BLKÖ:Omer Pascha

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Oltványi, Paul
Band: 21 (1870), ab Seite: 59. (Quelle)
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Omer Pascha[BN 1] (türkischer Generalissimus, geb. zu Plaski, einem Dorfe des Oguliner Militär-Grenzbezirkes, 24. November 1806). Seinem Tauf- und Familiennamen nach heißt er eigentlich Michael Lattas. Es ist über diesen, seiner Geburt und dem Ursprunge seiner Familie nach Oesterreich angehörigen Feldherrn so Vieles und mitunter Irriges in Biographien und verschiedenen Journalen verbreitet worden. Die folgenden Mittheilungen sind Quellen entnommen, welche als vollkommen authentisch erklärt werden. Omer Pascha’s Vater bekleidete die Stelle eines Verwaltungs-Lieutenants im Oguliner Bezirke, wurde später als Verwaltungs-Oberlieutenant zu den Liccanern transferirt, von wo er nach einer langen Dienstzeit in den Ruhestand übertrat. Ein Vetter Omer Pascha’s war griechisch-nichtunirter Pfarrer und wurde für seine Verdienste mit der großen goldenen Medaille decorirt. Schon in der Militär-Normalschule, die der junge Michael Lattas besuchte, machte er sich durch seine schöne Handschrift, die später Ursache seiner Carriere werden sollte, bemerkbar und wurde, nachdem er seine Studien in der mathematischen Schule zu Gospic beendigt hatte, als Cadet in das Liccaner Grenz-Regiment eingetheilt, von wo er bald zur topographischen Aufnahme, Nivellirung und Zeichnung der die Verbindung zwischen Dalmatien und Croatien herstellenden Commercialstraße dem Straßenbau-Director Major Kajetan Knezic zugetheilt wurde. Durch dessen Protection erhielt er bereits 1826 die Stelle eines Unter-Inspectors der Brücken- und Straßenbauten in Zara. Diese Beschäftigung scheint ihm aber nicht zugesagt zu haben, und so ging er bald darauf, nachdem er in Oesterreich seinen Abschied genommen, nach Bosnien und trat als Buchhalter bei einem mohamedanischen Kaufmann ein. Dieses Verlassen des österreichischen Dienstes, für welches eben verschiedenartige Vermuthungen aufgestellt wurden, und auch solche, welche seine, nach Anderen [60] seines Vaters Ehre beeinträchtigen, ist der dunkle, bisher nicht genügend aufgeklärte Punct in Omer Pascha’s Leben. Lattas trat einige Zeit später zum Islam über und kam als Lehrer in das Haus des Gouverneurs von Widdin, Ibrahim Pascha, dessen Gunst er sich besonders durch seine schöne Handschrift erworben hatte. Im J. 1834 von diesem nach Constantinopel geschickt, wußte sich Lattas, der nun den Namen Omer und den Titel Effendi führte, durch seine Verwendbarkeit bald einflußreiche Protectoren zu verschaffen, durch welche er die Stelle eines Professors der Strategie und Tactik in einer Militärschule erhielt. Eine größere Arbeit Omer’s, bestehend aus einer topographischen Aufnahme und Zeichnung nebst beigefügter militärischer Beschreibung, wurde durch den alten Seraskier Kosrew Pascha dem Sultan Mahmoud vorgelegt, welcher Omer zu sich bestellte und ihn am selben Tage seiner Audienz zum Major und Commandanten des 3. Bataillons des 1. Infanterie-Regiments ernannte. Damals soll auch Omer auf des Sultans Befehl seine erste Ehe, doch ganz gegen seine eigene Neigung, geschlossen haben. An der durch Sultan Mahmoud in’s Leben gerufenen Reorganisation der türkischen Armee nahm Omer, durch seine Kenntnisse europäischer Heereseinrichtungen hiezu befähigt, den thätigsten Antheil und leistete der hohen Pforte in den verschiedensten Zweigen der Verwaltung gute Dienste. So ward er zuerst beschäftigt mit topographischen Arbeiten, dann, 1834, als Adjutant und Dolmetsch des Generals Chrzanowski, dann ward er als Adjutant des Sultans Mahmoud mit diplomatischen und militärischen Sendungen betraut. 