Volapük-Almanach für 1888

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Textdaten
Autor: Sigmund Spielmann
Titel: Volapük-Almanach für 1888
Untertitel: I. Jahrgang
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Eduard Heinrich Mayer
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Almanach mit allerlei Informationen über Volapük und die Volapükbewegung bis zum Ende des Jahres 1887
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[2]
Menade bal – püki bal!
Lekaled volapüka
plo yel
balmil jöltum jölsejöl
pelautöl fa
Spielmann Sigmund,
cifakopanal volapükakluba nolik
in Wien.



Yelüp balid.


Päzepos fa datuval volapüka, söl Schleyer Y. M.


Eduard Heinrich Mayer (Einhorn & Jäger).jpg


Püb fa Mayer Eduard Heinrich
Leipzig, 16 Rossplatz.


[3]
Einer Menschheit – eine Sprache!
Volapük-Almanach
für
1888


verfasst von
SIGMUND SPIELMANN,
Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Weltsprache-Vereins „Volapük“
in Wien.



I. JAHRGANG.


Genehmigt vom Autor des Volapük Herrn J. M. Schleyer.


Eduard Heinrich Mayer (Einhorn & Jäger).jpg


Verlag von Eduard Heinrich Mayer
Leipzig, 16 Rossplatz.


[4]
Alle Rechte vorbehalten.


[5]

JMSchleyer1888.png

Johann Martin Schleyer.


[7]
Inhalt.
Seite
Porträt Johann Martin Schleyer’s 5
Kalendarium 8
Vorwort 10
Biographie Johann Martin Schleyer’s 11
Entwickelung des Volapüks (nebst Anführung der in den einzelnen Staaten diplomirten Volapük-Lehrer) 15
Bericht über den II. Intern. Volapükisten-Congress 41
Kurze Grammatik 52
Übungs-Beispiele 68
Einige Handelsbriefe (Volapük und deutsch) 71
Volapük-Hymne 75
Deutsche National-Hymne 76
Oesterreichische National-Hymne 77
Ungarische National-Hymne 78
Volapük-Literatur 79


[8/9]

1888 Yanul Febul Mäzul Apul Mayul Yunul
Soldel 01 08 15 22 29 05 12 19 26 04 11 18 25 01 08 15 22 29 06 13 20 27 03 10 17 24
Mundel 02 09 16 23 30 06 13 20 27 05 12 19 26 02 09 16 23 30 07 14 21 28 04 11 18 25
Tusdel 03 10 17 24 31 07 14 21 28 06 13 20 27 03 10 17 24 31 01 08 15 22 29 05 12 19 26
Vesdel 04 11 18 25 01 08 15 22 29 07 14 21 28 04 11 18 25 02 09 16 23 30 06 13 20 27
Dödel 05 12 19 26 02 09 16 23 01 08 15 22 29 05 12 19 26 03 10 17 24 31 07 14 21 28
Flidel 06 13 20 27 03 10 17 24 02 09 16 23 30 06 13 20 27 04 11 18 25 01 08 15 22 29
Zädel 07 14 21 28 04 11 18 25 03 10 17 24 31 07 14 21 28 05 12 19 26 02 09 16 23 30
1888 Yulul Gustul Setul Otul Novul Dekul
Soldel 01 8 15 22 29 05 12 19 26 02 09 16 23 30 07 14 21 28 04 11 18 25 02 09 16 23 30
Mundel 02 09 16 23 30 06 13 20 27 03 10 17 24 01 08 15 22 29 05 12 19 26 03 10 17 24 31
Tusdel 03 10 17 24 31 07 14 21 28 04 11 18 25 02 09 16 23 30 06 13 20 27 04 11 18 25
Vesdel 04 11 18 25 01 08 15 22 29 05 12 19 26 03 10 17 24 31 07 14 21 28 05 12 19 26
Dödel 05 12 19 26 02 09 16 23 30 06 13 20 27 04 11 18 25 01 08 15 22 29 06 13 20 27
Flidel 06 13 20 27 03 10 17 24 31 07 14 21 28 05 12 19 26 02 09 16 23 30 07 14 21 28
Zädel 07 14 21 28 04 11 18 25 01 08 15 22 29 06 13 20 27 03 10 17 24 01 08 15 22 29


Die Namen der Monate lauten:
Yanul Januar. Yulul Juli.
Febul Februar. Gustul August.
Mäzul März. Setul September.
Apul April. Otul October.
Mayul Mai. Novul November.
Yunul Juni. Dekul December.


Die Namen der Wochentage lauten:
Soldel Sonntag. Vesdel Mittwoch.
Mundel Montag. Dödel Donnerstag.
Tusdel Dienstag. Flidel Freitag.
Zädel – Sonnabend.


[10]
Vorwort.

Die Schleyer’sche Weltsprache Volapük hat jetzt bereits eine so grosse Zahl eifriger Anhänger in allen Staaten Europa’s, insbesondere im Deutschen Reiche und in Oesterreich-Ungarn, dass ich wol nicht fehlgehe, wenn ich annehme, dass das vorliegende Büchlein Vielen ein willkommener Beiträg zu Allem, was Volapük betrifft, sein wird.

Ich verbinde jedoch mit der Herausgabe dieses Almanach auch den Zweck, Diejenigen, welche über Volapük noch nicht oder nicht genügend orientiert sind, in das Wesen dieser Sprache einzuführen, was in erster Linie die hier enthaltene kurze Grammatik erreichen soll.

Da dieses Buch heuer zum ersten Male erscheint, so bitte ich um Nachsicht, falls das Eine oder das Andere darin den allgemeinen Intentionen nicht entsprechen sollte, und werde ich freundliche Ratschläge diesbezüglich gerne annehmen.

Insbesondere bitte ich höflichst, mich aufmerksam zu machen, falls irgendwelche Daten, Namen oder Adressen nicht ganz korrekt angegeben sein sollten, wofür ich im Voraus besten Dank sage.

An dieser Stelle muss ich auch Herrn Dr. M. Obhlidal, Volapük-Akademiker für Oesterreich-Ungarn, welcher die Güte hatte, dieses Büchlein einer fachmännischen Revision zu unterziehen, ehe es dem Drucke übergeben wurde, meinen herzlichsten Dank für seine Bemühung aussprechen.

Ich schliesse mit dem lebhaften Wunsche, dass auch dieses Büchlein beitragen möge zur Weiterverbreitung des Volapük, Schleyer’s genialer Erfindung!

Wien, Anfangs Oktober 1887.
IX. Währingerstrasse 3.

Der Verfasser.     


[11]
Biographie Schleyer’s.
(Nach Quellen von R. Kniele.)

Der Autor des Volapük, Johann Martin Schleyer, wurde am 18. Juli 1831 (einem Sonntage) zu Oberlauda in Baden als der vierte von fünf Geschwistern, geboren. Sein Vater, Johann Philip Schleyer, welcher am 18. Juli 1802 zu Neckargerach bei Mosbach das Licht der Welt erblickte, war 42 Jahre lang zu Oberlauda Hauptlehrer und schreibt trotz seiner 85 Jahre noch jetzt in seltener Rüstigkeit täglich für seinen Sohn, bei welchem er lebt.

Die Mutter Johann M. Schleyer’s, Katharina Elisabeth geb. Veith starb am 2. September 1877; es war der guten Frau leider nicht beschieden, den epochemachenden Erfolg der Thätigkeit ihres Sohnes zu erleben und mitzugeniessen.

Johann Martin Schleyer war von seinen Eltern nicht zum Studium bestimmt worden und nur seinem Oheim, dem Hauptlehrer Franz Martin Schleyer zu Königheim ist es zu danken, dass sein seltenes Talent sich entfaltete. Schleyer kam nach Königheim, blieb hier 4 Jahre lang bis zu seinem 15. Lebensjahre, worauf er nach Tauberbischofsheim an’s Gymnasium kam und hier unter Mühen und Entbehrungen 4 Klassen absolvirte.

Trotz der Schwierigkeiten jedoch, mit welchen Schleyer zu kämpfen hatte, errang er in Folge seiner Begabung und seines immensen Fleisses jedes Jahr den ersten Preis, übte sich dabei im Hause des Medicinalrathes Metz in Musik [12] und dichtete einige Legenden, Oden und Hymnen. Der Pfarrer zu Lauda, Adam Hönninger, stellte dem eifrigen Studenten seine Klasiker-Bibliothek zur Verfügung, – – da las er Tag und Nacht und wurde des Lesens nicht müde.

Von Tauberbischofsheim kam Schleyer nach Carlsruhe an das dortige Lyceum, studirte auch hier mit demselben günstigen Erfolge, erwarb Preis auf Preis und fand noch Zeit, Vorlesungen in Chemie und am Polytechnicum Collegien zu hören. Schleyer’s Vielseitigkeit zeigte sich schon damals, indem er im Zeichnen einen Preis erhielt und wegen seiner hübschen Stimme und guten Schulung in der grossherzoglichen Hofkirche mitsingen durfte.

Im Jahre 1852 ging Schleyer auf die Universität nach Freiburg, wo er bis 1855 Theologie, Philologie, Philosophie, Geschichte und durch 1 Semester auch Medicin hörte. Daneben betrieb er weiter mit Vorliebe Poesie und Musik, so dass er 7 verschiedene Instrumente spielte und die Zahl seiner Dichtungen (meist religiösen Inhaltes) recht ansehnlich ist. In Freiburg war Schleyer Organist an der Universitätskirche und Harmoniumspieler am dortigen Spitale.

Im Seminar zu St. Peter bei Freiburg, wo Schleyer Organist war, empfing er die 4 niederen Weihen und die Diakonatsweihe und am 5. August 1856 vom Erzbischof die Priesterweihe, worauf er am 6. August die erste heilige Messe las.

Er bekam dann seine erste Anstellung als Vicar in Sinzheim, die er jedoch nur ein Jahr lang inne hatte, um dann als Cooperator nach Baden-Baden und später als Pfarrverweser nach Kronau (bei Bruchsal) zu kommen.

Hier dichtete er 149 Psalmen in lateinischer Sprache. Von Kronau kam Schleyer nach Wertheim a/M., wo er in anstrengendem Kirchendienste und Religions-Unterrichte bis 1862 verblieb. Er hatte dort Gelegenheit, mit dem Exkönige Dom Miguel von Portugal und den Fürsten Löwenstein in Verkehr zu treten. Schleyer’s Toleranz und [13] liberale Anschauung documentirte sich hier auf das vortheilhafteste, indem er als katholischer Pfarrer das Standesbuch der dortigen Israeliten-Gemeinde führte und mit Juden und Protestanten gleich liebenswürdig verkehrte.

Im Winter 1862 übersiedelte er nach Messkirch. Hier versah er sein Amt als Beneficiat durch 5 Jahre und liess von hier aus auch seine ersten Druckwerke („Philalethes, Psalmen der Heiligen etc.“) bei C. Tappen in Sigmaringen erscheinen. – Zu dieser Zeit wurde er mit der Fürstin Karoline von Hohenzollern, mit dem Cardinal Hohenlohe, mit dem berühmten Abt Dr. Maurus Wolter von Beuron und Anderen bekannt und construirte ein Tast-Alphabet für Blinde, die zugleich taub sind, das allerseits grosse Anerkennung fand.

Endlich erhielt Schleyer die erste Pfarrei in Krumbach bei Messkirch, welche er durch 8 Jahre bis zum Jahre 1875 inne hatte. Im April 1875 unternahm Schleyer dann eine grössere Reise durch Italien, besuchte alle grösseren Städte daselbst, bestieg den Vesuv und besichtigte die Ausgrabungen von Pompeji.

Am 17. Dezember 1875 zog er nach Litzelstetten bei Konstanz, wo er sich fast ausschliesslich dem Sprachen-Studium widmete; er vervollständigte sich theils, theils lernte er neu folgende Sprachen: Ausser dem altgriechisch und lateinisch noch französisch, englisch, italienisch, spanisch, portugiesisch, russisch, rumänisch, holländisch, dänisch, norwegisch, rhätoromanisch, ungarisch, kroatisch, čechisch, slovenisch, serbisch, neugriechisch, türkisch, persisch, arabisch, hebräisch, japanesisch, chinesisch, Sanskrit, Prakrit, Zend und noch viele andere Sprachen.

Dies waren die Vorstudien Schleyer’s zu der internationalen Verkehrssprache, welche er Anfangs des Jahres 1879 der Oeffentlichkeit übergab. Die I. Auflage von Schleyer’s Weltsprache-Grammatik erschien in einer Auflage von ca. 1000 Exemplaren und war innerhalb 5 Monaten [14] verkauft; der Anfang war gemacht und alsbald fanden sich zahlreiche Anhänger des neuen Weltsprache-Systems, welches sich nun von Land zu Land, von Nation zu Nation weiterverbreitete.

Was Schleyer’s Person betrifft, so sei hier die allgemein als vortrefflich geltende Beschreibung des k. k. Hauptmannes im Generalstabe Herrn Karl Nosek in Wien citirt. Herr Nosek schildert den Autor der Weltsprache folgendermassen:

Eine hohe Stirne wölbt sich über einer scharfen Brille, durch welche ein matter Blick aus seinen überreizten, immer schwächer werdenden Augen dringt, die stets in der Tiefe eines dunkel schattigen Ringes liegen. Trotz seiner 56 Jahre umrahmen eine Fülle grauen Haares und ein ihm ausnahmsweise bewilligter Vollbart sein Gesicht. Wäre keine andere Nothwendigkeit zum Wachsenlassen des Bartes, so müssten die Zeitsecunden ihn dazu zwingen, welche er beim Rasiren brauchte und die seiner Arbeitszeit geraubt würden; und die Zeit, sie drängt, wenn man den absteigenden Ast seiner Lebenshälfte betreten! Schleyer’s Benehmen, sein Wesen, die Leutseligkeit, die verkörperte, reine Liebe zur Menschlichkeit. – Das ist das Bild dieses interessanten Mannes, dessen Züge, einmal gesehen, einem so lebendig vorschweben, dass man es durch ein paar kräftige Linien und Striche schnell zu zeichnen im Stande wäre.


[15]
Entwickelung des Volapük.

Wer nur einigermaassen die dem Handels- und Verkehrswesen innewohnenden Bestrebungen kennt und versteht, wird unmöglich ein Feind der Weltsprache-Idee an und für sich sein können und je weiter wir fortschreiten auf allen Gebieten, desto mehr fühlbar macht sich die Notwendigkeit eines einheitlichen, internationalen Verständigungs-Mittels, desto mächtiger wird das Verlangen nach Befreiung von den mündlichen und schriftlichen Verkehrs-Schwierigkeiten unserer Zeit.

Ein Beweis dafür, dass man schon lange, lange vor uns die Wichtigkeit der Schaffung einer internationalen Sprache eingesehen hat, ist es wohl, dass schon vor mehr als 200 Jahren die Versuche in dieser Richtung begannen und bis auf unsere Zeit mehr als 60 weiterer solcher Versuche bekannt wurden.

In seinen im Jahre 1666 erschienenen Abhandlungen: „Dissertatio de arte combinatoria“ und „Historia et commendatio linguae characteristicae universalis“ legte der erste deutsche Natur-Philosoph, der Gelehrte Wilhelm von Leibnitz den Grundgedanken der Weltsprache-Idee nieder, aber obgleich er sich bis an sein Lebens-Ende mit diesem Gedanken befasste, gelang es ihm nicht, hierin einen definitiven Erfolg zu erzielen.

Im Jahre 1668 gab der englische Bischof John Wilkins, gleichfalls ein berühmter Gelehrter, sein Werk: „An essay towards a real character and philosophical language“ heraus, welches jedoch wegen seiner Uebermenge der Zeichen sich als uneinführbar erwies.

[16] Später versuchten Descartes, Becher, im 18. Jahrhunderte Prede, Andreas Müller, G. Berger, de Cornel, Vater, de Marmieux, Sicard (1798), Anfangs dieses Jahrhunderts Näther, Schmidt, Stein, ferner Sinibaldo de Mas, Gablenz, Anton Bachmaier aus München (1852), Moses Paic aus Semlin und Andere verschiedene Weltsprache-Systeme aufzustellen, doch stets vergebens, weil die Verwendbarkeit und Erlernbarkeit dieser Systeme den schon damals an ein wirkliches Weltverkehrsmittel gestellten Anforderungen nicht entsprachen.

Unserer Zeit erst blieb es vorbehalten, ein Weltsprache-System schaffen zu sehen, welches sich nun seit etwa 8 Jahren nicht nur erhält, sondern auch ganz bedeutend an Anhängern gewinnt und alle Aussichten hat, das Ideal der Vervollkommnung und Vereinfachung des internationalen Völkerverkehrs, welches Leibnitz vor etwa 200 Jahren wohl vorgeschwebt haben mag, zu verwirklichen.

