BLKÖ:Habsburg, Friedrich V. der Friedfertige

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 265. (Quelle)
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104. Friedrich V. der Friedfertige, Erzherzog von Oesterreich, als deutscher Kaiser der III., nach Anderen (und diese letztere Annahme ist die richtige) der IV., je nachdem Friedrich I. der Schöne in der Reihe der deutschen Kaiser erscheint oder nicht (geb. 21. September 1415, gest. 19. August 1493). Sohn des Herzogs Ernst des Eisernen von Steiermark [266] [siehe Nr. 78] und seiner zweiten Gemalin Cimburgis von Masovien, [s. Nr. 45]. Gemalin. Seit 8. März 1452 Eleonore von Portugal, Tochter Eduard’s, Königs von Portugal [siehe Nr. 50]. Kinder. Maximilian I., deutscher Kaiser (geb. 1459, gest. 1519), Kunigunde (geb. 1465, gest. 1520), Gemalin Albrecht’s IV., Herzogs in Bayern; fünf andere Kinder: Ernst, Rudolph, Leopold, Alexandra und Anna, sind in der Kindheit gestorben. Wahlsprüche. Die fünf Selbstlaute A. E. I. O. U., welche vielfältige Deutung erfahren haben. Friedrich selbst deutete sie mit Bezug auf seine rechtmäßige Kaiserwahl: Aquila Electa Iuste Omnia Vincit. Andere sinnigere Deutungen sind aber: Austriae Erit In Orbe Ultima oder Austriae Est Imperare Orbi Universo und Aller Ehren Ist Oesterreich Voll. Die Devise des Kaisers war ein Tisch oder Dreifuß, auf welchem ein offenes Buch lag, auf das eine ausgestreckte ein Schwert haltende Hand den Knopf desselben setzte, mit der Umschrift. „Hic regit ille tuetur“ (das Buch [die Weisheit] regiert, das Schwert beschützt, oder, wie Fugger treffend und bündig übersetzt:

Verstand und Hand
Beschirmen das Land).

Hervorragende Lebensmomente. Nach Kaiser Albrecht’s II. (V.) zu schnellem Tode [s. Nr. 11], wurde Friedrich zum deutschen Kaiser gewählt, denn sein Nebenbuhler Ludwig, Landgraf von Hessen, hatte kaum eine Aussicht gewählt zu werden. Die Wahl erfolgte am 2. Februar 1440, aber erst am 23. April gab er seine Zustimmung, da ihm, gegenüber dem Uebermuthe rebellischer Fürsten, eines trotzigen Adels, und einer fanatischen, in zwei Lager gespaltenen Geistlichkeit, der reformatorischen und der dem alten Schlendrian anhängenden, die Kaiserwürde wenig Verlockendes zu bieten schien. Gleich zu Anfang seiner Regierung hatte er klägliche Händel mit Ungarn und Böhmen. Elisabeth, Albrecht’s II. Gemalin [s. Nr. 66], hatte nach dessen Tod einen Sohn, Ladislaus Posthumus, zur Welt gebracht, die Ungarn hatten aber eine neue Königswahl vorgenommen, die auf Wladislaw von Polen fiel, der zuletzt auch den Sieg davon trug; ebenso wollte man in Böhmen Ladislaus übergehen, aber da brachte Friedrich ein Compromis zu Stande, dem zu Folge die Böhmen bis zu Ladislaus’ Großjährigkeit sich selbst regierten, indem katholischer Seits Mainhard von Neuhaus, hussitischer Seits Heinrich Ptaczek und nach dessen Tode (25. August 1444) Georg Podiebrad die Regentschaft führten. Erst am 17. Juni 1442 fand die Krönung zu Aachen Statt. Ein auf dem ersten Reichstage, der im nämlichen Jahre abgehalten wurde, von Friedrich gemachter Vorschlag, für ganz Deutschland Ein Kammergericht, 4 Hofgerichte, 16 Landgerichte und 64 Freigerichte herzustellen, und