BLKÖ:Steinebach, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Steinel, Procop
Band: 38 (1879), ab Seite: 63. (Quelle)
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Steinebach, Friedrich (Schriftsteller, geb. zu Wien 27. October 1821). Soll väterlicherseits einer rheinländischen Adelsfamilie entstammen, in welcher, zerrütteter Vermögensverhältnisse wegen, im vorigen Jahrhunderte der Adel zurückgelegt worden war. Der Vater Joseph Steinebach war Hof- und Gerichtsadvocat in Wien, die Mutter Therese eine geborene Edle von Ittner. Friedrich zählte erst acht Jahre, als er 1830 seinen Vater durch den Tod verlor. Unter der Leitung seiner Mutter wuchs S. mit seinen vier Geschwistern heran. Im Jahre 1832 trat er in das Schottengymnasium; nach in demselben beendeten Vorbereitungsstudien widmete er sich an der Wiener Hochschule dem Studium der Rechte, welches er im Jahre 1843 beendet, unter Einem aber auch den nicht vorgeschriebenen Studien der Geschichte, Aesthetik, Kunstgeschichte und Naturwissenschaft obgelegen hat. Als es nun galt einen bestimmten Beruf zu wählen, wollte S. zunächst seiner Neigung zur Bühne folgen und Schauspieler werden; er fand auch in Director Holbein [Band IX, S. 220] und in Ludwig Löwe [Band XV, S. 421] zwei mächtige Förderer seines Talentes. Aber hier trat die Mutter (gest. 1854), die immer wesentlichen Einfluß auf den ihr ergebenen Sohn geübt, entscheidend dazwischen, und S. [64] trat 1844 bei einem Manipulationsdienste der k. k. Marine in den Staatsdienst, welchem er seither ununterbrochen angehört. Im Jahre 1857 wurde S. zum Registrator der Marine-Buchhaltung ernannt, dann wurde er Rechnungsrath und gegenwärtig bekleidet er die Stelle eines Ober-Rechnungsrathes im k. k. Reichskriegsministerium. In Würdigung seiner amtlichen Dienstleistungen und seiner Verwendung bei organisatorischen Arbeiten im obersten Rechnungshofe, im Kriegsministerium und bei der Marine wurde ihm mit ah. Entschließung vom 2. Februar 1873 das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens verliehen. Doch nicht seine amtliche Laufbahn ist es, welche wir hier ins Auge fassen. Steinebach hat frühzeitig sich literarischen Arbeiten zugewendet und war, kaum daß er den Staub der Schulbank abgeschüttelt, gegen niemand Geringeren in die Schranken getreten, als gegen M. G. Saphir, gegen den er in dem Wiener Journal „Der Wanderer“, am 18. September 1845 ein offenes Sendschreiben veröffentlichte. Dieses Lexikon enthält [Bd. XXVIII, S. 213] Saphir’s Lebensskizze, und in derselben eine Schilderung seines journalistischen Treibens in Wien. Daß dieses Gebaren des witzigen Faun ein unerträgliches war und energische Abwehr heischte, unterliegt keinem Zweifel; daß aber einen solchen literarischen Unhold, wie es Saphir war, der jedoch mit einer kaum glaublichen Dreistigkeit die seltensten und hervorragendsten Gaben des Geistes und ganz respectable Kenntnisse vereinigte, das Sendschreiben eines jungen, in der Literatur noch völlig unbekannten Mannes, so ehrlich dasselbe gemeint und so wahr in seinem Inhalte es war, nicht mehr kümmerte, als den Elephanten die Mücke, die auf seinen Rüssel sich setzt, ist selbstverständlich. Saphir fertigte auch das „literarische Piephühnchen“, das ihm entgegenzutreten gewagt, in gewohnter Weise ab, worauf Steinebach mit einem offenen Dankschreiben an M. G. Saphir in der Nummer des