BLKÖ:Pillersdorf, Franz Xaver Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Piller
Band: 22 (1870), ab Seite: 294. (Quelle)
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Pillersdorf, Franz Xaver Freiherr (k. k. Hofkanzler, geb. zu Brünn im Jahre 1786, gest. zu Wien 22. Februar 1862). Ein Sohn des k. k. Truchsessen und Hofrathes der obersten Justizstelle Franz Xaver’s (II.) Freiherrn von Pillersdorf (geb. 4. Juli 1757, gest. 13. Jänner 1806) [s. d. S. 302, Nr. 3] aus dessen Ehe mit Johanna geb. Majthényi von Kesselökö (gest. 21. October 1805). Nach beendeten rechtswissenschaftlichen Studien trat er in den Staatsdienst und war im Jahre 1808 – damals 24 Jahre alt – bereits jüngster Official – mit dem Range eines Regierungssecretärs – bei dem Staats- und Conferenzrathe für die inländischen Geschäfte. Im Jahre 1811 wurde er, Hofsecretär bei der k. k. allgemeinen Hofkammer und 1815 Hofrath. Im folgenden Jahre war er unter denjenigen Männern, welche Kaiser Franz durch Verleihung des sogenannten silbernen Civil-Ehrenkreuzes für in den Jahren 1813 und 1814 erworbene Verdienste auszeichnete, 1817 wurde er dem Finanzminister Grafen Johann Philipp Stadion zur Dienstleistung zugetheilt und 1822 zum dirigirenden Hofrath bei demselben ernannt; 1824 wurde er vierter Vice-Präsident bei der allgemeinen Hofkammer, 1826 dritter, 1829 zweiter, endlich 1831 erster Vice-Präsident, 1832 empfing er die Geheimrathswürde und der Kaiser ernannte ihn gleichzeitig zum Kanzler bei der vereinigten Hofkanzlei (dem jetzigen Ministerium des Innern); 1844 verwandelte sich sein Titel in den eines Hofkanzlers; 1843 nahmen ihn die niederösterreichischen und die galizischen, 1846 die mährischen Landstände in ihre Mitte auf; 1845 wurde er Ehrenbürger von Wien, 1846 Ehrenmitglied der Wiener Akademie der Künste. In dem zuletztgenannten Jahre erhielt er das Commandeurkreuz des St. Stephan-Ordens, sowie Anfangs 1848 das Ehrenkreuz des Johanniter-Ordens. Endlich nahm ihn die Akademie der Wissenschaften unter ihre Ehrenmitglieder auf. Mit solchen Aemtern, Würden und Titeln ausgestattet, traf den Freiherrn von Pillersdorf das Jahr 1848. Nach dem Sturze des Ministeriums Fiquelmont [Bd. IV, S. 221] welcher durch eine Demonstration vor der Wohnung des Premiers erfolgte, fiel auf Pillersdorf die Wahl, an die Spitze eines neuen „volksthümlichen“ Ministeriums zu treten. Er selbst hat in einer seiner Zeit vielgelesenen Broschüre, betitelt: „Rückblicke auf die politische Bewegung in Oesterreich in den Jahren 1848 und 1849, von F. v. P.“, seine Verwaltung zu rechtfertigen versucht. Der Sicherheitsausschuß verlangte später von dem Stellvertreter des Kaisers (Erzherzog Johann) die Entlassung Pillersdorf’s; er trat [295] als Minister zurück und als Deputirter in den Wiener Reichstag, ging mit ihm nach Kremsier und wurde nach dessen Auflösung im Jahre 1849 einer Disciplinaruntersuchung unterzogen. Kenner österreichischer Verhältnisse werden zugeben, daß in ruhigen Zeiten es keine tauglichere Persönlichkeit für die Stelle eines Unter-Staatssecretärs oder Ministers gab als den Freiherrn von Pillersdorf. Eine unermüdliche Arbeitskraft, unterstützt von einem seltenen Gedächtniß und einer ungeheueren, einzig dastehenden Kenntniß aller Details der österreichischen Administration befähigten ihn ganz speciell dazu. Nun warfen