den Gebrauch des römischen Rechtes für Deutschland aufzuheben, führte leider zu keinem Resultate. Mit der Schweiz, welche seit Kaiser Sigmund sich mit Habsburgischen Gütern bereichert, kam es auch zum Kriege, in welchem aber die Schweizer Sieg um Sieg und zuletzt den glänzendsten bei St. Jacob an der Sil (22. Juli 1443) erfochten. Zu einem Reichskriege, den Friedrich gegen die Schweiz nunmehr beschlossen, kam es nicht und endlich wurde durch wenig vortheilhafte Verträge in den Jahren 1445, 1449 und 1452 der Friede erzielt. Indessen dauerten die Unterhandlungen [267] wegen des großen Schisma fort. Friedrich, den richtigen, von Albrecht II. eingeschlagenen Weg der Neutralität zwischen 2 Päpsten und 2 Concilien verlassend, schlug sich, von seinem Geheimschreiber Aeneas Sylvius Piccolomini beeinflußt, auf die Seite des Papstes Eugen und brach so mit dem Baseler Concil und mit Papst Felix V. Das hatte neue Wirren zur Folge, die um so verwickelter wurden, als sich die deutsche Geistlichkeit und die Universitäten zum Baseler Concil hinneigten. Noch mißlicher gestalteten sich die Dinge, als Friedrich, von Aeneas Sylvius beredet, ohne sich mit den deutschen Fürsten einzuverstehen, mit Papst Nikolaus V. zu Wien die „Concordaten der deutschen Nation“ (17. Februar 1448) abschloß. Das Baseler Concil ging nun auseinander und begab sich mit seinem Papste Felix am 4. Juli 1448 nach Lausanne, schlug sich aber, als Felix selbst abdankte, auf Nikolaus Seite und ging (25. April 1449) auseinander. Nun unternahm Friedrich seinen Römerzug (16. März 1452), auf welchem er mit seiner Braut, Eleonore von Portugal [s. Nr. 50], in Siena zusammenkam, und mit ihr in Rom getraut und gekrönt wurde. Indessen war das Herzogthum Mailand erlediget worden. Friedrich hatte die gerechtesten Ansprüche auf dasselbe, mußte aber sehen, wie Franz Sforza sich des Herzogthums bemächtigte, was Friedrich unbeanständet – ausgenommen, daß er ihm die Anerkennung und Belehnung versagte – geschehen ließ. Eine Reihe unabsehbarer und wirklich drohender Wirren entstanden für Friedrich durch seinen Vetter Ladislaus, dessen Vormund er war. Als König Wladislaw bei Varna (3. Nov. 1444) gefallen war, forderte Johann Corvinus, der zum Statthalter Ungarns gewählt worden, von Friedrich die Herausgabe des jungen Königs und die ungarische Krone. Die Ungarn belagerten schon Wiener-Neustadt (1452) und Friedrich sah sich genöthiget, sein Mündel Ladislaus auszuliefern. Der Graf von Cilly erhielt nun die Aufsicht über Ladislaus; die Lage der Dinge nahm aber eine widrige Wendung und durch Ladislaus’ plötzlichen Tod – vermuthlich Vergiftung (23. November 1452) – einen für Oesterreich ungünstigen Ausgang, denn mit Ladislaus war die österreichische Linie des Habsburger Hauses in Ungarn und Böhmen erloschen. Böhmen wählte Georg Podiebrad den Calixtiner (2. März 1458) zum Könige; Ungarn den Mathias Corvinus. Außerdem waren die österreichischen Besitzungen von der Albertinischen Linie auf die Leopoldinische oder steirische Linie übergegangen, von der noch zwei Zweige vorhanden waren. Albrecht VI. der Verschwender [s. Nr. 12] und Friedrich selbst, und die tirolische in Sigismund, Friedrich’s mit der