hat. Das Beste, was er geben konnte, ist unvollendet geblieben, und die Mehrzahl seiner größeren Arbeiten hat er unter dem Drange der äußeren Verhältnisse schreiben müssen. In seinen ersten Semestern war er, wie er selbst gesteht, ein so unbedingter Anhänger der formalen Philologie, daß er bei Meier, dem Vertreter der entgegengesetzten Richtung in Halle, auch nicht Eine Stunde Colleg gehört hat. Erst Schömann in Greifswald öffnete ihm das Auge auch für das Verständniß der realen Philologie, und schon seine erste Arbeit, die erwähnte Ausgabe Xenophon’s legte vollgültiges Zeugniß davon ab, wie sehr er seitdem bemüht gewesen war, beide gleichberechtigte Seiten seiner Wissenschaft in sich zu vereinen. Daß er gleichwol in Folge größerer Neigung und Begabung in der ersteren mehr geleistet hat, wird kaum geläugnet werden können; ebenso wenig, daß er größer war als Latinist wie als Gräcist. Seine schwerwiegendste Leistung liegt auf dem Gebiet der Grammatik: nicht so sehr in der Construction eines Systems derselben, worin er unter dem Einfluß der hegel’schen Philosophie stand, als in der Stellung und theilweisen Lösung der Aufgaben, welche der Semasiologie (Bedeutungslehre) zufallen, und in der Erforschung der geschichtlichen Entwicklung, welcher die Gesetze der Sprache im Lauf der Jahrhunderte unterworfen gewesen sind. Nichts ist so sehr zu beklagen, als daß er seine „Lateinische Grammatik“ nicht bis über die ersten Anfänge herausgebracht hat. Die „Vorlesungen über lateinische Sprachwissenschaft“ hat erst nach seinem Tode sein Freund Eckstein herauszugeben angefangen (1874). Nächst dem war er am fruchtbarsten auf dem Gebiet der Kritik, welcher er theils durch Ausgaben, theils durch längere oder kürzere Aufsätze gedient hat. Der Standpunkt, welchen er in ihr einnahm, war ein conservativer, ähnlich dem seines Freundes Moritz Haupt. Wie bei diesem, erstreckte sie sich auch auf einen sehr großen Kreis von Schriftstellern, jedoch weniger als bei diesem, auf Dichter. Am meisten ist sie dem Rhetor und dem Philosophen Seneca zu Gute gekommen. Denn in dem Corpus der griechischen und römischen Kriegsschriftsteller, einem Werke, welches so großartig angelegt war, daß es die Kräfte Eines zu übersteigen scheint, ist er nicht viel über die Sammlung des Materials hinausgekommen. Besonders werthvoll sind auch seine zahlreichen Arbeiten über die Geschichte der Philologie besonders im Mittelalter. Als Forscher auf dem Gebiet der realen Philologie zeigt er sich außer in der erwähnten Ausgabe Xenophon’s und in vielen Artikeln der Encyklopädie von Ersch und Gruber in seiner Schrift: „Die athenische Stammverfassung“, 1857. Endlich, wie er, ein echter Humanist, aller Einseitigkeit abhold, den Blick auf das große Ganze gerichtet hielt, das bekundet am besten sein Artikel „Philologie“ in derselben Encyklopädie.

Fickert, Friderici Haasii memoria, Progr. des Elisabeth-Gymnasiums in Breslau 1868. (Das dort p. 32–34 gegebene Verzeichniß der Schriften ist vom Unterzeichneten nicht für den Druck vorbereitet worden.) Th. Oelsner[WS 3], Rübezahl (Schlesische Provinzialblätter), Bd. VII. (1868) S. 99–106. 318–319. Von dem erstern dürfen wir eine ausführliche Biographie und eine Sammlung der Opuscula erwarten. Hoffentlich erscheinen beide recht bald.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach dem Gründer Jacob Ludwig Cauer (1792–1834) (PND) benannte Privatschule. Der Pädagoge und Fichte-Schüler stammte aus einer Arztfamilie. Sein jüngster Bruder Emil ist der Stammvater der Bildhauerfamilie (vgl. die Artikel über den Bildhauer Emil Cauer (1800–1867) und seine Söhne Carl Ludwig Cauer (1828–1885) bzw. Robert Cauer d. Ä. (1831–1893) in der ADB sowie zur Familie Cauer in der Wikipedia). Die 1818 in Berlin gegründete sog. Cauersche Anstalt wurde 1826 in das damals noch nicht eingemeindete Charlottenburg verlegt. Nach dem Tode des ersten Schulleiters wurde sie vom preußischen Staat übernommen. Siehe Erich Fuchs: Fichtes Stellung zum Judentum. In: Kosmopolitismus und Nationalidee / Hammacher, Klaus [Hrsg.], Rodopi, Amsterdam 1990 (=Fichte-Studien ; Bd. 2), S. 160–177, hier 176, Google (Voransicht), ISBN 90-5183-235-4.
  2. Karl Rudolf Fickert (1807–1880) (PND), Theologe und Gymnasiallehrer (Latinist), zuletzt Direktor des Elisabeth-Gymnasiums in Breslau. Siehe den von H. Palm verfassten Nekrolog: Karl Rudolf Fickert, geb. 20. April 1807, gest. 3. Oktober 1880. In: Biographisches Jahrbuch für Alterthumskunde / hrsg. von Conrad Bursian, 4. Jg. 1881, Calvary, Berlin 1882, S. 21–25 (Google-USA*). Siehe auch Hermann Zimpel: Karl Rudolf Fickert : Rektor des Elisabetans ; 1845–1880, Graß, Barth & Co, Breslau 1903.
  3. Theodor Oelsner (1822–1875) (PND}, Sohn eines früh verstorbenen Oberlehrers am Elisabeth-Gymnasium in Breslau und Redakteur der wiederbelebten Schlesischen Provinzialblätter, die von 1862 bis 1875 unter dem Namen Rübezahl erschienen. Nekrolog in: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens, Bd. 13 (1876), S. 538 f.. Verheiratet mit der im Breslauer Frauenbildungsverein aktiven Journalistin Elise Oelsner (1836–1902, geb. Rambach), die 1876 posthum die Gedichte ihres Ehemanns herausgab und später als schlesischen Beitrag zur Frauenbewegung ein Personenlexikon über Wissenschaftlerinnen schrieb (Die Leistungen der deutschen Frau in den letzten vierhundert Jahren : auf wissenschaftlichen Gebiete, Lemke, Guhrau 1894), das noch heute einen hohen bibliografischen Wert hat.