den Mann, dessen Lebenselement einsame Arbeit im verschlossenen Bureau war, die Wogen des Jahres 1848 auf die Höhe der Action, auf den exponirtesten Standpunct. Der feine Staatsmann mit aristokratischen Manieren mußte es erleben, daß Studenten mit klirrenden Säbeln in seinem Arbeitszimmer herumpolterten; war es einem solchen weichen Charakter möglich, der Insolenz gegenüber anders als mit Zugeständnissen zu antworten? Treffend schildert in dieser außerordentlichen Situation ein Nekrolog den nachmals von einer Partei so sehr angefeindeten Pillersdorf. In der Nacht des Vormärzes eine Leuchte der hohen Bureaukratie, hochgeachtet wegen seiner unantastbaren Rechtlichkeit, von den Stützen des Polizeistaates als gefährlich angefeindet, wie dieß in jener traurigen Zeit das Los jeder höheren Bildung, jeder über die bureaukratische Schablone hinausragenden humanen Gesinnung war, klomm Pillersdorf nichtsdestoweniger, was er lediglich seinem alles bewältigenden Fleiße und seiner Geschäftstüchtigkeit[WS 1] zu danken hatte, empor zu den höchsten Würden, die der Monarch, zu den höchsten Aemtern, welche die Bureaukratie zu vergeben hatte. Er war, von Arbeit gebeugt, im Dienste des absoluten Staates ergraut, als in den Tagen des März die Metternich’sche Omnipotenz in ihr Nichts zusammenbrach und Raum geschafft wurde für eine neue Ordnung der Dinge. Das gefallene System des Polizeistaates, der allgemeinen Bevormundung, des bureaukratischen Formalismus, einer sich in abgeschmackten Witzen und albernen Spässen erschöpfenden Opposition, war kein Boden, in welchem starke Charaktere, energische Menschen fortkommen konnten. Die staatsmännische Begabung verkrüppelte, die Bildung nährte sich kümmerlich, die Corruption der Gesinnung war eine allgemeine. Männer von Pillersdorf’s Art gehörten zu den Seltenheiten. Aber für ihn war der Luftzug einer neuen Zeit zu scharf, er war bei aller Willfährigkeit und Redlichkeit des Wollens nicht mehr jung und kräftig genug, um der heranstürmenden Bewegung Halt zu gebieten, seine Zielpuncte fest im Auge zu behalten und gegen jeden Angriff, von welcher Seite er auch kommen mochte, zu vertheidigen. Der Monarch hatte sich nach Innsbruck begeben; die Reichshauptstadt schien verwaist und die Stürmer und Dränger hatten das Feld behauptet. Sie beseitigten das Ministerium Pillersdorf, welches nach Oben und Unten hin bereits jeden Halt verloren zu haben schien, mit Leichtigkeit, und den Nachfolgern Pillersdorf’s, denjenigen, die sich auf Barrikaden und in den Sicherheitsausschüssen als die Verkörperung der reinsten Demokratie geberdet hatten, war es vorbehalten, die schön angelegte Bewegung in die Bahnen des gefallenen Systems zurückzuleiten und die belgische Freiheit, die das Ministerium Pillersdorf Oesterreich zugedacht hatte, einer Reaction preiszugeben, zu [296] deren geringfügigsten Werkzeugen sie sich freiwillig erniedrigten. Sie, die mit Stolz sich Demokraten genannt, die Neulinge am Staatsruder, vollbrachten, wovor die Humanität des ehemaligen Präsidenten der Hofkammer zurückgeschaudert, und wozu dieser hochachtbare, nur allzu milde Staatsmann nimmer die Hand geboten haben würde. Seines Ministerpostens enthoben, blieb P. Mitglied des Reichstages. Am 12. October 1848 wurde P. in der Abendsitzung, nachdem Smolka zum Präsidenten und Brestel zum ersten Vice-Präsidenten