Der geniale Mann, dem wir diese epochale Erfindung verdanken, der es sich nicht verdriessen liess, jahrelanges Studium daran zu wenden, um sich mehr als 50 Sprachen zu eigen zu machen und sodann auf Basis dieses Colossal-Studiums ein Sprachgefüge zu construiren, welches den Spracheigenthümlichkeiten der grösseren Nationen Rechnung tragend, auf logischen Grundsätzen aufgebaut, eine ebenso geistreich-einfache als auch formenreiche Kunstsprache wurde – dieser Mann, dessen Namen die Culturgeschichte unseres Jahrhunderts unter den bedeutendsten einst nennen wird, ist der am 18. Juli 1831 zu Oberlauda (Baden) geborene Johann Martin Schleyer, welcher nach Absolvirung theologischer und philologischer Studien vom Jahre 1867 bis 1881 katholischer Pfarrer war, gegenwärtig jedoch (seit 1881) als Pensionist, seine Zeit nur Volapük widmend, zu Konstanz am Bodensee lebt.

Nachdem Johann Martin Schleyer 1879 die Grund-Principien seiner Weltsprache aufgestellt hatte, ging er [17] daran, eine Grammatik dieser seiner Sprache zu construiren; die erste Auflage derselben fand reissenden Absatz, wie auch die weiteren Auflagen und nach kurzer Zeit schon zählten die Anhänger der Schleyer’schen Weltsprache nach Hunderten.

Im Jahre 1884 (26. und 27. August) kam der erste Congress der Weltsprache-Freunde in Friedrichshafen zu Stande und seit dieser Zeit ist die Anzahl der Weltsprache-Kundigen auf mehr als 300,000 gestiegen.

Volapük (übersetzt: Weltsprache von Vol = Welt und pük = Sprache) nennt Schleyer sein Werk, welches so vielfach angefeindet wurde, respective noch angefeindet wird. Und ist es ein erhebender Anblick, zu sehen, wie die Schöpfung eines Genie’s von glücklichen Verhältnissen begünstigt, sich zu höchster Blüte entwickelt, so ist es doch für die unablässig vorwärts strebende Menschheit ein noch weit mehr ermuthigendes Schauspiel, wenn das Genie, mit ungünstigem Geschicke kämpfend, mühsam sich Bahn bricht, alle Hindernisse beseitigt und schliesslich glänzend durchdringt. So war es auch mit Schleyer und mit seinem Volapük.

Schleyer’s geniale Erfindung hatte gar viele Widersacher, die namentlich auf die vielen „Extravaganzen“ der neuen Sprache hinwiesen und ihre entschiedene Missbilligung darüber aussprachen. Aber wie konnte es auch anders sein? Musste nicht eine Kunstsprache sogenannte „Extravaganzen“ haben, um thatsächlich den an ein internationales Sprach-Idiom gestellten Anforderungen entsprechen zu können? Gewiss! Aber diese Tadler konnten und können den zahlreichen Anhängern und Bewunderern des neuen Sprachsystems gegenüber nicht aufkommen, denn dieses trägt das unverkennbare Gepräge jenes mächtigen Zuges, welcher dem internationalen Verkehrswesen innewohnt und in unserer Zeit immer mehr an Verständniss in den breiteren Schichten des interessirten Publikums gewinnt.

[18] So können die Anhänger der Schleyer’schen Weltsprache schon jetzt, nachdem dieselbe kaum 8 Jahre lang erst bekannt ist, auf wahrhaft glänzende Erfolge zurückblicken, welche nicht wenig dazu beigetragen haben, sehr viele Gegner des Volapük zu dessen enragirtesten Anhängern zu machen.

Ein Hauptgrund aber für die rasche Verbreitung des Volapük ist gewiss die ausserordentlich leichte Erlernbarkeit dieser Sprache. Durch die ganze Grammatik des Schleyer’schen Weltsprache-Systems zieht eine unantastbare Consequenz und Logik, wie sie eben nur einer construirten Sprache (Kunstsprache) eigen sein kann.

Es giebt nur Regeln, aber keine Ausnahmen; für jeden Laut giebt es in Volapük nur ein Zeichen, für jedes Zeichen wieder nur eine Aussprache. Buchstaben, die nicht ausgesprochen werden, sogenannte „stumme Buchstaben“ kennt Volapük überhaupt nicht; es giebt nur eine Declination für das Hauptwort, Eigenschaftswort, Fürwort; es giebt nur eine Conjugation und kein unregelmässiges Zeitwort.

Schleyer’s Volapük-Wörterbuch enthält wohl ungefähr 14,000 Wörter, von welchen jedoch nur etwa 1400 eigentliche Stammwörter, die übrigen von diesen Stammwörtern abgeleitet sind; die Kenntniss der 1400 Stammwörter genügt demnach, um an der Hand der grammatikalischen Regeln sich die Ableitungen selbst zu bilden.

Und so erscheint denn Volapük thatsächlich fähig, das zu sein, was zu werden es anstrebt: ein allgemeines Verständigungs-Mittel, welches absolut – dies muss betont werden – welches absolut keines Menschen Umgangs-Sprache verdrängen will, sondern nur neben dieser als internationale Handels- und Verkehrs-Sprache zu dienen beansprucht.

Täglich macht die Verbreitung des Volapük weitere [19] Fortschritte. Gegenwärtig erscheinen bereits 10 Zeitungen in Volapük; es sind dies:

01) „Volapükabled zenodik“ (Central-Weltsprache-Blatt) von J. M. Schleyer in Konstanz,
02) „Volapükagased“ von Dr. M. Obhlidal in Wien,
03) „Cogabled Volapükelas“ von H. Schnepper in München,
04) „Volapükaklubs“ von Julius Fieweger in Breslau,
05) „Le Volapük“ von Prof. Aug. Kerckhoffs in Paris,
06) „Il Volapük“ von Cassio in Mailand,
07) „El Volapük“ von Dr. Fernandez Iparraguirre in Guadalajara,
08) „Volapükabled“ von J. C. Aaen in Aalborg (Dänemark),
09) „Timabled volapükik“ von Hermann Rodeck in Porto-Rico.
10) „Volapükisten“ von K. G. Säterstrand in Stockholm.

Mehr als 130 Vereine für Volapük bestehen bereits und die Zahl der Professoren, Oberlehrer und Lehrer der Schleyer’schen Weltsprache betrug Ende August 1887 455.

Wir wollen nun die Fortschritte des Volapük in den einzelnen Staaten Revue passiren lassen und hierbei die Namen der diplomirten Professoren, Oberlehrer und Lehrer für Volapük anführen.


1. Belgien.

Hier giebt es bereits eine verhältnissmässig grosse Zahl Volapük-Kundiger. In Antwerpen hat Professor Arthur Heyligers einen grösseren Volapükisten-Verein gegründet und wird Volapük von den hier angeführten Herren in ihren Wohnorten gelehrt:

[20]

Cruyt, Alexander, Gent.
Dierckx, Henri, Stenograph, Antwerpen.
Geraerts, Felix, Secretär,     do.

¹)
Heyligers, Arthur, Professor,     do.

Maex, J. L., Lehrer, Voorst bei     do.

²)
Rennier, Arthur, Antwerpen.
¹)
Uytterhoeven, J., Houdeng, Arr. Mons.

Anm.: Vor dem Namen bedeutet ¹) Professor, ²) Oberlehrer des Volapük.


2. Dänemark.

Dieses hat bereits ein eigenes Lehrbuch, welches von dem Schriftsteller J. C. Aaen in Aabybro (bei Aalborg) verfasst ist und giebt es ausser in Kopenhagen, dessen Weltsprache-Verein über 150 Mitglieder zählt, noch in 3 anderen Städten Vereine für Volapük. In Aalborg erscheint auch ein Weltsprache-Blatt.

Als Lehrer für Volapük sind zu nennen:

Aaen, J. C., Redacteur, Aabybro.
Enna, Anders, Buchhändler, Kopenhagen.

²)
Enna, Ernst, Secretär,     do.
²)
Hansen, Wilhelm, Kopenhagen.

Hvass, Chr., Lehrer, Odense.
Hvass, Franz, Mich., Kopenhagen.
Olsen, R , Student,     do.
Rasmussen, Carl, Lehrer, Aalborg.


3. Deutsches Reich.

Im Vaterlande des Autors des Volapük ist dieses selbstredend so ziemlich am meisten ausgebreitet, wenn auch die Verbreitung daselbst mit Rücksicht darauf, dass Deutschland die Heimat der neuen Weltsprache ist, noch Manches zu wünschen übrig lässt.

Nahezu in allen grösseren Orten des Deutschen Reiches haben sich Vereine von Volapükisten gebildet, welche zumeist von den später angeführten Volapük-Lehrern gegründet wurden.

[21] Dass sich in jüngerer Zeit Volapük im Deutschen Reiche ganz besonders stark verbreitet, ist gewiss in erster Linie dem berühmten Universitäts-Professor Dr. Alfred Kirchhoff aus Halle a/S. zu danken, welcher nimmermüde überall in deutschen Landen, wo es gilt, die Sache des Volapük zu verfechten, für das Schleyer’sche Weltsprache-System eintritt und bei dem Ruhme, dessen er geniesst, bei dem Vertrauen, welches in die richtige Urtheilskraft dieses Gelehrten allenthalben gesetzt wird, ist es ganz natürlich, dass er niemals ohne günstigen Erfolg sich des Volapük annimmt. Die Herren Heinrich Schnepper, Eduard Gutensohn, Karl Gross, Dr. J. E. Weiss und seit einiger Zeit der angesehene Graf Tauffkirchen-Lichtenau in München, ferner Herr Rector J. Fieweger in Breslau, Herr Leopold Einstein in Nürnberg, Herr Rupert Kniele in Allmendingen, Herr Anton Colling in Ludwigshafen und Andere haben sich besondere Verdienste um Volapük erworben.

In Konstanz, München und Breslau erscheinen Volapük-Zeitungen und der Bücher, die Volapük behandeln, giebt es schon eine stattliche Anzahl – leider nicht alle von Werth. Unter den besten Erscheinungen der Volapük-Literatur im Deutschen Reiche nimmt entschieden das von W. Pflaumer in Halle a/S. herausgegebene Buch: „Vollständiger Lehrgang des Volapük“, welches nach Professor Aug. Kerckhoffs „Cours complet de Volapük“ bearbeitet ist, den ersten Rang ein.

Das von Anton Colling in Ludwigshafen verfasste Buch „Volapükatid“ zeichnet sich durch geschickte Auswahl von Conversations-Stücken aus und ist von hohem praktischem Werthe.

Ausser den beiden hier genannten Werken sind noch eine grosse Zahl kleinerer Büchlein erschienen, von welchen wir nur Professor Dr. Alfred Kirchhoff’s „Hilfsbuch zum schnellen Erlernen des Volapük“ erwähnen, über dessen Güte wir uns wohl nicht äussern müssen.

[22] Diplomirte Volapük-Lehrer im Deutschen Reiche sind:

(Orte von A–Z alphabetisch geordnet.)
¹)
Kniele, Rupert, pr. Arzt, Allmendingen (Württemberg).

Gehrmeyer, August, Lehrer, Ankum (Hannover).
Seibold, Gottfried, Lehrer, Ansbach.
Walther, Erwin, Realienlehrer, Ansbach.
Fischer, Josef, Telegr., Augsburg.
Henkel, Carl,,     do.     do.
Domicke, Paul, Berlin, NW. 6.
Ölschich, Eduard, Berlin, NO. Landsbergerstrasse 3, II.

²)
Stark, Heinrich, Bischweiler (Unter-Elsass).
²)
Wienecke, Aug., Dr.     do.     do.

Trees, Gebhard, Lehrer, Bremelau (Württemberg).

¹)
Fieweger, J., Rector, Breslau, Fürstenstrasse 40.

Rüffert, Bernhard, Breslau, Borauerstrasse 13.
Kricker, E., Apotheker, Brühl bei Cöln.

²)
Peitz, J. H., Büren, Westphalen.

Ansel, Hermann, Calw in Württemberg.

¹)
Müller, Dr., Rector, Calw, Württemberg.

Voit, Hermann, Coburg.
Drückpott, P. H., Stenograph, Corschenbroich, Regbz. Düsseldorf.

¹)
Müller, Carl Friedrich, prakt. Arzt, Dächingen b. Ehingen.

Rebholz, Josef Alumnus, Dillingen, Bayern.
Fuchs, Paulus, Dornbach a. Inn, Bayern.
Dieshan, Hugo von, Dresden-Neustadt.
Kausch, Oscar, Post-Secretär, Dresden.
Heinrichs, Theodor, Sprachlehrer, Düsseldorf.
Schultes, Rector, Düsseldorf.
Haible, Alfons, Ehingen a. D. Württemberg.
Strobel, Johann,      do.     do.
Eisenhart, Johann     do.     do.
Emmert, E., Redacteur, Elberfeld.
Berner, Charlotte, Emmichhofen bei Konstanz.
Kolb, Aug., Kaufmann, Geislingen, Württemberg.
Schaare, Walter, Lehrer, Goldbeck in der Altmark, Prv. Sachsen.
Lange, Rudolf, Postcassirer, Göttingen.
Wunder, J. B., Post- u. Bahnexpeditor, Gross-Karolinenfeld, Bayern.
Pfeffer, Josef, Bahnbeamter, Grünstadt, Pfalz.
Kirchhoff, Alfred, Prof. d. Erdkunde a. d. Universität Halle a. d. S.
Kirchhoff, Richard, Halle a. d. S.
Richter, Wilhelm, Versich.-Beamter, Halle a. d. S., Laurenzierstr. 10.
Korff, O., Lehrer, Hesborn bei Hallenberg, Westphalen.

[23]
²)
Ahlborn, Hermann, Hamburg.

Böger, Frau Marie, Hamburg, Tornquistrasse 5.
Böger, Dr. Rudolf, Mathem. Hamburg, Tornquistrasse 5.
Davids, Dr. F.     do.
Deuss, Ida,     do.     Eimsbüttel.
Krüger, F. R., Schulvorstand, Hamburg.

²)
Szczepkowski, Dr., Hamburg, Meissnerstrasse.
²)
Welden, A., Freiherr von, Hürbel, Bez. Biberach, Württemberg.

Hoffmann, Karl, Redacteur, Kaiserslautern, Pfalz.
Arzdorf, Lehrer, Kierchen a. d. Sieg, Rheinpreussen.
Nab, Franziskus, Kirchheimbolanden, Pfalz.
Battke, Max, Garteningenieur, Königsberg, Preussen.
Effing, A. H., Redacteur des Konstanzer Tageblatt, Konstanz.
Hirsch, Rudolf, Kaufmann, Konstanz.
Moriell, Albin, Buchdrucker,     do.
Neidhardt, Arthur, Kaufmann,     do.

¹)
Ott, Eugen, Secretär     do.

Schnell, Marie, Lehrerin, Konstanz.
Stirk, Gustav,     do.
Stierle, Fritz, Kaufmann,     do.
Dorn, Anna, Kötzschenbroda bei Dresden.
Fritsch, Bruno, Landsberg, Regbez. Merseburg, Sachsen.
Götzelmann, Valentin, Landshut, Bayern.

¹)
Lenze, Karl, Stenograph, Leipzig, Leplaystrasse 5.

Colling, Anton, Telegraph, Nürnberg.
Weingart, Eugen, Ludwigshafen, Pfalz.
Leister, Heinrich, Mannheim.
Nadenheim, Ferd., Banquier, Mannheim.
Vogelsang, E. R., Mannheim.
Schleyer, Jos. J. M., Vorst. d. Präparandie-Schule, Mersburg a. Bodens.
Zellner, Josef, Metten, Niederbayern.

²)
Fischbach, Wilhelm, Montabaur.

Rompel, Josef, Montabaur.
Stein, Alex,     do.
Baumgartner, Eugen, Kaufmann, Mühlhausen.
Agricola, Friedrich, Rechnungsrevisor, München.
Bögl, Rosa, Lehrerin, München.
Dörr, Herm.,      do.
Dreidachs, Theresia, Lehrerin, München.
Ernst, Dr. Christian, Mathematiker, München.
Gradmann, Wilhelm, Kaufmann,     do.

¹)
Gutensohn, Eduard, Lehrer,     do.     Lindwurmstrasse 14.
¹)
Gross, Karl, Ingenieur, München.
[24]

Hausse, Ludwig de la, München, Morassistrasse 24.
Heigl, Anton, Ingenieur,     do.

²)
Harold, Rich., Philologe     do.

Heussler, Karl, Th. J.     do.
Jacob, Josef     do.
Klauser, A.     do.
Knab, Ludw., Post-Assist.     do.
Knoblauch, Adolph, Igenieur, München.
Kronacher, Dr. prakt. Arzt,     do.

²)
Kubics, Rudolf, Kaufmann.     do.     Rindermarkt 12.

Leiber, Georg, Ingenieur,     do.
Meier, L. E., Redacteur d. Allgemeinen Zeitung, München.
Richard, Emilie, München.
Schmidt, Anton, Finanzrevisor, München.
Schmitt, Philipp, Bahnbeamter,     do.

¹)
Schnepper, Heinrich, Präfect,     do.     Karmeliterstrasse 1.

