Ritualmordvorwurf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ritualmord
Ritualmord
Fiktive Darstellung eines Ritualmordes aus der Schedel’schen Weltchronik, Blatt CCXV.
Eine Ritualmordlegende sagt gesellschaftlich diskriminierten Minderheiten – meist Juden – Ritualmorde an Angehörigen einer Mehrheitsgruppe nach. Oft bewirken sie Pogrome, Lynch- und Justizmorde an den des Ritualmords beschuldigten Gruppen.
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Commons-logo.svg Bilder und Medien bei Commons
Wikiquote-logo.svg Zitate bei Wikiquote
Wiktionary-ico-de.png [[wikt:{{{WIKTIONARY}}}|Wörterbucheintrag im Wiktionary]]
Eintrag in der GND: 4178248-3
Weitere Angebote

Übergeordnete Themenseiten: Antisemitismus und AntijudaismusKriminalitätsgeschichte

Quellen[Bearbeiten]

Baden[Bearbeiten]

Länderseite: Baden

Deutsches Kaiserreich[Bearbeiten]

Im Deutschen Kaiserreich gab es zwischen 1871 und 1918 drei große gesellschaftliche und politische Auseiandersetzungen über Ritualmordbeschuldigungen. Gemeint sind konkret die Fälle von Skurz (1884), Xanten (1891) und Konitz (1900). Diese Fälle waren es, die von antisemtischen Politikern zur Verbreitung der Ritualmordlegende genutzt wurden. Es ihnen also nicht um eine Unterstützung der ermittelnden Behörden, vielmehr verfügten sie mit ihrem aus dem Mittelalter tradierten Stereotyp vom "jüdischen Blutmord" über eine argumentative Strategie, die vielen Menschen glaubhaft zu vermitteln wusste, warum ein brutaler Mord passiert war und warum bei den ermittelnden Behörden keine "schnellen Ergebnisse" erzielt wurden. Sie nutzten also die Mordfälle auch dazu, die "übermäßige Machtfülle des Judentums" anzuprangern.

Friedrich Frank - Katholizismus und Ritualmordvowurf[Bearbeiten]

Kurzzusammenfassung: In dem Text setzt sich Friedrich Frank mit der seiner Zeit immer häufiger aufkommenden Judenfrage auseinander. Er macht es sich zur Aufgabe, über den Wahnglauben an den Blutritus der Juden aufzuklären und ihn damit zu beseitigen. Außerdem will Frank zum Verständnis des Judentums in der Gesellschaft beitragen, indem er die Grundlagen dieser Religion erklärt, indem er sich intensiv mit dem Talmud und der Thora auseinander setzt. Frank zeigt, wie durch das Fehlverhalten einzelner Juden das Ansehen der gesamten Religionsgemeinschaft sank. Zum Beleg dafür zieht Frank verschiedenste Beispiele aus den Jahrhunderten seit Christi Geburt heran und legt besonderes Augenmerk auf die Problematik des Wucherns und einzelner Gewalttaten von Juden an christlichen Kindern. Obwohl die Juden wegen dieser Verhaltensweisen oftmals Verfolgungen, Vertreibungen und Massentötungen ausgesetzt waren, ist es Frank wichtig zu betonen, dass die katholische Kirche immer hinter den Juden stand und sie dementsprechend unterstützte und schützte. Er zieht aus diesem und anderen Gründen schließlich den Schluss, dass ein katholischer Priester oder irgendein gläubiger Katholik niemals reinen Gewissens auch ein Antisemit sein kann, sondern sich an manchen Bräuchen der Juden sogar ein Beispiel nehmen sollte.

Kurzzusammenfassung: In diesem Text setzt sich Friedrich Frank mit dem Ritualmord-Aberglauben um 1900 auseinander. Er macht es sich zur Aufgabe, über den Wahnglauben an den Blutritus der Juden aufzuklären und ihn damit zu beseitigen. Frank möchte dem Ritualmord-Aberglauben entgegen wirken und erreichen, dass die Juden nicht mehr beschuldigt werden, diesen zu verüben. Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf eine Umfrage der Staatsbürgerzeitung, welche am Ritualmord-Aberglauben festhalten will. Er widerlegt jegliche Antworten der Leser auf diese Umfrage und untermauert damit die Unschuld der Juden an den ihnen dargebrachten Vorwürfen.

Xantener Ritualmordvorwurf – Prozess Buschoff[Bearbeiten]

Konitzer Mordaffäre[Bearbeiten]

Italien[Bearbeiten]

Länderseite: Italien

Österreich-Ungarn[Bearbeiten]

Länderseiten: ÖsterreichUngarn

Sekundärliteratur[Bearbeiten]