Topographia Alsatiae: Bußweiler

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Topographia Germaniae
Bußweiler (heute: Buchsweiler, frz. Bouxwiller)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 8–9.
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Bußweiler / Buschweiler.

Von Theils auch Buchsweiler genand / ist ein Städtlein im Untern-Elsaß / allda die Gräfflich-Hanau-Liechtenbergische Residentz / und Hoffhaltung in dem Schloß ist / so den 6. December Anno 1633. die Käyserische auffgefordert / etliche Schüß auff die Mauren gethan / Granaten eingeworffen / und durch Petarden ein Thor gesprenget: Und da sie wolten accordieren / seyn durch einen Schwedischen Obirsten / so ohnversehens von Cron-Weissenburg ankommen / entsetzt worden. Bald darauff hat der König auß Franckreich dieselbe Graffschafft Hanau völlig in seine Protection genommen / und allhie zu Bußweiler / Neuweiler / oder Novavilla, und Ingweiler Besatzung eingelegt. Folgendts hat Herr Graff Philips Wolffgang zu Hanau / und Zweybrücken / Herr zu Liechtenberg / und Ochsenstein / Erb-Marschall / und Ober-Vogt zu Straßburg / etc. (so Anno 1641. den 14. Februarii gestorben / und von dero ersten Gemahlin / Frauen Johanna Gräffin zu Oettingen / die im Jahr 1639. den 17. Septempbris / Todes verschieden / verlassen drey Söhn / als Herrn Friderich Casimirn / so den 4. Augusti Anno 1623. Herrn Johann Philipsen / so den 23. Februarii Anno 1626. und Johann Reinharden / der den 13. Januarii An. 1628. gebohren worden) auch den Pragerischen Schluß angenommen; ist aber gleichwol dieses Bußweiler Anno 1638. im Junio / von den Crabaten rein geplündert worden. Es gehören zu dieser Graffschafft viel Schlösser / Städtlein / Flecken / und Dörffer / diß- und jenseit Rheins / so einen guten Theil deß Untern Elsaß begreiffen / darunter / neben ernandten Orthen / auch seyn Pfaffenhofen / Wördt / Wildstädt / Obermottern / Grieß- oder Kirchheim / (so beyde Käyser Carolus IV. daher verkaufft hat /) Grießbach / Ernoltzheim / Udweiler / Dettweiler / Gottesheim / und Hochfelden (so beyde vor diesem [9] Pfältzisch gewesene) Kirchweiler / Schalckendorff / Minversheim / Bittlenheim / Rohrweiler / Reipertsweiler / Wellenheim / Dürningen / Ingenheim / Hohen-Atzenheim / Waltenheim / Gimbrecht / Mittelhausen / sampt einer Burg / darumb ein Wassergraben / Offendorff von Hieronymo Gebweiler Offonis Pagus genand / Herlißheim (im Navarrischen Zug Anno 1587. sehr verbrand) Drusenheim / die Herrschafft Hunenberg / (so / nach Außsterben deren von Hunenberg / mit aller Gerechtigkeit / und dem Hauß Hunenberg / auch dem Erb-Marschalckthumb deß Stiffts Straßburg / an die Herrn von Liechtenberg / und von ihnen an die von Hanau gerahten / an die Graffschafft Lützelstein / stossend / und Bischofflich Straßburgisch Lehen ist /) Zebersdorff / Schellersdorff / Offweiler / Engweiler / Guntershofen / Eberbach / Spachbach / Oberndorff / Steinbach / Eckendorff / Altorff / Memhofen / beyde Sultzbach / Mülhausen / Dorff / und Schloß / Liechtenau / Niderborn / Gerßdorff / Lampirsbach / die Herrschafft der abgestorbenen Herren von Ettendorff; etwas von der alten Herschafft Ochsenstein (dann theils davon an die Bischthümer Metz / Stratzburg / und Speyer; theils an die Pfaltz / und das Hauß Oesterreich / kommen /) seyn / das Stamm- und Berghauß Liechtenberg / etc. darvon gleichwol etliche seyn / so andere vom Hauß Hanau zu Lehen tragen. So ist auch Hanauisch das Hettgäu / ein besondere Landschafft / in der Revier ümb Seltz / und Seltzerwald / da S. Adelheids / Käysers Othonis I. Gemahlin Stein stehet / und Hatten ligt. Obgedachte Herrschafft und Stamm-Schloß Ochsenstein ligt auch im Untern-Elsaß / stößt an die Graffschafft Dagsberg / die Herrschafft Geroltzeck im Waßgäu / die Marck Maursmünster / und Bischthumb