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Y Meyers Blitz-Lexikon (1932)
von diverse
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[Sp. 745, 746] Graf, 1759-1830; 1812 Befehlshaber des pr. Hilfskorps in Rußland, schloß 1812 die Konvention v. ↑ Tauroggen, ermöglichte durch Sieg b. Wartenburg 1813 Blüchers Elbübergang.

2) Maximilian, Graf, 1850-1900; Generalstabschef Waldersees in China; »Weltgesch. in Umrissen«.

York, ostengl. St, 84 000 E; Agrarhandel; Münster (1070-1354, normann.-got.; ↑ Taf. Sp. 264).

York, Herzogstitel jüngerer engl. Prinzen, ↑ Großbritannien (Geschichte).

York-Halbinsel, nordöstl. Halbinsel Australiens, 195 000 qkm, mit Kap York; unfruchtbar; reich an Kupfer.

Yosemitetal, Tal in Kalifornien (USA), seit 1864 Naturschutzpark.

Yoshiwara, Bordellviertel in jap. Städten.

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Owen Young.

{{anker2|Young,

1) Brigham, amer. Mormonenführer; 1801-77; Abb. Sp. 743.
2) Edw., engl. Dichter, 1683-1765; empfindsam-pathet. »Nachtgedanken«.
3) Owen D., nordamer. Finanzmann, * 1874; zunächst Advokat, 1923 Mitgl. d. Dawes-Kommission, 1929 Präs. d. Sachverständigenausschusses zur Regelg. d. Reparationsproblems, von dem d. Vermittlungsvorschlag Y.s als »Y.-Plan« angenommen wurde.

Younghusband, Sir Francis, engl. Reisender (Mandschurei, Zentralasien), * 1863.

YoungplanReparationen.

Youngstown, St., Ohio (USA), 174 000 E; Eisen-, Stahlwerke.

Ypern, westflandr. St., 15 000 E; 21.10. bis 28.11.1914 Dauer-⚔, April 1915, ferner 1916 u. 1917 engl. Dauerangriffe.

Ysaye, Eugène, belg. Violinvirtuos u. Dirigent, 1858-1931.

Yser, belg. Fluß, zur Nordsee, 78 km. In der ⚔ an der Y. Okt. 1914 Öffnung der Meeresschleusen bei Nieuwpoort durch die Belgier.

Ysop, Lippenblütler, aus S-Europa, 50 cm, dunkelblau.

YsselIjssel.

Yüan, Münze, ↑ Übers. Sp. 416.

Yüan Schikai (Juanschikai), * um 1850, † 1916; 1912 Präs. der chines. Republik.

Yucatán, mexik. Halbinsel zw. Golf v. Mexiko u. Karib. Meer, 75 000 qkm, 500 000 E; einst hochentwickelte Kultur (Maya; Ruinen von Uxmal).

Yucca, Liliengewächse, N-und Mittelamerika; Blattfasern zu Flechtwerk. Zierpflanze z. B. die Prachtaloe.


Yukon (Jukon),

1) Fluß im nordw. N-Amerika, 3700 km, aus dem Felsengebigre in das Beringmeer; Abb. Sp. 744.
2) Territorium NW-Kanadas, 536 300 qkm, 3000 E; Bergbau auf Kupfer, Gold; Pelztierjagd.

Yungas, trop. Waldgebiete im NO d. Ostkordillere v. Bolivia.

Z

Zaandam, westholl. St., 32 000 E; Holzhandel.

Zachariä, Friedr. Wilh., Schriftsteller, 1726-77; kom. Epos »Der Renommist«.

Zacharias, Otto, Zoolog, 1846-1916; gründete die Biolog. Station Plön.

Zaghlul Pascha, * um 1850, † 1927; Führer der ägypt. Nationalisten (Wafd), 1924 Min.-Präs., seit 1924 Kammer-Präs.

Zagreb, kroat. Name von Agram.

Zähigkeit, Widerstand gegen Zerreißen.

Zahl. Begrifflich zu scheiden sind Grund- (Kardinal-) u. Ordnungs- (Ordinal-) Z.en, die auch sprachlich verschieden bezeichnet werden. Die Kardinal-Z. gibt die Anzahl einer Menge an (wieviele?), die Ordnungs-Z. die Stelle in einer geordneten Reihe (der wievielte?). Subtraktion führt zur Definition der negativen Z., Division zur Einführung der gebrochenen Z.; ganze u. gebrochene, positive u. negat. Z. sind rationale Z. √2 ist keine rationale Z., sondern eine irrationale od. reelle. Eine imaginäre Z. läßt sich als Produkt einer reellen Z. u. der »imaginären Einheit« √-1 = i darstellen. Komplexe Z. ist die Summe einer reellen u. einer imaginären Z. Die reellen, aber nicht rationalen Z. nennt man irrational, z.B. √2, π. Die nicht algebraischen reellen od. komplexen Z. heißen transzendent.

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außen innen
Zählapparat: Hubzähler.

Zählapparat, Instr. zur mechanischen Zählung von Bewegungen: Hub- (Abb.), Tourenzähler an Maschinen, Schrittzähler, Taxameter usw.

Zahlensystem, Darstellungsweise d. Zahlen als Summen von Potenzen einer festen "Zahl (Grundzahl, Basis des Systems). Das heute bei den Kulturvölkern übliche Z. ist das dekadische oder Dezimalsystem mit der Grundzahl 10.

Zahlmeister, obere Militärbeamte bei den Stäben, für Bekleidung, Verpflegung, Unterkunft, Wohlfahrtsangelegenheiten, Zahlungen an die Truppenangehörigen.

Zahlungsbefehl wird vom Amtsgericht zur beschleunigten Erlangung eines Schuldtitels auf Gesuch des Gläubigers an Schuldner erlassen; dieser muß binnen einer Woche den Gläubiger bei Vermeidung der Zwangsvollstreckung befriedigen oder Widerspruch erheben.

Zahlungsbilanz, Gegenüberstellung der gesamten Forderungen u. Verbindlichkeiten einer Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland; umfaßt neben Warenverkehr (Handelsbilanz) bes. den Internat. Kapitalverkehr (Auslandsanleihen, Zinsen- u. Dividendendienst), Fracht- u. Reiseverkehr.

Zahn,

1) Ernst, Schweiz. Romanschriftsteller,* 1867.
2) Friedrich, Statistiker, * 1869, Prof. München.
3) Theodor v., luth. Theolog, * 1838.


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Zahn. Längsschnitte.
l Schneidezahn, 2 Backzahn.

Zähne sitzen in Zahnfächern (Alveolen), machen einen Zahnwechsel durch (Milchgebiß, Dauergebiß). Am einzelnen Zahn unterscheidet man (↑ Abb.): Krone (a), den v. Zahnfleisch bedeckten Hals u.d. im Kiefer steckende ein- od. mehrästige Wurzel; im Innern die v. der bindegewebigen Zahnpulpa erfüllte Zahn- od. Pulpahöhle (e), die durch den Wurzelkanal (f) mündet. Durch diesen treten Nerven u. Blutgefäße in die Zahnhöhle ein. Die Kronenrinde ist bes. hart (Schmelz- od. Email, b), die Hauptmasse der Z. besteht aus dem knochenartigen Zahnbein (Dentin, d), die Wurzel ist von knochenähnl. Zement (Zahnkitt, c) bekleidet u. außen von der Wurzelhaut umgeben.

Krankheiten. Am häufigsten Zahnkaries (Hohlwerden, Zahnfäule): einfache Karies (greift nur die Oberfläche an) u. tiefe Karies (dringt bis z. Zahnmark vor); Behandlung: Entfernen der kariösen Teile durch Ausbohren und Füllen (Plombieren) der Höhle mit Amalgam, Zement, Gold, Porzellan u. a. Bei Wurzelhautentzündung ist die den Zahn umschließende Haut erkrankt (chron. Wurzelhautentzündung kann ohne wesentliche äußere Merkmale jahrelang bestehen). Kieferkrankheiten sind u. a. Wurzelhautentzündung, Knochenmark-, Knochenhautentzündung.

Zahnersatz. Die Plattenprothese ist eine Kautschukplatte, die auf Kieferfortsätzen u. Gaumen ruht. Auf ihr werden d. Zähne befestigt. Brücken-Z. besteht aus Pfeilern (gesunde Zähne) u. Zwischengliedern. Einzelne Zähne können als Stiftzähne ersetzt werd.; Kronen sind Hülsen aus Metall od. Porzellan, auf d. Stumpf d. natürl. Zahnkrone befestigt.

Zahnfärbung, -feilungZahnverstümmlung.

Zahnkarpfen, karpfenähnliche Flschfamilie; viele beliebte Aquarienfische, meist aus trop. Gewässern, z. T. lebendgebärend.

Zahnküste = Elfenbeinküste.

Zahnradbahnen, Eisenbahnen, bei denen Zahnräder der Lokomotive in eine Zahnstange eingreifen. Bauarten der Zahnstangenbahnen: Riggenbach (↑ Taf. Sp. 140, a), Abt (b), Strub (c).

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Kegelräder.     Stirnrad.
Zahnräder.

Zahnräder, mit Zähnen besetzte Räder zur Kraftübertragung. Arten: Stirnräder (Kammräder) mit geraden Zähnen, Kegelräder mit konischen Zähnen (Abb.), Schneckenräder mit schrägen Zähnen, Pfeilräder mit gewinkelten Zähnen. Zusammenstellungen von mehreren Z.n heißen Zahnradgetriebe.

Zahnstange, mit Zähnen versehene Stange, zur Umsetzung einer kreisenden in eine geradlinige Bewegung.

Zahnverstümmlung, bei Naturvölkern Schmuck, Stammeszeichen: Färben, Spitzfeilen, Ausschlagen, Einsetzen v. Gold u. Edelsteinen. ↑ Taf. I Sp. 702.

Zähringen, Ruine des Stammschlosses der frühern badischen Großherzöge bei Freiburg i. Br.

Zaimis, Alexandras, *1855; 1915, 1916, 1917, 1922, 1926, 1927-28 griechischer Ministerpräsident; seit Dezember 1929 Staatspräsident.

Zaire = Kongo.