1838 zum Obersten befördert, machte er in dieser Eigenschaft den Feldzug in Syrien unter dem türkischen Divisionsgeneral (späteren deutschen Reichsminister) Baron Jochmus mit, und wurde, nachdem er früher die damals so sehr demoralisirten türkischen Truppen bei allen Angriffen anführte und den Geist derselben gehoben hatte, bereits damals mit selbstständigen Commandos betraut. Durch Omer’s Vorsicht, schnellen Ueberblick und Entschlossenheit wurden alle seine Unternehmungen mit dem besten Erfolge gekrönt, er selbst aber wurde nach dem Treffen von Bekfaja (wo der egyptische General Ibrahim Pascha sein Gegner war und in welchem er die feindlichen Truppen gänzlich schlug, Ibrahim selbst nur durch die dunkle Nacht vor der Gefangenschaft bewahrt wurde) decorirt und zum Brigade-General ernannt. Im Jahre 1842, als Omer Pascha Militär- und Civil-Gouverneur des Libanon war, erhoben sich die Drusen gegen die Christen. Omer Pascha nahm die Christen in Schutz und rückte, obwohl ihm nur fünf schwache Infanterie-Bataillone zur Verfügung standen, mit vier Bataillonen gegen die Aufständischen, schlug dieselben in verschiedenen Treffen und verhinderte auf diese Weise die Plünderung und Vernichtung der Christen. Was damals durch die Energie Omer’s verhindert wurde, geschah leider später in Folge der Schwäche des nachherigen Corpscommandanten in Damaskus und am Libanon selbst. Im darauffolgenden Jahre, 1843, machte Omer Pascha in Begleitung Redschid Pascha’s dessen Expedition nach Albanien mit. Im Jahre 1846 zum Divisionsgeneral ernannt und dem General en chef Osman Pascha zur Pacificirung Kurdistans zugetheilt, befehligte er die aus einer schwachen Division bestehende [61] Avantgarde, schlug Bedruhan Bey mit seinen auserlesenen 12.000 Mann, welche bei Gezire in einem Olivenwalde eine fast unüberwindliche Position innehatten, in völlige Flucht und verfolgte den fliehenden Feind so energisch, daß derselbe nicht Zeit hatte, sich in seiner Festung Evenack zu sammeln und zu verproviantiren. Omer Pascha blockirte den Platz, und in 48 Stunden ergab sich dieser der Regierung so gefährlich gewordene Feind ohne alle Bedingung dem ruhmvollen Sieger. Der Erfolg dieses Feldzuges befestigte das seit diesem Zeitpuncte unveränderlich gebliebene Vertrauen des Sultans in die außerordentliche Tüchtigkeit Omer Pascha’s. Neben den Anstrengungen des Feldzuges und den Sorgen als Commandant einer operirenden Truppe fand Omer Pascha noch immer die Zeit, die Fortschritte der europäischen Heere im Auge zu behalten und dasjenige, was er davon für die Türkei als zweckmäßig erkannte, mit vielem Erfolge zur Einführung vorzuschlagen. Besonders waren es Verbesserungen und Reformen im Artilleriewesen, welche nebst der Organisirung des Redif (Landwehre) seine ganze Thätigkeit in Anspruch nahmen. Im Jahre 1848 tritt Omer Pascha zum ersten Male als selbstständiger Commandant eines Armeecorps in den Donaufürstenthümern auf, und von daher datirt die besondere Popularität, deren sich Omer Pascha auch außer der Türkei erfreut. Denn er wußte mit Tact und diplomatischer Feinheit die Empfindlichkeiten und Privilegien der unter den Doppelschutz der Türkei und Rußlands gestellten Provinzen zu schonen, ohne die Autorität des Großherrn im Geringsten zu alteriren. Die glänzendste Epoche seiner kriegerischen Laufbahn waren die Jahre 1850–1851. Zum Oberbefehlshaber in Bosnien ernannt, erhielt er die Aufgabe, die vornehmsten Häuptlinge des Landes, welche sich weigerten, den Tanfimat anzuerkennen, zu unterwerfen. Mit nur geringen Streitkräften gelang es ihm, dieser Aufgabe einerseits gerecht zu werden, während er sich andererseits durch strenge Manneszucht bei der Truppe und die ihm eigene Humanität und Liebenswürdigkeit die Zuneigung und Liebe der Rajahs in hohem Grade erwarb. Als er später gegen die Montenegriner auszog, wurde seinen