Schönberger, Max, Bahnbeamter     do.
Schormaier, Michael, Postdirections-Secretär, München.
Schwarzmaier, Julius, Apotheker, München.
Serenius, Emilia, München.
Stelzer, Josef, Rechtspraktikant, München.

²)
Weiss, Dr. J. E., Univ.-Doc.     do.
²)
Wenz, Karl, München.

Zielsberger Ludw., k. Secretär, München.
Portner, B., Kaplan, Münster, Taurus.
Schümm, Max, Naumburg a. d. S.
Silbereisen, F. S., Pfarrer, Neuötting am Inn, Bayern.
Friedrich, Emil, Lehrer, Nieder-Schrepau, Schlesien.
Böckl, Alois, Kunstmaler, Nürnberg.
Brügel, Ferd., Lehrer, Nürnberg.
Dumpert, Georg, Kaufmann, Nürnberg.
Einstein, Leop., Schriftsteller,     do.     Neudörferstrasse 17.
Guber, Sofie, Nürnberg.
Haferkorn, Max, Mechaniker, Nürnberg.
Haffner, Sigm., Kaufmann,     do.
Holzer, Franz Jos., Lehrer,     do.
Hüber, Heinr.,, Kaufmann     do.
Ith, H., Nürnberg.
Krafft, Adolf, Lehrer, Nürnberg, Tucherstrasse 24.
Molitor, Johann,     do.
Richter, Leonh.     do.
Schmidt, Christ., Lehrer,     do.
Steiner, Peter, Telgrph.     do.

[25]

Vetter, Adolf, Postbeamt. Nürnberg, Tucherstrasse 24.
Umminger, Karl Joseph, Bürgermeister, Oberlauda.

²)
Näther, Arthur, Orschatz, Sachsen.

Wolter, Henriette, Kronanwaltsg., Osnabrück.
Grote, Heinr., Lehrer, Osterholz in Bremen.
Hiller, Robert, Bürgerschuldirector, Pausa in Sachsen.
Wolff, Dr. Karl, Advokat, Pfarrkirchen, Bayern.
Weckbecker-Sternefeld, Dr. de, pr. Arzt, Prien a. Chiemsee.
Bolligs, Wilh., Lehrer, Rahm, Bez. Düsseldorf.
Güfler, Alois, Kaufmann, Regensburg.
Hüttninger, Heinrich,     do.
Schreier, Mich., Finanzrechnungs-Revisor, Regensburg.
Göbel, Wilhelm, Ingenieur, Reutlingen.
Knepper, Franz H., Riedlingen.
Richter, Theod., Lehrer, Rogau, Krappitz, Ober-Schlesien.
Knüpfer, Emil, Lehrer, Rothenbach bei Wolfegg, Württemberg.
Schäfer, Emil, Rottweil.
Schrumm, Friedrich, Gymnassiallehrer, Rottweil.
Hummler, Johann, Kaufmann, Saulgau, Württemberg.
Vogel, Ernst, Schönebeck, Preussen.
Pfundeis, Marie, Lehrerin, Schwabing.
Frank, L., Lehrer, Schwäbisch-Hall.
Ochsenreiter, August, Kaufmann, Schwarzenfeld.
Stangl, Albert, Pfarrer, Schweitenkirchen bei Pfaffenhofen.
Hayer, Präceptor, Sindelfingen, Württemberg.
Meyersberg, Johann, Lehrer, Straelen bei Düsseldof.
Vollmer, Julie, Vorsteherin, Strassburg.
Gross, Otto, Vicar der Bürgerschule, Stuttgart.
Heintzeler, Eugen, Präceptor, Stuttgart.
Schmid, Peter, Assistent, Stuttgart.
Schwartz, C., Professor, Stuttgartt, Schülerstrasse 10.
Vogt, Franz, Präceptor, Stuttgart.
Bräunig, H., Sulz unterm Walde, Unter-Elsass.
Jacob, F. W., Sundhausen im Elsass.

²)
Rausch, Franz, Ser. Pfarrer, Tölz B.

Banholzer, Ueberlingen a. Bodensee.
Liedel, Georg,     do.
Loos, Alma,     do.
Schwab, W., Gewerbelehrer, Ueberlingen a. Bodensee.
Göser, Dr. Karl Friedrich, Ober-Stabsarzt, Ulm a. D.

²)
Stettner, J. Postinspector a. D., Wangen, Württemberg.

Schmid, Jul., Weingarten, Württemberg.
Probst, J. B., Weissenau b. Ravensburg.

[26]

Fenchel, Lehrer, Weinsberg.
Schmid, Lehrer, Weinsberg.
Baader, Narzis, Pfarrer, Windach am Ammersee.
Ehler, Peter, Seidenweber, Wolfsittard b. Rheindallen, Rhnprss.
Hausse, de la, Würzburg.
Kreichgauer, W.,     do.


4. Frankreich.

Dieses Land ist wohl dasjenige, welches Volapük verhältnissmässig am meisten cultivirt. In Paris selbst ist Professor Dr. August Kerckhoffs von der „Ecole des hautes études commerciales“ die Seele der Bewegung zu Gunsten des Volapük und die von ihm gegründete „Association française pour la propagation du Volapük“ zählt Männer ersten Ranges, wie Lourdelet, Hielard, Köchlin-Schwartz, Nansouty, Francisque Sarcey, Frédéric Passy, Dietz-Monnin und Andere zu ihren eifrigsten Mitgliedern. An der genannten Handels-Hochschule zu Paris lehrte Professor Kerckhoffs Volapük als facultativen Lehrgegenstand, und Jaluzot, der Chef der weltberühmten „Grands magasins du Printemps“ frequentirte mit 120 seiner Angestellten im Vorjahre einen eigenen Lehrcours für Volapük mit so günstigem Erfolge, dass das genannte Etablissement gegenwärtig bereits mündlich und schriftlich in Schleyer’s Weltsprache verkehrt. In allen grösseren Städten Frankreichs wird Volapük gelehrt und bestehen Volapük-Vereine, so in Lyon, Marseille, Bordeaux, Havre, Caën, Rouen, Amiens, Besançon, Epernay, Grénoble, Lille, Nancy, Reims, Toulon, Versailles etc., ferner in den französischen Colonien von Algier, Tunis, Oran, Hhenchela, Point à pitre (auf der Insel Martinique) St. Pierre etc. etc. Der competenteste Beweis für die immense Ausbreitung des Volapük in Frankreich ist wohl die Thatsache, dass Professor Kerckhoffs „Cours complet de Volapük“ bereits die 8., seine „Premiers éléments de Volapük“ aber schon die 45. (!) Auflage erlebt haben.

Die Buchhandlung von H. Le Soudier in Paris [27] 174 Boulevard Saint Germain hält stets umfangreiches Lager von allen das Volapük betreffenden Werken aller Nationen.

Diplomirte Volapük-Lehrer sind:

Barbiche, Alfortville.
Fabin, Mathurin, Postbeamter, Bordeaux.
Félice, E. de, Bordeaux.
Juclier, E., Ingenieur, Bordeaux.
Stempf, R. V., Kaufmann,     do.
Grunau, Jos., Theolog, Lyon.
Götzelmann, Heinrich, Marseille.
Champ-Rigot, St. Maurice, Dep. Seine.
Demonget, A., Paris, 105 rue Lafayette.
Garcia, Val. P., Sprachlehrer, Paris, 24 Boulevard Poissonière.
Guignes, Hippolyte, Paris, 24 rue de la Glacière.

¹)
Kerckhoffs Aug., Paris, 17 Vauquelin.

Kerckhoffs, Pauline, Paris,     do.
Neubauer, Victor, Paris, 66 rue Fontaine au roi.
Nonne, Henri. Paris, 56 Boulevard de Port Royal.
Schwarz, S., Frau, Paris.
Streiff de Maxstadt, Paris.
Voirin, Jules, Paris, 17 rue Mayet.
Barazia Henri de Rubino, membre de la legion d’honneur, capitaine d’État, majore en retraite, La Rochelle, 12 rue chef de Ville.
Leroy, A., Lehrer, Unverre, Eure-et-Loire.
Pallier, Susanne, Mme., Viroflay, Seine et Oise.


5. Grossbritannien.

Auch dieses Land hat bereits eine grosse Anzahl von Volapük-Freunden, wozu wohl am meisten der Ausspruch Professor Max Müller’s von der Universität zu Oxford, eines der bedeutendsten Sprachforschers der Gegenwart beigetragen hat, welcher sagte, dass er die Schleyer’sche Weltsprache Volapük kenne und deren Principien vollkommen beistimme.

In London, Brimingham, Glasgow, Liverpool, Sheffield und anderen Orten findet man bereits viele Männer der Wissenschaft, des Handels und der Industrie, die sich eifrig mit Volapük befassen. Professor K. Dornbusch’s englische [28] Volapük-Grammatik und ein Wörterbuch dienen den Engländern vorläufig als Lehrmittel und es lehren Volapük:

Holden, Josef, Preston, Busby House.
Seret, W. A., Ingenieur, Glasgow, 131 Govan Road.
Bolian, Fritz, London, SW. 62 Elms. Rd. Clapham Common.

²)
Dornbusch, K., Director, London, 97 Strubland-Road.

Grunau, Josef, Theologe, Mill-Hill bei London.
Kleeberger, Paul, Lehrer, Trentwood.
Stowe, Margarete, Kensington Garden, London.


6. Italien.

So jungen Datums die Verbreitung des Volapük hier ist, so mächtig ist sie in kurzer Zeit geworden. In jeder nahmhaften Stadt Ober-Italiens existirt bereits ein Verein. An der Spitze der Bewegung zu Gunsten des Volapük stehen die Herren Cesare Sabatucci in Rom, Schriftsteller Cassio in Mailand, Professor Cesare Tedeschi in Neapel, Advocat Brignoni, Professor Oppiano, Ingeniur v. Amoretti, Le Neve Foster in Turin, und in neuerer Zeit hat Professor Angelo Ferretti vom Polytechnicum zu Reggio in der Emilia Bedeutendes für Volapük geleistet.

Italien hat seine Volapük-Grammatik für Italiener von Cardelli und eine in Mailand erscheinende Zeitung, deren wir an anderer Stelle genauer erwähnen.

In Italien wurden bis Ende August 1887 für den Volapük-Unterricht diplomirt:

Baldassare, Dr. Gallo, Chivasso.
Pellerano, Luigi, tenente d’artiglieria, Genua.
Motti, Pietro, Piacenza.
Zanca, Mario, pr. Arzt, Piadena bei Cremona.
Maroelli, Luigi, Pfarrer, Piana d’Arta.
Amoretti, Vicento, Turin.
Foster Le Neve, Turin, 13 str. della Providenza.
Biglia, Ernesto, Bankbeamter, Banca Nazionale, Vercelli.
Scribanto di Paola Angelo, Vercelli.
Massoero, Pietro, Photograph, Vercelli.


[29]
7. Niederlande.

Hier sind in allen grösseren Städten Vereine für die Verbreitung des Volapük entstanden und die Erfolge in dieser Richtung erhellen aus der später folgenden Liste der in den Niederlanden diplomirten Volapük-Lehrer, deren ausserordentlich grosse Zahl wohl genügender Beweis dafür ist, dass Schleyer’s Weltsprache in diesem Lande festen Fuss gefasst hat. Amsterdam und Rotterdam haben je zwei Volapük-Vereine, gute Lehrbücher für Holländer und Flämen sind erschienen von Professor E. J. L. Haastert, Professor Arthur Heyligers und Renier.

Verzeichnis der diplom. Volapük-Lehrer:

(Orte von A–Z alphabetisch geordnet.)

Rosendaal, Y., Hauptlehrer, Alkemade.
Beerendook, Maria, Turnlehrerin, Amsterdam.
Frackers, W. A. H. Capitän     do.

²)
Hemann, Ch. Bernh., Amsterdam.

Kreps, B. A., Amsterdam.
Diels, J. M., Lehrer, St. Antonis, Bockmer.
Langenhorst, S., Hauptlehrer, St. Antonis, Nordbrabant.
Belick, F. J. J., Lehrer, Apeldoorn, Gelderland.
Eufelen, S. van, Postbeamter, Appeltern,     do.
Stadt, H. van de, Director, Arnheim.
Werten, A. J. S., Lehrer, Beers bei Grave.
Besom, G. J. B. van, Vorstand, Bokstel.
Bloem, P. A., Holzhändler,     do.
Visser, C. A. de, Fabrikant, Bokstel.
Dutry van Haften, Rittmeister, Breda.
Ruyter, F. de, Advokat, Delft.
Jong, F. K. de, Lehrer, Druten, Gelderland.
Nolen, Katharina, Lehrerin, Dunksperloe, Gelderland.
Buismann, Simon, Eukhuizen.
Warmolts, H. R., Prediger, Eotta bei Groningen.
Ponten, E., Lehrer, Erlecom bei Nymwegen.
Scholten, W. F., Lehrer, Etten bei Ferborg.
Heyligers, Arthur, Redacteur, Gertruidenberg.
Smeets, J. R., Lehrer, Gendringen.
Besömo, Wilh. van, Goorle.
Wagtmans, L., Goorle bei Eilburg, Holland.

[30]

Wenneker, H. J., Gonda.
Heynen, F., Secretär, Grave.
Lovendaal, G. W., Literat, Grave.
Froesch, Adam, Josef, Gravenhaage.
Boddé, J. E., Handelsagent, Groningen.
Beckmann, J. Hauptlehrer,     do.
Fiet, A. Universitäts-Gärtner,     do.
Huitsing-Sicama, J. C. H.     do.

²)
Sluyters, J. A. F., Haarlem.

Vos, J. H.,      do.
Josset, A., Lehrerin,     do.     Prinzenhof 1.

¹)
Winkler, Dr. E. C.,     do.

Aadriaanse, J. A., Lehrer, s’Heerenhoek.
Aadriaanse, L. O.,     do.
Moussault, Louise, Lehrerin, Hertogenbosch.
Riet, Wilhelm van Apotheker,     do.
Braakmann, J., Hillegom.
Pluim, E., Lehrer, Hoogland bei Amersfoort.
Mulders, Gerhardus, Lehrer, Horssen.

²)
Loman, G., Kamerik, Prov. Utrecht.

Haar, G. H. van der, Lehrer, Kampen.
Bockhorst, J. A., Hauptlehrer, Korkheugen bei Utrecht.
Kanis, Rutgers, Lehrer, Koog bei Amsterdam.
Plasmeyer, A. F., Kralingen bei Rotterdam.
Bakker, S., Lehrer, Kropswolde bei Groningen.
Hoytema, M. P. A. van, Knilenburg.
Faber, J. G., Lehrer, Lent.
Gerritsen, W. L., Baumeister, Lent.
Houtermann, J. W., Lehrer, Lent.
Oldenhove, J., Feuerbeamter,     do.
Wildenbest, B. J., Lent.
Bickbergen, A. K., Hauptlehrer, Leeswarden.
Kerkhoven, Rudolf, Lochem.
Weber, Dr. Josef, Luxemburg.
Hooffmann’s, S. M., Lehrer, Middelburg.

²)
Verbrugh, Maria Johanna,     do.

Verstraaten, A. F. C., Cigarrenfabrikant, Mill.

²)
Hoof, Hendrick van, Neederasselt bei Nymegen.

Alphen, H. P. van, Nimwegen.

²)
Zwaanswyk, M. Hauptmann, Nimwegen.

Lavaleye, J. S., Niewburen b. Leenwarden.
Merco, T. F. Y., Lehrer, Airschot.
Fick, P. C., Kaufmann, Oosterhont bei Breda.

[31]

Kamp, Heinr. van de, Hauptlehrer, Oosterhont.
Keulemann, Adrian, Oosterhont.
Mertens, Constantin, Secretär, Oosterhont.
Verbysen, H. A., Lehrer, Coyen a. d. Maas.
Vugt, T. H., van, Coyen.
Hidinger, P. F., Oberin, Ouden-Bosch.
Kramers, M. E. C., Ordensfrau,     do.
Aaken, F. C. van, Lehrer, Ravenstein, Noordbrabant.
Hendrix, J., Roelof Arendsveen bei Alkemade.
Verlegh, W. N., Notariatskand, Roermund.

²)
Haastert, E. F. L., Realienlehrer, Rotterdam.