gewählt worden, mit 159 Stimmen zum zweiten Vice-Präsidenten gewählt, und mit fester Stimme, die Zeugniß gab von der Wahrheit und Innigkeit seiner Gesinnungen, sprach er „mit seinem Leben die Errungenschaften aufrecht zu erhalten und Alles für die Volksfreiheit zu thun“. Nachdem zahlreiche Reichstagsdeputirte Wien verlassen, so daß die Versammlung kaum beschlußfähig war, harrte P. aus und erst am 3. December 1848, acht Tage nach dessen Eröffnung in Kremsier, legte er sein Mandat nieder. Von dieser Zeit an gehörte Pillersdorf zu den Geächteten. Die Pflugschar der Reaction, welche über den Reichstag hinweggegangen, sollte auch seine staatsmännische Existenz zertrümmern. Trotz aller Milde und Mäßigung der Gesinnung, trotz der Unantastbarkeit seines persönlichen Charakters, trotz der Lauterkeit seiner monarchischen Gesinnung und der Frömmigkeit seines Wandels sollte auch er, der vielgeprüfte Greis, die Bitterkeit veränderter Zeiten erfahren. Im Jahre 1849 ward ihm eine Zuschrift zugestellt, durch welche ihm eröffnet wurde, daß sein ferneres Erscheinen in der geheimen Rathsstube nur mit Mißfallen gesehen werden würde. Auch andere Auszeichnungen sind ihm genommen worden. Elf lange Jahre lebte Freiherr von Pillersdorf in tiefster Zurückgezogenheit, fern den Geschäften, allen Versuchen, ihn für das Bach’sche System zu gewinnen, das Schweigen des ruhigen Gewissens und die Passivität einer Ueberzeugung entgegensetzend, der nichts ferner lag als Verrath an sich selbst. Sein hohes Alter und die herbe Erfahrung hatten ihm das Vertrauen in den endlichen Sieg der guten Sache nicht geraubt. Die Ruhe, die Sanftmuth, das Wohlwollen –Eigenschaften, die Keiner je vergessen wird, der mit ihm jemals, wenn auch noch so flüchtig in Berührung kam – hatte er sich aus dem Schiffbruche der Märzbewegung und seiner eigenen staatsmännischen Carrière unversehrt gerettet, und es war für ihn eine hohe Genugthuung, ein großer Triumph, als ihn, den Halbverschollenen, das Vertrauen seiner Mitbürger in seiner Zurückgezogenheit aufsuchte und in das Abgeordnetenhaus berief. Mit jener freudigen Bereitschaft, die das Kennzeichen einer erfüllten theuren Hoffnung ist, nahm Pillersdorf 1861 seinen Sitz im Abgeordnetenhause ein, zu dessen thätigsten und umsichtigsten Mitgliedern er zählte. Mit einem gewissen Stolze und verklärten Antlitzes oblag er seinen parlamentarischen Verrichtungen, ohne daß man über die Vergangenheit jemals aus seinem Munde andere Worte als die der Versöhnung vernahm. Aber seine Stimme war erloschen, sein Scheitel kahl geworden und die jugendliche Beweglichkeit, die er zuerst an den Tag legte, wich einer mit jedem Tage wachsenden Ermattung. Seine Körperkraft war den Anstrengungen des parlamentarischen Wirkens nicht mehr gewachsen, und nur mit größter Mühe waltete er noch seines Amtes als Obmann des Finanzausschusses. Die ihm [297] wenige Wochen vor seinem Tode durch die Vermittlung des Minister-Präsidenten Erzherzogs Rainer zugegangene Eröffnung, welche ihn in die vor zwölf Jahren ihm entzogenen Ehrenrechte und Würden wieder einsetzte, war nicht mehr im Stande den sinkenden Lebensmuth zu kräftigen. Er fühlte sein Ende herannahen und sah mit bewunderungswürdiger Seelenruhe seiner Auflösung entgegen, für die er alles vorbereitet hatte. Froh und feierlich trat der tiefreligiöse Greis den