Wanderer vom 23. September 1845 erwiederte, welches Saphir unbeantwortet ließ. In jenen sterilen Tagen, in welchen der Pas einer kurzröckigen Tänzerin und die Coulissenreißerei eines Komödianten das Alpha und Omega des öffentlichen Lebens bildeten, war ein solcher literarischer Skandal in Wien ein paar Tage allgemeiner Gesprächsstoff, und der Pseudonym „Freimuth“, unter welchem Namen Steinebach seine Nadeln gegen den Koloß der damaligen Publicistik geschleudert, befriedigte sich mit dem Bewußtsein, es mit Saphir gewagt zu haben. Von Steinebach’s Absicht, Schauspieler zu werden, geschah bereits oben Erwähnung. Konnte er diesen seinen Herzenswunsch, den er den Vorstellungen der Mutter geopfert, nicht befriedigen, so erfüllte doch die Bühne immer noch sein ganzes Denken, und war es ihm nicht vergönnt, auf derselben zu agiren, so wollte er doch als dramatischer Dichter von derselben herab wirken und die Lücken eines Repertoires ausfüllen, welches bereits damals mehr aus Uebersetzungen fremder Autoren, als aus Werken heimischer Poeten zusammengestellt war. Und auf Oesterreichs, ja Deutschlands erste Bühne hatte S. sein Augenmerk gerichtet. Drei Dramen hatte Steinebach bei der Direction eingereicht: „Agar und Zitea“, welches zu lyrisch befunden wurde; dann „John Norby“, das wegen der darin enthaltenen freiheitlichen Phrasen, und „Thomas [65] Morus“, das seiner religiösen Tendenz halber von der Censur beanständet worden und von welchen drei Dramen nur das zweite als Buchdrama im Drucke erschienen ist. So sanken Steinebach’s hochgespannte Erwartungen, die er sich von seinem dramatischen Wirken gemacht, ziemlich tief herab, und von der Hofbühne, von der er nichts mehr zu hoffen hatte, wendete er sich den Vorstadt-Bühnen zu und wollte es auf denselben versuchen. Er schrieb ein tragikomisches Märchen „Der Liebestraum“, welches von dem Theater-Director Pokorny auch angenommen und im Jahre 1845 auf dem Theater an der Wien gegeben wurde. Aber auch dieses Werk hatte unter den Streichen des Censors und der Scheere der Direction empfindliche Kürzungen erfahren. Die ursprünglichen drei Acte waren auf zwei zusammengeschmolzen, und obwohl Steinebach das verstümmelte Werk selbst zurückziehen wollte, so ging das, der darauf bereits verwendeten Ausstattungskosten wegen, nicht mehr an. So kam es denn zur Aufführung und erhielt sich auch ein paar Wochen auf dem Repertoire. Noch einmal wollte es S. mit den Brettern versuchen; da es mit dem ernsten Drama nicht ging, das Volksstück die doppelten Unbilden der Censur und Direction zu erdulden gehabt, wendete sich Steinebach der heiteren Muse zu, und der damalige Lind-Taumel, welcher ganz Wien durch etliche Monate befangen hielt, bot ihm eine treffliche Gelegenheit, seiner komischen Muse frei die Zügel schießen zu lassen, so entstand die dramatische Satire „Leni Wind“. Aber damit kam er am übelsten an. Denn nun hatte er es nicht mit der Censur, sondern mit ihrem Chef, dem damaligen Generalgewaltigen der Polizei, dem Grafen Sedlnitzky, zu thun, der eben selbst zu den Lind-Bewunderern zählte, und einen noch so harmlosen Angriff auf die Gefeierte unter keiner Bedingung gestatten wollte. Alle dem Grafen gemachten Vorstellungen, das Stück freizugeben, blieben erfolglos; er hielt es anderthalb Jahre im Pult verschlossen. Endlich im Jahre 1847, nachdem der Lind-Taumel sich gelegt, gestattete