glücklich unternommenen Operationen (December 1852) durch die Intervention der kais. österreichischen Regierung ein Ziel gesetzt. Am 25. October 1853 begann Omer Pascha, nachdem er in einem Briefe an den General Gortschakoff vergeblich gegen die Eingriffe in die Rechte seines Herrn protestirt hatte, zwischen Oltenitza und Kalafat die Feindseligkeiten und drängte durch seine, auf die tiefe Kenntniß des Landes und seiner Soldaten basirten Operationen die Russen über den Pruth und zum Aufgeben der Stellung von Silistria. Im Krimfeldzuge operirte Omer Pascha im Vereine mit den alliirten Feldherren, ohne wesentlichen Einfluß auf die Kriegsereignisse nehmen zu können. Die Russen hatte er bei Jegur in ihrer sehr starken Position am Jegurfluße gänzlich geschlagen. Im Jahre 1856 wurde Omer Pascha auf eigenes Verlangen zum General-Gouverneur der Provinzen Bagdad, Basora, Musul, Shehrizo und Suleimanie ernannt, wo er viele bisher noch nie unterworfene arabische und kurdische Nomadenstämme nach einigen Gefechten zur Unterwerfung zwang. Durch seine vortreffliche Administration stiegen die Einkünfte dieser Provinzen bald auf das [62] Doppelte, und er gewann sich dadurch die volle Zufriedenheit des Sultans in dem Maße, daß ihm derselbe sechs schöne Krongüter in der Nähe der Hauptstadt schenkte, welche Omer Pascha später zu einem einheitlichen Besitze unter dem Namen Oltenitza vereinigte. Auch hier im Kleinen bewährte Omer Pascha sein Administrationstalent, indem er dieses Besitztum, auf welchem Seiden- und Obstcultur, sowie die Zucht der besten Pferde-, Schaf- und Rindviehracen im Großen betrieben wird, zu einer wahren Musterwirthschaft gestaltete. Ihm gebührt das Verdienst, die türkische Armee auf eine hohe Stufe der Vollkommenheit gebracht zu haben, er führt stets Verbesserungen nach Muster europäischer Armeen, besonders im Artilleriewesen, auch in der türkischen ein und huldigt im Allgemeinen den europäischen Gebräuchen, trinkt gegen die Satzungen des Koran’s Wein und hält keinen Harem. Seine persönliche Erscheinung ist würdig, sein Ansehen martialisch, er spricht nebst den meisten europäischen Sprachen auch eine Anzahl orientalischer Idiome. Omer Pascha, welcher gegenwärtig die höchste militärische Stelle des ottomanischen Reiches, die eines Muschir, einnimmt, wurde außer den Ehren, die ihm die Türkei erwies, noch durch den ihm vom Kaiser Nikolaus verliehenen St. Annen-Orden und im Jahre 1854 durch das Großkreuz der kaiserlich französischen Ehrenlegion, den englischen Bath-Orden, das sardinische Croce di Sayoya und den spanischen Elisabeth-Orden ausgezeichnet. Außer allen in der Türkei bestehenden Orden und Medaillen besitzt er noch einen außerordentlich reich mit Brillanten besetzten Ehrensäbel. Oesterreichischer Seits wurde ihm der Leopold-Orden zu Theil. Ueber Omer Pascha’s Familienverhältnisse sind gleichfalls die absonderlichsten Mittheilungen in’s Publicum gebracht worden. Noch unter Sultan Mahmoud heirathete Omer als Bim-Baschi (Major) auf seines Kaisers Wunsch eine Sklavin des Harems Fidned Hanum, die er aber, obgleich sie gesegneten Leibes, nach einigen Monaten bereits verstieß. Diese erste Frau Omer Pascha’s trat dann in Dienste eines Bim-Baschi, Namens Omera, gebar dort eine Tochter Emina, welche Omer Pascha nach mehreren Jahren zu sich nahm und europäisch erziehen ließ. Diese Emina hatte ein trauriges Geschick. Zuerst verheiratete sie Omer Pascha an seinen Neffen Tefik Pascha, der aber schon im Sommer 1854 in der Krim am Typhus starb; und dann an einen anderen Neffen, Omer Bey, der die junge und gut erzogene Frau so schlecht behandelte, daß sich diese durch Gift um’s Leben brachte. Im Jahre 1859 hatte Omer Pascha zu Bukarest eine junge tscherkessische Sklavin und wollte sie heirathen, als er im Hause