Straßburg. War vor der Zeit eine besondere alte stattliche Herrschafft / so aber / durch vielfältige Kriege / theils an Metz / Straßburg / Speyer / Bischthumber / auch die Pfaltz / und das Hauß Oesterreich gerathen. Das übrige ist letztlich / nach Absterben deß Letzten Georgen von Ochsenstein / Anno 1459. durch Hülff Chur Pfaltz / an Graff Heinrichen zu Zweybrücken (dann obwoln Zweybrücke schon der Pfaltz verkaufft gewesen / so haben doch die Graffen / mit derselben Bewilligung / den Titul von Zweybrück / und Bitsch behalten) gefallen / dieweil sein Gemahlin die letzte von Ochsenstein war. Nach diesem hat Graff Georg zu Zweybrück / Herr zu Bitsch und Ochsenstein / die Herrschafft Ochsenstein / sampt dem Ochsensteintschen Theil an der Stadt und Marck Maursmünster / auch die Ochsensteinische Gerechtigkeit an beyden Schlössern groß und klein Geroltzeck / und was noch vorhanden / und zum Hauß Bitsch gehöret / und vom Stifft Metz zu Lehen rühret / seinem Vetter / dem Graffen zu Zweybrück / Anno 1500. zugestellt / und ist er / der Graff / zu Freyburg in der Carthausen gestorben. Und weil hernach Anno 1527. das Hauß Ochsenstein / mit seiner Zugehörd / Ulrichen von Ratzenhausen verpfändt gewesen / so hat Jacob Graff von Zweybrück / Herr zu Bitsch / Liechtenberg / und Ochsenstein / solches gelöst / nach welches[WS 1] Absterben die Herrschafft auff seiner Tochter Kinder und Enckel / die Graffen zu Hanau Lichtenberg / als ein ErbLehen gefallen. Es hat der letzte Graff Jacob das Hauß Ochsenstein von neuem bauen lassen / dieweil unden am Schloß ein Feuer außgangen / in den Speck kommen / den Felsen hinauff ins Schloß gelauffen / und das von Grund abgebrand hat. Es haben die Herren von Ochsenstein auch die Herrschafft Ettendorff / so außgestorben / geerbt. So ist ihnen auch die Herrschafft Bitsch zugestanden. Und haben sie in ihrem Wappen dreyerley über dem Helm geführet / erstlich / ein Ochsenkopff / nochmals zwey Büffelshörner / und dann auch ein Männlein mit einem getheilten Spitzhut sampt zween weissen Balcken / im rohten Feld. Die Herrn Graffen von Hanau aber / führen zum Wappen einen weissen Schild / im roten Feld / darinn ein schwartzer Löw / auff dem Helm einen weissen Schwanenhalß / mit schwartzem Schnabel / die Helmdeck roht / und schwartz. Und dieses Wappen sollen sie von der Herrschafft Liechtenberg haben. Dann / wie man berichtet / solle Käyser Albrecht / als er den Käyser Adolphum überwunden / denen von Hanau / weil ihrer einer deß Adolphi Fähnderich / und also wider ihn / gewesen / den gelben Löwen im schwartzen Feld / mit sampt den Creutzen / genommen / und dargegen gelb und rohte Sparren zuführen aufferlegt haben. Daher Hanau-Müntzenberg keinen Löwen / sondern nur Sparren führet. Der Edlen Graffen wie sie genand werden) von Falckenstein Stammhauß / haben auch besagter Jacob Graff zu Zweybrück / Herr zu Bitsch / Liechtenberg / und Ochsenstein; und Herr Philips Graff zu Hanau-Liechtenberg / sampt zugehörigen Wälden / ihnen denen von Falckenstein abgekaufft. Aus den Relationibus, und geschriebenen Verzeichnussen genommen. Wegen obernandter Herrschafften im Elsaß / seyn die Herren Graffen von Hanau / Monatlich / Einfach / zum Römerzug / auff 6. zu Roß / und 22. zu Fuß / oder 160. fl. und zu Underhaltung deß Cammergerichts / Jährlich auff 41. fl. 42. Kr. 5. Heller / (wie ich in einer geschriebnen Verzeichnuß gefunden; nicht wissend / ob dieselbe / wie auch die gedruckte / darauß ich dergleichen genommen / gantz just seyn; und deßwegen ich hiemit niemands etwas weder allhie / noch anderswo Praejudicirlichs gesetzt / oder geschrieben zu haben / feyerlich bedingen thue) angeschlagen. Es schreibet Kemnitzius, das Buschweiler / und Ingweiler / vom hohen Stifft Metz zu Lehen rühren.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: weches