er, nachdem die Censur noch zahllose Verstümmelungen an der „Leni Wind“ willkürlich vorgenommen, die Aufführung. Nun aber war der richtige Zeitpunct für eine dramatische Arbeit, die eigentlich doch nur ein Gelegenheitsscherz war, vorüber, und das drastische Moment, in welchem ein in Verkleidungsrollen besonders geschickter Darsteller die Pseudo-Lind auf der Bühne agirte, und nach schwedischen Melodien čechische Lieder vortrug, erzielte nicht jene Wirkung, die ihm zur Zeit, als noch die gefeierte schwedische Nachtigall alle Herzen bezauberte, von den für Heiteres so empfänglichen Wienern zu Theil geworden wäre. Diese nichts weniger als aufmunternden Erfahrungen bewogen Steinebach, sich der Bühne ab und einem Gebiete zuzuwenden, auf welchem er mit mehr Glück zu produciren hoffte. Er wendete sich der Erzählung in ihren verschiedenen Abarten – Novelle, geschichtliche Skizze, Volksgeschichte, historisches Genrebild u. s. w. – zu, und arbeitete, ja arbeitet noch in dieser Richtung mit einer unerschöpflichen Rührigkeit und Rüstigkeit darauf los. daß er wohl als der fruchtbarste Autor Oesterreichs auf diesem Gebiete gelten mag, da sich die Zahl seiner novellistischen und erzählenden Arbeiten wohl auf mehrere hundert belaufen mag und er also den deutschen Novellisten Paul Heyse in der Quantität weit [66] übertrifft. Was nun die darstellend Form in Steinebach’s Arbeiten betrifft, so stimmen die zahlreichen Stimmen der Kritik darin überein, daß er besonders glücklich in der Wahl der Stoffe, daß er die Neugierde des Leser zu spannen, die Conflicte glücklich zu lösen verstehe und immer edle Tendenzen, höhere Zwecke verfolge. Wo der Stoff eine gedrängtere und wirkungsvollere Sprache erheischte, da ging er aus der gemeinen Prosa in die gebundene Rede über, und wir haben auch verschiedene erzählende Dichtungen, wie „Des Ruhmes Schatten“, – „Aus dem Leben Friedrichs des Großen“, – „Der erste Kuß“, – „Franz Schubertt“, – „Der erste und letzte Weihnachtsbaum“, – „Die Zeichen des Glückes“, – „Am Brunnen zu Karlsbad“. – „Aus dem Leben Gellert’s und Loudon’s“, meist in dem Jahrbuche „Deutsche Kunst in Lied und Bild“ (Leipzig, bei Bach, 4°.) abgedruckt, zu verzeichnen. Auch als Redacteur war Steinebach zu wiederholten Malen thätig; so redigirte er das lange Zeit früher von J. N. Vogl herausgegebene Taschenbuch „Thalia“ zum Besten der Waisen nach dem Schauspieler Ziegler in den Jahren 1858 bis 1868; dann das bei Wenedikt in Wien erscheinende „Damen-Album“, in den Jahren 1856–1860, und die in ebendemselben Verlage erscheinende „Austria“ in den Jahren 1863 bis 1866. Steinebach ist seit 1. Mai 1848 mit Maria, einer Tochter des gräfl. Mittrowsky’schen Güter-Directors Krammer, verheirathet. Eine Uebersicht seiner Schriften folgt unten.

Friedrich Steinebach’s literarische Arbeiten in Prosa. a) Selbständige Werke. „John Norby. Historisches Trauerspiel in 5 Acten“ (Wien 1846, bei Sommer). – „Die Türken vor Wien“, mit 8 Illustr. (ebd. 1855). – „Philippine Welser“, mit 9 Illustr. (ebd. 1855). – „Stephan Fadinger“, mit 10 Illustr. (ebd. 1857). – „Johanna Gray“, mit 8 Illustr. (ebd. 1858). – „Die Schillerfeier in Wien, Zur Erinnerung an Schiller’s 100. Geburtstag am 10. November 1859“, (Wien 1859, Dirnböck, 16°., mit 1 Holzschnitttafel; – 2. wesentlich verm. Aufl. ebd. 1860). – „Salonbilder aus der vornehmen Welt. Novellen“ („Der gebrochene Schwur“. – „Die Waise vom Königssee“. – „Ebbe und Flut“) (Hamburg 1860, Verlag der Schaubühne). – „Andreas Hofer’s Leben und Heldentod. Nach den besten Quellen geschildert“. 