Zakopane, polnischer Kurort und Wintersportplatz in der Tatra, 9000 E.

Zakynthos = Meyers Blitz-Lexikon/Z#Zante.

Zaleski, August, * 1883; seit 1926 polnischer Außenminister.

Zama, antike St., bei Karthago; hier unterlag 202 v. Chr. Hannibal dem Scipio.

Zambos,

Stichwörter, die unter Z… vermißt werden, schlage man unter C…, K… oder S… nach.

[Sp. 747, 748] Mischlinge v. Negern u. Indianern.

Zamenhof, Lazarus Ludwig, poln. Augenarzt, 1859-1917; erfand die Weltsprache Esperanto.

Zamora, Niceto Alcalá, * 1866; 15.4. bis 14.10.1931 span. Ministerpräsident.

Bild/ Niceto Alcalá Zamora.

Zander ↑ Barsche.

Zander, Gustav, schwed. Mediziner, 1835— 1920; erfand medikomechanische Apparate.

Zange, Werkzeug zum Halten, Biegen u. Abtrennen (Abkneifen) von Werkstoffen.

Zangengeburt, künstl. Entbindung mit der Geburtszange.

Zangwill, Israel, engl.-jüd. Schriftst, zionist. Führer, 1864-1926; »Kinder des Ghetto«, »König der Schnorrer«.

Zankov, Alexander, * 1879; 1923-26 bulgar. Min.-Präs.; 1930-31 Unterrichtsmin.

Zante, ion. Insel, 40 000E; Korinthen.

Zantedeschie (Calla, Kalla), Aronstabgewächs, aus S-Afrika, mit einer großen, weißl. od. gelben, trichterförmigen Scheide um den kolbenförmigen Blütenstand, bis 1m.

Zanzibar = Sansibar.

Zapfen,

1) Mittel zur Verbindung v. Holzteilen;
2) Maschinenteil, der das Drehen einer horizontalen oder vertikalen Welle im Lager vermittelt.

Zapfensireich, milit. Abendsignal zur Rückkehr in die Quartiere, bei Kavallerie: Retraite; bisweilen mit Musikvorführung.

Zar, Herrschertitel bei Russen, Serben u. Bulgaren. Z.iza, Gemahlin od. Witwe, Z.ewitsch, Sohn, Z.ewna, Tochter des Z.

Zara, ital. St., an der O-Küste der Adria (Dalmatien), 19 000 E.

Zaragoza = Saragossa.

Zarathus[h]tra = Zoroaster.

Zarge, Türgerüst; Einfassung; Seitenwand bei Saiteninstrumenten.

Zarizyn, bis 1925 Name von ↑ Stalingrad.

Zarlino, Gioseffo, ital. Musiktheoretiker, 1517-90; bahnte die moderne Harmonielehre an.

Zarncke, Friedrich, Germanist, 1825-91; gründete das »Literar. Zentralblatt«.

Zarskoje Selo (»Kaiserdorf«) ↑ Detskoje Selo.

Zäsium, seltenes ↑ Alkalimetall (↑ Elemente), schmilzt bei 26,5°.

Zäsur, Sprechpause im Innern des Verses.

Zäumung (Zaum), Vorrichtung zur Lenkung u. Zügelung des Pferdes: durch Riemenzeug (Kopfstück) gehaltenes stählernes Mundstück (Gebiß: Trense oder Kandare oder beide), an dem die Zügel sitzen.

Zaunkönig, Singvogel, kurzschwänzig, 10 cm lang, braun, singt auch im Winter.

z. D. = zur Disposition (im einstweiligen Ruhestand).

ZdA. = Zentralverband der Angestellten.

Zdarsky, Mathias, Begründer des mitteleurop. Skisports, * 1856.

Zebaoth, im AT Name Jahves als Kriegsgott mit himml. Heer.

Zebedäus, galiläischer Fischer, Vater der Apostel Jakobus u. Johannes.

Zebras, Gruppe der Pferde. Bergzebra, 11/4m h., S-Afrika; Quagga, v. Buren ausgerottet, S-Afrika.

Bild/ Zebras: Quagga.

Zebu, Hausrind mit Rückenhöcker, Afrika, Asien.

Zechen — Gruben.

Zechine, Goldmünze, zuerst in Venedig nach 1280, = 9,68 M.

Zechprellerei verübt, wer sich in Gasthaus beherbergen od. verpflegen läßt in der Absicht, nicht zu bezahlen; strafbarer Betrug.

ZechsteinGeologische Formation.

Zecken, Spinnentiere, blind, saugen in der Haut von Wirbeltieren. Holzbock fällt alle Säugetiere des Waldes, auch den Menschen, an.

Bild/ Zecken: Holzbock, vollgesogen.

Zedern, bis 50m hohe Nadelbäume mit weitausladender Krone, z. B. Libanon-Z., schirmförmig, Kleinasien, Zypern.

Zedernöl, äther. Öl aus Holz v. Zedernarten; in der Parfümerie und Mikroskopie.

Zedlitz, Christian, Frh. v., österr. Dichter, 1790-1862; Kanzonen »Totenkränze«, romant. Dramen, »Gedichte«, Verserzähl. »Waldfräulein«.

Zeeland, fruchtbare niederländische Landschaft, umfaßt Scheldeinseln; Hauptort Middelburg.

Zeeman, Pieter, holländ. Physiker, * 1865.

Zeesen, D., bei Königswusterhausen, Standort des Deutschlandsenders und des Weltrundfunksenders.

Zehnkämpf,

1) turnerischer Geräte-Z.: je 3 Übungen am Reck, Barren u. Pferd und eine Frei- od. Handgeräteübung;
2) leichtathletischer Z.: Läufe über 100, 400, 1500 m, 110 m-Hürdenlaufen, Hoch-, Weit- u. Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskus- u. Speerwurf.

Zehnt, Abgabe eines bestimmten, urspr. 10. Teils des meist landwirtschaftlichen Ertrags.

Zehnte Muse, die Kunst des Varietes, bes. Kabaretts.

Zeichnen, weidmännisch: Erkennenlassen des Treffers beim Wild unmittelbar nach dem Schuß.

Zeisig, Finkenvogel, 12 cm, gelbgrün und schwärzlich.

Zeiss, Carl, Mechaniker, 1816—88; Gründer des Zeisswerkes in Jena.

Zeit, Mittlere bürgerl. Z., v. Mitternacht 24 Uhr 0 min 0 sek bis wieder Mitternacht gezählt.

Zeitball, an einem Mast aufgezogener Signalball, der zu bestimmter Zeit herabfällt.

Zeitbestimmung erfolgt durch astr. Beobachtung, woraus man die mittlere Ortszeit berechnet. Bei Verwertung der Z. (Zeitdienst) benutzt man gleichmäßig gehende Normaluhren od. astr. Uhren, deren Uhrkorrektion u. tägl. Gang berechnet werden; die Zeitangaben (Normalzeit) überträgt man elektrisch auf Nebenuhren, löst Zeitbälle in Hafenorten aus usw.

Zeitgeist, in allen Erscheinungen eines Zeitalters wirksamer, objektiver Geist (Hegel); Summe der einer Zeitepoche eigentümlichen, sie beherrschenden Ideen.

ZeitschreiberChronograph.

Zeitschriften, regelmäßig erscheinende Druckerzeugnisse, die über besondere Wissensgebiete (Fach-Z.) berichten od. allgemein belehren u. unterhalten wollen. Nach dem Weltkrieg wuchs unter engl., bes. aber nordamer. Einfluß die Zahl der Magazine.

Zeitsignal, funkentelegraphisches, wird v. mehreren Stationen tägl, zu bestimmten Zeiten ausgesendet.

Zeitstudien, Hilfsmittel zur Berechnung v. Arbeitszeiten u. Feststellung der günstigsten Arbeitsweise.

Zeitung, Organ zur Nachrichtenverbreitung. Ihr Inhalt unterliegt der Preßgesetzgebung. Die moderne Z. ist polit. -geistiger Faktor u. wirtschaftl. Einrichtung zugleich. Ihr Text gliedert sich in Leitartikel, polit. Nachrichten, Handelsteil, Lokales, Feuilleton, Unterhaltungsbeilagen; häufig Sonderbeilagen über Technik, Landw., Frauenfragen usw. Die Anzeigen (Inserate) sind v. redaktionellen Teil gesondert. Den Außendienst einer Z. versehen zahlreiche Fachreferenten (Kritiker), Korrespondenten, Sonderberichterstatter (Reporter), Agenturvertreter, die z. T. mit festem Gehalt, z. T. in freier Mitarbeit beschäftigt sind.

Zeitungsversicherung (Abonnentenversicherung) gewährt den Abonnenten od. Inserenten der Zeitung meist Unfall-, aber auch Sterbegeldversicherung.

Zeitungswissenschaft (Zeitungskunde), Wissenschaft v. der Zeitung, ihrer geistigen u. wirtschaftl. Gesetzmäßigkeit, ihren Lebensbedingungen, ihrer Struktur u. ihrer Geltung in der öff. Meinung des Volkes u. Staates. Hauptvertreter der Z.: Karl Bücher, Emil Löbel u. Ludwig Salomon.

Zeitunterschiede, v. der geograph. Länge abhängige Unterschiede der Ortszeiten.

Zeitz, pr. St., südö. Naumburg, 35 000 E; Textil- u. Maschinenind.

Zeitzeichen — Zeitsignal.

Zelebrieren, feierlich begehen, Messe lesen.

Zell, Theodor (Leopold Bauke), naturwissenschaftl. Schriftsteller, 1862—1924, urspr. Jurist; »Ist das Tier unvernünftig?«

Zella-Mehlis, südwestthür. St., 14 000 E.

Zelle, Lebenseinheit, sowohl Baubestandteil der vielzelligen Tiere u. Pflanzen wie auch selbständiges Lebewesen (Einzeller), besteht vorwiegend aus d. Zytoplasma (Protoplasma), in dem der Zellkern eingeschlossen ist (↑ Taf. Sp. 73). Im Kern unterscheidet man das (künstl. färbbare) Chromatin v. (nicht färbbaren) Achromatin. Die Z. vermehrt sich meist durch Zwei- od. Vielteilung. Im Tier- u. Pflanzenkörper sind die Z.n zu Geweben zus.geschlossen. Bei Pflanzen sind die Z.n v. einer festen Zellhaut (aus Zellulosen) umgeben.