eines Bojaren ein junges Bauernmädchen, Anna Simonich, aus Reps in Siebenbürgen, kennen lernte. Omer nahm Anna, die sehr arm war, zur Bedienung seiner tscherkessischen Sklavin auf. Anna nahm nun seine vielfachen Bewerbungen nur unter der Bedingung an, daß er sie heirathe, was er auch that. Er trennte sich nun gesetzlich von seiner ersten Frau Fidned Hanum, verheirathete seine tscherkessische Sklavin an seinen Hasnadar (Cassierer) Mechmed Bei und führte die damals 17 Jahre alte Anna Simonich als Frau heim. Anna nahm später in Bosnien die türkische Religion und den Namen Subeïda Hanum an. Eine Tochter, welche Anna ihrem Gatten gebar, starb [63] nach drei Wochen in Folge eines Wagensturzes. Später hat sich Omer auch von dieser Gattin geschieden. In Wien lebt noch eine Tante Omer Pascha’s, Frau Theresia Lattas, Eigenthümerin einer k. k. Tabak-Trafik und Dienstvermittelungs-Anstalt auf der Landstraße.

I. Biographien. a) Selbstständige Schriften. Omer Pascha’s Geburtsjahr wird verschieden angegeben. Nach Einigen ist er schon im Jahre 1806, nach Anderen erst im Jahre 1811, nach Anderen wieder im Jahre 1804 geboren. Die zuverlässigeren Quellen bezeichnen den 24. November 1806 als Omer Pascha’s Geburtstag. – Arbuthnoth (G.), Herzegovina, or Omer Pascha und the Christian rebels. With[WS 1] a brief account of Servia its social political und financial condition (London 1864), – Notice biographique sur Omer-Pascha, général en chef de l’armée turque du Danube (Paris 1854, 8°.)Politische und militärische Skizzen aus dem Oriente. I. Omer Pascha und die türkische Armee. Aus dem Französischen (Berlin 1856, Julius Springer, 68 D. 8°.), – Texter (Edmund), Les hommes de la guerre d’Orient: Omer Pascha (Paris 1854, 8°.), mit Porträt.
I. b) In Zeitschriften, encyklopädischen und biographischen Sammelwerken. Ascher Wochenblatt (4°.) IV. Jahrg. (1854), Nr. 49 u. 50: „Omer Pascha. Der Renegat“. – Das Ausland. Ein Tagblatt für Kunde des geistigen und sittlichen Lebens der Völker (Stuttgart, Cotta, 4°.) Jahrg. 1852, Nr. 17 u. 18: „Omer Pascha“. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien), Jahrgang 1865, Nr. 226, im Feuilleton- „Omer Pascha“. – Europa. Von Gustav Kühne (Leipzig, 4°.) 1854, Nr. 84, S. 668: „Omer Pascha“ [auch im Sammelwerke: „Männer der Zeit“, Bd. I, Sp. 366]. – Die Glocke. Illustrirtes Blatt herausg. von Payne in Leipzig (kl. Fol.) 1862, Nr. 206, S. 396: „Omer Pascha“. – Illustrirtes Familien-Journal (Leipzig, Payne, 4°.) Bd. I, S. 28: „Omer Pascha“ [mit Bildniß im Holzschnitt]. – The illustrated London News, Oct. 22, 1853, p. 344: „Omer Pacha“ [mit Holzschnitt von Smyth]; – dieselbe: Dec. 24, 1853, p. 557: „Omer Pacha, at the battle of Oltenitza“ [mit Holzschnitt von Smyth]. – Der Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) 1865, Nr. 78, S. 627, u. Nr. 79, S. 637: „Omer Pascha“. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) I. Supplement-Bd. S. 1091. – Nouvelle Biographie générale ... publiée раг MM. Firmin Didot frères, sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris 1850 et seq., 8°.) Tome XXXVIII, p. 678. – Pester Sonntagsblatt. Herausgegeben von Levitschnigg (4°.) 1854, Nr. 13, S. 198: „Biographische Denkmale. I. Vezier Omer“. Aus dem Ungarischen von L. Rosner. – Der Salon. Herausgegeben von Johannes Nordmann (Wien, gr. 8°.) 1853, 4. Bd. S. 195: „Omer Pascha“. – Der Sammler. Beilage zur Augsburger Abendzeitung (4°.) 23. Jahrgang (1854), Nr. 35: „Die hervorragendsten Persönlichkeiten auf dem russisch-türkischen Kriegsschauplatze“. Von Freiherrn von S ... – Steger (Fr.), Ergänzungsblätter (Leipzig und Meißen, gr. 8°.) Bd. IX, S. 478. – Waldheim’s illustrirte Blätter (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1865, Nr. 38, S. 299: „Omer Pascha“ von G. E. Haas.