2. vermehrte und durchgesehene Aufl. Mit 18 Illustrationen (Wien 1864). – „Meister Pilgram und die Erbauung des Domes zu St. Stephan. Friedrich mit der leeren Tasche, Herzog von Tirol. Vaterländische Schilderungen“, mit 6 Illustr. (ebd. 1864); – „Maria Stuart. Historische Schilderungen. Nach den besten Quellen bearbeitet“, mit mehreren Illustr. (ebd. 1865). – „Die Jungfrau von Orleans. Nach älteren Quellen zusammengestellt“, mit 6 Illustr. (ebd. 1865). – „Kaiser Joseph II. in seinem Leben und Wirken. Historische Schilderung“. 3. Aufl., mit 13 Original-Illustr. (ebd. 1867). Die fünf letztgenannten Schriften bilden auch Heft 7, 20, 34, 38 und 39 des bei Wenedikt in Wien erscheinenden Sammelwerkes „Volksbücher aus alter und neuer Zeit“; – „Die Verräther. Zwei vornehme Ehen. Engel und Dämon (3 Novell.). Ein tiefes Geheimniß. Modernes Babel (2 Romane)“. 5 Bände (Berlin 1870–1875, Behrend). – b) In Jahrbüchern, Almanachen, Taschenbüchern, Kalendern und periodischen Schriften. Im Taschenbuche „Iduna“ (Wien, Lienhardt) 1853–1857: „Der Auswanderer“ (Erzählung); – „Ein Neujahrstag“; – „Othello“; – „Georgette Trumeau“; – „Der Weihnachtsbaum“; – „Alräunchen“; – „Die schöne Choristin“ (6 Skizzen); – „Ein Künstler-Morgen“; – „Demoiselle Lemaure“; – „Die Macht des Genies“; – „Ein musikalischer Wettstreit“; – „Beethoven und Catalani“; – „Haydn’s erstes Quartett“ (Silhouetten aus dem Künstlerleben); – „Zweimal geliebt“ (Genrebild); – „Die Rache einer Kaiserin“ (historische Novelle). – Im „Novellen-Almanach“ (Wien, Dittmarsch) 1854–1878: „Das Schwarzblattel“ [67] (Novelle); – „Die Hütte am Strande“; – „Der erste Kuß im Leben“ (Erzählungen); – „Der älteste Adel“ (Novelle). – In der „Aurora“ (Wien, Lienhardt) 1849–1856: „Eine Geschichte aus alter Zeit“ (Erzählung); – „Der Mezzetin“; – „Thomas Morus“; – „Friedrichs II. Jugendliebe“; – „Das Rofner Burgei“; – „Miß Francis“; – „Anna Hyde“ (sechs historische Novellen). – Im Taschenbuche „Gedenke mein“ (Wien, Pfautsch und Voß) 1853–1859: „Tambour-Röschen“; – „Traum und Wahrheit“; – „Das Trauerspiel im Walde“; – „Eveline“ (4 Novellen); – „Jenny Verbruggen“ (eine Künstlergeschichte). – Im Taschenbuche „Thalia“ (Wien, Dirnböck) 1853–1868: „Marquise La Maitre“; – „Verwaiste Herzen“; – „Ein verschwendetes Leben“; – „Opfer der Treue“; – „Tochter der Wellen“; – „Das verlorene Paradies“; – „Der Dorfgelehrte“; – „Moderne Lebenswirren“; – „Das verhängnißvolle Vermächtniß“ (9 Novellen); – „Das Recht des Herzens und der Krone“; – „König Heinrich VIII.“; – „Stunde der Vergeltung“ (3 historische Novellen aus Englands Geschichte); – „Eine historische Entführung“ (Geschichte aus dem Leben des Herzogs von Reichsstadt); – „Die Rose vom See“ (Dorfgeschichte); – „Die Rose vom Schlern“ (Tiroler Sage); – „Johann Nep. Vogl“; – „Bogumil Dawison“ (Biographien). – In dem von Johann Nep. Vogl begründeten und von ihm herausgegebenen „Volkskalender“ (Wien, Sommer, später Tendler, zuletzt Fromme) 1851 bis 1876: „Die ungarische Revolution von 1848–1849“; – „Durch Streit zum Frieden“; – „Der Krieg in Italien 1859“ (drei Schilderungen aus der Zeitgeschichte); – „Zum besten Recept“; – „Buchdrucker Wagner“ (2 Erzählungen aus Kaiser Josephs II. Leben); – „Der Reichthum der Armen“; – „Der Schnalser-Franz“; – „Die Kropfperlen“; – „Knecht Mathias“; – „Ein Geheimniß“; – „Der Waldmüller“; – „Zum Segen Gottes“; – „Die Tochter des Invaliden“; – „Die Geheimnisse einer Nacht“; – „Auf dem Höllenmoos“; – „Die Dorfglocke“; – „Der nächtliche Schatten“; – „Die Kanzel am Teufelsstein.