Hobbel, J., Redacteur, Rotterdam.
Keyzer, E. M. E. de, Oberlehrerin, Rotterdam.
Lutomirski, A. D., Sprachlehrer,     do.
Maden, F. van de,     do.
Post, Wilhelm Kornelis, Rotterdam.
Post, Johanna,     do.
Schmitzler, J. M., Sprachlehrer, Rotterdam, Keizerstrasse 21.
Tennissen, P., Lehrer, Rotterdam.
Ulden, A. H. van,      do.
Vos, M. J. M., Oberlehrer, Rotterdam.
Wolff, J. C. de, Rotterdam.
Goudschal, U. P. D., Prediger, Scheemda.
Both, F. L. G. Z. M. de, Terborgh.
Mutsaers, A., Tilburg.
Cornelissen, Joh. F., Lehrer, Tilburg.
Hanse, Mich. Adrian, Hauptlehrer, Utrecht.
Hoebens, J. J., Lehrer, Volkel bei Uden.
Laarschot, Franzis, van de, Lehrer, Vught.
Heeswyk, G. M. v., Vught.
Phypfer, H. W., Hauptlehrer, Vught.
Eervooren, E. V., Hauptlehrer,   do.
Zeeburgh, Pieter, Dojes, van, Warfirm bei Groningen.
Leonards, G. F. J., Oberlehrer, Wynsbergen bei Dentichem.
Straelen, E. J. A. van, Woerden.
Straay, J. van der, Oberlehrer, Woerden.
Maanen, G. A. F., van Hauptlehrer, Zeddam.
Reufl, J. J., Hauptlehrer, Zeevenaar.
Mujdermann, Johanna, E., Zwolle.
Mujdermann, G. W., Zwolle.
Postel, Joh. G. W., Lehrer, Zwolle.


[32]
8. Oesterreich-Ungarn.

Wenn wir über die Fortschritte des Volapük in der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie referiren, müssen wir in aller erster Reihe eines Mannes erwähnen, der schon in den frühesten Anfängen des Volapük sich mit demselben eingehend befasste, so dass er heute entschieden zu den tüchtigsten Kennern des Volapük zu zählen ist, eines Mannes, der alle freie Zeit, die ihm sein schwieriger Beruf übrig lässt, der guten Sache des Volapük widmet, und der schon im Jahre 1884 das Präsidium des Volapük-Congresses innehatte, wir meinen Herrn Dr. Moriz Obhlidal, praktischer Arzt zu Wien-Meidling. Er war der Begründer und Obmann des „I. österreichischen Weltsprache-Vereines“, eines der ältesten Clubs für Volapük und ist gegenwärtig Präsident des Wiener wissenschaftlichen Weltsprache-Vereines. Ausser Herrn Dr. Obhlidal waren es noch der nimmermüde allezeit liebenswürdige Herr Hofkunsthändler Oscar Kramer, Herr Ober-Official Julius Lott, Herr Gymnasial-Professor Alfons Ritter von Rylksi, Herr Lehrer Josef Schmidjörg und ganz besonders der kunstsinnige Mitchef der Weltfirma „Gebrüder Thonet“, Herr August Thonet, welcher in munificientester Weise die Verbreitung des Volapük durch pecuniäre Unterstützung vielfach fördert. In der Zeit vom 1. Januar bis Anfangs Mai wurden 7 unentgeltliche Paralell-Lehrcurse in Wien (an der Universität, am Polytechnicum, in der Handelskammer, im nieder-österreichischen Gewerbe-Vereine etc.) abgehalten, welche von mehr als 2000 Hörern besucht wurden und vorzügliche Erfolge aufweisen konnten. Das Zustandekommen aller dieser Curse ist Herrn Oscar Kramer zu verdanken, welcher keine Mühe scheute, um die Abhaltung der Curse zu ermöglichen. Zum grossen Teile auch Herrn Kramer’s Verdienst ist es, dass am 22. April 1887 die constituirende Generalversammlung des wissenschaftlichen Weltsprache-Vereines [33] Volapük (im „wissenschaftlichen Club“) stattfand. In den Vorstand des Vereins wurden gewählt die Herren:

Emanuel Bachmayr, Kaufmann.
Thaddäus Dévidé, Privatier.
Paul Ritter von Duniecki, J. Dr., Advocat.
Wilhelm Ritter von Flattich, Architekt.
Rudolf Ritter von Gunesch, Civil-Ingenieur, Mitglied der k. k. Donau-Regulirungs-Commission.
Oscar Kramer, k. k. öst. u. k. bair. Hofkunsthändler.
Dr. Friedr. Linke, Docent an der k. k. Akademie der bildenden Künste.
Julius Lott, Ober-Official der Nordbahn.
Emil von Neumann, Eisenwerksbesitzer.
Med. Dr. Moriz Obhlidal, k. k. Landw.-Regts-Arzt.
Robert Pöschl, Handelsschul-Director.
Josef Schmidjörg, Volksschullehrer.
Sigmund Spielmann, Beamter der k. k. pr. öst. Länderbank.
August Thonet, Fabriksbesitzer.
Dr. Constantin Vidmar, Cooperator.

Die „Wiener allgemeine Zeitung“ eröffnete am 25. April 1887 eine specielle „Zeitung für Volapük“, welche allvierzehntäglich Montag im Hauptblatte enthalten ist und deren Redacteur der bestbekannte pädagogische Schriftsteller Thaddeus Dévidé ist. Sowohl in dieser „Zeitung für Volapük“ als auch in der „Neuen illustrirten Zeitung“ erschienen kurze Grammatiken des Volapük, die erstere von Herrn Dévidé, die letztere von Herrn Prof. Alphons Ritter von Rylski.

Für das Schuljahr 1887/88 hat Herr Director Robert Pöschl an seiner Handelsschule Volapük eingeführt, welches er selbst lehrt und gleichzeitig wird auch ein Lehrcurs für Volapük an der Director Singer’schen Handels-Lehranstalt in Wien eröffnet. Dies und vieles Andere sind Erfolge des [34] Anfangs 1887 gegründeten Vereins. Aber auch in anderer Beziehung wird die Sache des Volapük in Oesterreich-Ungarn gefördert. Und zwar hat Se. kaiserl. Hoheit, der Kronprinz Erzherzog Rudolph von Oesterreich mit Entschliessung vom 27. Juni 1887 dem Gymnasial-Professor Dr. Siegfried Lederer in Wien, einem sehr eifrigen und tüchtigen Anhänger des Volapük gestattet, sein (des Kronprinzen) Werk: „Eine Orientreise“ in die Schleyer’sche Weltsprache zu übertragen. Dass gegenüber dem leuchtenden Beispiele so hohen Interesses für die Schleyer’sche Idee künftighin zunächst der unbedachte leichtfertige Spott verstummen muss, ist selbstredend.

Und thatsächlich hat sich Militär, Geistlichkeit, Beamtenschaft und hauptsächlich der Handelsstand des Volapük bemächtigt. Als ausgezeichnetes Fortbildungsmittel im Studium der Weltsprache Volapük erschien vor kurzem eine „Sammlung deutsch-weltsprachlicher Wörter und Gespräche“ von Dr. M. Obhlidal und Director Robert Pöschl im Verlage bei Carl Kravani in Wien. Im transleithanischen Theile der Monarchie ist die Verbreitung des Volapük wohl erst in ihren Anfängen, doch verspricht die Bewegung auch dort grosse Dimensionen anzunehmen; die Herren Professor Dr. Karl Pozder, Professor Joh. Eperjessy, Georg Bánfy, Frau Rosa Kalocsa (pseud. Nagy Sandor) und Andere thun das ihrige dazu.

An diplomirten Volapük-Lehrern zählt Oesterreich-Ungarn gegenwärtig 50 Personen, und zwar:

²)
Bauer, Georg, Realschul-Professor, Agram.

Depoli, Natalis, Telegraphenbeamter, Agram.
Faworek, Henriette, Bielitz Biala.
Svoboda, Vincenz, k. k. Bergbeamter, Birkenberg, Böhmen.

²)
Hermann, Dr., Ignaz, k. k. Reg.-Arzt, Bjelnia, Bosnien-Herzegowina, Bon. No. 1.

Capello, Dr., Osvino med Canal St. Boro Tirol.
Brunnmeister, F. J., Brezova-Hora, Böhmen.
Drexel, Eligius, Brunneck, Tirol.

[35]
²)
Pozder, Carl, Prof. Dr., Budapest.

Rhomberg, Aug., Buchhalter, Dornbirn.
Dierich, Anton, Essegg.
Carminati Giampaola, Lehrer, Fiume.
Fleischer, Joseph, Lehrer, Graupen bei Teplitz.
Kraynág, Marianna, Wwe., Hall bei Innsbruck.
Leonhard, P. O. St. Fr. M. Wörnhart, Hall bei Innsbruck.
Wirsching, Angelika, Hall bei Innsbruck.
Weissenberger, Marianne, Hetes Somogyer Com.

¹)
Banfi, Georg, Grundbuchführer, Kapuvár bei Oedenburg.

Klein, Armin, Dr., prakt. Arzt, Késmark.
Backer, Richard, Hilfsbeamter, Kitzbüchel.
Fellner, Job., prakt. Arzt, Kitzbüchel.
Rohan, Karl, Klobouk bei Auspitz.
Langer, Anton, Leitmeritz.
Giulini, Alois, Agent, Linz, Eisenbahngasse 1.
Maly, Franz, Lehrer, Loybichl bei Mondsee.

²)
Bakalarz, J. M., Kaplan, Lundenburg.

Babarovic, Massimiliano, Milna, Dalmatien.
Cyprian, Martin, Director der k. k. Tabakfabr., Monasterzyska, Galizien.
Schneider, Anna, Lehrersgattin, Mühlbach, Salzburg.
Kovács, Stanislaus, k. k. Lieutenant, Peterwardein.
Schneider-Arno, Elsa, Baronesse, Peterwardein.

²)
Wolf, Dr. Franz, k. k. Reg.-Arzt, Peterwardein.

Binder, Eduard, Handelslehrer, Wels.

²)
Devidé, Thaddeus, Wien I, Schottenring 4.

Günzel, Josef, Stenograph, Wien, Währing. Schulgasse 34.

²)
Lederer, Dr. Siegfried, Gymn.-Prof., Wien, I. Graben 14.
¹)
Lott, Jul., Ober-Offic., Wien II, Darwingasse 7.

Mally ,Jul., k. k. Ober-Lieut., Wien IV, Getreidemarkt-Kaserne, II. Genie-Regt.

²)
Nosek, Carl, k. k. Hauptmann, Wien, Reichskriegs-Ministerium.

Neupauer, Dr. Jos., Ritter v., Advocat, Wien-Währing.

¹)
Obhlidal, Dr. M., Wien-Meidling, Ruckergasse 4.

Perskavecz, Eleuthere, Prof. d. franz. Sprache, Wien III, Seidlgasse 33.
Pöschl, Robert, Handelsschul-Direcotr, Wien I., Getreidemarkt 16.
Rylski, Alfons, Ritter von, Professor. Wien III, Hörnesgasse 3.

²)
Schmidjörg, Josef, Lehrer, Wien X, Columbusgasse 1.

Spielmann, Siegmund, Bankbeamter, Wien IX. Währingerstr. 3.
Wegemann, Victor, Postbeamter, Wien.
Piskorz, Const., Bergbeamter Witkowitz.
Caric, Juray, Zara.


[36]
9. Portugal.

In Lissabon, Porto, Braga, Lamego, Coimbra und auf der Azoren-Insel St. Miguel wird Volapük bereits gelehrt, Professor José da Silva-Teixeira in Porto hat ein Lehrbuch des Volapük für Portugiesen herausgegeben, und ist diplomirter Volapük-Lehrer.


10. Rumänien.

Die Initiative zur Verbreitung des Volapük in diesem Lande haben die Herren Handelsschul-Director Licherdopol (Bukarest), welcher von der „Association pour la propagation du Volapük“ in Paris das Diplom eines Weltsprache-Professor erhielt, und Director Lukaszewski in Jassy ergriffen.


11. Russland.

Was das grosse Czarenreich betrifft, so gestaltet sich die Verbreitung des Volapük daselbst sehr intensiv; ein Vortrag des Staatsrathes, Professor Eugen Bieck in Moskau über die Schleyer’sche Weltsprache war von über 600 Zuhörern besucht und der Erfolg dieses Vortrages bestand darin, dass sich gegenwärtig Männer aus den höchsten Ständen mit Volapük befassen. – Ausser Herrn Bieck stehen Herr Ingenieur Waldemar Rosenberger in St. Petersburg und Herr Hofrath Professor Karl Arnold in Moskau an der Spitze der Bewegung für Volapük und vom Schwarzen Meere bis nach Finnland hinauf giebt es zahlreiche Volapükisten und Volapük-Vereine.

Für das Volapük-Lehramt diplomirt sind in Russland:

Faiwischewitsch, Boris, Bergingenieur, Alexandrowsk-Gruschewsk.
Fain, Josef, Alexandrowsk-Gruschewsk.
Chandot, Leon, Prof., Cherson.

[37]

Neovius, Arvid, Helsingfors, (Finnland).

²)
Grusinzeff, Alex., Kostroma.

Osnobischin, Alex., Lasovka, (Tambov).

¹)
Arnold, Karl, Hofrath, Moskau.
¹)
Bieck, Eugen, Staatsrath, Moskau.

Potulow, Nicolai Iwanowitsch, Moskau.
Riabinin, Dr. Mich., Moskau.
Odnosumova, Marya, Nowonichestebliewskaja im Kaukasus.

²)
Cholin, Iwan, St. Petersburg.

Enderneitt, H., Frl., St. Petersburg.
Harrison, Henry J., Sprachlehrer, St. Petersburg.

¹)
Rosenberger, Waldemar, Ingenieur,     do.     14 Grosse Puschkarskaja.

Soboleff, Alex. Josifowitsch, St. Petersburg.
Selegen, Sergey Michailowitsch, Trostjanez bei Charkoff.
Zdziarski, A. F., Ingenieur, Wotkinsk.


12. Schweden und Norwegen.

Christinehamm in Schweden wird die erste Stadt sein, welche (vom Schuljahre 1887/88 ab) Volapük an der dortigen Mittelschule als obligaten Lehrgegenstand einführt.

Stockholm, Christiana, Gefle, Drontheim haben Volapük-Vereine; Herr G. Liedbeck in Finspong hat eine Volapük-Grammatik für Schweden erscheinen lassen und ein eigenes Wörterbuch ist in Bearbeitung.

Volapük-Lehrer sind hier:

Stenborg, O. J., Buchhändler, Askersund, Schweden.
Ronne, Harald Christ, Dampfschiffsbeamter, Drontheim, Norwegen.
Liedbeck, Gustav, Finspong, Schweden.
Nilson, August, Gefle, Schweden.
Mobeck, E. E., Jönköping, Schweden.
Runström, John, Stockholm.


13. Schweiz.

Auch hier finden wir eine sehr grosse Verbreitung des Volapük. Vereine bestehen zu Zürich, Genf, Herisau, St. Gallen etc. und Unterricht wird ertheilt in Lausanne, Vevey, Falwyl, Appenzell und anderen Orten.

[38] Verzeichniss der hier diplomirten Lehrer:

Wehrle, Anton, Lehrer, Andwyl, St. Gallen.
Geser, Josef Anton, Lehrer, Bischwell.
Waltisbühl, J. Anton, Rechtsagent, Bremgarten.
Bösch, Johann, Lehrer, Degersheim, St. Gallen.

²)
Haagmann, Josef, Degersheim.

Pfändler, Adolf, Lehrer, Degersheim.
Mauchle, O., Pädagoge, Feldrier bei Gossau.
Herrmann, Oskar, St. Gallen.
Schmid, G., Lehrer, St. Gallen.
Sütter, E., Archit., Gonterbad, C. Appenzell.
Schefer, J. J., Herisau.

²)
Sonderegger-Tanner, Emil, Herisau.

Sonderegger, Emil, Kaufmann,     do.
Wirth, Gottlieb, Lehrer Jonschwyl, St. Gallen.
Bättig, M. Paula Josefa, Schwester, Kloster Altstätten, St. Gallen.
Kurathe, Emil, Rorschach.
Wesseling, S. J. H., Vevey.


14. Spanien.

Von Frankreich aus kam Volapük nach Spanien. Dort sind die eifrigsten Verfechter der Schleyer’schen Weltsprache Nicolas de Ugarte und Dr. Fernandez Iparraguirre in Guadalajara, Professor José Letamendi in Madrid, Malevolti in Barcelona und de Zubiria in Bilbao. – Ausser in den hier genannten Städten wird Volapük-Unterricht erteilt in Sevilla, Pamplona, Coruña, Malaga, Santander und auf fast sämmtlichen Antillen-Inseln. An der Madrider Universität hat Professor Letamendi einen Lehrstuhl für Volapük errichtet. Spanien hat bereits mehrere gute Lehrbücher für Volapük und auch ein Wörterbuch.

Liste der Volapük-Lehrer:

Malevolti, A., Barcelona, 78 Escudillers.
Vinyals, D. José Angles y, Prof., Barcelona.
Zubiria, J. M. de, Bilbao.
Jparraguirre, Fernandez, Dr. Professor, Guadalajara.
De Arcey, Bodega, Joaquin, Professor, Madrid.

[39]
¹)
Ugarte, Nicolas de, Milit.-Ing. Guadalajara.

Casal, José Serapio, Puentedeume, (Corunna).


Die Türkei hat in Constantinopel mehrere Anhänger der Schleyer’schen Welt-Sprache, vor Allem ist es Herr Dompierre von der „Agence Orientale Carekem“ (Deirman Han) welcher Volapük propagirt.