leeren Tasche einzigem Sohne. Auf diese Weise kam die steiermärkische Linie nun in den Besitz der österreichischen Erblande, welche Friedrich als Aeltester des Hauses ungetheilt in seinen Besitz nehmen wollte, dem jedoch widersetzten sich Albrecht und Sigismund und zwangen den Kaiser zur Theilung, wornach Friedrich Niederösterreich, Albrecht Oberösterreich erhielt; Sigismund verzichtete, durch einen Theil von Kärnthen entschädiget, zu Albrecht’s Gunsten auf seinen Antheil. Wien blieb allen drei Fürsten gemeinschaftlich. Erst Maximilian, Friedrich’s Sohn, konnte, da beide Miterben kinderlos starben, die ganze österreichische Ländermasse wieder vereinigen. Aber der [268] Friede zwischen den beiden Brüdern – denn Albrecht VI. war Friedrich’s Bruder – währte nicht lange. In Wien selbst bildeten sich Parteien und Wolfgang Holzer[WS 1], Bürgermeister von Wien, stand gegen den Kaiser, der in seiner eigenen Burg belagert und nur durch die Hilfe des zum Entsatze herbeigeeilten Georg Podiebrad gerettet wurde. Ein Vergleich kam nun 1462 zu Stande, aber der Streit entbrannte von Neuem, als Friedrich über seinen Bruder (1463) die Reichsacht aussprach, der bei Neustadt einen Sieg errang und in Verfolgung weiterer Vortheile nur durch den plötzlichen Tod unterbrochen wurde. In Ungarn konnte Friedrich nichts erwirken, die Ansprüche auf das Königreich mußte er fallen lassen, nur den Königstitel behielt er bei und für den Fall, daß des Mathias Geschlecht erlosch, das Erbfolgerecht. Zu diesen Wirren und Unruhen gesellten sich die mächtigen Besorgnisse vor einem Türkenkriege, die, als 1453 durch Constantinopels Fall das griechische Kaiserthum zertrümmert worden, sich nur noch steigerten. Schon Papst Nikolaus V. hatte zum Kampfe für das Kreuz aufgefordert; als er aber starb, entstanden neue Zwiste betreffs der Papstwahl, da sich die Stimmen der Churfürsten gegen den neugewählten Calixtus III. erhoben, und nur dessen bald (1457) erfolgter Tod half weiterem Zwiespalte ab. Nun wurde Aeneas Sylvius, als Papst Pius II., gewählt. Um der drohenden Türkengefahr ein mächtiges Gegengewicht zu bieten, bedurfte es dringend der Einigkeit unter den deutschen Fürsten, die aber damals, wie schon früher und nachher, als traurigen Gegensatz, das Bild der Zerrissenheit und tiefsten Zerwürfnisse darboten. Die Fürsten bekriegten sich untereinander, der Adel und die Städter thaten ein Gleiches, und die Genossenschaften, Gewerbetreibenden, Handwerkervereine nahmen durch Fehdebriefe an diesen Wirren und Kämpfen Theil. Es war eine heillose Wirthschaft, der selbst dann nicht zu steuern war, als die Türken ihre Eroberungen bereits durch Kärnthen und Krain, ja schon bis Salzburg ausdehnten. Die Sehnsucht nach einem allgemeinen Landfrieden wurde immer lebhafter und allgemeiner, aber die Aussichten nach einem solchen immer geringer. Mathias Corvinus strebte nach Georg von Podiebrad’s Tode in Böhmen nach der Krone dieses Landes. Darüber entspann sich ein langwieriger Krieg mit Mathias, der selbst dann noch mit Erbitterung geführt ward, als sowohl die Stände Böhmens wie Ungarns über die Bedingungen eines Friedens ernstlich unterhandelten. In dieser Noth richtete Friedrich alle