I. c) Biographisches. Züge aus seinem Leben. Besuche bei ihm. Charakteristiken. Agramer Zeitung 1861, Nr. 136 u. 137: „Der Einzug Omer Pascha’s in Sarajewo“ [auch in der Temesvárer Zeitung 1861, Nr. 144 u. 145]. – Bozner Zeitung 1865, Nr. 262: „Omer Pascha in Wien“. – Didaskalia. Blätter für Geist u. s. w. (Frankfurt a. M, 4°.) Jahrg. 1854, Nr. 72: „Ein Besuch bei Omer Pascha“. – Donau-Zeitung (Wien, Fol.) 1862, Nr. 139, im Feuilleton: „Omer Pascha’s Tatarenbotschaft am 28. September 1854“ [geschichtliche Darstellung über Ursprung und Verlauf jener ominösen, unter dem Namen der „Tatarenbotschaft“ sprichwörtlich gewordenen Nachricht von Sebastopols Fall]. – Frankfurter Konversationsblatt. Beilage zur Ober-Postamts-Zeitung (4°.) 1854, Nr. 79, S. 314: „Ein Besuch bei Omer Pascha“, – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 311, in der Rubrik: Allerlei: „Omer Pascha’s neueste Eroberungen“ [diese ganze Mittheilung wird in einer späteren Nummer desselben Blattes, Nr. 313, von einem nahen, in Wien lebenden Verwandten Omer Pascha’s als ein schlecht erfundenes Märchen bezeichnet]. – Illustrirtes Familien-Journal (Leipzig, Payne, 4°.) III. Bd. S. 76: „Die Handschuhe [64] Omer Pascha’s“ [auch in der I. Beilage des Wiener Fremdenblattes von Gust. Heine, 1865, Nr. 309, nachdem es viele Jahre früher im obgenannten Blatte gedruckt gewesen]. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) Nr. 549, 7. Jänner 1854, S. 19: „Die Schlacht bei Oltenitza“ [diese fand am 4. November 1853 Statt, und Omer Pascha war Sieger über die Russen]. – Leipziger Abendpost 1865, Nr. 255, im Feuilleton: „Omer Pascha’s erste Liebe“ [diese ursprünglich von Michael Klapp im Feuilleton der „Ostdeutschen Post“ gebrachte Bluette – ob Wahrheit, ob Dichtung, muß dahingestellt bleiben – machte die Runde durch die meisten deutschen Zeitungen und wurde auch vielfach übersetzt]. – Das Linzer Wochenbulletin u. s. w. 1854, Nr. 2: „Ein Beispiel der Rechtspflege von Omer Pascha“; – dasselbe, 1853, Nr. 12: „Ein Renegat“. – Luna. Beilage der Agramer Zeitung (4°.) 1855, Nr. 38, S. 155: „Ein Originalbrief Omer Pascha’s“. [Der Brief ist an den Major Graf (gest. zu Gospic im Jahre 1855), der Omer Pascha’s Lehrer gewesen, gerichtet. Er ist aus Rutschuk den 18. December 1854 datirt. Der Brief enthält manche Einzelheiten, möchte aber doch, wie die Redaction der Luna bemerkt, apokryph sein.] – Magazin für Literatur des Auslandes (Berlin, schm. 4°.) 