“; – „Ein Blatt Papier“; – „Das Auge der Nacht“; – „Am todten See“; – „Die nächtliche Flucht“; – „Eine dunkle Stunde“; – „Ein Frauenherz“ (Geschichten aus dem Volksleben). – In dem von Klar herausgegebenen Taschenbuche „Libussa“ (Prag, 12°.) 1856 und 1858: „Des Grenzers Töchterlein“; – „Beim Siemerlwirth“ (2 Novellen). – In der von dem Wiener Volksschriften-Verein herausgegebenen periodischen Schrift „Abendstunden“ (Wien, Prandel, 12°.) 1864–1874: „Der fröhliche Schuster“ (Dorfgeschichte); – „Geheimnißvoll“; – „Der leichte Gewinn“; – „Ein treues Gemüth“; – „Der Zeuge“; – „Glaube und Aberglaube“ (5 Erzählungen aus dem Volksleben); – „Der erste Habsburger und seine erste Liebe“ (historische Erzählung); – „Kloster Neuburg“ (Chronik und Geschichte). – In der „Austria“ (Wien, Wenedict) 1863–1865: „Pierres de Straß“; – „Der rothe Mann in Wien“; – „Joseph II. und Rettich“; – „Zwei Regenten“; – „Der Bürger ohne Furcht und Tadel“; – „Ein weiblicher Diplomat zu Wien“ (historische Novellen aus der Geschichte Wiens). – Im „Krippen-Kalender“ (Wien, Prandel, gr. 8°.) 1859–1863: „Die erste Krippe“; – „Onkel aus Amerika“; – „Die Spitzenklöpplerin“; – „Das Glöckchen des Glücks“ (4 Novellen); – „Herz und Eisenbahn“ (Humoreske). – Im „Jahrbuche des Volksschriften-Vereins“ (Wien, Mayer) 1863 bis 1867: „Der erste Flieder“; – „Das Dorfmütterchen“; – „Ein Gottvertrauen“; – „Verloren und Gewonnen“; – „Jagd nach dem Glücke“; – „Am häuslichen Herd“; – „Annarös“ (Novellen und Erzählungen). – Im „Familienbuche des österreichischen Lloyd“ (Triest, 4°.) Jahrg. 1851, 1852 und 1854: „Venedig“; – „Mailand“; – „Schloß Eisgrub“ (Schilderungen); – „Conradin von Hohenstaufen“ (historische Studie); – „Californien“ (Novelle). – In dem Unterhaltungsblatte „Heimat und Fremde“ (Brünn, Buschak) Jahrg. 1866: „In der Kaisermühle“ (Novelle aus der österreichischen Geschichte von anno 1809). – In dem von Ehrenstein herausgegebenen „Beamten-Almanach“ (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) 1865: „Eine seltsame Audienz“ (Zeitbild aus dem Leben Maria Theresiens). – In den bei Halauska in Olmütz im Jahre 1861 erschienenen „Dichtergrüssen“: „Das Gespenst von Wallsee“; – „Zwei Bräute“ (Novelletten). – In der „Friedlandia“ (Wien, Jasper) 1854: „Drei Reiseabenteuer“ (Erzählung). – Im „Damen-Album“ (Wien, Wenedict) [68] 1856–1860: „Die Heimkehr der Gestrandeten“ (Novelle); – „Xenia“; – „Da Fenster des Gefangenen“; – „Das Wiedersehen in der neuen Welt“ (Erzählungen); – „Das verhandelte Glück“; – „Zum todten Weib“ (Volksgeschichten); – „Der echte Diamant“ (Novellette). – In dem von Joh. Nep. Vogl herausgegebenen „Soldaten-Kalender“ (Wien, Sollinger, später Zamarski) 1851–1857: „Der Geist in der Mühle“; – „Der Bruderzwist“; – „Soldatenglaube“; – „Schwarz und weiß“; – „Ein komisches Duell“; – „Bei Vespolato“; – „Eine Schreckensnacht in Spanien“; – „Auf Wallenstein“; – „Geschichte einer Wunde“; – „Todt und lebendig“; – „Bêtuska“; – „Der seltsame Zweikampf“; – „Zwei Opfer“. – In dem von Ehrenstein herausgegebenen „Gendarmerie-Album“ (Wien, Staatsdruckerei) 1854 bis 1859: „Das gesühnte Verbrechen“; – „Im Schlosse Severin“; – „Der Brand zu Krtetitz“; – „Der Pascher zu Drachenburg“; – „Verhaftung zu Cogolo“; – „Das Votivbild im Walde“; – „Der Gendarm als Pathe“; – „Das Sulzbacher Atentat“; – „Die Post und ihre Rettung“; – „Kampf mit den Wellen“; – „Der Falschmünzer“; – „Eine Räubergeschichte“; – „Rothe Hähne“; – „ „Das Gespenst von Corzano“; – „Der Mord zu Zdyiary“; – „Die verrufene Csarda“; – „Eine dunkle That“; – „Zur treuen Liebe“; – „Der Veilchenstrauß“; – „Des Müllers Töchterlein“. – Im Wiener Blatte „Der Wanderer“ 1845, 1846 und 1868: „Charwochen-Phantasie“ (Tragikomische Betrachtung); – „Die Taschenspieler im Leben“ (Scherzo); – „Die Schlummergrotte“ (Sage); – „Das Gespenst in der Brühl“ (Novellette); – „Ein Silvestermärlein“ (Sage); – „Svante Sture“ (historische Novelle); – „Der Spion“ (Roman). – In dem zuerst von Martin Perels, dann von Feodor Wehl in Hamburg, später in Leipzig herausgegebenen Theaterblatte „Die deutsche Schaubühne“ 1860–1864: „Aus dem Künstlerleben“; – „Ein Maskenzug in Wien“; – „Ein Wettstreit“ (Fresken aus dem Künstlerleben); – „Joseph II. und die deutsche Schauspielkunst“ (historische Studie); – „Ludwig Loewe“; – „Julie Rettich“ (Biographien); – „Die Mitglieder des Wiener Hofburgtheaters“; – „Das Wiener Hofburgtheater“ (kritische Studien). – In der von Cajetan Cerri herausgegebenen Mode- und Muster-Zeitung „Iris“ 1864: „Glänzendes Elend“ (Roman). – Im „Vaterländischen Pilger“ (Wien) 1858: „Das Herz eines Weibes“ (Lebensbild). – In der von Schnitzer redigirten „Neuen Wiener Theater-Zeitung“ 1864: „Hie Welf – hie Waiblingen!“ (Künstlergeschichte). – In der von Helbig redigirten „Sonntagsglocke“ (Friedland) 1865: „Das Nähkäthchen und sein Joseph“ (historische Reminiscenz); – „Ein unblutiger Krieg“ (Künstler-Erinnerung). – In der von Reyhongs herausgegebenen „Oesterreichischen illustrirten Zeitung“ (Wien) 1851: „Wiener Landpartien“ (Topographisch-historische Schilderung). – In der von Penn redigirten „Gartenlaube für Oesterreich“ (Gratz) 1866: „Ein Stabat Mater“ (Geschichte aus der Kunstwelt). – In der von Jüterbockh redigirten „Berliner Gerichtszeitung“ 1872 und 1875: „Nächtliche Geheimnisse“; – „Eine Geistergeschichte“ (Criminalnovellen). – In der von L. von Selar redigirten „Deutschen Theater-Zeitung“ (Berlin) 1874: „Ein guter Witz“ (Memoiren eines tragischen Schauspielers). – Und in den von B. Spitzer herausgegebenen „Neuen fliegenden Blättern“ 1875: „Moderne Badecuren“ (Photographien aus der Gegenwart).
Quellen zur Biographie. Brümmer (Franz), Deutsches Dichter-Lexikon (Eichstädt und Stuttgart 1877, Krüll [H. Hugeldubel], schm. 4°.) Bd. II, S. 384 [nach diesem am 21. October 1821 geboren]. – Scheyrer (Ludwig), Die Schriftsteller Oesterreichs in Reim und Prosa auf dem Gebiete der schönen Literatur u. s. w. (Wien 1858, Zamarski und Dittmarsch, 8°.) S. 563. – Schütze (Karl Dr.), Deutschlands Dichter und Schriftsteller von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart (Berlin 1862, Alb. Bach, 8°.), S. 417 [gibt gleichfalls den 21. statt des 27. October 1821 als S.’s Geburtsdatum an]. – Truska (Heliodor), Oesterreichisches Frühlings-Album (Wien 1854, 4°.) [in einem jener wenigen Exemplare, welche neben den Beiträgen der Poeten auch die kurzen Lebensskizzen derselben enthalten].