Hoffnung auf das Reich und erwartete Hilfe von demselben, um so mehr, als es ihm gelungen war, die Wahl seinem Sohnes Max zum römischen Könige (16. Februar 1486) durchzusetzen. Jedoch mit der Reichshilfe ging es nur langsam von Statten. Erst wurde nur ein großer und ein kleiner Heerzug bewilliget, dann wurde ein Landfrieden auf 10 Jahre errichtet, und nur in dem, dem Stamme der Habsburger eigenthümlichen Schwaben kam über Friedrich’s Veranlassung ein Bund zu Stande, der zu Eßlingen (14. Februar und 9. März 1488), anfänglich bloß von Prälaten, Herren, den zur St. Georgergesellschaft gehörigen Rittern und von 22 Städten, später aber von einer ansehnlichen Zahl Fürsten und Churfürsten und von dem Bunde der Löwenritter, geschlossen wurde. Dieser Bund war geeignet, Ruhe und Sicherheit mit größerem Nachdruck zu erhalten. Auch war mittlerweile Maximilian’s Krönung zu Aachen (9. April [269] 1486 begangen worden. Jedoch alle diese Maßregeln erwiesen sich gegen einen so mächtigen und übermüthigen Feind, wie Mathias Corvinus war, nicht genügend. Corvinus rückte bis vor Wien, und bedrängte Wiener Neustadt so hart, daß Friedrich unter den unvortheilhaftesten Bedingungen Frieden schließen mußte. Noch trübten Unruhen in Flandern die letzten Lebensjahre des friedfertigsten aller Habsburger, der gegen seinen Willen seine lange Regierungsepoche hindurch immerwährend in heftige Kämpfe verwickelt war. Friedrich’s Sohn Max wurde von den verrätherischen Einwohnern von Brügge (5. Mai 1488) gefangen genommen, worauf Friedrich sich selbst an die Spitze eines Heerzuges stellte, der das Gebiet von Gent, Brügges Bundesgenossin, verwüstete. Erst der Tod seines hartnäckigen Gegners, des Mathias Corvinus (9. April 1490), der überdieß in einem Momente eintrat, als zwischen Friedrich und ihm eine Zusammenkunft in Ofen verabredet war, gab ihm den lange ersehnten Frieden. War Friedrich im Osten seines Reiches wenig glücklich, so erfreute er sich hingegen im Westen beständiger und glänzender Erfolge. Durch die Vermälung seines Sohnes Maximilian mit Maria, der einzigen Tochter Karl’s des Kühnen von Burgund, erhielt das Haus Habsburg eine beträchtliche Vergrößerung, denn Karl’s des Kühnen Besitz umfaßte nicht weniger als das Herzogthum und die Grafschaft Burgund, Artois, Flandern, Mecheln , Antwerpen, dann Namur, Brabant, Limburg, Holland, Seeland, Hennegau, Friesland, Luxemburg, Geldern und Zütphen. Als Karl bei Nancy (5. Jänner 1477) den Tod in der Schlacht fand, gab Maria vor allen Bewerbern Friedrich’s Sohne, dem ritterlichen Maximilian, die Hand, und die ganze burgundische Erbschaft blieb, trotz aller Angriffe Ludwig’s XI. und Karl’s XIV. von Frankreich, unzerstückelt beim Hause Habsburg, und Maximilian war es vorbehalten, den Wahlspruch des Vaters: A. E. I. O. U. in seinen glänzendsten Deutungen zu verwirklichen. Seit 1490 lebte Friedrich in Linz, entfernt von allen Regierungsgeschäften, der Alchymie, Astrologie und der Gartencultur, die er besonders liebte. Im hohen Alter mußte ihm ein Fuß abgenommen werden. Nachdem er 53 Jahre die deutsche Kaiserwürde bekleidet und in einer der denkwürdigsten Zeitepochen regiert hatte, starb er im Alter von 78 Jahren.

