ADB:Jäger, Wolfgang

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Artikel „Jäger, Wolfgang“ von Karl Felix Halm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 657, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:J%C3%A4ger,_Wolfgang&oldid=- (Version vom 13. Dezember 2019, 07:08 Uhr UTC)
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Jäger: Wolfgang J., Philolog, geb. am 22. Dez. 1734 zu Nürnberg, † am 30. Mai 1795. Als einziger Sohn eines Nürnberger Bürgers war er für das elterliche Gewerbe bestimmt, zeigte aber schon in der Volksschule entschiedene Neigung zum Studiren, die auf dem Gymnasium durch den verdienten Rector Schwebel noch mehr gesteigert wurde. Da der Vater den Wünschen des begabten Sohnes nicht entgegentrat, bezog er im J. 1752 tüchtig vorbereitet die Universität zu Altdorf, wo er über sechs Jahre verblieb und neben dem Studium der classischen Sprachen sich auch sehr eifrig mit den lebenden beschäftigte. In seine Vaterstadt zurückgekehrt erhielt er 1762 eine Verweserstelle am Gymnasium, 1767 das Amt eines Conrectors. Weil ihn aber bei einer schwächlichen und reizbaren Anlage die Schulpraxis zu sehr angriff, wurde er 1773 von den Curatoren der Universität Altdorf als außerordentlicher Professor der philosophischen Facultät für die abendländischen Sprachen dorthin versetzt, 1786 wurde er zum ordentlichen Professor der Poesie ernannt und nach Nagel’s Tod auch zum Professor der Beredsamkeit. Neben den Vorlesungen in seinem Fache hielt er mit vielem Beifall auch geschichtliche Vorträge und zwar regelmäßig über deutsche Geschichte, als der bekannte Geschichtsforscher Will leidend wurde. Jäger’s litterarische Thätigkeit war wenn auch nicht eine umfangreiche, so doch eine ziemlich bunte. Am bekanntesten ist seine kritische und erklärende Ausgabe der römischen Panegyriker (Nürnb. 1779–80, 2 Bde.), bei der er die Vorarbeiten des gelehrten Ch. J. Schwarz benützen konnte. Außerdem lieferte er Beiträge zur neuen Ausgabe von Fabricius’ Bibliotheca graeca von Harleß, verfaßte ein 1786 in zweiter Auflage erschienenes italienisches Lexikon und eine spanische Chrestomathie unter dem Titel „Vermischte Aufsätze in spanischer Prosa“ (Nürnb. 1779) und mehrere geschichtliche Arbeiten: „Geschichte Konrad’s II. von Schwaben“ (Nürnb. 1785), „Sammlung historischer Aufsätze“ (Geschichte Heinrich’s VI. und Karl’s des Kühnen von Burgund), 2 Bändchen (Nürnb. 1790–95), „Geographisch-histor.-statist. Zeitungslexikon“ (Nürnb. 1782–84 in 2 Bdn., 1790–93 in 3. Aufl.). Außerdem verdankt man ihm eine bedeutend verbesserte Ausgabe des im 18. Jahrhundert viel verbreiteten Werkes von Th. Berger: Synchronistische Universalhistorie, 5. Aufl. Coburg 1781.

Schlichtegroll’s Nekrolog auf d. J. 1795. I, 372 ff.