großen, alles entscheidenden Gang an, und sein letztes Wort war ein Abschiedsgruß an seine Collegen[WS 2] im Abgeordnetenhause. Das älteste Mitglied des Hauses, der Abgeordnete Wieser hielt in der Sitzung vom 25. Februar dem Verstorbenen die Leichenrede. Aus der oberwähnten Schrift Pillersdorf’s zog er eine Stelle an, in welcher den damaligen Machthabern der Rath ertheilt wurde, die unwiderstehlich mächtigen Ideen der Zeit zu beachten und von der Gewalt einen mäßigen Gebrauch zu machen. „Wären diese Worte“, sagte Wieser, „damals nicht ungehört verklungen, so würden wir jetzt eine andere Zukunft erleben, als wir sie vor uns haben.“ Man hat nach dem Tode Pillersdorf’s die Ansicht geltend zu machen gesucht, daß ihm seine Orden, und Titel niemals genommen, und ferner, daß ihm dieselben über Antrag des Staatsministers Ritter von Schmerling wieder zurückgegeben wurden. Beides ist unrichtig. Das „Staatshandbuch“, das im Auftrage des Ministers Bach neu bearbeitet und mit 30. April 1856 geschlossen wurde, führt Pillersdorf’s Namen weder unter den Commandeuren des St. Stephan-Ordens, noch unter den k. k. wirklichen geheimen Räthen auf. Er war also einfach aus der Reihe dieser Würdenträger gestrichen. Staatsminister Ritter von Schmerling aber veröffentlichte im November 1862 in der „Oesterreichischen Zeitung“ bezüglich des ihm zugeschriebenen Verdienstes: Pillersdorf seine Ehren und Titel wieder gegeben zu haben, folgende Zeilen: „diese Angabe ist unwahr. Se. Majestät haben sich bestimmt gefunden, dem verstorbenen Freiherrn von Pillersdorf seine Auszeichnungen wieder zu verleihen, ohne daß ich je einen dahin gehenden Antrag unterbreitet hätte, und der Act kaiserlicher Huld hat mich ebenso freudig überrascht, als es bei dem Verstorbenen der Fall gewesen sein wird.“ Bezeichnender Weise war ihm von seinen Ehren und Würden jene eines Ehrenmitgliedes der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften auch dann geblieben, als er der anderen verlustig geworden. In der feierlichen Jahressitzung vom 30. Mai 1862 ehrte auch der General-Secretär der Akademie, Dr. Anton Schrötter, mit hochsinnigen Worten edlen Freimuthes, welche damals nicht geringes Aufsehen erregten, den Verblichenen. „Die Geschichte, rief Schrötter, hat ohne Zweifel wenige Staatsmänner aufzuweisen, über die sich in Mitte der großartigsten und stürmischesten Ereignisse noch bei ihrem Leben ein so einstimmiges Urtheil festgestellt hat, wie über P., ein Urtheil, das ihm unbedingt sowohl wegen seines Charakters und seiner Talente als auch wegen seiner erleuchteten politischen Grundsätze eine der hervorragendsten Stellen unter seinen Zeitgenossen anweist. Von den maßgebenden Staatsmännern der früheren Periode, als von den Ideen der Neuzeit angesteckt, mit scheelen Blicken betrachtet, durch die Märzbewegung schnell zur höchsten Stufe emporgehoben und auf dieser erhalten, so lange sie rein und frei [298] von destructiven Tendenzen blieb, wurde er gestürzt, als letztere zu überwiegen anfingen. Im innersten gekränkt und bei Seite geschoben, als die Reaction das Staatsleben in die alten Bahnen zurückzulenken hoffte, wurde er endlich abermals mit voller Anerkennung aus der Zurückgezogenheit hervorgehoben, als Oesterreich in die neue Aera eintrat, in der es trotz aller und aller Gegner zur höchsten Entfaltung seiner Macht und Blüthe