Aber auch ausserhalb Europa’s hat Volapük schon zahlreiche Anhänger. So besonders in Amerika. In jeder grösseren Stadt giebt es hier Volapük-Kundige und auch Vereine – sowohl in Nord- als auch in Süd-Amerika.

Das Volapük-Lehrer-Diplom erhielten in Amerika bis jetzt:

Reime, Franz, Belleville, Illinois.
Schnyder, Jos. Otto, Professor, Buenos-Ayres.
Jessing, Josef, Hochw., Redacteur, Columbus, Ohio.
Reissdorf, Josef, Pfarrer, Cottreville, Michigan.
Marks, Fr. A., Rector, Jerseyville, Illinois.
Cluse, Wilhelm, Germatown, Clienten Co., Illinois.
Hetzinger, Ephrem Maria O. S B., Hochw. Newark, Maryland.
Sprague, Ch. E., New-York, 1271 Broadway.
Strauss, T. Chas., New-York.
Rudy, Abraham, San Francisco, 305 Kearnystrasse.

²)
Rodeck, Herm., Lithograph, San Juan de Portorico.


Wenden wir uns nach Asien, so finden wir hier selbst in China schon Volapükisten und einen Lehrer für Volapük, Herrn Professor Pietro Paoli in Shanghai, welcher erst seit kurzem Volapük in seinem Wohnorte propagirt, aber schon hübsche Erfolge aufzuweisen hat.

In Klein-Asien macht Volapük ganz besonders in Beyruth grosse Fortschritte, wo namentlich der k. k. Postdirector Josef Bernhaupt, aber ausser ihm auch Eingeborene Unterricht in Volapük ertheilen, so der arabische Lehrer Butros Gasancian und der Araber Djemel Beg. – In Jerusalem lehrt Herr P. Hermann, in Jaffa Herr Weinzweig, in Kaifa Herr Lange, Professor an der protest. Schule, Volapük.


[40] Auch Afrika hat Volapükisten (ausser den französischen Colonien); in Alexandrien lehrt P. Ladislaus Schneider, wie er selbst berichtet, mit grossem Erfolge, in Cairo der Buchhändler Kaufmann eifrig Volapük und selbst in Cape-town (an der Südspitze Afrika’s) giebt es Volapükisten.

Schliesslich haben wir eifrige Verbreiter des Volapük auch in Australien, und zwar in den Städten Sydney und Melbourn (Herr Buchhändler Robertson). –

Diese Uebersicht dürfte zur Genüge zeigen, welche Dimensionen die Ausbreitung der Schleyer’schen Weltsprache in dem kurzen Zeitraume von kaum 7 Jahren gewonnen hat und lässt auch annehmen, dass die Propagation nicht erschlaffen wird – dafür sorgen schon die viereinhalb Hundert Personen, welche Volapük-Lehrer-Diplome besitzen! –


[41]
Bericht
über den II. internationalen Volapükisten-Congress zu München 1887.


Das Programm des Congresses war folgendes:


6. August:

Empfang der auswärtigen Festgäste im Centralbahnhofe; Anweisung von Wohnungen.
Abends 8 Uhr: Feierliche Begrüssung der Gäste im Saale des Arzberger-Keller, Nymphenburgerstrasse 71.


7. August:

9 Uhr: Wahl des Präsidiums der Versammlung im Saale des Löwenbräu-Keller, Stiglmaierplatz.
10 Uhr: Öffentliche Festversammlung ebendaselbst. Verschiedene Reden über »Weltsprache«.
1 Uhr: Festessen im Restaurant Ungerer, Dachauerstrasse 9.
5 Uhr: Erste geschlossene Sitzung im Löwenbräu-Keller.
8 Uhr: Gesellige Vereinigung im Löwenbräu-Keller.


8. August:
9 Uhr: Zweite geschlossene Sitzung Brace segment, right, end-top.svg im Löwenbräu-Keller
4 Uhr: Dritte geschlossene Sitzung Brace segment, right, mid.svg
8 Uhr: Grosses öffentl. Gartenfest Brace segment, right, end-bot.svg


9. August:

9 Uhr: Vierte geschlossene Sitzung im Löwenbräu-Keller.
Nachmittags: Ausflug an den Starnberger See.


[42] Am 6. August wurden die ankommenden Congress-Gäste seitens des Münchner Volapük-Vereins auf dem Central-Bahnhof herzlichst begrüsst und speciell der Empfang des Autors der Weltsprache, Herrn Johann Martin Schleyer’s gestalte sich ganz besonders feierlich.

Die officielle Begrüssung der Gäste erfolgte im Arzberger-Keller durch den Königl. Seminar-Präfecten Herrn Heinrich Schnepper, welcher in formvollendeter Rede Alle willkommen hiess und zum Schlusse ein Hoch auf den Prinz-Regenten Luitpold von Bayern ausbrachte, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten.

Herr Schleyer dankte für den freundlichen, schönen Empfang, welchen ihm seine Anhänger in Bayern’s Hauptstadt bereitet hatten, und schloss mit dem Ausrufe: „Vivat, crescat, floreat Volapük“, worauf die Volapük-Hymne von den Versammelten stehend gesungen wurde.

Bei dem darauffolgenden gemeinsamen Mahle brachten die Herren Dr. Obhlidal, Kniele, Lautenbacher, Georg Schmid, Dr. van der Stadt u. A. Trinksprüche aus, welche allerseits lebhaft acclamirt wurden.

Am 7. August, morgens 9 Uhr begannen die eigentlichen Congress-Verhandlungen und zwar schritt man vorerst zur Wahl des Präsidiums, welches sich folgendermassen constituirte:

II. Präsident: Universitäts-Professor Dr. Alfred Kirchhoff (Halle a./d. Saale).
II. Präsident: Reichsrath Wilhelm Graf von Tauffkirchen (München).
II. Secretär: Ingenieur Karl Gross (München).
II. Secretär: Rector Julius Fieweger (Breslau).
II. Beisitzer: Ober-Official Julius Lott (Wien).
II. Beisitzer: Dr. van der Stadt aus Arnheim (Holland).

Hierauf stellte der zum Präsidenten des Congresses gewählte Dr. Kirchhoff der Versammlung den Autor der Weltsprache Volapük, Herrn Johann Martin Schleyer vor, welcher, zum Ehren-Präsidenten des Congresses proclamirt, sodann die Tribüne betrat, um in häufig stürmisch [43] acclamirter Rede über seine Auffassung, Ausarbeitung und die Bedeutung des von ihm begonnenen Werkes erläuternde Worte zu sprechen.

Anhaltender brausender Beifall folgte seinem Vortrage.

Als Zweiter hielt Schriftsteller und Afrikareisender Leop. Einstein aus Nürnberg einen Vortrag über „die Geschichte der Versuche in weltsprachlicher Richtung“; ihm folgte Professor Dr. Kirchhoff mit gehaltvollen Auseinandersetzungen über „die Ziele der Weiter-Entwickelung des Volapük“, worin er sagte:

„Der zweite Volapük-Congress schaut gleich einem Janushaupt mit doppeltem Antlitz in Vergangenheit und Zukunft. Freudiger Stolz verklärt sein rückwärts auf der Zeiten Strom gewendetes Gesicht, denn ein Wachsthum ohnegleichen hat unsere Weltsprache im Laufe von kaum acht Jahren über den Erdball verbreitet, ja der von treuer Hand am Schwäbischen Meer gepflanzte Baum hat sein kühn nach allen Seiten über sämmtliche Culturländer diesseit und jenseit des Weltmeeres ausgerecktes Geäste mit jedem Jahre seines Lebens immer rüstiger entfaltet; schon heute können wir von dieser Schöpfung sagen, was von jedem echten Erzeugniss menschlicher Ideenkraft gilt: Ars non habet osorem nisi ignorantem! Jedoch nur derjenige darf sich mit sorgenloser Zuversicht des Erreichten freuen, der nimmer sich genug thut. Allein im Bewusstsein strenger Verpflichtung zu stetiger Weiterarbeit liegt die Gewähr dauernden Erfolges. Ernst ziemt es uns daher den Blick zu richten auf die Zukunft unseres gemeinsamen Werkes. Ein Schiff, schlecht gesteuert, hält seinen Curs nicht um so besser ein, nein, es verliert ihn um so sicherer, je zahlreicher und emsiger die Kräfte an seinem Bord beschäftigt sind, die Ruder zu regen, die Segel zu stellen; auf festes Einhalten der richtigen Zielpunkte kommt alles an. Seien wir darum vor allem auf der Hut, dass niemals nationale Eifersucht nach dem Steuer unseres Fahrzeuges greife! Nicht nach dem Sonderbelieben [44] irgendeiner Nation, einzig und allein nach sachlichen Erwägungen muss die Weiterbildung einer Sprache geschehen, falls sie auf den Adelsnamen einer Weltsprache, einer internationalen Vermittelungssprache Anspruch behalten will. Sodann aber darf auch keinerlei persönliche Willkür die Hand ans Steuer legen; das käme einer Meuterei an Bord unseres Schiffes in verhängnissvoller Wirkung gleich. Ob Spanier oder Russen, Schweden oder Aegypter uns zu Aenderungen drängen wollen – gleichviel, wir haben die heilige Pflicht, ihnen nicht zu willfahren, falls sie sich eben nur auf persönliche Wünsche dabei berufen. Innerhalb des klar abgesteckten Gränzbereiches unserer Weltsprache ist uns ein Befehl Vater Schleyers viel heilsamer, als all die verlockenden Sirenenrufe veränderungslustiger Stürmer; wir folgen jenem Befehl nicht als willenlose Sklaven, sondern als wohldisciplinirte Armee unter zielbewusster Führung. Noch jüngst ward uns Schlimmeres als Knechtessinn vorgeworfen seitens eines Lobredners jeder fast an Irrsinn gränzenden Sprache, des Wechselbalges unseres Volapük, der sogenannten Pasilingua (man könnte sie ebenso stilvoll Omnibussprache nennen). Und warum? Weil wir die Zahlwörter nicht nach dem Modell irgendeiner historisch gewordenen Sprache, sondern nach dem vermeintlichen Tyrannenbefehl unseres Sprachersinners formen. Doch welch ein kümmerlicher Unterschied! Wir sprechen bal, tel, kil, weil es uns der Schöpfer unserer Sprache gemäss jenem Princip so lehrte, ohne welches die Weltsprache die Kosten der Erfindung nicht lohnen würde: nach dem Princip möglichster Vereinfachung im sprachlichen Verkehr. Die Völker sagen eins, zwei, drei, oder un, deux, trois, weil ganz ohne bewusstes Zweckmässigkeitsprincip der usus tyrannus der Altvordern, im letzten Ende eine Horde von Ur-Indo-germanen es so vorgeschrieben hat. Der Menge scheint freilich gar oft ehrwürdig, was nicht Vernunft, sondern graues Alter heilig gesprochen! Unser allverehrter J. M. [45] Schleyer ist so weit davon entfernt, das Joch einer selbstherrlichen Gewalt uns aufzuerlegen, dass er vielmehr aus eigenem Antrieb dieser hohen Versammlung den Plan einer Art von constitutioneller Verfassung zur Weiterpflege seiner Sprache zu unterbreiten im Begriffe steht. Es wäre Anmassung, den Berathungen über diesen äusserst schwierigen Gegenstand hier vorzugreifen. Gelänge es, die Fortentwicklung des Volapük nicht an demokratische Majoritätsbeschlüsse, sondern an den gewissenhaften Schiedsspruch eines Areopags weniger, aber gründlich einsichtsvoller Männer aus den Hauptculturvölkern der Erde zu ketten, so würde jeder wahre Freund unserer gemeinsamen Sache eine solche Wendung begeisterungsvoll segnen. Nur über einen rein sachlichen Gesichtspunkt müssen wir uns gleich von vornherein klar werden, nämlich darüber, dass ein gedeihlicher Fortschritt unserer Weltsprache nicht etwa den blossen Ausbau des naturgemäss noch lückenhaften Wortschatzes fordert, sondern noch weit dringlicher die strengste Sichtung der bereits vorhandenen Rechtschreibungs-, Flexions-, Satzbauregeln und Wortgebilde. Alles, was sich bei dieser viel Selbstlosigkeit heischenden Durchmusterung als im Widerspruch mit der unerbittlichen Forderung vollendetster Einfachheit, ausnahmloser Gesetzmässigkeit stehend vorfindet, muss fallen. Es wird dessen zum Glück ja nicht viel sein. Aber nur eine schwächliche Liebe zu Buchstaben, Wortformen oder grammatischen Sätzen, an welche man sich vielleicht ein paar Jahre gewöhnt hatte, oder ein zu gefährlicher Veknöcherung unserer jugendkräftigen Weltsprache führender blinder Erhaltungstrieb könnte in solcher Vornahme Unheil wittern, statt nothwendiger Heilung. Conservativ im edlen Sinne darf sich nicht nennen wer alles erhalten will, was da ist, und eben bloss darum, weil es vorhanden ist; nur derjenige Conservative macht seinem Namen Ehre, welcher über Bewahrung des Guten wacht. Wo immer in dieser oder jener Kleinigkeit, hier und da vielleicht auch in einem [46] gewichtigeren Falle gegen das besagte Lebensprincip der Weltsprache, Einfachheit verbunden mit Gesetzmässigkeit und frei von nationalen Idiotismen, verstossen wurde, da ist eben ein ungehöriges Element in dieser Sprache gebracht, da ist gleichsam die schöne harmonische Ordnung unseres weltbürgerlichen Staates von einer wohl unbeabsichtigten Partialrevolution gestört; da also ist Abstellung nicht sowohl erlaubt als geboten. Nur wenn wir geschehene Uebergriffe über die unzweideutigen Vorschriften des selbstgestifteten Kanons (obschon gewiss in bester Absicht geschehene) noch rasch in dieser Epoche jugendlicher Bildsamkeit unseres Sprachorganismus nachsichtslos wieder rückgängig machen, erlangen wir die unbestreitbare Befugniss, jene mehrfach aus Nähe wie Ferne drohenden muthwilligen Uebergriffe in alle Zukunft standhaft zurückzuweisen. Entweder ist das Volapük eine müssige Erfindung, unwürdig der Beachtung ernst denkender Menschen, wie das unsere Gegner in der That annehmen, oder es ist diejenige Sprache, welche durch vollkommenste Einfachheit und daraus hervorgehende Leichtigkeit, so des Erlernens wie der Handhabung, die hohe Mission eines wechselseitigen Verständigungsmittels aller Völker der Erde erfüllt. Ein Drittes gibt es nicht. Erhalten, erringen wir der uns Allen am Herzen liegenden Sprache die Befähigung, ihrer erhabenen Aufgabe zu genügen. Ehe zum dritten Male die Sonne untergeht von jetzt ab, sind die Würfel gefallen. Mag ein glücklicher Stern über dieser Versammlung am Ufer der Isar erglänzen! Machen wir es zu unserem Losungswort: volapük balik, volapükels baladik!

Kirchhoffs markige Worte erregten stürmischen, anhaltenden Beifall.

Herr Lehrer Gutensohn aus München beschrieb sodann in übersichtlicher Weise die Verbreitung der Weltsprache Volapük in allen Welttheilen und wurden seine interessanten statistischen Mittheilungen mit Beifall aufgenommen.

[47] Nach Herrn Gutensohn sprach Herr Richard Herold, Philologe aus München und widerlegte in seiner Rede in klarer sachlicher Weise die Vorwürfe, welche dem Schleyer’schen Weltsprache-Systeme gemacht werden, indem er die „Identität der Lautverschiebung im Volapük und in anderen modernen Sprachen“ näher beleuchtete.

Nachdem dann noch Herr Anton Colling aus Ludwigshafen über „die Art der Verbreitung des Volapük“ gesprochen und praktische Winke in dieser Richtung gegeben hatte, wurde die öffentliche Festversammlung nach fast vierstündiger Dauer geschlossen.

Die Festtheilnehmer begaben sich sodann um 1 Uhr in das Restaurant Ungerer, woselbst das grosse Festmahl stattfand. Während der Tafel wurde eine Reihe sehr humorvoller Toaste ausgebracht.

Das Menu lautete:

München 1887.
Jölul 7 id. 7. August.
Lised zibas. Speisenkarte.
Zebasup. Gerstensuppe.
Fidamayonad. Fischmayonnaise.
Bübaloet ko löteps e fida plan yulibik. Roastbeef mit Kartoffeln und Blaukohl.
Loets gana e döka ko saläd ü pom pekuköl svidiko. Gänse- und Entenbraten mit Salat und süssem Dunstobst.
zib svidik. Süssigkeiten.


Am 7. August, Nachmittags 6 Uhr fand die erste geschlossene Sitzung statt.