Bei manchen Historikern erscheint Kaiser Friedrich in der Reihe der Erzherzoge Oesterreichs als Friedrich der VI. und Friedrich mit der leeren Tasche als Friedrich der V. Diese Zählung entspringt aus dem Umstande, daß von ihnen alle Herzoge Oesterreichs mit dem Namen Friedrich, sowohl die aus dem Hause Babenberg, als aus dem Hause Habsburg zusammen genommen werden, und so folgen denn: Friedrich I. der Katholische (geb. 1174, gest. 16. April 1198); – Friedrich II. der Streitbare (geb. 15. Juni 1211, gest. 15. Juni 1246); – nun wird auch der Sohn Gertrudens von Oesterreich aus deren Ehe mit Hermann von Baden, Friedrich von Baden, als Friedrich III. von Oesterreich aufgeführt. Denn sein Vater Hermann hatte durch seine Gemalin Anna Ansprüche auf Oesterreich und da nach Hermann’s Tode 1250 kein Herzog in Oesterreich und Steiermark war, wurde Friedrich, der damals noch Kind war, als Herzog von Oesterreich angesehen und von den damaligen Schriftstellern auch kurzweg Dux Austriae genannt. Dieser Friedrich begleitete Conradin auf seinem Zuge nach Neapel und fand mit diesem am 26. October 1268 ein gleich schreckliches Ende durch den Henkertod. Dann wird Friedrich der Schöne, unter den Habsburgern der I., als Friedrich IV., Friedlich mit der leeren Tasche als Friedrich V. und Kaiser Friedrich IV. als Friedrich VI. gezählt; wobei natürlich die beiden in jungen Jahren gestorbenen Habsburger Friedrich, [270] Sohn Otto’s des Fröhlichen [siehe Nr. 101] und Friedrich, Sohn Albrecht’s II. [siehe Nr. 102], nicht mitgezählt werden, weil sie nicht als regierende Herzoge von Oesterreich erscheinen. Hier aber, in dieser Darstellung des Hauses Habsburg, werden nur die Friedriche aus dem Hause Habsburg in Betracht gezogen und die Zählung ist folgende: Friedrich I. der Schöne, Sohn des Kaisers Albrecht I. [siehe Nr. 100]; – Friedrich II., Sohn Otto’s des Kühnen [siehe Nr. 101]; – Friedrich III., Sohn Albrecht’s II. des Weisen oder des Lahmen [siehe Nr. 102]; – Friedrich IV. mit der leeren Tasche [siehe Nr. 103] und Friedrich V., als deutscher Kaiser bald III., bald IV. (der Obige). – Selbstständige Werke und größere Abhandlungen in alphabetischer Folge. Birk (E.), Urkunden-Auszüge zur Geschichte Kaiser Friedrich’s III. in den Jahren 1452–1467 aus bisher unbenützten Quellen (Wien 1853, 8°.) [Sonderabdruck aus dem X. Bde. des „Archivs für Kunde österr. Geschichtsquellen“]. – Böhmer (G. W.), Kaiser Friedrich’s III. Entwurf einer magna charta für Deutschland oder die Reformation dieses Kaisers vom Jahre 1441 in lesbare Schreibart übertragen, mit einer geschichtlichen Einleitung und erläuternden Bemerkungen (Göttingen 1818, 8°.) [mit reichem literarischen Apparat]. – Chmel (J.), Geschichte Kaiser Friedrich’s IV. und seines Sohnes Maximilian. 2 Bde. (Hamburg 1840, Perthes) [Bd. I: Geschichte Friedrich’s vor seiner Königswahl; Bd. II: Friedrich als König]. [Vergl. darüber: Blätter für literar. Unterhaltung 1840, Nr. 29 und 30.] – Chmel (Jos.), Materialien zur österreichischen Geschichte aus Archiven und Bibliotheken, Heft I bis V (Linz 1832–1838, 4°.) [das Heft I enthält 264 Regesten zur Geschichte Friedrich’s] – Derselbe, Regesta chronologico-diplomatica Friderici III., Romanorum Imperat. (Regis IV). Auszug aus den im k. k. geh. Haus-, Hof- und Staatsarchive in Wien aufbewahrten Reichs-Registraturbüchern vom J. 1440–1493, nebst Auszügen aus Originalurkunden, Manuscripten und Büchern. 