gelangen wird. Diese Wechselfälle in Pillersdorf’s Leben geben aber das treueste Bild seines Wesens. P. wußte sehr gut, daß es in Oesterreich stets eine öffentliche Meinung gab, welche, wenn auch ignorirt, doch darum nicht weniger mächtig war. Er schloß sich nicht hinter vornehmen Formen ab und kannte daher die unwiderstehliche Strömung, die den Völkern die Richtung gibt, der sie unabänderlich folgen. Er rieth oft davon ab, sich der Täuschung hinzugeben, daß durch Zugeständnisse, wie sie der Augenblick fordert, ein dauerhafter, allenfalls nur an den materiellen Fortschritten der Neuzeit theilnehmender Zustand begründet werden könne. Er fand aber keine für diese Anschauungen empfänglichen Geister und verbrauchte seine besten Kräfte mit Ueberwindung künstlich geschaffener Widerstände“. Bezüglich seiner Würde aber als Ehrenmitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, welche Würde er seit 26. Jänner 1848 besaß, bemerkt aber Dr. Schrötter, „daß ihm (P.) die Wissenschaft als das Höchste galt, was der menschliche Geist hervorzubringen vermag, als Zweck an sich. Er wußte, daß die Wirkungen derselben immer wieder von selbst dem Staate zu Gute kommen. Die Akademie zählte P. zu ihren wärmsten Gönnern und er verfolgte ihre Thätigkeit mit größtem Interesse und ungetrübten Wohlwollen. Er hat zu ihrer Gründung in seiner damaligen Stellung als Vicekanzler wesentlich mit beigetragen, indem er die stets wiederkehrenden Zweifel über den geeigneten Zeitpunct für ihre Gründung beschwichtigen half und Hindernisse aller Art, die sich dem Inslebentreten derselben entgegenstellten, beseitigte. Ueberhaupt wurden alle wissenschaftlichen Institute von ihm unterstützt, eingehend nahm er die Wünsche der Fachmänner entgegen und half, wo es nur immer anging. So manche Lehranstalt der Monarchie und insbesondere Wiens verdankt nur seiner Intervention Einrichtungen, die dem Standpuncte der Wissenschaft entsprechen. Er wirkte ohne Nebenrücksichten, immer nur um der Sache willen, denn er war Staatsmann im wahren Sinne des Wortes und eben deßwegen kein Parteimann. Sowie ihn die dankbare Anerkennung seiner Zeitgenossen an’s Grab geleitete, so wird ihm die Geschichte für alle Zeiten einen der ehrendsten Plätze bewahren.“ Es ist bereits im Laufe dieser Skizze der von P. verfaßten „Rückblicke“ gedacht worden. Darauf erschien eine Erwiederung und auch eine französische Uebersetzung. Der Titel der ersteren ist: „Pillersdorf und die Wahrheit oder Beleuchtung seiner „Rückblicke“ auf die politische Bewegung in Oesterreich in den Jahren 1848 und 1849“. Von M(athias) K(och) (Wien 1849, Klang, 8°.), ein Machwerk, das unbeachtet vorüberging und besser ungedruckt geblieben wäre; der Titel der Uebersetzung ist: „Coup d’œil rétrospectif sur les événements politiques en Autriche dans les années 1848 et 1849“ (Paris 1849, gr. 8°.). Noch schrieb P.: „Die österreichischen Finanzen beleuchtet“ (Wien 1851, Jasper, Hügel und Manz, gr. 8°.; zweite verm. [299] Aufl. u. dritte Aufl. ebenda, im näml. Jahre) – und nach seinem Tode erschien sein „Handschriftlicher Nachlaß. Mit P.’s Porträt“ (Wien 1863, Braumüller, gr. 8°.). Pillersdorf war zweimal vermält, über seine beiden Ehen und die Kinder aus der zweiten, sowie über den gegenwärtigen Familienstand dieses freiherrlichen Geschlechtes vergleiche die Stammtafel auf S. 300.