Zelle, kleinste polit. Organisationseinheit (in Betrieben, Straßen, Häuserblocks usw.).

ZellenschmelzCloisonné.

Zeller,

1) Ed., Theolog u. Philosoph, 1814-1908; »Grundriß der Gesch. der grch. Philosophie«.
2) Karl, Wiener Operettenkomponist, 1842-98; »Vogelhändler«, »Obersteiger«.

Zellgewebsentzündung = Bindegewebsentzündung.

Zellhorn = Zelluloid; auch Kunstmassen mit Nitrozellulosegehalt.

Zelloidinpapier, photogr. Auskopierpapier mit Chlorsilberkollodiumschicht.

Zellon, Zelluloseazetat (Azetylzellulose), nicht feuergefährlich ; zu Films, Scheiben (unzerbrechl. Glasersatz), gibt gelöst Zellonlacke.

Zellophan, wasserklare Folie, aus Viskose hergestellt; nicht feuergefährliches Packmaterial, bes. für Nahrungs- u. Genußmittel.

Zellstimulation, Anregung v. pflanzl. od. tier. Zellen zu Wachstum u. Vermehrung durch chem. od. mechan. Reize.

ZellstoffZellulose.

Zellularpathologie, die v. Virchow begründete Lehre, nach der sich alle krankhaften Lebensvorgänge lediglich in den Zellen abspielen.

Zelluloid, hornart. Masse, aus Kollodiumwolle mit Kampfer hergestellt, durchsichtig, elastisch; bes. zu Filmen, Lacken. Feuergefährlichkeit kann neuerdings dch. Menge u. Art d. Füllstoffe weitgehend aufgehoben werden. ↑ Zellhorn.

Zellulose (das techn.Produkt d. Faseraufschließung heißt Zellstoff), Hauptbestandteil pflanzl. Zellwände, fast rein als Baumwolle, dient zur Herst. v. Papier, Kunstseide u. a. ↑ Nitrozellulose,Spiritus.

Zelot, blinder Eiferer.

Zelt besteht aus Holz- od. Eisengerüst u. Mantel aus wasserdichtem Z.tuch (Z.leinwand); für Truppen, Verwundete und [Sp. 749, 750] Kranke, Straßenbauarbeiter, Forschungsreisende, Wanderer und Sportler, Zirkusse, Schaubuden usw.

Zelter, früher ein auf Paßgang dressiertes Damenreitpferd.

Zelter, Karl Friedr., Komponist, 1758–1832; Kantaten, Männerquartette („König v. Thule“), Lieder; Briefwechsel mit Goethe.

Zement, Bindemittel, das mit Sand Mörtel, mit Kies Beton bildet, entsteht durch Brennen eines Gemisches v. Kalk u. Ton (Portland-Z.); Hochofenschlacken statt Ton: Hochofen-Z.

Zemlinsky, Alexander v., Komponist, Dirigent, * 1872, Prag, seit 1927 Berlin; Opern, Symphonien, Chor- und Kammermusik.

Zend, iran. Dialekt, dem Altpers. verwandt; Z.avestaAvesta.

Zenger, Max, Komponist, Dirigent, 1837–1911, München; Chor-, Orchester- u. Kammermusik.

ZenitHimmel.

Zenitalregen, Regen in den Tropen z. Zt. des Zenitstands der Sonne.

Zenker, Hans, * 1870; 1923 Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte, 1924–28 Chef der Marineleitung.

Zeno(n), grch. Philosophen:

1) (der Eleat, d. h. aus Elea) um 500 v. Chr. (Eleatische Schule;Eleaten); Lehre der Nichtwirklichkeit der Bewegung.
2) (Z. der Stoiker) aus Kition, begründete um etwa 300 v. Chr. die Stoische Schule in Athen.

ZenomanGeologische Formation.

Zensieren, beurteilen, abschätzen.

Zensit, Steuerpflichtiger.

Zensur,

1) (Schul-)Zeugnis;
2) Prüfung u. möglicherweise Verbot v. Druckschriften, Theaterstücken, Kinovorführungen durch Behörden.

Zensus, Schätzung, Volkszählung.

Zenta, südslaw. St., an der Theiß, 31 000 E; Getreidehandel. 1697 Sieg Prinz Eugens über die Türken.

Zentauren = Kentauren.

Zentenar…, Hundertjahr…

Zentesimal, hundertteilig; Z.waageWaage.

Zenti…, im metrischen System = 1/100, also Z.gramm = 1/100 g.

ZentifolieRosen.

Zentner (Ztr.), Handelsgewicht; metr.Z. (Meter-Z., Doppel-Z., dz) = 100 kg; in England (Hundredweight, Centweight) = 50,802 kg; ↑ Übers. Sp. 416

Zentralamerika = Mittelamerika.

Zentralasien (Mittel-, Innerasien), das meist abflußlose Gebiet im Innern Asiens, umfaßt Turkestan, Tibet, Mongolei.

Zentralbau, um einen Mittelpunkt gruppierter Bau.

Zentralbewegung, Bewegung eines Körpers unter Einwirkung einer nach einem Mittelpunkt gerichteten Kraft (Zentral-, Zentripetalkraft). Eine solche Zentralkraft ist z. B. die Gravitation, unter deren Einfluß die Planeten Z.en um die Sonne beschreiben.

Zentrales Schwarzerdegebiet, sowjetruss. Verwaltungsbezirk im mittlern europ. Rußland, 189 070 qkm, 10 826 500 E; Hptst. Woronesch.

Zentralgewalt, gemeinsame oberste Gewalt in einem Bundesstaat.

Zentralindien, Gebiet aus 90 Vasallenstaaten im mittlern Brit.-Indien, 133 460 qkm, 5 997 000 E; Hptst Indore.

Zentralisation, Hinleitung auf einen Mittelpunkt; polit.: die Staatsgewalt wird vom Staatsoberhaupt u. den Zentralbehörden ausgeübt (Z.ssystem, Zentralismus); Gegensatz: Dezentralisation.

Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege, Spitzenorganisation für dt., Leibesübungen treibende sozialist. Verbände.

Zentralmassiv, Hochfläche im mittlern S-Frankreich, in der erloschenen Vulkangruppe Mont Dore 1886 m hoch.

Zentralprovinzen und Berar, Provinz im mittlern Brit.-Indien, 258 668 qkm, 13 913 000 E; Hptst. Nagpur; Weizen- u. Baumwollbau.

Zentrieren, auf die Mitte einstellen.

Zentrifugal, v. Mittelpunkt fortstrebend.

Zentrifugalkraft (Flieh-, Schwungkraft), Kraft, mit der ein krummlinig bewegter Körper in Richtung der Tangente die Bahn zu verlassen strebt.

Zentrifuge (Schleuder), Maschine zur Ausscheidung fester Stoffe aus Flüssigkeiten mittels Zentrifugalkraft.

Zentripetal, zum Mittelpunkt hinstrebend.

Zentriwinkel, Winkel, dessen Scheitel im Mittelpunkt eines Kreises liegt.

Zentrum, Mittelpunkt eines Kreises, einer Kugel; Mittelfeld einer Zielscheibe.

Zentrum (Z.spartei). Das dt. Z. wurde 1870 mit Errichtung des Dt. Kaiserreichs mit ev. Spitze begründet zur Vertretung kath. Belange. Gegensätze zum Reich Bismarcks verstärkten sich durch den Kulturkampf, mit dessen erfolgreichem Abschluß das Z. eine ausschlaggebende Stellung gewann. Beim Aufbau der Weimarer Verfassung und bei der Nachkriegsgesetzgebung setzte das Z. durch Nachgiebigkeit in andern Fragen bes. seine kulturpolitischen Wünsche durch (Konkordate). Führer: Prälat Kaas.

Zephyr,

1) milder SW-Wind; zephyrisch, allg. f. sanftwehend, säuselnd;
2) feines Baumwollgewebe. Z.garn, weiches Wollgarn.
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Ferd. Graf v. Zeppelin.

Zeppelin, Ferdinand, Graf v., 1838–1917, konstruierte das erste brauchbare starre Luftschiff, ↑ Taf. Sp. 409.

Zepter (Szepter), Herrscherstab.

Zer (Zerium), seltenes Erdmetall (↑ Elemente,Erden). Das Oxyd, Z.erde, zu Glühkörpern (im Auerstrumpf des Gasglühlichts), Z.metall zu pyrophoren Legierungen.

Zerberus = Kerberos.

Zerbst, St., Anhalt, 19 000 E.

Zerealien = Getreide.

Zeremonie, sinnbildl. Handlung, Förmlichkeit.

Zeremoniell,

1) förmlich, feierlich;
2) (Zeremonial) feierl. Gebräuche; völkerrechtl. Ehren- u. Höflichkeitsbezeugungen.

Zeremoniös, förmlich, steif im Umgang.

Zeresin, gereinigtes u. gebleichtes Erdwachs (↑ Ozokerit), zu Kerzen u. Wachsmischungen.

Zerevis, Bier; auch schirmloses Käppchen der Verbindungsstudenten.

Zerkleinerungsvorrichtungen, Maschinen zum Zerkleinern von harten (Hartzerkleinerung) und weichen (Weichmüllerei, bes. Getreidemüllerei) Stoffen. Man unterscheidet nach dem Grade der Zerkleinerung Vorbrecher (z. B. Backenbrecher), Schroter (z. B. ↑ Glockenmühle), Pulverisiermaschinen (z. B. Stampfmühle, in der Getreidemüllerei bes. Mahlgang u. Walzenstuhl); Zerkleinerung zur kolloiden Feinheit erfolgt in der Kolloidmühle.

Zermatt, Schweiz. D. u. Touristenstation in der Nähe des Matterhorns, 730 E.

Zéro, Null.

Zerstäuber, Vorrichtung zur nebelartigen Verteilung v. Flüssigkeiten.

Zerstreuung,

1) des Lichts, = Diffusion;
2) der Farben, = Dispersion.

Zertifikat, Bescheinigung, Beglaubigungsschein, auch Interimsschein. Ursprungs-Z., Ursprungszeugnis. Zertifizieren, bescheinigen.