2 Abthlgn (Wien 1832, 4°.). – Derselbe, Actenstücke und Briefe zur Geschichte des Hauses Habsburg im Zeitalter Maximilian’s. Aus Archiven und Bibliotheken gesammelt. 3 Bde. (Wien 1854 u. f., Staatsdruckerei, gr. 8°.). [Diese drei starken Bände umfassen, obgleich es der Titel nicht errathen läßt, durchwegs die Regierungsepoche Friedrich’s V. (III.) Sie enthalten höchst wichtige, bisher völlig unbekannte Documente, welche ein neues Licht auf die Regierung dieses Kaisers werfen. Der erste Band geht von 1473 bis 1477 und berührt vornehmlich die Verhältnisse von Burgund, zur schweizerischen Eidgenossenschaft, zum Elsaß u. s. w., zu Frankreich, Savoyen, zu Papst und Kirche, zu den deutschen Reichsständen und zu Böhmen und Mähren. Der zweite Band, welcher von 1473 bis 1478 reicht, betrifft Ungarn, den Herzog Sigmund von Oesterreich, die Erblande, fremde Fürsten, deutsche Reichsstände, den Erzherzog Max und die Niederlande, Erzherzog Sigmund und die Vorlande, sein Familienleben; und der dritte Band, von 1479 und 1480, gibt Actenstücke und Briefe über kirchliche Angelegenheiten, das deutsche Reich, die Erzherzoge Max und Sigmund und Katherina, Herzogin von Oesterreich und Markgräfin von Baden, über Ungarn, Böhmen und die deutschen Erblande, mit reichen Nachträgen über frühere Jahre, von 1471[WS 2] angefangen, worunter viele Beiträge zur Geschichte Wiens.] – Grünbeck (Jos. Dr.), Kayser Maximiliani geheimen Raths und Beicht-Vatters Lebensbeschreibung Kayser Friedrich’s des III. (V.) und Maximilian’s des I. ... ediret u. mit ein. Vorbericht, begleitet von Joh. Jac. Moser von Filsseck und Weyhlerberg (Tübingen 1721, G. F. Pflicken, 16°.). – König von Königsthal (G. G.), Nachlese von den Reichsgeschichten, bestehend in einer neuen Sammlung von ungedruckten Reichstags- und insbesondere von Reichsstädtischen Collegialhandlungen unter der Regierung Kaiser Friedrich’s III. (Frankfurt u. Leipzig 1759, Schäfer, 4°.) [siehe unten: Müller (J. J.), Des heil. röm. Reichs, Teutscher Nation, Reichs-Tags-Theatrum u. s. w.]. – Kollar, Analecta medii aevi Tom. II: „Excerpta hist. ex diario Friderici post Lambecium diligentius vulgata“. – Kurz (Fr., Oesterreich unter Kaiser Friedrich IV. 2 Thle. (Wien 1812, A. Doll, 8°.). – Lambecius, Diarium sacri itineris Cellensis (Vindob. 1666, 4°.) p. 25: „Friderici Imperatoris Diarium vitae suae“. – Lanckmann von Valckenstein (Nic.), Sacratissimi ac invictiss. romanor. imperatoris Friderici III. ac conthoralis ipsius Leonorae desponsatio ac ipsorum coronatio (lmpensis providi viri Jac.Wacker de Salzburga Auguste impressus a. d. MCCCCIII sexto Jdus Decembris, 4°.) [auch in: Pez, Scriptoros rer. austriac. II, 570 u. f. – und in: Freher, Rerum germanic. Script. edit. Struve. II, 51 u. f.]