1856, Nr. 15: „Omer Pascha und sein Wirken“. – Militärische Zeitung. Redigirt von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1855, S. 660: „Omer Pascha’s Lehrer“, und S. 695; – dieselbe, XIII. Jahrg. (1860), Nr. 13: „Zu Omer Pascha’s Leben“, von Dr. Rudoph Puff. – Oesterreichische Zeitung (Wiener polit. Journal) 1858, Nr. 34, im Feuilleton: „Besuch bei Omer Pascha“. Von Ludw. Aug. Frankl. – Pest-Ofner Zeitung 1862, Nr. 34, im Feuilleton: „Omer Pascha“. – Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1856, Abendausgabe Nr. 30: „Omer Pascha“. – Rheinische Blätter (Unterhaltungsbeiblatt der Mainzer Zeitung) 1856, Nr. 39: „Eine Anekdote von Omer Pascha“; – dieselben, 1857, Nr. 66, in der Rubrik: „Vermischtes“ [über Omer Pascha’s Familienverhältnisse]. – Der Salon. Blätter für Kunst, Literatur u. s. w. Von J. C. Hickel (Prag, 4°.) Jahrg. 1850, Nr. 65 u. 67: „Einige Worte über den Seraskier Omer Pascha“. – Der Satellit. Conversationsblatt zur Kronstädter Zeitung (4°.) 1858, Nr. 77 u. 78: „Omer Pascha in Bagdad“. – La Voce dalmatica (Ragusa, 4°.) 1861, No. 30: „Omer Bascia in Ragusa“. – Sigfried Kapper in seinem „Skizzenbuch von der Save bis zum eisernen Thore. Christen und Türken“ (Leipzig, Brockhaus) und Moriz Wagner in seiner „Reise nach Persien“ entwerfen jeder von seinem Standpuncte aus interessante Charakteristiken dieses unter allen Umständen bedeutenden Mannes, der sich durch seine eigenen Talente zum Feldherrn und Staatsmanne einer Großmacht emporgeschwungen.
II. Omer Pascha’s Bildnisse. Ein Original-Porträt Omer Pascha’s wurde von dem Maler Zuther aus Ostpreußen in dem Augenblicke ausgeführt, als der Serdar die auf die Position von Oltenitza stürmenden russischen Colonnen von Turtukai aus beobachtete. Der Maler des Bildes, Zuther, stand mehrere Jahre in Omer Pascha’s Diensten. – Stahlstiche, Lithographien und Holzschnitte. 1) Unterschrift: Omer Pascha. Generalissimus der kais. ottom. Armee (mit Facsimile), Ed. Kaiser nach der Natur gezeichnet zu Bukarest 1854. (Gedruckt bei J. Höfelich’s Witwe in Wien, Halb-Fol.) – 2) Omer Pascha. Generalissime de l’armée turquie. Fuchsthaller sc. (Lorber in Pesth, 1855), – 3) Omer Pacha. From a Photograph by Mr. Robertson of Constantinople. Smyth sc. (Holzschn.), – 4) Omer Pascha. Generalissimus der kais. ottom. Armee von Rumelien (mit Facsimile). Nach der Natur gezeichnet. Dauthage lith. (Wien, Halb-Fol.), – 5) Omer Pacha. Gravure par M. Nicod. Zeichnung von M. Bayard [in der Pariser l’Illustration. 1862, No. 1028, p. 308]. – 6) G. Wolf gest.
III. Omer Pascha in der Novelle. Pesth-Ofner Localblatt 1854, Nr. 226-240: „Omer Pascha’s Jugend und die Janitscharen. Historische Novelle aus der neuesten Zeit“. – Reichenberger Anzeiger 1861, Nr. 68–74: „Michael oder Omer Pascha’s erste Liebe. Historische Novelle aus der neuesten Zeit“.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Omer Pascha [Bd. XXI, S. 59], gestorben zu Constantinopel 18. April 1871.
    Deutsche Roman-Zeitung ... herausg. von Otto Janke (Berlin, 4°.) VIII. Jahrg. (1871), Bd. III, Sp. 636. [Bd. 28, S. 368.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Whit.