Zerussit (Bleispat), Bleierz, kohlensaures Blei.

Zervelatwurst, getrocknete u. geräucherte Fleischwurst.

Zesen, Philipp v., Schriftsteller, 1619–89; verdient um Ausmerzung v. Fremdwörtern; Rom., Ged.

Zession = Abtretung.

Zetkin, Clara, geb. Eißner, * 1857; seit 1920 M.d.R. (kommunist.), brach 1929 mit der moskowit. Richtung.

Zettelbanken = Notenbanken.

Zeug = Gewebe.

Zeugamt, Behörde d. Reichsheeres, zur Lagerung u. Instandsetzung v. Heeresgerät. Größere Instandsetzungen führen die Heereswerkstätten aus. Ihnen unterstehen Wehrkreiswerkstätten.

Zeugdruck, Erzeugung farbiger Muster auf Geweben, meist durch Maschinen mit eingefärbten Druckwalzen.

Zeuge, Person, die vor Behörde über Wahrnehmungen Auskunft gibt (Beweis-Z.) od. einer Handlung beiwohnt, um Hergang bekunden zu können (Instruments-, Solennitäts-Z.). Im Zivil- u. Strafprozeß muß jede als Z. geladene Person Z.aussage abgeben (Zeugnispflicht, -zwang); Zeugnisverweigerung nur in best. Fällen gesetzl. zulässig.

Zeugengebühren bestehen in Entschädigung für Zeitversäumnis, Erstattung der Fahrt- u. Aufenthaltskosten, wenn Vernehmung Reise notwendig macht; sie stehen jedem ordnungsgemäß geladenen Zeugen zu.

Zeughaus, Aufbewahrungsgebäude für Waffen u. Kriegsgerät.

Zeugung, geschlechtl. Fortpflanzung.

Zeulenroda, thür. St., 11 000 E.

Zeus, höchster Gott der Griechen, Himmels-, Gewitter- u. Blitzgott, Vater d. Götter u. Menschen.

Zibeben, gr. Rosinen.

Zibetkatze, katzenähnl. Raubtier, 70 cm, braun, Afterdrüsen sondern Zibet (moschusartig riechend; zu Riechstoffen) ab.

Zichorie = Wegwarte.

Zichy zu Zich und Vásonykeö, Géza, Graf, ung. Komponist, Dichter u. einarmiger Klaviervirtuos, 1849–1924.

ZiegelMauersteine.

Ziegen, Horntiere, mit Kinnbart, meist beide Geschlechter gehörnt; ↑ Taf. Sp. 312.

Ziegenbalg, Bartholomäus, erster pietist. Missionar (Ostindien), 1683–1719.

Ziegenbart, Pilz, = Hahnenkamm.

Ziegenmelker, Vögel mit gr. Rachen, schwalbenähnlich, jagen in der Dämmerung Insekten.

ZiegenpeterOhrspeicheldrüse.

Ziegler,

1) Clara, 1844–1909, Schauspielerin; aus der „Clara-Z.-Stiftung“ in München das Theatermuseum.
2) Heinr. Ernst, Zoolog, 1858–1925; „Zoolog. Wb.“.
3) Leop., Schriftsteller, * 1881; „Gestaltwandel d. Götter“, „Das hl. Reich d. Deutschen“.
4) Theobald, Philos., 1846–1918; „Gesch. der Pädagogik“, „D. geist u. sozialen Strömungen d. 19. Jh.“.

Ziehbank, Maschine zum Ziehen v. Drähten, Rohren u. Stangen.

ZiehharmonikaHarmonika.

Ziehpresse, Maschine zur Herstellung von Hohlgefäßen aus Blechscheiben.

Ziehrer, Carl Michael, Tanzkomponist, 1843 bis 1922, Wien; 600 Tänze.

Ziemer,

1) Rückenbraten v. Hoch-, Reh-, Schwarzwild;
2) das männl. Glied größerer Tiere (Ochsen-Z.).

Ziesel.

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Ziesel, Nagetier mit Backentaschen, 23 cm, gelbgrau, O-Europa, Schlesien.

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Hans Joachim v. Zieten.

Zieten (Ziethen), Hans Joachim v., 1699–1786; schuf die preuß. leichte Reiterei, entschied 1760 die ⚔ bei Torgau.


[Sp. 749, 750] Ziffern, Zahlzeichen, bei den Griechen Buchstaben; röm. Z.: I, V, X, L, C, D, M für l, 5, 10, 50, 100, 500, 1000, die übrigen daraus zusammengesetzt. Arabische Z,: 0, l, 2 usw.

Zigeuner, Wandervolk arischer Sprache, kam aus Indien nach Persien, Syrien u. aus den Griechisch sprechenden Ländern nach der Balkanhalbinsel, nach Ungarn, W- u. O-Europa; bis 1500 in ganz Europa (jetzt 1 Mill.), später auch Amerika u. Australien; seßhaft nur in Spanien, Rumänien, Ungarn u. Rußland.

Zikaden, Schnabelkerfe, meist mit Sprungbeinen; Schaum-Z. leben als Larve in klebriger, selbsterzeugter Schaummasse („Kuckucksspeichel“), 11 mm, gelbgrau. Manna-Z., 7 cm, erzeugen auf Eschenblättern Manna.

Zilcher, Hermann, Komp., Pianist, Dirigent, * 1881, München, Würzburg; Bühnenmusiken, Orchester-, Chorwerke, Liederzyklen.

Zille, großer Frachtkahn.

Zille, Heinr., Zeichner, 1858-1929; Volksleben v. Berlin.

Zillertal, Seitental d.Inn in Nordtirol.

Zimbel (Cymbal, Hackbrett), altes Saiteninstr., mit Hämmerchen geschlagen; heute bei Zigeunerkapellen.

Zimbern = Kimbern.

Zimmergymnastik, Freiübungen ohne od. mit Handgeräten od. mit Streckapparaten.

Zimmerlinde (Sparmannia africana), Lindengewächs, baumartiger Strauch, Blüten weiß, Zimmerstrauch aus Afrika.

ZimmertanneAraucaria

Zimmerwald, Ort bei Bern; 5.—8.9.1915 Tagung der Unabhängigen Sozialdemokratie (Z.er) mit andern radikalen Sozialisten, um den Krieg zu beenden.

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Zimtbaum.

Zimt, Gewürz, Rinde v. Z.baum (↑ Abb.), einem Lorbeergewächs, bis 10 m; Ceylon, Java.

Zinerarie = Aschenpflanze.

Zingst, vorpomm. Halbinsel, mit Ostseebad Z., 1400 E.

Zink, Schwermetall (↑ Elemente), bläulichweiß, spez. Gew. etwa 7, schmilzt bei 420°, zu Guß-u. Blechwaren, Druckplatten, galvan. Elementen, zum Verzinken. Z.oxyd, arzneilich (↑ Zinksalbe), Farbstoff (Z.weiß). Z.chlorid (Chlor-Z.) zum Konservieren v. Holz, in der Färberei, zu Anstrichen, als Lötwasser u. Ätzmittel. Z.sulfid (Schwefel-Z.), weiß, bildet mit Bariumsulfat Lithopone. Legierungen : bes. mit Kupfer (Messing), mit Kupfer u. Zinn (Bronze), mit Kupfer u. Nickel (Neusilber).

Zinkätzung, in Zink hergestellte Strichätzung für Buchdruck. Das Verfahren hierfür Zinkographie.

Zinkblende (Blende), wichtigstes Zinkerz, Schwefelzink.

Zinken,

1) (Zink) veraltetes, trompetenartïges Holzbtasinstr. Zinkenisten, Stadtmusikanten i. 16.-18. Jh.
2) Gaunerzeichen an Karten (zum Falschspiel), an Häusern (Bettler-Z.) u. a.

Zinksalbe, Mischung v. Fett mit Zinkoxyd, zur Wundheilung.

Zinkspat (Galmei), wichtiges Zinkerz, Zinkkarbonat.

Zinn, Schwermetall (↑ Elemente), silberweiß, zu ↑ Stanniol walzbar, knirscht beim Biegen (Z.geschrei), spez. Gew. 7,28, schmilzt bei 231,9°, dient zu Gußwaren, zum Verzinnen, mit Kupfer (u. Zink) legiert als Bronze. Z.verbindungen technisch, bes. in Färberei, viel verwendet.

Zinnober, rotes Quecksilbererz, Schwefelquecksilber, Farbstoff (meist künstlich hergestellt).

Zinnowitz, Ostseebad auf Usedom, 1900 E.

Zinnstein (Kassiterit, Zinnerz), wichtigstes Zinnerz (Zinnoxyd).

Zins, i. allg, jede zu gewissen Zeiten in Geld od. Naturalien zu entrichtende Abgabe für Benutzung fremden Eigentums, etwa gemieteter od. gepachteter Sachen, Häuser, Grundstücke (Miet-, Pacht-, Erb-Z.); im bes. der Preis für die Überlassung v. Leihkapital (Kapital-Z.). Die Höhe des Z.-fußes bestimmt sich wie die jedes ändern Preises dch. Angebot und Nachfrage.

ZinsfußZins.

Zinsgarantie, v. zahlungsfähiger Person od. Regierung übernommene Bürgschaft für Zinszahlung.

ZinspapiereEffekten

Zinsschein, Kupon einer Schuldverschreibung, ermächtigt den Inhaber zum Empfang d. Zinsen am Fälligkeitstag.

Zinszahlen, Hilfszahlen bei der Zinsberechnung: Zahl der Tage mal Kapital dividiert durch 100.

Zinzaren, den Rumänen verwandtes Volk in N-Griechenland, 150 000; Händler u. Viehzüchter.

Zinzendorf, Nikolaus Ludwig, Graf v., pietist.-luther. Theolog, 1700-60; Stifter der Brüdergemeinde; geistl. Lieder.

Zion, Osthügel Jerusalems (744 m), mit Tempel und Palast Salomos.

Zionismus, jüd.-nationale Bewegung, um den Juden gesicherte Heimat in Palästina zu schaffen; starker Widerstand der Araber; Völkerrechtl. Grundlage ist die Balfourdeklaration 1917.