. – Margarita facetiarum etc. etc. (Strasburg 1509, 4°.) [eine Sammlung von [271] Friedrich’s bon mots]. – Müller (Joh. Joach.), Des heil. röm. Reichs, Teutscher Nation, Reichs-Tags-Theatrum, wie selbiges unter Kaiser Friedrich’s V. allerhöchsten Regierung von anno 1440 bis 1493 gestanden und was auf selbigen in Geist- und weltlichen Reichshändeln beratschlaget, tractiret und geschlossen worden aus actis publicis und bewährten historicis aufgestellet ... 2 Bände (Jena 1713, Werther, Fol.) [siehe oben: König von Königsthal (G. G.)]. – Aeneae Sylvii episcopi Senensis postea Pii Papae II. historia rerum Friderici tertii imperatoris ex ms. optimae notae nunc primum edita cum specimine annotationum Jo. Henr. Boecleri in eandem. Acces. diplomata et documenta varia rebus Friderici III. illustrandis ut et figurae, imagines, nummi (Argentorati 1685, Staedel & Sporer, Fol., mit K. K., auch Helmstädt 1700, J. M. Sustermann) – und in: Kollar, Analecta monumenta omnis aevi, II, 1–475, 475–550 et 666–678. – Eine reiche Literatur über Friedrich IV. enthält Schmit von Tavera in seiner „Bibliographie zur Geschichte des österreichischen Kaiserstaates“ (Wien 1858, Seidel, gr. 8°.) Heft I, S. 66–76, u. z. Nr. 551–562: Quellen; Nr. 563–574: Urkunden und Regesten; Nr. 575–579: Biographien; Nr. 580–587: Römerzug und Krönung; Nr. 588–594: Vermählung mit Leonore von Portugal und Familienverhältnisse; Nr. 595–597: Zweite Reise nach Rom (1468); Nr. 598–603: Verhältniß zu Karl von Burgund; Nr. 604–618: Krieg mit Mathias Corvinus; Nr. 619–630: Kirchliche Angelegenheiten; Nr. 636–642: Innere Angelegenheiten; Nr. 643–650: Begräbniß und Leichenreden; Nr. 651–656: A. E. I. O. U. – Unter den kleineren bemerkenswerten Aufsätzen siehe: Hormayr’s „Plutarch“, Bd. V, S. 1–84; auch wiedergedruckt in der „Austria. Oesterr. Universal-Kalender“ für das Jahr 1854 (XV. Jahrg.) S. 29–51. – Pez, Scriptores rerum Austriacar. II., Col. 560: „Ordinatio ingressus Friderici Imperatoris vulgo III in Urbem“ [ausführliche Schilderung seines Einzuges in Rom]. – Büsching , Wöchentliche Nachrichten, Bd. I, S. 125: „K. Friedrich’s III. Begleitung, als er zur Krönung zu Rom einritt“. – Freher, Scriptores rerum Germanic. edit. Struve (1717), Bd. III, fol. 19: „De Friderici Imp. in Italiam profectione votiva anno 1468 suscepta, narratio e libro ceromoniali desumpta“. – Archiv für Gesch. und Alterth. Westphalens, I, 2. S. 126: „Kaiser Friedrich III. und Karl der Kühne, Herzog von Burgund, zu Trier“. – Zeitung für die elegante Welt 1827, Nr. 11–14: „Zusammenkunft Kaiser Friedrich IV. mit Herzog Karl von Burgund zu Burgund. Von C. A.“ – Fugger, Spiegel der Ehren des durchlaucht. Erzhauses Oesterreich (Nürnberg 1668, kl. Fol.) S. 504–1088 [das ganze fünfte Buch]. – Schwandtner (J. G.)[WS 3], Scriptor. rerum Hungaricarum II: „Epistola histor. de rebus gestis inter Imperatorem Fridericum et regnum Hungaric. ab. a. 1445–1451“. – Chronik von Neustadt, herausg. von F. C. Böheim, I. Theil (Wien 1830) S. 123–187: „Zur Geschichte Friedrich’s während seines Aufenthaltes in Wiener Neustadt“. – Hormayr’s „Taschenbuch“ 1812, S. 161: „Friedrich IV. zu Neustadt und Andreas Baumkirchner am Wiener-Thor“. – Mailáth (Joh. Gf.)