Allgemeine österreichische Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1848, Nr. 98, Abendbeilage: „Nekrolog“ [nicht des Staatsmannes Pillersdorf, sondern des Ministeriums Pillersdorf, das nach dieser Darstellung an seinen Halbheiten zu Grunde gegangen ist!!] – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1863, Beilage 1–3. – Bremer Sonntagsblatt 1863, Nr. 26: „Der Nachlaß von Pillersdorf“, von Wilhelm Kiesselbach. – Die feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 30. Mai 1862 (Wien, 8°.) S. 29 u. f. – Ficquelmont (Graf S.), Aufklärungen über die Zeit vom 20. März bis zum 4. Mai 1848 (Wien 1850, Fr. Beck, 8°.) Zweite Auflage. – Der Fortschritt (Wiener polit. Journal) 1861, Nr. 84, im Leitartikel [anläßlich seiner Wahl zum Landtag-Deputirten Wiens]. – Die Gegenwart. Eine encyklopädische Darstellung der neuesten Zeitgeschichte für alle Stände (Leipzig 1848 u. f.) Bd. IV, S. 707 bis 723. – Genesis der Revolution in Oesterreich im Jahre 1848 (Leipzig 1850, Friedrich Fleischer, 8°.) S. 215. – Die Grenzboten (Leipzig, 8°.) Herausg. von M. Busch, 1863, Nr. 14. – Majláth (Johann Graf), Geschichte des österreichischen Kaiserstaates (Hamburg 1850, Perthes, 8°.) Bd. V, S. 410 u. f., S. 423. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Suppl. Bd. IV, S. 1419. – Die Mußestunden (Wiener Unterhaltungsblatt, 4°.) 1862, S. 108. – Die Neuzeit (Wiener Blatt für israelitische Interessen, 4°.) 1862, Nr. 9, S. 103: „Eine Unterredung mit Baron Pillersdorf“. – Oesterreichische Constitutionelle Zeitung (Wien, Fol.) 1862, Nr. 547, im Feuilleton: „Pillersdorf’s Nachlaß“. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 54: „Partezettel“; Nr. 55: „Pillersdorf’s letzte Worte“; Nr. 56: „Nekrolog“; Nr. 57 u. 58, im Feuilleton: „Pillersdorf’s Selbstbiographie“ [dieselbe erhielt Dr. L. A. Frankl von Pillersdorf selbst, als er ihn behufs einer Geschichte der Volkserhebung im Jahre 1848 um authentische Daten ersuchte, kurz vor der Auflösung des Reichstages am 4. März 1849]; – dieselbe, Nr. 327, im Abendblatt in der „Kleinen Chronik“: „Zur Biographie Pillersdorf’s“. – Reichenberger Zeitung 1862, Nr. 46, im Feuilleton. – Reichstags-Gallerie. Geschriebene Porträts der hervorragendsten Deputirten des ersten österreichischen Reichstages (Wien 1848, Jasper, Hügel u. Manz, 8°.) I. Heft, S. 14: „Pillersdorf“. – Schlesinger (Max), Aus Ungarn (Berlin 1850, Franz Duncker, 8°.) Zweite Aufl. S. 283. – Springer (Ant.), Geschichte Oesterreichs seit dem Wiener Frieden 1809 (Leipzig 1864 und 1865, Hirzel, gr. 8°.) Bd. II, S. 217 u. 399. – Telegraf (Gratzer polit. Blatt) 1862, Nr. 60 u. f.: „Pillersdorf’s Selbstbiographie“. – Tagesbote aus Böhmen (Prager polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 58, im Feuilleton. – Vehse (Eduard Dr.), Geschichte des österreichischen Hofs und Adels und der österreichischen Diplomatie (Hamburg, Hoffmann u. Campe, 8°.) Bd. X., S. 215 [nennt P. ziemlich treffend den „Necker der österreichischen Revolution“]. – Waldheim’s Illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1862, Nr. 9. – Zarncke (Friedrich), Literarisches Centralblatt u. s. w. (Leipzig, 4°.) 1863, S. 1087. – Porträt. Gez. u. lith. von Kriehuber (Wien, Neumann, gr. Fol).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Geschäftstüchkeit.
  2. Vorlage: Collgen.