Zionisten, Anhänger des Zionismus.

Zips, dt. Sprachinsel, südl, der Tatra, in der Slowakei, dch. die ung. Könige mit Deutschen (Z.er Sachsen) besiedelt. Hauptort Leutschau, 7400 E.

Zirbeldrüse, kl. Fortsatz an der Oberseite des Gehirns, beim Menschen 1 cm lang.

ZirbelkieferKiefer

Zirkel, Instrument zum Kreiszeichnen und Messen.

Zirknitzer See, periodischer See mit unterird. Abfluß im westl. Krain (Karstgebiet); im Sommer fast ausgetrocknet (↑ Taf. 200).

Zirkon, Mineral, Zirkoniumsilikat, auch Edelstein (verschiedene Farben).

Zirkonium, Erdmetall(↑ Elemente, ↑ Erden), im ↑ Zirkon, spez. Gew. 6,4, schmilzt bei 1530°, verbrennt zu weißem Zirkonoxyd (Zirkonerde), das als Farbe, zu Glühlichtkörpern u. feuerfesten Tiegeln dient.

Zirkular, Rundschreiben.

Zirkuläres Irresein, Geisteskrankheit, periodisch auftretende Schwankungen zw. Manie u. Depression (Melancholie).

Zirkulation, Kreislauf, Umlauf.

Zirkumflex, Akzent: ~,^ ; auch zur Bez. langer, betonter Silben.

Zirkus, Kampfspielbahn d. alten Römer; jetzt Gebäude für Tierschau, Kunstreiter usw.

Zirpen = Zikaden.

Zirzensische Spiele, im spätröm, Reich u. in Byzanz Wettspiele im Zirkus: Wagen- u. Pferderennen, auch Gladiatoren- u. Tierkämpfe usw. Der Großstadtpöbel verlangte panem et circenses, „Brot u. Zirkusspiele“. Heute eine Nummer d. Parterreakrobaten in Zirkus u. Variete.

Zisalpinisch, „diesseits der Alpen“ (von Rom aus).

Ziselieren, künstler. Bearbeiten von Metallen durch Stichel usw.

Ziskaukasien, Kaukasien nördl. vom Kaukasus.

Zisleithanien („Land diesseits derLeitha“), Name für Österreich; Gegensatz: Transleithanien, die ehem. Länder der ung. Krone.

Zispadanisch, „diesseits des Po“ (von Rom aus).

Zisternen, Wasserbehälter in wasserarmen Gebieten.

Zisterzienser (O. Cist.), Mönchsorden, reformierte Benediktiner, 1098 gegründet.

Zita, Exkaiserin von Österreich, Exkönigin von Ungarn, geb. Prinzessin von Bourbon u. Parma, *1892, Witwe Kaiser Karls.

Zitadelle, größeres Fort, meist innerhalb einer Festung.

Zitat, wörtlich angeführte Belegstelle. Anführen einzelner Stellen (Zitieren) aus ändern Werken ist (mit Quellenangabe) urheberrechtlich erlaubt.

Zither, flach auf den Tisch gelegtes Harfeninstrument mit 5 über ein Griffbrett laufenden Melodiedarmsaiten u. 36—42 silberumsponnenen Baßsaiten. Die Saiten werden mit Finger u. Schlagring gegriffen. Größere Abart: Elegie-Z.; Streich-Z. hat Hals u. wird wie Violine gestrichen.

ZitierenZitat; herbeirufen, bes. Geister.

Zitrate, Zitronensäuresalze.

ZitronatZitrone.

Zitrone (Z.nbaum), Strauch od. kl. Baum mit meist rötl. Blüten, Florida; Schale der dickschaligen Früchte einer best. Art liefert Zitronat.

Zitronensäure, in Zitronen, Stachel-, Johannisbeeren usw.; Kristalle, in Salzen (Zitrate) arzneilich verwendet.

Zittau, ostsächs. St., 38 000E.

Zitteraal, aalartiger Karpfenfisch, ohne Schuppen, bis 2 m, mit stark elektr. Organen; S-Amerika.

Zitwersamen (Wurmsamen) ↑ Beifuß

Ziu, german. Gott, ↑ Tyr


Zivil, bürgerlich; gebildet, höflich.

Zivildienstpflicht, Heranziehung der Bev. zu kriegswirtsehaftl. Arbeit in Landwirtschaft, Munitionsarbeiten usw.; ↑ Arbeitsdienstpflicht

Zivildienstschein gibt (bei Reichswehr) Militäranwärtern die Berechtigung, in best. Beamtenstellen der Zivilverwaltung eingereiht zu werden.

Zivilgefangenschaft, Festhaltung feindl. Privatpersonen.

Zivilisation, Verbürgerlichung, äußere Gesittung, Sittenverfeinerung.

Zivilliste, dem Landesherrn f. persönl. Zwecke zustehend. Jahresbetrag aus Staatseinkünften.

Zivilprozeß, gerichtl. streitiges Verfahren z. Geltendmachung privater Rechtsansprüche.

Zivilprozeßordnung (ZPO.), Gesetzbuch für den Zivilprozeß, im Dt. Reich vom 30.1.1877 bzw. 17.5.1898, in der Fassung vom 13.2.1924; in Kraft seit 1.6. 1924.

Ziviltrauung erfolgt vor staatl.Behörde (Standesbeamten) u. ist nach Personenstandsges. von 1875 die einzige staatl. anerkannte Form der Eheschließung in Deutschland. In Österr. nur obligatorisch f. Personen, die keiner gesetzl. anerkannten Kirche od. dem Islam angehören.

Zivilversorgung regelt die Übergangsgebührnisse d. Reichswehrangehörigen (Zivildienstschein usw.).

Źivković, Peter, südslaw. General, * 1879; seit 1929 Min.-Präs. und Innenmin.

Žiźka von Trocnow, Johann, Hussitenführer, * um 1370, [Sp. 753, 754] † 1424.

Złoty, Münze, ↑ Übers. Sp. 416

Znaim, südmähr. St., 21 000 E.

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[752] Zobel.

Zobel, Art der Marder, 58 cm, bläulichgrau, im N der Alten Welt, Pelztier, vielfach ausgerottet.

Zobeltitz, Schriftsteller:

1) Fedor v., * 1857; Hrsg. der „Ztschr. für Bücherfreunde“; Rom.
2)Hanns v., 1853-1918; Rom., Nov.

Zodiakallicht (Tierkreislicht), kegelförmiger Lichtschein in der Ekliptik, bes. im Frühling abends im W, im Herbstmorgens im O.

Zodiakus = Ekliptik.

Zogu I., König (1928) von Albanien, * 1895.

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Émile Zola.

Zola, Emile, frz. Schriftsteller, 1840-1902; Haupt d. frz. Naturalisten ; Wiedergabe der positiven „Wirklichkeit“ durch naturwissenschaftl.-method. Häufung exakter Details, ohne metaphys. Bezug; ein zukunftsgläubiger Moralist; 20bänd. Romanserie „Les Rougon-Macquart“: „L'assommoir“ (Arbeiterwelt), „Nana“ (Dirnenwelt), „Germinal“ (Bergarbeiter), „LaTerre“ (Bauernleben), „LaDébåele“ (Niederlage v. 1870). Ferner „Les trois villes“: „Lourdes“, „Rome“, „Paris“; „Quatre Evangiles“ (unvoll.): „Fécondité“, „Travail“, „Vé-rité“. Gegen das Justizverbrechen an Dreyfus protestierte er in dem offenen Brief „J'accuse“ (1898).

Zölenteraten (Hohltiere), radiär gebaute Tiere, meist Meeresbewohner; doppelwandiger Schlauch, in dessen Inneres nur eine, meist von Fangarmen umstellte Öffnung führt: Polypen, Medusen.

Zölestin, Strontiumerz, Strontiumsulfat.

Zölibat, Ehelosigkeit aller Geistlichen in der röm.-kath. Kirche, erst im MA kirchenrechtlich festgesetzt. Zur Rechtfertigung des Z. beruft sich die Kirche auf Matth. 19, 10-12 u. 1. Kor. 7.

Zoll, früher dt. Längenmaß, = 1/12, auch 1/10 Fuß.

Zollabfertigung, die nach erfolgter ↑ Deklaration stattfindende Besichtigung der über die Grenze eingebrachten Waren durch Zollbeamte.

Zollanschlüsse heißen die nicht zu einem Staat gehörigen, aber seinem Zollgebiet angeschlossenen fremden Landesteile: Zollausschlüsse (Zollausland), die innerhalb der Staatsgrenzen, doch außerhalb d. Zollgrenzen gelegenen Gebiete (Freigebiete, -bezirke, -häfen), die mit d. Ausland in völlig freiem Verkehr stehen.

Zölle (Mauten), Abgaben, die von Waren erhoben werden, wenn sie über die Grenze eines Zollgebiets geführt werden. Durch die Z. sollen Einnahmen erzielt (Finanz-, Steuer-Z.) od. das heim. Gewerbe vor d. Auslandskonkurrenz geschützt werden (Schutz-Z.). Soll durch Schutzzoll eine junge heimische Industrie gegen das Ausland konkurrenzfähig gemacht werden, so spricht man nach F. List v. Erziehungs-Z. Prohibitiv-Z. sind Z., die so hoch sind, daß sie wie ein Ein- bzw. Ausfuhrverbot wirken. Binnen-Z. werden innerhalb des Staatsgebietes erhoben (in Deutschland aufgehoben), bei den Orenz-Z. unterscheidet man Einfuhr-, Ausfuhr- u. Durchfuhr- (Transit-) Z. (Außenhandel). Der Zolltarif ist die systemat. Zusammenstellung der für zollpflichtige Waren gültigen Zollsätze. Er ist autonom, wenn d. Staat ihn lediglich gemäß den Bedürfnissen seines Landes aufstellt u. wird Generaltarif genannt. Der Konventional- od. Vertragstarif beruht auf Handelsverträgen. — Zollarten. Die Bestimmung der Zollpflicht geschieht am zweckmäßigsten nach dem Wert der Waren (Wert-Z., Z.ad valorem). Einfacher für die Ermittlung sind die in den meisten Staaten übl. Stück-u. Gewichts-Z. (spezif. Z.), bei denen feste Sätze für Maß-öd. Gewichtseinheiten bzw. Anzahl v. Stücken festgesetzt werden. Ein Tarif, der die Waren nach Fabrikationsstadium od. Qualität verschieden besteuert (Gradations- od. Staffeltarif), nähert sich dem Wert-Zollsystem. Rück-Z. (engl. drawbacks) werden bei Ausfuhr bereits mit Zoll belasteter Waren rückerstattet; sie sollen den Veredlungs- od. Appreturverkehr ermöglichen, bei dem Rohstoffe od. Halbfabrikate eingeführt, im Inlande verarbeitet u. in veredeltem Zustand wieder ausgeführt werden.

