BLKÖ:Zumbusch, Kaspar Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zumbur
Band: 60 (1891), ab Seite: 307. (Quelle)
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Zumbusch, Kaspar Ritter von (Bildhauer, geb. zu Herzebrook an der Ems in Westphalen am 23., nach der „Neuen Freien Presse“ am 28. November 1830). Sein Vater, Postverwalter und Rentmeister bei dem Herzoge von Croy, bebaute eigenen Grundbesitz. Die Mutter, eine große Bücherfreundin, vertiefte sich gern in Nachsinnen über die höchsten und letzten Dinge. Die Gegend, in welcher der Knabe mit seinen Eltern wohnte, war ganz danach angethan, seine Phantasie anzuregen und überhaupt ein Erdenwinkel, der schon manchen großen Mann, es seien nur Kaulbach, Rauch, Freiligrath, Bunsen genannt, der Welt geschenkt. Bei der großen Vorliebe des Vaters für alte Kupferstiche und sonstigen alten zierlichen Hausrath, der in allen Ecken und an allen Wänden der Wohnung vertheilt war, fand seine rege Phantasie genug Gelegenheit, sich in die Schöpfungen der Kunst zu vertiefen, und frühzeitig fing er an, Menschenköpfe und Thiergestalten zu schnitzeln. Diese Arbeiten weckten in der Mutter den Gedanken, ihn der Bildhauerkunst zu widmen, während der praktische Vater in der Kaufmannschaft einen festeren Boden sah als in der Bildhauerei. Wie bedeutend aber die Schnitzereien des Jünglings waren, beweist die Thatsache, daß, als ein höherer Beamter solche im Elternhause gesehen und nach Berlin genommen, um sie dem großen Rauch zu zeigen, dieser den bemerkenswerthen Ausspruch that: „Das wäre ein Bildhauer auch ohne Hände.“ Dieser Ausspruch Rauch’s bewirkte, daß Zumbusch vorderhand die Gewerbeschule in München für zwei Jahre besuchte und dann ein Jahr auf der Provinzialzeichenschule daselbst sich heranbildete. Doch immer noch zweifelte er selbst, ob er die Künstlerlaufbahn einschlagen solle, und war zuletzt fest entschlossen, Kaufmann zu werden, Amerika und die große Welt zu durchreisen, womit der Vater ganz einverstanden war. Im Herbst 1848 traf aber auch schon der Brief seines Onkels aus Bremen ein, der ihm in dieser Stadt eine gute Stelle in einem Handlungshause ausgemacht hatte. Jetzt aber kam es über ihn wie eine Erleuchtung, im Augenblick der Abreise faßte er den Entschluß, Künstler zu werden, und anstatt nach Bremen fuhr er nach München, um bei Schwanthaler Aufnahme zu suchen. In Würzburg angekommen, griff er nach einer Zeitung, und wie ein Schlag traf es [308] ihn, als er darin die Nachricht vom Tode Schwanthaler’s las. Niedergedrückt traf er am 28. November in München ein. Die Anfänge daselbst ließen sich nichts weniger als verlockend an. Er meldete sich zur Aufnahme als Schüler bei der Akademie, machte eine Probearbeit und wurde – Cornelius und Schnorr waren schon lange nicht mehr an der Anstalt – „als unfähig zurückgewiesen“! Das aber entmuthigte ihn doch nicht, und statt in die Akademie einzutreten, trat er in die Modelirschule, welche unter Halbig’s Leitung an der damaligen polytechnischen Schule Münchens blühte. Bei diesem Meister arbeitete er nun fünf Jahre. „Scharf sehen und sicher nachbilden“, mit anderen Worten: Naturanschauung und Naturtreue, das lernte er bei Halbig, also nicht den akademischen Weg vom Studium der Alten zur Natur, sondern gerade den umgekehrten, von der Natur zu den Alten hatte er eingeschlagen. Nun aber traten schwere Ereignisse in sein Leben: der Zusammenbruch des Wohlstandes im Elternhause, der Tod des Vaters, und er war mit einem Male ganz auf sich selbst gestellt. Doch behielt er Fassung, und ein guter Auftrag ermuthigte ihn; die Baronin Zweybrücken geborene Gräfin Rechberg bestellte bei ihm eine Madonna für die Pfarrkirche in Domsdorf in der Nähe des hohen Rechberg. Nun miethete der 23jährige Jüngling ein kleines Atelier und vertiefte sich mit Eifer in das Studium der alten christlichen Kunst. Ein figurenreicher Bischofstab in Elfenbein, den er für den Erzbischof Grafen Reisach machte, wurde allgemein bewundert. Freunde der christlichen Kunst, wie Lasaulx, Heinrich Heß, Windischmann, Guido Görres und andere Männer ähnlicher Richtung suchten den jungen Künstler auf. Aufträge kirchlicher Art kamen in Menge, er nahm mehrere Gehilfen auf, die dann in