Die Versammlung fasste in dieser Sitzung folgende Beschlüsse:

1) Das Zeichen „‛“ auszuscheiden und statt desselben den Buchstaben „h“ aufzunehmen;

[48] 2) für den bisherigen Buchstaben „ch“ den Buchstaben „q“ in das Welt-Alphabet aufzunehmen;

3) alle Eigennamen sind künftighin nach der Orthographie desjenigen Landes zu schreiben, welchem sie angehören; die Aussprache und die Lesung derselben ist in Klammer beizufügen und zwar in den Buchstaben des grossen (allgemeinen) Welt-Alphabetes und mit Bezeichnung des Accentes. Z. B. „Kirchheimbolanden“ = „Kirqheimbolánden“;

4) die Vocale „ä“, „ö“, „ü“ sind nicht mit den eingekerbten Buchstaben „a“, „o“, „u“ zu schreiben, sondern wie sie in der deutschen Sprache üblich sind. –

Die zweite geschlossene Sitzung fand am 8. August 9 Uhr morgens statt.

Herr Gymnasial-Professor Alfons Ritter von Rylski sprach über die Anwendung des „ji“ und „of“ und nach längerer Discussion fasste die Versammlung folgende Beschlüsse:

1) Wenn man von Personen spricht, ist jedes Stamm Wort zugleich die Bezeichnung für das Wort männlichen Geschlechtes[WS 1], mit Ausnahme natürlich jener Wörter, welche schon als Stamm-Wörter eine weibliche Person bezeichnen. Z. B. Frau, Dame, Mutter u. s. w.

2) Die von männlichen Hauptwörtern abgeleiteten weiblichen Hauptwörter erhalten zur Bezeichnung die Vorsilbe „ji“, z. B.:

tidel = Lehrer, jitidel = Lehrerin.
flen = Freund, jiflen = Freundin.

3) Wenn man von weiblichen Personen spricht, ohne deren Beruf bezeichnen zu wollen, so schreibe man z. B.: „Frau des Lehrers“ nicht „jitidel“, sondern „vom tidelä“ oder „jimatel tidelä“.

4) Wenn man aber das Geschlecht von Thieren bezeichnen will, so setzt man vor die Gattung des Thieres, wenn dieses [49] männlich ist „om“ und wenn es weiblich ist „ji“. Z. B.

omgok = der Hahn, jigok = die Henne,
omdog = der Hund, jidog = die Hündin.

5) Der Bindestrich „–“ ist nur bei den Silben „li“ und „la“ anzuwenden.

6) Bezüglich der Umstandswörter, welche mit „o“ endigen, wurde beschlossen, dass obwohl diese Endung besser wäre, als die auf „iko“, dürfe man jene Endung nicht verwenden, bevor die zukünftige Akademie über diesen Punkt entschieden habe.

7) Das Wort „ons“ gibt es künftighin nicht mehr im Volapük und man gebraucht nunmehr anstatt desselben in der Einzahl „ol“ und in der Mehrzahl „ols“.

In der dritten geschlossenen Sitzung wurde beschlossen, dass das „Volapükabled zenodik“ (Central-Weltsprache-Blatt) künftighin das gemeinsame Organ aller Volapük-Vereine sowohl, als auch der zu gründenden Akademie sein solle.

Ferner wurde auf Basis des vom Münchener und Wien-Meidlinger Vereines vorgelegten Statuten-Entwurfes die Gründung eines allgemeinen Volapük-Vereines beschlossen, welcher am 1. Januar 1888 ins Leben treten solle.

Zum Schlusse der Sitzung beantragte Herr Colling aus Ludwigshafen, dass anlässlich des nächsten Telegraphen-Congresses die Regierungen der dabei vertretenen Staaten angegangen werden mögen, Volapük zum Depeschen-Dienste zuzulassen, wie dies bereits in Russland und Dänemark der Fall ist.

In der Sitzung vom 9. August wurde Graf Tauffkirchen zum Direktor des Allgemeinen Weltsprache-Vereines gewählt, und der Beschluss gefasst eine Akademie zur Wahrung der sprachlichen Einheit des Volapük zu gründen, als deren Direktor aus der sofort vorgenommenen Wahl Professor Dr. August Kerckhoffs in Paris hervorging.

[50] Die Präsidentschaft der Akademie sowohl, als auch des Allgemeinen Vereines wurde selbstredend einhellig dem Autor des Volapük Herrn Schleyer übertragen, und zu Beiräthen der Akademie vorläufig folgende, als hervorragende Volapükisten bekannte Herren gewählt:

Deutsches Reich.
Julius Fieweger in Breslau.
Richard Herold in München.
Rupert Kniele in Allmendingen.
Heinrich Schnepper in München.

Grossbritannien.
Karl Dornbusch in London.
Josef Holden in Preston.

Italien.
Angelo Ferretti in Reggio.

Niederlande.
Dr. Winkler in Haarlem.

Oesterreich-Ungarn.
Georg Bánfy in Kapuvár.
Dr. M. Obhlidal in Wien-Meidling.
Alfons R. v. Rylski in Wien.

Portugal.
José da Silva-Teixeira in Porto.

Russland.
Waldemar Rosenberger St. Petersburg.

Schweden-Norwegen.
August Nilson in Gefle.

[51]
Nordamerika.

Ch. Sprague in New-York.

Asien.
Joseph Bernhaupt in Beyruth.

Diese Akademiker haben das Recht, Personen zu wählen, welche ihnen als Hilfsarbeiter zur Seite stehen.

Alles was die Grammatik oder das Wörterbuch betrifft, ist nun Gegenstand der Akademie.

In allen Länern werden von Herrn Schleyer als Präsidenten der Akademie Examinatoren ernannt, welche diejenigen zu prüfen haben, welche das Diplom als Weltsprache-Lehrer erhalten wollen.

Schliesslich kam man überein, den nächsten Congress für die Zeit der internationalen Ausstellung nach Paris einzuberufen, womit der geschäftliche Theil des zweiten Congresses erledigt war.

Im Namen der Versammlung dankte hierauf Herr Schleyer Herrn Professor Kirchhoff für seine umsichtige, vorzügliche Leitung der Congress-Berathungen und unter stürmischen Hochrufen auf den „datuval volapüka“ (Autor des Volapük) wurde der zweite internationale Volapükisten-Congress mit den besten Aussichten für die Zukunft des Volapük geschlossen.


[52]
Grammatik.
I. Die Buchstaben und ihre Aussprache.

Das Volapük-Alphabet hat 27 Buchstaben und zwar:

a, e, i, o, u, ä, ö, ü;
b, p, d, t, v, f, h, y, g, k, l, r, m, n, s, j, c, x, z.

Als Ausnahmen von der im Deutschen üblichen Aussprache dieser Buchstaben lauten:

1) v wie w; z. B. in vol (wol) Welt.
2) y j; yel (jel) Jahr.
3) j sch; jön (schön) Schönheit.
4) c dsch; cem (dschem) Zimmer.

In Volapük gibt es keine sogenannten „stummen“ Buchstaben, d. h. solche, die nicht ausgesprochen[WS 2] werden; man spreche daher stets jeden Buchstaben aus und lese demnach auch nebeneinander stehende Vocale getrennt, z. B.:

deut (Deutschland) stets  : de-ut.
disein (Zweck)  : dise-in.
geilik (hoch)  : ge-ilik.

Der Ton liegt in Volapük stets auf der letzten Silbe des Wortes.


II. Das Hauptwort und der Artikel.

Die Hauptwörter werden ausnahmslos declinirt, indem man in der Einzahl an das Stammwort im 2. Falle a, im [53] 3. Falle e, im 4. Falle i anhängt, während in der Mehrzahl in allen Endungen noch ein „s“ hinzukömmt; z. B.:

yel das Jahr, yels die Jahre,
yela des Jahres, yelas der Jahre,
yele dem Jahre, yeles den Jahren,
yeli das Jahr, yelis die Jahre.

Ausserdem hat Volapük noch einen Vocativ und zwar ist dies der 1. Fall mit vorgesetztem „o“ z. B.: o men! o Mensch!

Volapük hat gleich der lateinischen und russischen Sprache keinen Artikel.

Volapük unterscheidet die Geschlechter nur bei lebenden Wesen und zwar bezeichnet „om“ ein männliches und „ji“ ein weibliches Wesen.

Wenn man von Personen spricht, ist jedes Stammwort zugleich die Bezeichnung für das Wort männlichen Geschlechtes, mit Ausnahme natürlich jener Wörter, welche schon als Stammwörter eine weibliche Person bezeichnen, z. B. Frau, Dame, Mutter etc. (vom, läd, mot). Wenn man von weiblichen Personen spricht, ohne deren Beruf bezeichnen zu wollen, so schreibe man: „Frau des Lehrers“ nicht: ji-tidel, sondern „vom tidela“ oder „jimatel tidela.“

Wenn man aber das Geschlecht von Thieren bezeichnen will, so setzt man vor die Gattung des Thieres „om“, wenn es männlich, „ji“ wenn es weiblich ist, z. B.

omgok Hahn; jigok Henne,
omdog Hund, jidog Hündin.

Wenn das Hauptwort nicht näher bestimmt wird, so gebraucht man die Silbe „os“; z. B.:

gudik gut; gudikos das Gute.
valik alle; valikos Alles.

[54] Ebenso in den Ausdrücken:

nifos es schneit,
lömibos es regnet etc.

Man kann in Volapük aus den Stammwörtern andere Wörter ableiten und zwar:

1) Durch Anhängen der Silbe – „ilVerkleinerungen; z. B.:

flol Blume; flolil Blümchen.
lol Rose; lolil Röslein.
bim Baum; bimil Bäumchen.

2) Durch Anhängen der Silbe – „el“ die dem Stammwort entsprechende thätige Person; z. B.:

tid Lehre; tidel Lehrer.
yag Jagd; yagel Jäger.
pot Post; potel Postbeamter.

3) Durch Anhängen der Silbe „al“ die dem Stammworte entsprechende thätige Person höheren Grades; z. B.:

pot – Post; – potal – höherer Postbeamter.

4) Durch Anhängen der Silbe „an“ die dem Stammworte entsprechende thätige Person niederen Grades; z. B.:

pot – Post; potan – Postdiener.

5) Zur Bezeichnung abstracter Begriffe hängt man „äl“ an das Stammwort; z. B.:

tik Gedanke; tikäl Gedächtnis.
mon Geld; monäl Geiz.

6) Die Vorsilbe „leverstärkt, die Vorsilbe „lu“ hingegen verringert den Begriff des Stammwortes; z. B.:

cem Zimmer; lecem Saal; lucem Cabinet.
fid Essen; lefid Mal; lufid Frass.
juit Genuss; lejuit Hochgenuss.

[55] 7) Die Vorsilbe „ne“ bedeutet den Gegensatz zu dem betreffenden Stammworte; z. B.:

flen Freund; neflen Feind.
san Heil; nesan Unheil.


III. Das Eigenschaftswort.

Dieses wird aus den verschiedenen Stammwörtern gebildet durch Anhängen der Silben „ik“, „sik“, „lik“, „nik“ an dieselben; z. B.:

jön Schönheit; jönik schön.
gud Güte; gudik gut.
geil Höhe; geilik hoch.
boadik hölzern; boadsik holzig; boadlik holzicht.
stonik steinern; stonsik steinig; stonlik steinicht.

Um das Eigenschaftswort zu steigern, hängt man an dasselbe die Nachsilben „um“ im Comperativ und „ün“ im Superlativ an; z. B.:

jönik schön; jönikum schöner; jönikün am schönsten.
gudik gut; gudikum besser; gudikün am besten.
geilik hoch; geilikum höher; geilikün am höchsten.

Hierbei ist zu bemerken, dass in Volapük auch Hauptwörter (und gwar stets in positivem Sinne) gesteigert werden können; z. B.:

tip Spitze (eines Berges, Baumes).
tipum die höhere Spitze.
tipün die höchste Spitze.
flen Freund.
flenum der bessere Freund.
flenün der beste Freund.

[56] Das Eigenschaftswort wird immer, wenn kein besonderer Nachdruck darauf gelegt wird, dem Hauptworte nachgesetzt und unverändert gelassen; z. B.:

tidel gudik der gute Lehrer.
flol jönikum die schönere Blume.
bim geilikün der höchste Baum.


IV. Das Zalwort.

Es giebt 8erlei Zahlwörter und zwar:

1) Grund-Zalwörter:

1 – bal, 2 – tel, 3 – kil, 4 – fol, 5 – lul, 6 – mäl, 7 – vel, 8 – jöl, 9 – zül.

10, 20, 30, 40 u. s. w. werden durch Anhängen des Buchstaben „s“ gebildet, demnach heisst:

10 – bals, 20 – tels, 30 – kils, 40 – fols, 50 – luls, 60 – mäls, 70 – vels, 80 – jöls, 90 – züls und die Zusammensetzung dieser mehrfachen von 10 mit den Zahlen 1–9 wird gebildet, indem man das Bindewort „e“ (und) zwischen die Zehnerzahl und Einerzahl setzt; so z. B.:

11 – balsebal (bals e bal); 12 – balsetel;
13 – balsekil, 14 – balsefol, 15 – balselul etc.
Hundert heisst tum; Tausend – mil;
Million – balion; Milliarde – baliad;
Billion – telion etc., 1887: balmil jöltum jölsevel.

2) Ordnungs-Zalwörter endigen auf „id“:

Der Erste – balid; der Zweite – telid; der Dritte – kilid; der Vierte – folid; der Fünfte – lulid etc.

3) Adverbial-Zalwörter endigen auf „ido“:

erstens – balido; zweitens – telido; drittens – kilido; viertens – folido etc.

[57] 4) Wiederholungs-Zalwörter endigen auf „na“; z. B.:

einmal – balna; zweimal – telna; dreimal – kilna; viermal – folna etc.

Wo 3 Consonaten zusammentreffen, kann man des Wohlklanges halber ein „e“ einschieben; z. B.:

20 mal telsena anstatt telsna u. s. w.

5) Theil-Zalwörter erhalten ein „a“ vorgesetzt; z. B.:

je einer – a bal; je 2 – a tel; je 3 – a kil; je 4 – a fol etc. etc.

6) Vervielfältigungs-Zalwörter endigen auf „ik“ wie die Eigenschaftswörter; z. B.:

einfach – balik; zweifach – telik; dreifach – kilik; vierfach folik etc. etc.

7) Zal-Hauptwörter endigen auf „el“ (siehe sub II Hauptwort):

Einser – balel; Zweier – telel; Dreier – kilel etc.

8) Zal-Zeitwörter endigen auf „ön“ wie das Zeitwort; z. B.:

balön – einigen; telön – verdoppeln;
kilön – verdreifachen; tumön – verhundertfachen etc.


V. Das Fürwort.

1) Das persönliche Fürwort lautet:

ob ich; obs wir.
ol du; ols ihr.
om er; oms sie (männlich).
of sie: ofs sie (weiblich).
os es.
on man.

[58] Anmerkung. Volapük hat keine specielle sogenannte Höflichkeitsform; man gebraucht daher an Stelle des deutschen „Sie“ in der Einzahl „ol“, in der Mehrzahl „ols“.

Nicht nur die Mehrzahlbildung erfolgt hier ebenso wie beim Hauptworte, sondern auch die Declination des Fürwortes ist dieselbe wie beim Hauptworte; z. B.:

1) ob ich, 1) obs wir,
2) oba meiner, 2) obas unser,
3) obe mir, 3) obes uns,
4) obi mich, 4) obis uns,
1) ol du, 1) ols ihr,
2) ola deiner, 2) olas euer,
3) ole dir, 3) oles euch,
4) oli dich, 4) olis euch,

und so fort nach derselben Regel.

2) Das besitzanzeigende Fürwort wird gebildet, indem man an das persönliche Fürwort die Eigenschaftswort-Endung „ik“ anhängt; z. B.:

obik mein; obsik unser.
olik dein; olsik euer.
omik sein (a. f. d. Sächliche); omsik ihr (männlich).
ofik ihr; ofsik ihr (weiblich).

Auch hier ist die Declination genau die gleiche wie beim Hauptworte.

3) Hinweisende Fürwörter sind:

ut der, die, das (derjenige, diejenige, dasjenige).
üt ebender, ebendie, ebendas, ebenderjenige, ebendiejenige, ebendasjenige.
ot derselbe, dieselbe, dasselbe.
öt ebenderselbe, ebendieselbe, ebendasselbe.
at dieser.
jiat diese.
[59] atos dieses.
ät ebendieser.
et jener.
jiet jene.
etos jenes.
eit ebenjener.
it selbe, selbst.
iet eben er selbst.
jiet eben sie selbst.
som solcher.
säm ebensolcher.
votik der andere.
balimik – votimik – der eine – der andere.
balim votimi – einander (auch balvotik).

4) Fragende Fürwörter sind:

kim wer.
kis was
kiom welcher.
kiof welche.
kios welches?
kimik was für einer?
lik (liko) wie?
kiplad wo?
kibid in wieferne?

5) Rückbezügliche Fürwörter sind:

kel – welcher; jikel – welche; kelos – welches.

6) Unbestimmte Fürwörter sind:

on – man, – ek – Jemand, nek – Niemand.
alim – Jedermann, sembal – irgendeiner.
nonik – keiner, alik – jeder,
valiks – alle, bos – etwas, nos – nichts.
ans – einige, mödiks – viele,
nemödiks – wenige, mödikumiks – mehrere.