Zollgrenze (Zollinie), Grenze eines Zollgebietes gegen das Ausland, bei deren Überschreitung der Zoll zu zahlen ist. Sie fällt, wenn Zollausschlüsse u. Zollanschlüsse vorhanden sind, nicht mit der Landesgrenze zus.

Zöllner,

1) Carl Friedrich, Komponist, 1800—60; Männerchöre, Lieder („Das Wandern ist des Müllers Lust“).
2) Heinrich, Komponist, Dirigent, Dichter, * 1854; Oper „Die versunkene Glocke“; Chorwerke, Symphonien.

Zollniederlagen (Zollager, Entrepots), Räumlichkeiten, in denen unverzollte, zollpflichtige Waren unter Aufsicht des Staates aufbewahrt werden. Die Waren werden aus den Z. entweder in freien Verkehr gesetzt od. unter amtl. Aufsicht in das Ausland zurückbefördert (Niederlagenverkehr). Die Z. im Dt. Reich sind öffentliche od. kontrollierte Privatlager. Die öff. Z. sind entweder allgem. Z. (Packhöfe, Hallen, Lagerhäuser, Freihäfen) oder beschränkte oder freie Z. (Freilager). Letztere können als Zollausschlüsse in Seehäfen errichtet werden (Freihäfen). Sind die Waren zugleich od. ausschl. zum Absatz nach dem Ausland bestimmt, so heißen die Z. (gemischte od. reine] Transitlager.

Zollordnung, Inbegriff derjenigen Vorschriften (Zollgesetze, Zollverordnungen) und Einrichtungen, die sich auf die Erhebung der Zölle beziehen. Im Dt. Reich ist die Verwaltung der Zölle auf das Reich übergegangen. Höchste Zollbehörde ist das Reichsfinanzministerium, ihm unterstehen die Landesfinanzämter. Die Erhebung der Zölle erfolgt durch Hauptzollämter (Grenzzollämter) u. die diesen unterstellten Zollämter u. Bezirksinspektionen.

Zollrevision = Zollabfertigung.

Zollstock, zus.legbarer Gliedermaßstab.

Zollstrafrecht enthält Strafbestimmungen für Zollvergehen, bes. für Bannbruch (Konterbande), sowie Zollhinterziehung (Defraudation).

ZolltarifZölle.

Zollunion, Vereinigung v. Staaten zu einem einheitl. Zollgebiet.

Zollverein, Deutscher, Zus.schluß dt. Staaten zwecks Beseitigung d. Binnen- u. gemeinsamer Regelung u. Erhebung der Grenzzölle, am 1.1. 1834 ins Leben getreten.

Zollverschluß (Warenverschluß), amtl. Verschließung solcher zollpflichtiger Sendungen, die in ein Zollamt im Innern des Landes od. in eine Zollniederlage verbracht werden.

Zone („Gürtel“), Kugel-Z., ↑ Kugel In d. Kristallogr.: alle Flächen e. Kristalls, die e. best. Kante parallel sind. In der Geogr: ↑ Klima

Zonentarif, Tarif, bei dem der Fahrpreis innerhalb best. Entfernungsgruppen (l—50, 50—100km usw.) unverändert bleibt.

Zoolatrie, Tierverehrung.

Zoologie (↑ Taf. Sp. 757), die Wissenschaft, die d. Tierwelt erforscht.

Zoologische Gärten, Parke, in denen Here zur Schau gestellt bzw. zu wissenschaftl. Zwecken gehegt werden.

Zopf, spitzes Ende eines Dinges (z. B. eines Baumstammes); Haarflechte, auch künstl. Z.stil, in Deutschland um 1770 das Rokoko ablösend, zum Klassizismus überleitend, m. zopfartig versteifter Geradlinigkeit d. Formen (Möbel, Baukunst); danach Z. auch: verknöcherter Bürokratismus, altmod. Pedanterie.

Zoppot, Ostseebad, im Freistaat Danzig, 31 000 E; Spielkasino.

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Anders Zorn: Maja.

Zorn,

1) Anders, schwed. Maler, 1860-1920; Hauptvertreter des nord. Impressionismus; Akte, Bildnisse, Volksszenen.
2) Philipp, Staats- u. Völkerrechtler, 1850-1928.

Zorn von Bulach, Hugo, Frh. v., 1851-1921; 1908-14 Staatssekr. f. Els.-Lothringen. Sein Sohn Klaus (* 1887) war nach d. Weltkrieg in der elsäss. Autonomiebewegung tätig.

Zorndorf, D., in der Neumark, 1000 E; 1758 Sieg Friedr. II. über d. Russen.

Zoroaster (Zarathus[h]tra), iran. Prophet u. Religionsreformer, wohl um 1000 v. Chr. System: Ahuramazda, der „weiße Herr“, u. Ahriman, d. „böse Geist“; opferlose Religion mit betonter Sittlichkeit u. lebendiger Jenseitserwartung; ↑ Avesta. Bestattung der Gläubigen in Leichentürmen („Türme des Schweigens“).

Zötus, Schulgemeinde; (Schüler-) Jahrgang; Lehrstufe.

ZPO. = Zivilprozeßordnung.

Zrinyi, Miklós, Graf v., ung. Feldherr, fiel 1566 vor Szigetvår.

Zschokke, Heinr., Schriftsteller, 1771-1848; Nov.: „Goldmacherdorf“, „Adderich im Moos“, „Stunden der Andacht“.

Zschopau, westsächs. St., an der Z. (Nbfl. der Freiberger Mulde, 105 km), 7500 E.

Zschornewitz, Großkraftwerk, ↑ Golpa-Zchornewitz

Zsigmondy, Richard, Chemiker, 1865-1929; Kolloidchemie.

Zuaven, frz. (weiße) Truppen in Algerien.

Zuber, Gefäß, Bütte; altes Getreidemaß in Baden, = 15 hl.

Zuccarro, Federigo, ital, manierist. Maler, 1543-1609; Altarbilder, Fresken, Bildnisse.

ZuchthausFreiheitsstrafen

Züchtigung (körperl. Z.), als Erziehungsmittel demjenigen erlaubt, dem Sorge für das Kind zusteht (Vater, Mutter, Vormund), kann strafbare Körperverletzung sein, wenn kein Recht zu Züchtigung gegeben ist od. wenn ein an sich hierzu bestehendes Recht vorsätzlich oder fahrlässig überschritten wird. Min.-Erlaß vom 29. 3. 1928 verlangt, daß die körperl. Z. aus der Schule verschwindet. Gewerbl. Lehrlinge sind der väterl. Zucht des Lehrherrn unterworfen, nicht dagegen Hausangestellte. Körperliche Z. in Fürsorgeanstalten stark eingeschränkt, gegen Strafgefangene verboten.

ZuchtwahlAbstammungslehre.

Zucker, meist kristallisierbare Kohlehydrate, z. T. in Pflanzen u. Tieren, einige künstlich darstellbar. Am wichtigsten Rohr- bzw. Rübenzucker, gewonnen aus Zuckerrüben, Z.rohr, auch [Zoologie] Zoologie

1. Amöbe.
K Kern, N Nahrungsvokuole, V Ausscheidungsvakuole.

2. Schwamm.
E Ektoderm (Außenschicht),M Mesoderm (Mittelschicht), K Kragenzellen (Innenschicht), m Magenhohlraum, a Ausfuhröffnung, p Porenkanal.

3. Polyp.
Ek Ektoderm (Außenschicht), En Entoderm (Innenschicht), A Körperöffnung.

5. Seeigel.
r Radiärkanal, p Füßchen, ma Madreporenplatte, s Steinkanal, a After, i Darm, m Mund, k Kalkschale.

9. Schnecke.
S Schale, H Hera, D Darm, N Niere, K Kiemen, M Mantelhöhle, F Fuß.

8. Muschel.
H Herz, D Darm, N Niere, K Kiemen, F Fuß, M Mantelhöhle.

4. Meduse.
Ek Ektoderm, En Entoderm, S Stützschicht, M Magenhohlraum

6. Wurm.
Lm Längsmuskelschicht, Rm Ringmuskelschicht, D Darm, Rg Rückenblutgefaß, B Bauchnervenstrang, Bg Bauehblutgefäß, K Kiemen, P Fußstummeln.

7. Krebs.
D Darm, Rg Rückenblutgefäß, Bg Bauchblutgefäß, B Bauchnervenstrang, K Kiemen, C Chitinpanzer

10. Tintenfisch.
S Schale, H Herz, D Darm, N Niere, K Kiemen, M Mantelhöhle, T Trichter, A Arme.

1-10: Schematische Schnitte (Bautypen) durch Wirbellose.

14. Flügelskelett des Bussards.
a Oberarm, b Speiche, c Elle, d Handwurzel, e, f, g Mittelhandknochen, h Daumen, i, k 2. Finger, l 3. Finger.

12. Anatomie einer männlichen Rotfeder.
Seitenlinie Mundhöhle Kiemen Arterienbulbus Herzkammer Vorkammer Venensinus Wirbelsäule Rippen Harnblase Schwimmblase Schwimmblasengang Kopfniere Niere Leber Darm Hoden (Milch) Hoden-Ausführgang After Harn-Samenleiter-Öffnung

11. Vorderbein des Pferdes,
a Schulterblatt, b Oberarm, c Unterarm, d Handwurzel, e, Mittelhand, f Fingerknochen.

13. Rindermagen.
a Pansen, b Netzmagen, c Blättermagen, d Labmagen, e Dünndarm

15. Zergliederter Maikäfer.
a Kopf, b 1. Brustring, c 2. u. 3. Brustring, d Schildchen, e Hinterleib.

16. Kopf der Aspisschlange.
a Giftzahn, b Schleimhautfalte über dem Giftzahn.

17. Archaeopteryx.

18. Rhamphorhynchus.

19. Iguanodon.

20. Mammut. [Sp. 757, 758] aus Mais.

Zuckergast = Silberfischchen.