[WS 4], Geschichte des österr. Kaiserstaates (Hamburg 1850, Perthes) Bd. I, S. 251–319. – Hormayr’s „Archiv“ 1818, Nr. 33: „Kaiser Friedrich IV. und Krain“, von Richter. – Dasselbe 1829, S. 133 u. f.: „Beschreibung der Leichenfeyer des Kaisers Friedrich IV.“ – Eine Reihe von Urkunden, welche in Mühlfeld’s, Ridler’s und Kaltenbäck’s „Archiv“ und „Zeitschrift für Geschichts- und Staatskunde“ (Jahrg. 1829–1837) abgedruckt stehen, führt Jos. Chmel auf in seinem „österreichischen Geschichtsforscher“ (Wien 1838 u. f., Beck, 8°.) Bd. I, S. 343, Nr. 101–125, und über andere Lebensmomente des Kaisers, ebenda S. 859, Nr. 95. – [BN 1] Faust. Kalender für 1856 (Wien, M. Auer, gr. 8°): „Kaiser Friedrich’s III. Grabdenkmal im Stephansdome in Wien“. – Schmidl, Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst 1845, Nr. 1, 2, 4, 6: „Grabdenkmal Kaiser Friedrich’s III. im Stephansdome zu Wien“, von Jos. Feil [mit Abbild. von J. Bucher]; auch in Schmidl’s: Kunst und Alterthum in Oesterreich (Wien 1846) Fol. 1–8. – Friedrich’s berühmte Devise mit den fünf Vocalen A. E. I. O. U. besitzt auch eine reiche Literatur, welche der Curiosität halber hier eine Stelle finden möge; selbstständig erschienen darüber folgende Schriften: Literae vocales A. E. I. O. U. ut sonat: Aller Ehren Ist Oesterreich Voll repraesentantur in aquila triumphante de geminis hostibus devictis ac ultro devincendis praecesso tamen incitamento ad futuros triumphos faustiss. a. d. 1692, 5. Junii etc. (Wratislaviae in officina Baumannina o. J. (1692), 4°., 28 Blätter mit Holzschn.) – Schwarz [272] (Gottlob), De divi Friderici V. Imperat. roman. symbolo elementario A. E. I. O. U. epistola (Altorf. 1716, Fol.). – Wilisch (Chr. Friedr.), Programma de symbolo Imperatoris Friderici III. A. E. I. O. U. (Altorf. 1716, Fol.). – In Zeitschriften und anderen Werken zerstreut, in: Rasch (J.), Genesis Austriaca Genealogia Serenissim. Austriae Archiducum (Constanz [1594], 4°.) [enthält eine lange Reihe von Auslegungen dieses Wahlspruches.]; – in: Lambecius (P.), Commentar. Biblioth. Caesar. II, 537; – in: Köhler, Münzbelustigungen III, 170. – Oesterreichische Zeitschrift für Geschichte, herausg. von Kaltenbäck, 1837, Nr. 52 und 53, von Emil (Trimmel) (Registraturs-Director der vereinigten Hofkanzlei). – Austria. Oesterreichischer Universal-Kalender für das Jahr 1842, S. 14–17. – Sancta et beata Austria (Aug. Vindelicor. 1750) De expositione symboli Austriaci seu V vocalium A. E. I. O. U.Porträte. Soulman pinx.[WS 5], Basan sc.; – 2) Soulman p., P. v. Sompel sc.; – 3) (Philipp Kilian sc.) in Fugger’s Ehrenspiegel, S. 515; – 4) Blaschke sc. [Copie des vorigen].

Berichtigungen und Nachträge

  1. Bd. VI, S. 271, Sp. 2, in der Mitte derselben ist in der Biographie Friedrich’s V., als Kaiser III., nach Anderen IV. (Nr. 104), vor Faust, Kalender für 1856 einzuschalten:
    Austria. Oesterr. Universal-Kalender (Wien, Klang, gr. 8°.) VI. Jahrg. (1845), S. 33: „Friedrich IV. und Karl von Burgund zu Trier“. [Bd. 7, S. 413.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ulrich Holzer.
  2. Vorlage: 1771.
  3. Vorlage: (S. G.).
  4. Vorlage: (Jos. Gf.).
  5. Vorlage: puix.