[60]
VI. Das Zeitwort.

Die Nennform-Endung des Zeitwortes ist in Volapük „ön“; z. B.:

pen die Feder; penön schreiben.
yag die Jagd; yagön jagen.
pön die Strafe; pönön strafen etc.

Die Gegenwart des Zeitwortes wird gebildet, indem man an das Stammwort das entsprechende persönliche Fürwort anhängt; z. B.:

penob ich schreibe; penobs wir schreiben.
penol du schreibst; penols ihr schreibt.
penom er schreibt; penoms sie schreiben (männl.).
penof sie schreibt; penofs sie schreiben (weibl.).
penon man schreibt.

Für sämmtliche Zeitwörter gelten ausnahmslos nur die hier aufgestellten Regeln.

Zur speciellen Bezeichnung erhalten die einzelnen Zeiten folgende Vocale vorgesetzt:

Die Gegenwart ein „a“, daher apenob[1] ich schreibe.
Die Mitvergangenheit ein „ä“, daher äpenob – ich schrieb.
Die Vergangenheit ein „e“, daher epenob – ich habe geschrieben.
Die Vorvergangenheit ein „i“, daher ipenob – ich hatte geschrieben.
Die Zukunft ein „o“, daher openob – ich werde schreiben.
Die Vorzukunft ein „u“, daher upenob – ich werde geschrieben haben.

Nach diesem Muster lauten dann yagön – jagen, und pönön – strafen:

(a)yagob ich jage: (a)pönob ich strafe.
äyagob ich jagte; äpönob ich strafte.
[61] eyagob ich habe gejagt; epönob ich habe gestraft.
iyagob ich hatte gejagt; ipönob ich hatte gestraft.
oyagob ich werde jagen; opönob ich werde strafen.
uyagob ich werde gejagt haben; upönob ich werde gestraft haben.

Die leidende Form der bestimmten Art unterscheidet sich von der thätigen lediglich durch Vorsetzung eines „p“ vor jede dieser Zeilen, wobei zu bemerken ist, das in der Gegenwart des Wohlklanges wegen zwischen das „p“ der leidenden Form und dem Anfangsbuchstaben des Zeitwortes das „a“ eingeschoben wird, welches eigentlich das Gegenwarts-Zeichen ist, jedoch als überflüssig in der Regel nicht geschrieben wird. Demnach lautet die Gegenwart der leidenden Form von pönön:

papönob ich werde gestraft.
papönol du wirst gestraft.
papönom er wird gestraft.
papönof sie wird gestraft.
papönon man wird gestraft.
papönobs wir werden gestraft.
papönols ihr werdet gestraft.
papönoms sie werden gestraft (männl.).
papönofs sie werden gestraft (weibl.).

Ferner die übrigen Zeiten nach dem ersten Muster:

päpönob ich wurde gestraft.
pepönob ich bin gestraft worden.
pipönob ich war gestraft worden.
popönob ich werde gestraft werden.
pupönob ich werde gestraft worden sein.

[62] Die thätige Form der unbestimmten Art des Zeitwortes wird durch Nachsetzen der Silbe „la“ gebildet, welche durchn einen Querstrich vom Zeitworte selbst getrennt geschrieben wird und unbetont bleibt; demnach heisst:

penob-la ich schriebe oder ich würde schreiben.
penol-la du schriebst oder du würdest schreiben.
penom-la er schriebe oder er würde schreiben.
penof-la sie schriebe oder sie würde schreiben.
penon-la man schriebe oder man würde schreiben.
penobs-la wir schrieben oder wir würden schreiben.
penols-la ihr schriebet oder ihr würdet schreiben.
penoms-la sie schrieben (männlich).
penofs-la sie schrieben (weiblich).

Die weiteren Zeitformen der unbestimmten Art lauten demgemäss:

äpönob-la ich würde strafen.
epönob-la ich hätte gestraft.
ipönob-la ich würde gestraft haben.
opönob-la ich würde strafen (Zukunft).
upönob-la ich würde gestraft haben.

4) Die leidende Form der unbestimmten Art des Zeitwortes wird gleichfalls durch Vorsetzen eines „p“ vor jede der Zeilen gebildet, ganz so wie in der bestimmten Art des Zeitwortes, daher:

papönob-la – ich würde gestraft u. s. w.

5) Die Frageform wird dort, wo kein specielles Fragewort steht, durch die Nachsilbe „li“ gebildet, welche ebenso wie die Silbe „la“ beim Conjunctiv durch einen Querstrich vom Zeitworte selbst getrennt wird und auch stets unbetont bleibt; z. B.:

penol-li schreibst du?
penols-li schreibt ihr?

[63] Frägt man jedoch:

Kisi-penol – was schreibst du? dann bleibt selbstredend wie oben bemerkt, die Partikel – „li“ – weg, da die Frage schon in dem Worte kisi (was) liegt.

Treffen die beiden hier erwähnten Nachsilben zusammen, so wird stets „livorla“ gesetzt; z. B.:

penol-li-la? würdest du schreiben?
penols-li-la? würdet ihr schreiben?

6) Die Dauerform (Durativ)

wird in der Weltsprache gebraucht, um die unbestimmt Zeit einer Thätigkeit oder die Gepflogenheit einer Handlung zu bezeichnen.

Das Zeichen der Dauerform ist das „i“, welches zwischen die Zeit bezeichnenden Präfixe ä, e, i, o, u, und das Zeitwort selbst eingeschoben wird. Auch hierbei wird das „a“ als Gegenwart-Zeichen angewendet; z. B.:

aipenob ich pflege zu schreiben oder ich schreibe beständig.
äipenob ich schrieb beständig.
eipenob ich habe beständig geschrieben.
iipenob ich hatte beständig geschrieben.
oipenob ich werde beständig schreiben.
uipenob ich werde beständig geschrieben haben.

Ebenso geschieht die Bildung der leidenden Form des Durativ:

paipönob ich werde stets gestraft.
päipönob ich wurde stets gestraft.
peipönob ich bin stets gestraft worden.
poipönob[WS 3] ich werde stets gestraft werden.
puipönob ich werde stets gestraft worden sein.

[64] 7) Die Befehlform (Imperativ).

Diese wird gebildet, indem man die Silbe „öd“ unmittelbar an die Personen-Endung des Zeitwortes anhängt; z. B.:

gololöd geh! gololsöd gehet!
penolöd schreibe! penoisöd schreibet!
begomöd er bitte! begolsöd bittet!

Ausserdem giebt es noch eine verstärkte Form des Imperativ, welche anstatt der Silbe „öd“ die Silbe öz als Merkmal hat; z. B.:

gololöz Geh! (Geh’ sofort, unbedingt).
golomöz er gehe sofort, sogleich!

8) Die Wunschform (Optativ).

Diese Form erhält als Zeichen die Anhängesilbe „ös“; z. B.:

golomös er möge gehen.
penolsös ihr möget schreiben.

Ausserdem giebt es noch eine jedoch nur selten angewandte Form und zwar:

Die verstärkte Wunschform, welche durch Anfügung der Silbe „öx“ gebildet wird; z. B.:

golomöx – er dürfte schon gehen!
(d. h. es ist die höchste Zeit, dass er gehe).

9) Die Mittelwörter (Participia).

Die Mittelwörter aller Zeiten werden in Volapük gebildet, indem man die Silbe „öl“ an die nach den vorher definirten Regeln construirten Zeiten anhängt; so z. B.:

penöl schreibend.
epenöl geschrieben habend.
openöl schreiben werdend. etc.

[65] 10) Die Mussform (Gerundivum).

Diese Form wird durch die Vorsilbe „“ und die Anhängsilbe „öl“ der Mittelwortendung gebildet; z. B.:

pöpenöl – ein zu schreibender (Brief).

Rückbezügliche Zeitwörter erhalten als Merkmal die Anhängsilbe „ok“; z. B.:

dalön erlauben.
dalob ich erlaube.
dalobok ich erlaube mir.


VII. Das Umstandswort. (Adverbium.)

Die Umstandswörter werden, wenn sie unmittelbar nach dem zugehörigen Zeitworte stehen, genau so behandelt wie die Eigenschaftswörter, und endigen gleich diesen auf „ik“; z. B.:

penom jönik – er schreibt schön.

Der Deutlichkeit halber, oder wenn das Umstandswort ohne Zeitwort steht, wird der Silbe „ik“ noch ein „o“ angehängt und die Anhängsilbe lautet dann „iko“; z. B.:

gudiko – gut; auf gute Weise.

Das Umstandswort der Art und Weise wird ebenso wie das Eigenschaftswort gesteigert; z. B.:

gudiko auf gute Weise.
gudikumo auf bessere Weise.
gudiküno auf beste Weise.

Manche Umstandswörter werden durch einfaches Anhängen eines „o“ (nicht iko) gebildet; z. B.:

step Schritt; stepo Schritt für Schritt.
mud Mund; mudo mündlich.
pened Brief; penedo brieflich.
penäd Schrift; penädo schriftlich.


[66]
VIII. Das Vorwort. (Präposition.)

Die Vorwörter stehen ausnahmslos vor dem Hauptworte, zu dem sie gehören und regieren den 1. Fall, nur wenn sie eine Richtung anzeigen, regieren sie den 4. Fall; z. B.:

binob in jul ich bin in der Schule.
golob in juli ich gehe in die Schule.

NB. Man kann auch das Vorwort in den 4. Fall setzen und es heisst dann: golob ini jul – ich gehe in die Schule.

Diejenigen Vorwörter, welche den 4. Fall regieren, sind:

al, äl nach; – ringsum.
al zu; ove, ovü, dö – über.
len an; zi – um.
su auf; dis, oned – unter.
plä ausser; bif – vor.
bis; ta – wider (gegen).
da durch; bevü – zwischen.
kol gegen; \left\{ \begin{align} \\ \\ \end{align} \right. jü len bis auf.
po hinter; jü su bis auf.
in in; jü kol bis gegen.
neb neben.


IX. Das Bindewort. (Conjunction).

Die wichtigsten Bindewörter sind:

ab aber; das dass.
ven als; ibo denn.
i[2] auch; deno dennoch.
büfo bevor; ga doch.
jüs bis; uf – ud – entweder – oder.

[67]

dat damit.
du indem, während.
ye[3] jedoch; nag – nachdem.
noe – soi – nicht nur, sondern auch.
u[4] oder; do – obgleich.
sod sondern; sis – seit.
bi weil; ä–ä (äd–äd) – sowol, als auch.
ifi wenn auch; e[5] – und.
wo; ni – ni – weder, noch.
if wenn; äs – wie.


X. Empfindungswort (Interjection).

Die gebräuchlichsten Ausrufwörter sind:

ag – ach! susö – auf! bafö – bravo!
stopö – halt! ö – ei! mofö – fort!
ga – doch! – he! heda! löpö – hinan!
is – hier! a – ha! spidö – hurtig!
lifö – lebe hoch! adyö – lebewol!
maj, majö – marsch!


[68]
Übungen
zu den 10 einzelnen Kapiteln der Grammatik.

I. Can – Waare; cal – Amt; jal – Schale; jul – Schule; yun – Jugend; yuf – Hilfe; vob – Arbeit; vip – Wunsch; liegik – hoch; laud – Lerche; konsien – Gewissen.

IIa. Fat givom bodi cile vobela. – O men pöfik! – Pagils Löstana binoms jönik. – In fot lödom fotel e fotal. – In ledom binom man liegik, in ludom vobel pöfik. – Läb e neläb sibinos is in lecem.

IIb. Der Vater giebt das Brot dem Kinde des Arbeiters. – O armer Mensch! – Die Dörfchen Österreichs sind schön. – Im Walde wohnt der Förster und der Oberförster. – Im Palaste ist ein reicher Mann, in der Hütte ein armer Arbeiter. – Glück und Unglück giebt es auch im Salon.

IIIa. Cil smalik golom in cemi (oder auch: ini cem). – Gudikün flen julela binom tidel. – In Jveiz (Schweiz) binoms tipüns (oder tips geilikün) Yulopa.

IIIb. Das kleine Kind geht in das Zimmer. – Der beste Freund des Schülers ist der Lehrer. – In der Schweiz sind die höchsten Spitzen (Bergspitzen) Europa’s.

IVa. Telsekil e bal binoms telsefol. – Blod flena obik binom balid. – Balido vipob peni, telido nigi e kilido pöpi. – Äbinob kilna in Paris. – Golobsöd a tel!

IVb. Dreiundzwanzig und eins sind vierundzwanzig. – Der Bruder meines Freundes ist der Erste. – Erstens wünsche ich eine Feder, zweitens Tinte und drittens Papier. – Ich war dreimal in Paris. – Gehen wir zu zweien!

[69] Va. Fat flena oba binom kopanal volapükakluba. – Blod omik labom jevali e jiblod labof bukis jönik. – Kim egivom ole bodi? – Man, kel labom peni, binom calel. – Jivobel, jikel stadof is, vobof vemo gudiko. – Nek älogom obi. – Mödiks mens binoms neläbik.

Vb. Der Vater meines Freundes ist Mitglied des Weltsprache-Vereins. – Sein Bruder hat ein Pferd und die Schwester hat schöne Bücher. – Wer hat Dir das Brod gegeben? – Der Mann, welcher die Feder hat, ist ein Beamter. – Die Arbeiterin, welche hier steht, arbeitet sehr gut. – Niemand sah mich. – Viele Menschen sind unglücklich.

VIa. Stimob tideli. – Söl dilekel egivom obes bukis jönik. – Liegiks mens oyufoms pöfikes. – Julel palobom fa fat oma. – Yufob-la ole, if labob-la moni. – Pelogols fa obs in fot. – Kalam no nog pepelom. – Lesevöd oli it! – Tidöl lenadon. – O flen eblamolok!

VIb. Ich ehre den Lehrer. – Der Herr Director hat uns schöne Bücher gegeben. – Die reichen Menschen werden den Armen helfen. – Der Schüler wird von seinem Vater gelobt. – Ich würde Dir helfen, wenn ich Geld hätte. – Ihr seid von mir im Walde gesehen worden. – Die Rechnung ist noch nicht bezahlt worden. – Erkenne Dich selbst! – Indem man lehrt, lernt man. – O Freund, Du hast Dich blamirt.

VIIa. Blod obik penom jöniko, ab blod olik vifikumo. – Olenunols obes penedo tävi olsa. – Binob is domo. – Labols säto! – Läbo no äbinob plu us. –

VIIb. Mein Bruder schreibt schön, aber Dein Bruder schreibt schneller. – Ihr werdet uns eure Abreise brieflich anzeigen. – Ich bin hier zu Hause. – Ihr habt genug! – Glücklicherweise war ich nicht mehr dort.

VIIIa. Kösel obik tävom al Berlin. – Seitolöd buki su tab! – Jijulel komof de jul. – Volapükatidel at epenom laltügi [70] dö volapük. – Klöf guna obik kostom flonis tel e klüzüfis luls a met. – Kim no binom plo ob, binom ta ob!

VIIIb. Mein Vetter (Cousin) reist nach Berlin. – Lege das Buch auf den Tisch! – Die Schülerin kommt aus der Schule. – Dieser Weltsprache-Lehrer hat einen Artikel über Volapük geschrieben. – Das Tuch meines Rockes kostet fl. 2.50 pr. Meter. – Wer nicht für mich ist, der ist wider mich.

IXa. If vilols, openob sugivi olsa ud osagob blode, das penom-la plo ols jüs komom tidel. – No ob, sod flen obik äbinom in cem olsik. – Bisä olabob timi, ovisitob olis model.

IXb. Wenn Sie wollen, so werde ich Ihre Aufgabe schreiben oder ich werde dem Bruder sagen, dass er für Sie schreiben möge, bis der Lehrer kommt. – Nicht ich, sondern mein Freund war in Eurem Zimmer. – Vorausgesetzt, dass ich Zeit habe, werde ich Euch morgen besuchen.

Xa. Bafö! ävokoms plisenels. – Maj! skämel! – Adyö, o flens oba! – Ekö! is gonom mug! – Pladö! komoms limep e jilimep.

Xb. Bravo! riefen die Anwesenden. – Marsch! Lump! – Lebet wohl, meine Freunde! – Sieh, da läuft eine Maus! – Platz da! Der Kaiser und die Kaiserin kommen.


[71]
Einige Handelsbriefe.

Ia.

Wien, dät stäpa potik.     
P. P.     

Labobs stimi, al lenunön oles, das yanul balid a. y. as fia peplotegöl:

Donner & Co.

edamanifobs

jäfi leböba e komitäta

in top isik.

Ojäfobs ninlemi e seii bidas valik pöpas, ledilodas, valutas, pöpas völadik e. 1. äslik lefulami komitas leböba e begobs olis, das givolsös obse gudliko komitis löfik olsa, kelis oibefulobs kudiküno.

Noetolsös plidikün disopenädis obsa suköl ed if vipols nüni dö stad obas, ogivoms atis olse vilöfiküno söles:

„Jac. Schlesinger & Co.“ in Wien, e
„B. Gonda’s Neffe“ in Budapest.