Zucker-HarnruhrDiabetes

Zuckerkand, gr. Zuckerkristalle.

ZuckerkrankheitDiabetes

Zuckerrohr, Gras, bis 5 m (↑ Taf. Sp. 209), in warmer Gegend angebaut; liefert Zucker, Rum, dient als Papierrohstoff.

ZuckerrübeRunkelrübe

Zuckersteuer wird in Deutschland als Verbrauchsabgabe bei Übergang in den freien Verkehr erhoben u. trifft den zum Inlandsverbrauch bestimmten Rüben-, Stärke-(Trauben-) u. Rohrzucker. Z. wird bei für Ausfuhr bestimmtem Zucker nicht erhoben, u. U. Rückvergütung; dann leicht als versteckte Ausfuhrprämie wirkend. Die Brüsseler Zuckerkonvention v. 1902 (1. 9. 1920 erloschen) beseitigte die offnen Ausfuhrprämien. Heute wieder Bestrebungen auf Erneuerung der Zuckerkonvention (bes. in Belgien und Tschechoslowakei). Z. auch in Großbritannien, Dänemark, Italien, Österreich, Polen, Schweden, Spanien u. a. 0.

Bild/ Die Weltproduktion an Rüben- und Rohrzucker im Jahre 1929.

Zuckmayer, Carl, volkstüml. Dramatiker, *1896; „Der fröhl. Weinberg“,„Schinderhannes“,„Katharina Knie“,„DerHauptmann v. Köpenick“.

Zufall, philos.: Ereignis, das weder in verstehbarem noch im Kausalitätszusammenhang steht u. das nicht vorher berechnet werden kann.

Zuffenhausen, württ. St., nördl. Stuttgart, 15 000 E.

Zug, Kanton der Zentralschweiz, 240 qkm, 34000 E; Hptst. Zug. Wald- u. Almwirtschaft; reiche Obsterträge.

ZügeGeschoß

Zügel, Lederriemen zum Lenken des Pferdes.

Zügel, Heinr. v., Maler, * 1850; impressionist. Tierbilder in Landschaften.

Zugmaschinen (Schlepper, Traktoren), Kraftfahrzeuge zum Schleppen v. Wagen u. landw. Geräten.

Zugnetz, sackförmiges Netz für Fischerei.

Zugspitze, höchster Gipfel des Dt. Reichs, im Wettersteingeb., 2963 m; Bergbahnen (Bayr. Zugspitz- u. Österr. Zugspitzbahn); meteorolog. Station.

Bild/ Die Zugspitze mit dem Eibsee.

Zugtelephonie (Zugfunk), Telephonie von und mit fahrenden Zügen.

Zuhälter, männl. Person, die v. Lohndirne (Prostituierter) unter Ausbeutung ihres unsittl. Erwerbs den Lebensunterhalt bezieht od. ihr in bezug auf ihr Gewerbe Schutz gewährt od. ihr durch Zuführung v. Männern (Kuppelei) förderlich ist.

Zuidersee, Nordseebucht, tief in die Niederlande einschneidend, 3140 qkm, selten tiefer als 4 m. Die ganze Fläche soll trockengelegt werden, gr. Teile sind es schon.

Zukertort, Johannes Hermann, Schachspieler, 1842-88.

Zukunftsmusik, urspr. Spottname für die Wagnersche Musik; Schrift Wagners: „Z.“ (1861). Übertragen: Erscheinungen usw., denen man höchstens für die Zukunft Daseinsberechtigung zugesteht.

Zuloaga, Ignacio, span. Maler, * 1870; Volksszenen, Allegorien, Bildnisse. ↑ Taf. III Sp. 377.

Zumbusch,

1) Kaspar v., Bildhauer, 1830-1915; klassizist.Denk-u.Grabmäler.
2) Ludwig, Maler, 1861-1931; Genrebilder, Bildnisse.

Zunder,

1) (Feuer-, Zunderschwamm), Pilz, dick, scheibenförmig, mit harter Rinde, bes. an Buchenstämmen.
2) Oxydschicht beim Glühen von Metall.

Zündhölzer = Streichhölzer.

Zündholztrust, die unter Leitung v. Ivar Kreuger (* 1880) stehende Schwed. Zündholz A.-G. in Stockholm, die mit der International Match Corporation in New York in 33 Staaten Zündholzfabriken betreibt u. 70% der Weltproduktion erzeugt. Der Z. besitzt staatl. Zündholzmonopol im Dt. Reich.

Zündhütchen, kl. Metallkapsel m.Knallquecksilber, durch Schlag entzündet. ↑ Sprengstoffe

Zündkerze, Vorrichtung zur Entzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches bei Verbrennungskraftmaschinen.

Zündnadelgewehr, Hinterladegewehr, bei dem d. Patrone mittels Nadel (Zündnadel) entzündet wurde.

Zündschnur, mit Schwarzpulver gefüllter, wasserdicht imprägnierter Gewebeschlauch zur Sprengstoffzündung.

Zündungen, Vorrichtungen zum Entzünden, z. B. ↑ Zündschnur,Zündhütchen.

Zündwarensteuer, in Deutschland Fabrikatsteuer auf Zündwaren (Zündhölzer, -spänchen, -stäbchen; Zündkerzen aus Stearin, Wachs usw.).

Zünfte (Gilden), Zusammenschlüsse v. Handwerkern in den Städten (seit 12. Jh.). In Deutschland wurden sie, bis ins 19. Jh. bestehend, durch die GewO. aufgehoben bzw. in Innungen umgewandelt.

Zunge, muskulöser, v. Schleimhaut überzogener Wulst mit Geschmacksknospen zur Vermittlung des Geschmacks.

Zungen, bei Musikinstrumenten: 1) Z.-pfeifen der Orgel, des Harmoniums: elast., v. der Luft bewegte Metallplättchen; 2) Rohrblatt-Z.: als bewegl. „Ober-u. Unterlippe“ (doppeltes Rohrblattmundstück) bei Oboe, Fagott u. Englisch Hörn; Klarinette hat einfaches Rohrblatt; 3) Luft-Z. (Luftblätter) zur Intonation von Flöten u. Orgelpfeifen (Labialpfeifen).

Zünsler, Schmetterlingsfamilie, schlanke Tiere mit dünnen Beinen. Manche Arten schädlich, so d. Mehlmotte (Abb.), Raupen fressen in Mehl u. machen es durch Gespinste unbrauchbar. Die Raupen der Wachsmotte (Bienenmotte) leben in Bienenwaben.

Bild/ Zünsler: Mehlmotte mit Raupe.

Zuntz, Nathan, Physiol., 1847-1920.

Zurbarán, Francisco de, span. Maler, 1598-1662; effektvolle, naturalist. Bilder von Visionen u. dgl.

Zurechnungsfähigkeit, im Strafrecht Fähigkeit, schuldhaft zu handeln; fehlt Kindern unter 14 Jahren (Strafunmündigkeit) u. Personen, die sich z. Z. der Tat im Zustand v. Bewußtlosigkeit od. krankhafter Störung d. Geistestätigkeit befunden haben. Gegensatz: Unzurechnungsfähigkeit.

Zürich, Kanton der Nordschweiz, v. Z.er See bis zum Rhein, 1729 qkm, 563 000 E. Auf den Höhen Wald, in den Tälern Obst, Wein, Ackerbau. Hptst. Z., 227 000 E; wirtschaftl. Mittelpunkt der Schweiz, am Nordende des Z.er Sees (87 qkm); Maschinen-, Seiden-, Baumwollindustrie; Universität

Bild/ Zürich, zu beiden Seiten der Limmat gelegen, die hier aus dem Züricher See austritt.

Zurichten, im Buchdruck das Ausgleichen v. Unebenheiten d. Druckform (Text u. Illustration). Z. v. Leder- u. Rauchwaren heißen alle nach der Gerbung vorgenommenen Arbeiten.

Zurren, seemänn.: fest-, zusammenbinden.

Zurückbehaltungsrecht (Retentionsrecht), Befugnis, eine schuldige Leistung so lange zurückzubehalten, bis ein damit zusammenhängender Gegenanspruch befriedigt ist.

Zurverfügungstellung (Dispositionsstellung), Erklärung des Käufers, daß er die Ware in dem Zustand, in dem sie sich bei Lieferung befindet, nicht haben will.


[Sp. 759, 760] Zusammenziehende MittelAdstringierende Mittel

Zuschlaghammer, schwerer Schmiedehammer.

Zuschußbetriebe, Öffentliche, erfordern Zuschüsse aus allg. Mitteln des öff.Haushalts (z. B. Gaswerke, deren Tarif unter den Gestehungskosten ist).

Zuständigkeit, Geschäftskreis.

Zustandsänderung eines Gases ist die Änderung seiner drei Zu-standsvariabeln Druck, Temperatur u. Volumen, die durch die Zustandsgleichung zus.hängen.

ZVG. = Zwangsversteigerungsgesetz.

Zwangläufig nennt man Bewegungen v. Maschinenteilen in gegenseitiger Abhängigkeit.

Zwangsarbeit, Arbeit, zu der Strafgefangene im Strafvollzug od. in Arbeitshaus Untergebrachte angehalten werden.

Zwangserziehung = Fürsorgeerziehung.

Zwangshandlungen, bei Geisteskrankheit od. hochgrad. Nervosität Handlungen, die die Kranken infolge eines in ihnen wirksamen unwiderstehl. Triebes ausführen müssen.

Zwangsjacke, Jacke mit übermäßig langen, sich verengenden, auf dem Rücken zus.gebundenen Ärmeln, zur Verhinderung v. Gewalttätigkeiten Geisteskranker.

Zwangssyndikat, durch Staat errichtetes Kartell, um Wettbewerb im Allgemeininteresse zu vermeiden (z. B. Dt. Kalisyndikat).