Holz, Stein, Terracotta ausführten, was er an Madonnen und Heiligen modellirte. Diese Bilderwerke gingen nach Bayern, Westphalen, ins Rheinland, nach Belgien, England, Amerika, größtentheils nicht einmal unter seinem Namen. Ein Altar mit mehreren Figuren in Marmor für die Grabcapelle der Frau von Waldenburg, eine Madonna in Bronze für die Façade der Herzogspitalkirche in München, eine andere fast lebensgroße Madonna für ein Grabdenkmal in Darmstadt, deren Wiederholungen im Pusterthal wie in Aschaffenburg aufgestellt wurden – eine ausführliche Uebersicht der Werke des Künstlers folgt S. 309 und 310 – das waren die ersten bedeutenderen Arbeiten aus jener Zeit. Schon im Sommer 1849 hatte Zumbusch in Begleitung Professor Halbig’s eine Reise nach Mailand und Florenz gemacht; dieser folgte eine Reise nach Belgien. Doch sie waren von geringem Einfluß für den Künstler, von desto größerem Einfluß als diese war aber die Reise, welche er einige Jahre später im October 1857 mit Unterstützung des reichen Arbeiterfreundes Eggestorf in Hannover nach Italien unternahm, wo er Mailand, Verona, Padua, Venedig besuchte und vorderhand noch vorherrschend archäologische Studien machte, dann in Florenz die Meister Masaccio, Filippo Lippi, Thaddeo Gaddi, Lorenzo Credi, Botticcelli und vornehmlich Ghirlandajo bewunderte und studirte, bis ihm in Rom, im Vatican und Capitol die volle und echte Schönheit, das Ideal, das ewig und allein giltige in den daselbst geschauten Werken zum vollen Bewußtsein kam. Im Mai [309] 1858 kehrte der Künstler nach München zurück und blieb noch ein paar Jahre dem Zweige der Kunst getreu, der ihn bisher beschäftigt hatte. Es war nicht leicht zu einem großen Auftrage zu kommen, er hatte gegen die Phalanx der alten Meister anzukämpfen. Doch ließ er sich nicht entmuthigen, er studirte neben der Antike mit allem Eifer Geschichte, das frisch pulsirende Leben in Münchens wissenschaftlichen Kreisen, welches König Max geweckt, verfehlte auch auf ihn seinen Einfluß nicht, er kam mit den Dichtern und Geschichtsforschern dieses Kreises in nähere Berührung. Es folgten nun mehrere Werke, meistens Büsten, welche die allgemeine Aufmerksamkeit auf den Künstler lenkten. Nach einer abermaligen Reise im Jahre 1867 nach Rom und Neapel, wo er mehrere Werke ausführte, die großen Beifall fanden und einen größeren Auftrag, die Statue des Grafen Rumford, zur Folge hatten, nahm er nach seiner Rückkehr an dem Wettbewerb für das Denkmal des Königs Max II. in München Theil, und das Schiedsgericht erkannte ihm unter den übrigen Preisbewerbern Hähnel, Schilling, Kreling, Widmann und Brugger den ersten Preis zu und ertheilte ihm auch den Auftrag zur Ausführung. Am 12. October 1875 wurde das Monument enthüllt. Aber noch bevor er dieses monumentale Werk vollendet hatte, erging 1872 an ihn ein Ruf nach Wien. Man bedürfte bei der großartigen Bauthätigkeit Wiens zur Herstellung des Gleichgewichts eines ausgezeichneten Bildhauers, und es gelang, in Zumbusch einen Künstler ersten Rangs zu gewinnen, den München, wo er doch so Vieles und Schönes geschaffen, nicht festzuhalten verstand. Er trat im November 1873 seine neue Stellung als Professor der Plastik an der Wiener Akademie der bildenden Künste an, welche er noch zur Stunde einnimmt. Als in Wien auf Anordnung des Kaisers Franz Joseph dessen großer Vorfahrin Maria Theresia ein monumentales Standbild errichtet werden sollte, errang er unter den Preisbewerbern den Preis, ging 1876 an den Beginn des Werkes und vollendete es 1887. Er wurde nach Enthüllung seines Werkes in den Ritterstand erhoben. Noch sei erwähnt, daß er in der Zwischenzeit – Sommer 1882 – eine Reise über Athen und Smyrna nach Güllbagsche angetreten hat. Seit dem Jahre 1860 ist Zumbusch mit der Tochter des Majors Vogel vermält, und man will wissen, daß er ihre Züge in dem Antlitz der schönen Madonna, die in Paderborn auf dem Kettenplatze aufgestellt ist, verewigt habe. Aus dieser Ehe entstammen mehrere Kinder: Töchter und Söhne. In jüngster Zeit hieß es, daß Zumbusch zur Ausführung des Kaiser Friedrich-Denkmals ausersehen sei. Wir lassen nun eine Uebersicht der uns bekannt gewordenen Werke – mit Ausnahme der schon in der Lebensskizze genannten – folgen.