Lensumolsös lepüki obsa lestima e divodama.

Donner & Co.     
Heinrich Donner openom: Donner & Co.
Friedrich Hobenau     „     Donner & Co.


IIa.

Leipzig, 1888 yanul 15 id.     
Söles Donner & Co., Wien.

Egetobs zülagi olsa e penodi de 8 id a. m. e danobs oles gudiküno plo dünalof olsa.

Ifi nü jäfs obsa ko plad olsik no binoms zisumik, deno vilobs-la lensumön lofi olsa, if lonami plovida ovilols lunön su 1‰ ed if obinols löbik, givön obse vobi in top obsik.

Valadöls nunis olsa plidikis disopenobs

ko lestim valik
Adler & Goldschmied.     


[72] IIIa.

Wien, 1888 mäzul 24 id.     
Deutsche Bank, Berlin.

Dalobsok atoso bitopön oles in lovepolel ata söli Popper Siegmund, jäfadalel leböba obsa, keli komedobs levemo lasume flenik olsa.

Söl penemöl visitom zifi olsa in kudadins leböba obsa e gebomöx gudi olsik, in kel zid begobs olis yufön söli pakomedöl obsa ko dün e konsäl al rivam diseina täva omik.

Togo dalobsok klödätön lä ols söli Popper Siegmund ko suäm de

maks balsmil

beköls olis, gevön pelamis jü geil at böladü kala obsa.

Lensumolsös büo dani obsa plo senits, kelis oblöfols söle pakomedöl obsa e lenolsös in tefam alik dö düns obsa paköseköl vilik olse egelo.

Lägivobs disopenädi peklödätöla e disopenobs

lestimiko
K. k. pr. Oesterr. Länderbank.     


IVa.

Wien, 1888 apul 4 id.     
Söle Ig. Brüll, Triest.

Edalobsok sivön su oli

fl. 2184.— plo 20 id a. m. len büdi A. Seidner,
372.— dels 8 p. d.[6] P. Mestrozi,
133.45 3 p. l.[7] G. Elia & Co.

kelis lensumolsös plo kal obsik.

Zepobs penedi obsa de 28 id amula e disopenobs

stümafuliko
Gebrüder Thonet.     
Andreae. 


Va.

Frankfurt a. M., 6 ul 12 id.     
Söles Glyn, Mills & Co., London.

Bestimobsok lenunön olse atoso, das rimet olsik de 1 id a. m.

£ 53. 4. 10 p.[8] 5/6 su is

enakömom e dünobs oles atoso ko noat en suämöli

ℳ 1113.85 val. 12 a. m.

plo kels kitobs olis in izal alüpik.

Lestimiko
Haas & Weiss.     


[73] Ib.

Wien, Datum des Poststempels.     
P. P.     

Wir haben die Ehre, Ihnen anzuzeigen, dass wir am 1. Jänner d. unter der protocollirten Firma:

Donner & Co.

auf hiesigem Platze ein

Bank- und Commissions-Geschäft

eröffnet haben.

Wir werden uns mit dem Ein- und Verkaufe aller Gattungen Staatspapiere, Loose, Valuten, Werthpapiere etc., sowie mit der Ausführung von Börseaufträgen befassen und bitten Sie, uns Ihre werthen Ordres gütigst zu überweisen, welche wir stets coulantest effektuiren werden.

Belieben Sie von unseren nackstehenden Unterschriften Kenntniss zu nehmen, und wenn Sie Auskünfte über unsere Verhältnisse wünschen, so werden Ihnen solche die Herren Jac. Schlesinger & Co. in Wien und B. Gonda’s Neffe in Budapest bereitwilligst ertheilen.

Genehmigen Sie den Ausdruck unserer Hochachtung und Ergebenheit.

Donner & Co.     
Heinrich Donner wird zeichnen: Donner & Co.
Friedrich Hohenau Donner & Co.


IIb.

Leipzig, am 15. Jänner 1888.     
Herren Donner & Co., Wien.

Wir haben Ihr Circulär sowie Ihre werthe Zuschrift v. 8. d. Mts. empfangen und danken Ihnen bestens für Ihr Dienstanerbieten.

Obgleich gegenwärtig unsere Geschäfte mit Ihrem Platze nicht umfangreich sind, so möchten wir doch Ihr Anerbieten acceptiren, wenn Sie den Provisionssatz auf 1‰ ermässigen wollen und wenn Sie geneigt sind, uns auf unserem Platze zu beschäftigen.

Ihre angenehmen Nachrichten erwartend, zeichnen wir mit

aller Hochachtung
Adler & Goldschmied.     


[74] IIIb.

Wien, am 24. März 1888.
Deutsche Bank, Berlin.

Wir erlauben uns hiermit, Ihnen in dem Ueberreicher Dieses Herrn Siegmund Popper, Procurist unserer Bank vorzustellen, welchen wir Ihrer freundlichen Aufnahme bestens empfehlen.

Der genannte Herr besucht Ihre Stadt in Geschäftsangelegenheiten unserer Bank und dürfte Ihre Güte in Anspruch nehmen, in welchem Falle wir Sie bitten, unseren Herrn Empfohlenen mit Rath und That zur Erreichung seines Reisezweckes zu unterstützen.

Gleichzeitig erlauben wir uns, Herrn Siegmund Popper bei Ihnen mit dem Betrage von

Mark Zehntausend

zu accreditiren, indem wir Sie bitten, Zahlungen bis zu dieser Höhe zu unseren Lasten zu leisten.

Empfangen Sie im Voraus unseren Dank für die Aufmerksamkeiten, welche Sie unserem Herrn Empfohlenen angedeihen lassen werden und verfügen Sie in jeder Richtung über unsere, Ihnen stets gerne gewidmeten Dienste.

Wir fügen die Unterschrift des Accreditirten hier bei und zeichnen

hochachtungsvoll
K. k. pr. Oesterr. Länderbank.     


IVb.

Wien, am 4. April 1888.     
Herrn Ig. Brüll, Triest.

Wir haben uns erlaubt,

fl. 2184.— pr. 20. ds. Ordre A. Seidner,
372.— 8 Tage do. P. Mestrozi,
133.45 3 Sicht G. Elia & Co.

auf Sie abzugeben, welche Sie gefl. für unsere Rechnung honoriren wollen. Wir bestätigen unser Schreiben v. 28. v. Mts. und zeichnen

Achtungsvoll
p. p a Gebrüder Thonet.     
Andreae. 


Vb.

Frankfurt a. M., 12. Juni 1888.     
Herren Glyn Mills & Co., London.

Wir beehren uns, Ihnen hiermit anzuzeigen, dass Ihre Rimesse vom 1. ct.

£ 53. 4. 10 pr. 5/6 auf hier

eingegangen ist und dienen Ihnen anbei mit Nota hierüber im Betrage von

ℳ 1113.85 Valuta 12 d. Mts.

wofür wir Sie in laufender Rechnung erkennen

Hochachtungsvoll
Haas & Weiss.     


[75]

Volapükahüm.
fa Zorell F.

Sumolsöd stäni blodäla!
Dikodi valik hetobs.
Tönöls jüli baladäla,
Volapüke kosyubobs,
Vokobsöz ko datuval:
„Menade bal, püki bal“!

Kis also, kanos koblodön
Lölika vola menis?
Kis also kanos menodön,
Äs pük bal, omsa stadis?
Klu tonodosöz in val:
„Menade bal, püki bal!“

Datuvel püka lifomöd,
Lifomsöd pakels ota,
Volapük aiflolomöd,
E välapüked oma!
Oibinomöd su tal
Menade bale püki bal!

Volapük-Hymne
von F. Zorell.

Friede, Brudersinn zu pflegen,
Eintrachtsinn sei uns Panir!
Jauchzet diesem Werk entgegen,
„Eine Sprache ruft mit mir,
Gelte auf dem Erdenrund,
Das erstrebe unser Bund!“

Kündet, was kann also mehren
Aller Menschen höchstes Wohl?
Eine’ Sprach wird Heil uns lehren,
Wenn sie tönt von Pol zu Pol.
Darum sei dem Weltall kund:
„Eine Sprach’ dem Erdenrund!“

Hoch denn lebe diese Sprache
Und der geistvoll sie erfand!
Und wer fördert diese Sache,
Rüfet über Meer und Land:
„Eine Sprache sei, ein Mund
Auf dem ganzen Erdenrund!“


[76]
Netahüm Deutik
fa Peitz Y. H. in Büren.[9]
1)
Sanis in vikoda

Festem o söl läna,
     O reg ole!
Senolöd in tlona
Nid legäli lada:
Binön löfäb neta!
     San reg, ole!

3)
Flam sanik, glutolöd!

Glutolöl litolöd
     Plo reg e län!
Pan ostanobs valiks
Plo man bal lanimiks
Obludobs komipiks
     Plo tlon e län.

2)
No vafels … osefoms,

Kö plins aibüdoms,
     Legeili,
Löf te fataläna,
Löf libika mana,
Äslik leklifs mela
     Jeloms tloni.

4)
Tede nol … lekapi

Tüvoms in geili
     Lanimiko.
Kligel, jamepaglet
Tuvoms, o lorabled!
Oli pejepöl ed
     In tlon fimo.

5)
Binolöd is o reg,

Lonedo popa dek,
     Fam menade!
Senolöd in tlona
Nid legäli lada:
Binön löfäb neta!
     San reg ole!


[77]
Netahüm Löstänik
pelovepolöl fa DI, Obhlidal, M., Wien.[10]

God sefomös, God jelomös
Limepi e kinänis!
Me yuf klöda odukomös
Nam lesapikün obis!
Kloni lefata oma ta
Neflens alik jülobsöd!
Lefümik lä tlon Habsburga
Löstakin oblibomöd!

Reladiko, baföliko
Stanobsöd plo git e blig;
Stanobsöd ko spel gäliko,
Lanimiko id in klig;
Omemöls tuigis lora
Kelis ya edagetobs:
Guedi e bludi obsa
Plo limep, fatän givobs.

Fa dut sifa pejafölos
Pojelosös fa kligel!
Ko vafs tikäla vikodos
Egelo nol e kanel!
Läbad obinomöd läne,
Läbade fam sümikün!
Goda sol ab Löstakine
Stalomös te püdikü!

Kostanobsöd fimiküno!
In balif binom valüd.
Palefuloms nefikulo
Fikuls fa balöl stenüd.
Öte nilobsöd zeile
Baladiks me blodatan,
San limepe, sanö läne!
Dulik Löstakina stan!

Len limepe, flan söloföd
Palefik in stam, tikäl,
Ko venuds, kel odulomsöd,
I ji-limepa jönal!
Gletiküna läba päan
Tonomös süla se lom!
Franze Yosef, Elise san!
Läbad plo Habsburga dom!


[78]
Netahüm nugänik,
fa Bánfi, G.[11]

Fatäne aiblibolöd
Nugänel! fiedik;
At binom ola kled kälöl
E füdo sep olik.

Vo! nesemöp binos ple ol
In tal legletik plad;
Is lifolöz, deilolöz
In läb, in neläbad.

At binom glun, kö vem ofen
Ebludoms fats olik.
Leni kel etanom yelmil
Bal nemis gletälik.

Is efegoms plo lom milits
Jamepik Arpada
E slafayoki eblekom
Lam nämik Hunyada.

O lib sanik! Is äpolon
Stänis ola bludik;
Gudiküns obas äfaloms
Du komip lonedik.

E zenodü möd neläba,
Pos plumöd dikodas.
Do pelunöl, ab no nosik
Lifom at net obas.

O vol gletik, fatän netas,
Ole un lüvokom:
„Uf lifi, ud deili süf
Milyelik lebegom!“

Leno mögik, das so mödiks
Vanliko äbludoms,
Das ädeiloms plo fatä
Sufo fiediks sons.

Vo! ne mögik binos, das näm,
Kapäl e sanik vil
Dem fugavet äseifom
Vanliko in deil.

Nog kömomöz, ed okömom
I gudikum timag,
Keli lebegoms lelado,
Lips menas tum mil, ag!

Ud okömom, if kömomöz,
Deil gletobidik,
Kelüp la fun neta kinän
Dlenom dlenis bludik.

Sepi tän, kel sävom neti,
Nets züstanoms dolo;
E logs balionas menas
Pofuloms dleniko.

Aiblibolöd fiedik
Fatäne, nugänel!
Kel oli konsefom e füd
Tegom in godafel.

Vo! nesemöp, binos ple ol
In tal legletik plad;
Is lifolöz, deilolöz,
In läb, in neläbad!


[79]
Volapük-Litteratur.
Dänemark.
J. C. Aaen: Fuldständig Lärebog i Volapük, zum Gebrauche d. Dänen;
Kortfallet Verdenssprogsgrammatik,     do.
Deutsches Reich.
Johann Martin Schleyer: Grammatik der Universalsprache Volapük, 6. Auflage;
Wörterbuch der Universalsprache Volapük, 3. Auflage;

Dr. Alfred Kirchhoff: Hilfsbuch zum schnellen Erlernen d. Weltsprache;

Wilhelm Pflaumer: Vollständiger Lehrgang des Volapük nebst Schlüssel und Wörterbuch;

Heinrich Schnepper: Volapük in zwei Unterrichtsstufen;

Julius Fieweger: Zehn Unterrichtsbriefe zum Selbststudium des Volapük;
Lessing’s „Minna v. Barnhelm“ in’s Volapük übertragen;

Anton Colling: Volapükatid;

Rupert Kniele: Handelskorrespondenz;

Leopold Einstein: Zur Geschichte der weltsprachlichen Versuche von Leibnitz bis auf die Gegenwart;

Karl Lenze: Lehrbuch der Volapük-Stenographie;

Iwan Iwanowitsch: Die Weltsprache Volapük in drei Lectionen. 3. Aufl.

Sigmund Spielmann: Volapük-Almanach 1888.

Frankreich.
Dr. Aug. Kerckhoffs: Cours complet de Volapük (8. édition);
Grammaire abrégée de Volapük, (3. édition);
Premiers éléments de Volapük (45. édition);
Dictionnaire Volapük-Français et Français-Volapük précédé d’une grammaire complète de la langue. –
Grossbritannien.

K. Dornbusch: Abridged Grammar of Volapük;

Italien.

Cardelli: Grammatica compendiata di Volapük.

[80]
Niederlande.

Arthur Heyligers: Volledige Handleiding tot het aanleeren der wereldtaal Volapük, zum Gebrauche der Holländer und Flämen;

Arthur Renier: Grondbeginselen van Volapük, zum Gebrauche der Holländer und Flämen;

M. J. Verbrugh: Méthode pour apprendre en peu de temps, sans le secours d’un maitre, à lire, à écrire et à comprendre la langue Commerciale Universelle.

Oesterreich-Ungarn.

Dr. M. Obhlidal: Unterrichtsbriefe zur Erlernung der Weltsprache Volapük, 4. Ausgabe;

Dr. M. Obhlidal und Director Robert Pöschl: Sammlung deutsch-weltsprachlicher Wörter und Gespräche als Fortbildungsmittel der Weltsprache Volapük;

Julius Lott: Zehn Unterrichtsbriefe für das Selbststudium der Weltsprache Volapük;
Übungsbuch des Volapük;

Nagy Sándor: A Volapük, zum Gebrauche der Ungarn;

Juraj Bauer: Svjetski jezik, volapük 1. Moja borba za nj, 2. Slovnica njegova;

Dr. Ignaz Hermann: „Magabskil“ drei kroatisch-serbische Volksdichtungen;

J. M. Bakalář: Mluvnice svètomluvy Volapük; z. G. für Böhmen.
Slovniček řeči svètové Volapük;     do.
Portugal.

José Da Silva Teixeira: Methodo pratico de Volapük, zum Gebrauche der Portugiesen;

Russland.

Rosenthal: Grammatik des Volapük, zum Gebrauche der Russen;

Schweden und Norwegen.

Gustav Liedbeck: Fullständig Lärokours i Volapük;

Spanien.

Dr. Fernandez Iparraguirre: Dictionnaire Volapük. – Espagnol.

Gil: Gramatica compendiada de Volapük, zum Gebrauche d. Spanier.


Vorstehend aufgeführte Volapük-Litteratur ist durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes zu beziehen.

  1. Das Gegenwart-Zeichen „a“ bleibt jedoch in der thätigen Form gewöhnlich weg.
  2. vor Vocalen id.
  3. vor Vocalen yed.
  4. vor Vocalen ud.
  5. vor Vocalen ed.
  6. pos dät.
  7. pos logam.
  8. plo.
  9. Deutsche Nationalhymne: Heil Dir im Siegeskranz etc.
  10. Österreichische Nationalhymne: Gott erhalte, Gott beschütze Unsern Kaiser, unser Land etc.
  11. Ungarische Nationalhymne: Dem Vaterland, o Ungar halt, die Treue unbefleckt etc.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Geschleshtes
  2. Vorlage: ausgesproschen
  3. Vorlage: poipenob