Zwangsvergleich (Akkord), im Vergleichsverfahren od. als Abschluß des Konkursverfahrens ein v. der Mehrheit der nichtbevorrechtigten Gläubiger mit Gemeinschuldner getroffener Vergleich, der auch für die übrigen nichtbevorrechtigten Gläubiger bindend ist.

Zwangsversicherung, Verpflichtung, einer bestimmten Kasse beizutreten; Grundprinzip der Sozialversicherung.

Zwangsvollstreckung, amtl. zwangsweise Ausführung eines Rechtsspruchs, erfolgt auf Grund einer vollstreckbaren Ausfertigung entweder durch Gerichtsvollzieher (bei Pfändung einer bewegl. Sache) od. durch Vollstreckungsgericht (meist Amtsgericht).

Zwecke, kurzer Nagel mit breitem Kopf.

Zwecksteuer, Steuer, deren Ertrag für best. Zwecke verwendet wird, z. B. Kraftfahrzeugsteuer f. Straßenbau.

Zweckzuwendungen, Zuwendungen von Todes wegen an öff. Körperschaften (Staat, Gem. usw.) mit der Auflage, sie od. ihren Zinsertrag zu best., meist wohltätigen Zwecken zu verwenden.

Zwehle (oberdt.), Handtuch.

Zweibrücken, bayr. St., in der Pfalz, 16 000 E.

Zweibund:

1) zw. Frankreich u. Rußland 1892-1917;
2) zw. dem Dt. Reich und Österreich-Ungarn 1879.

Zweifel, Paul, Mediziner, 1848-1927.

Zweiflügler, Insektenordnung, mit 2 Flügeln, umfaßt Fliegen u. Mücken.

Zweig, Schriftsteller:

1) Arnold, * 1887; Rom. „Novellen um Claudia“, „Streit um den Sergeanten Grischa“ (antimilitaristisch, 1927).
2) Stefan, * 1881; Nov. („Amok“), lyr. Sammlungen, Dramen, geschichtliche Charakterbilder.

Bild/ Stefan Zweig.

Zweigeschlechtig sind Blüten mit Staubblättern u. Stempeln. Gegensatz: getrenntgeschlechtig,

Zweihäusig sind Pflanzen, die entweder nur weibl. (Frucht-) Blüten od. nur männl. (Staub-) Blüten hervorbringen (z. B. Salweide, Dattelpalme).

Zweikampf (Duell, stud.: ↑ Mensur], verabredeter Kampf zw. zwei Personen (Duellanten, stud.: Paukanten). Strafbar sind Z. mit tödl. Waffen, Herausforderung, Annahme, Kartelltragen. Nach RGes. v. 30.4.1926 kann, in bes. schweren Fällen muß bei einer Strafe wegen Z. auf Verlust öff. Ämter und bei Soldaten auf Lösung des Dienstverhältnisses erkannt werden. Die Student. Schlägermensur ist nach ständiger, aber stark umstrittener Rechtsprechung des Reichsgerichts strafbarer Z.

Zweitdruck, im Gegens. zum Original- od. Erstdruck publizist. Arbeit, die bereits einmal v. einer Redaktion angenommen worden ist u. in einer ändern Ztg. nochmals abgedruckt werden soll; wird in der Regel niedriger honoriert.

Zweites Gesicht, Gabe, Zukünftiges vorauszusehen.

Zweizahn, Korbblütler, 1 m, Blüten gelb bis gelbbraun, Früchte mit Widerhaken; ↑ Taf. Sp. 73.

Zwerch (oberdt.) = quer.

Zwerchfell, kuppelförmig quer zw. Brust- u. Bauchhöhle gespannter Muskel bei Mensch u. Säugetieren. ↑ Taf. Sp. 396.

ZwergmausMäuse

Zwergvölker, selbständige, zersplitterte Urrasse od. Kümmerform (1,3—1,5m); im vorgeschichtl. Europa, Afrika, Indonesien (Wedda, ↑ Taf. 1 Sp. 440).

Zwickau, südwestsächs. St., an der Mulde, 80 000 E; Kohlenbergbau.

Zwickauer ProphetenWiedertäufer

Zwicke, das als Zwilling mit einem Bullkalb geborne Kuhkalb, das stets unfruchtbar ist.

Zwieback, feines, haltbares, in Scheiben geröstetes Weizengebäck; Schiffs-Z., hartes Dauerbrot, erst nach Aufweichung genießbar.

Zwiebel, unterird. Sproß; ↑ Lauch

Zwiebelmuster, in den 1740er Jahren eingeführtes blaues Muster der Meißener Porzellanmanufaktur.

Zwiebus, Autobus, bei dem jedes Hinterrad durch je einen Motor angetrieben wird.

Zwiedineck-Südenhorst,

1) Hans v., Historiker, 1845-1906; „Dt. Gesch. 1806-71“.
2) Otto v., Nat.-Ök., *1871, Prof. München; „Sozialpolitik“.

Zwilch (Zwillich) = Drell.

Zwillinge, Sternbild des nördl. Himmels; ↑ Ekliptik

Zwinge,

1) Werkzeug zum Festhalten v. Arbeitsstücken (Schraub-Z.);
2) Metallkapsel am Ende eines Stockes;
3) Handgriff an einem Werkzeug.

Zwinger, Gang zw. äußerer u. innerer Burgmauer. Z. in Dresden, anmutigster Bau des dt. Barock, ↑ Taf. I Sp. 56.

Zwingli, Huldreich (Ulrich), schweizerischer Reformator, 1484—1531; Leutpriester u. Chorherr in Zürich, Luthers Gegner in der Abendmahlslehre (Marburg 1529). Als Feldprediger bei Kappel erschlagen u. als Ketzer verbrannt.

Bild/ Ulrich Zwingli.

Zwirn, Faden, der aus zwei od. mehreren Garnen (entgegengesetzt der Drehrichtung beim Spinnen) zusammengedreht ist.

Zwitter (Hermaphroditen}, Individuen mit männl. u. weibl. Geschlechtsorganen (die als Z.drüse vereinigt sein können); bei Menschen sehr selten; häufiger falscher Z. mit männl. Geschlechtsdrüsen u. mehr weibl. Charakter der übrigen Geschlechtsteile od. umgekehrt (Pseudohermaphroditismus, Scheinzwittertum),

Zwölfkampf, turner. Wettkampf, umfaßt: am Reck, Barren u. Pferd je eine Kürübung, an zweien dieser Geräte je zwei Pflichtübungen u. am dritten Gerät eine Pflichtübung, eine Frei- od. Handgerätübung als Pflicht- od. Kürübung u. drei volkstüml. Übungen (Laufen, Springen, Werfen).

Zwölf Stämme Israels, die v. 10 Söhnen u. 2 Enkeln Jakobs abgeleiteten Stämme Israels.

Zwölften (Zwölf Nächte), die Zeit v. 25. Dez. od. v. dessen Vorabend (dann Dreizehn Nächte) bis zum 6. Jan.

Zwolle, mittelholl. St., 40 000 E.

Zyan, Verbindung von Kohlenstoff mit Stickstoff; wichtigste Verbindung: Kaliumzyanid (Z.kalium), höchst giftig, dient zur Gewinnung v. Gold, in Galvanoplastik, ist ein Salz der ↑ BlausäureBlutlaugensalzRhodan

Zyanotyple = Blaukopie.

Zyklen, Mz. v. Zyklus.

Zykloide, Kurve, die ein Punkt eines Kreises beschreibt, der auf gerader Linie rollt (Abb. 1). Rollt der Kreis auf anderem Kreis, so entsteht eine Epi-Z. od. eine Hypo-Z. (Abb. 2).

Abb. 1. Zykloide.
Abb. 2. a Epi-, b Hypozykloide.

Zyklon,

1) heftiger Wirbelwind;
2) Apparat zum Reinigen von Luft oder Gasen durch Abscheiden der schweren Bestandteile unter Ausnutzung der Fliehkraft in erweitertem Gefäß.

Zyklone (Mz. Zyklonen) = Tiefdruckgebiet (↑ Meteorologie).

Zyklopen = Kyklopen.

Zyklus, Kreis, Zirkel; Zusammenfassung gleichartiger Dinge (Vorträge, Bilder, Dichtungen) zu einem Ganzen; wiederkehrende Reihenfolge.

Zylinder,

1) Mathematik: geometr. Körper, begrenzt von 2 parallelen Grundflächen u. einer Mantel- od. Z.fläche aus parallelen Geraden (Mantellinien);
2) Technik: walzenförmige Körper. Voll-Z: u. a. alle Wellen, Bolzen, Schrauben, Nieten, Zapfen; Hohl-Z: alle Dampf- u. Gasmaschine n-Z., Pumpen- u. Kompressor-Z.

Zymase, gärungserzeugendes Ferment der Hefe.

Zyniker, Philosophenschule (zynische Schule) in Athen: Sokrates, Antisthenes u. dessen Schüler Diogenes v. Sinope. Tugendideal: Bedürfnislosigkeit. Tugend ist lehrbar.

Zynisch, ideallos, schamlos; Zynismus, ein solches Benehmen, solche Ausdrucksweise usw.

Zypern, brit. Insel im östl. Mittelmeer, 311 000 E; Hptst. Nikosia, Ausfuhr v. Johannisbrot, Wein, Südfrüchten, Kupfer, Chrom. 333 v. Chr. ägypt., 58 v. Chr. röm., dann byzantin., 1184 unabhängig, 1570 türk., 1878 unter brit. Verwaltung, 1914 brit. Kolonie, Herbst 1931 Aufstände.

Zypresse, Nadelhölzer mit schuppenförmigen Blättern u. rundl. Zapfen.

Zyrenaika = Kyrenaika.

Zyste, durch eine Gewebswand abgeschlossener, mit flüssigem od. breiigem Inhalt gefüllter krankhafter Hohlraum.

Zystoskop, katheterähnl. Gerät zur direkten Beleuchtung des Innern der Harnblase, auch zur Ausführung v. Operationen im Innern der Blase,

Zz. = Zinszahl.

Stichwörter, die unter Z… vermißt werden, schlage man unter C…, K… oder S… nach.
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