I. Uebersicht der Büsten, Statuen und Monumentalwerke des Bildhauers Zumbusch: A. Monumentale Werke, Statuen und Reliefs. Modell einer Reiterstatue Friedrich Wilhelms III. von Preußen, für das Standbild in Köln. Am Sockel zeigen sich in Reliefs die Erhebung des preußischen Volkes in den Freiheitskriegen und die Segnungen des dadurch gewonnenen Friedens für die Rheinlande, während an den Vorsprüngen die vier Hauptträger der Bewegung: Blücher, Scharnhorst, Stein und Gneisenau angebracht sind. Der Künstler betheiligte sich 1862 an der Concurrenz und erhielt dafür den fünften Preis mit 1000 Thalern. – Die Giebelgruppe Schwaben und Neuburg am Nationalmuseum in München. – Die Kolossalstatue [310] des Generals Rumford in der Maximilianstraße Münchens. – Basrelief in Bronze, die Schlacht von Kulm vorstellend, an dem Denkmal des Prinzen Adalbert von Preußen, entworfen von seiner Tochter, der Gräfin Waldenburg, für den Berliner Friedhof. – Eine Copie der Flora Canova’s im Auftrage Eggestorf’s. – Der Freiherr und die Freifrau von Fraunhofen, zwei Erzbilder in alterthümlicher Tracht für die Grabcapelle auf Schloß Neufraunhofen bei Landshut. – Das kolossale Standbild des Anatomen Herz in Erlangen. – Das Sager’sche Grabmal, den Abschied der Mutter von ihren Kindern darstellend, in den prächtigsten Marmorarten mit Bronceverzierung auf dem Münchener Friedhof. – Das Nationaldenkmal in München: Maximilian II. von Bayern, im Rondell der Maximilianstraße. Die Stufen des Thrones umgeben die 10 Fuß hohen Kolossalgestalten der Gerechtigkeit, der Wehrkraft, des Friedens und der Aufklärung; an den Ecken dazwischen vier Knabengestalten. 7–8 Fuß hoch. jede mit einem Wappenschild, auf dem die Wappen der vier Hauptbestandtheile des Königreichs: Bayern, Schwaben, Franken und die Pfalz, dargestellt sind Die ausführlichste Beschreibung brachte die „Augsburger Abendpost“ vom 6. October 1875, Nr. 277. – Das Heldendenkmal in Freiburg, eine den Helden krönende allegorische Figur, wofür der Künstler den ersten Goldpreis gewann. – Das Sieges- und Friedensdenkmal in Augsburg: der Krieger aus dem Volke steckt das Schwert ein und kehrt nach dem Kampfe zu seiner ländlichen Arbeit zurück. – Das Denkmal des berühmten Geschichtschreibers und Bischofs Otto von Freising auf dem Domplatze in Freising. – Das Beethoven-Monument in Wien: unter dem auf dem Postament sitzenden Meister auf der einen Seite Prometheus mit dem nach dessen Brust hackenden Adler, auf der anderen die Nike das siegende klingende Finale andeutend; beide Figuren sind in lieblichster Weise durch einen aus neun Genien (der geflügelte Amor, der Todesgenius, der Held, das Pastorale u. s. w.) bestehenden Kinderreigen verbunden. – Die Reiterfigur des Kaisers Franz Joseph. Reliefsculptur im Wiener Rathhausthurm. – Das Maria Theresia-Monument in Wien auf dem Platze zwischen den beiden kaiserlichen Museen, dem kunst- und dem naturhistorischen [siehe in den Quellen V: Urtheile über seine größeren Werke S. 313]. – Die Kolossalstatue des Kaisers Franz Joseph. Acht Fuß hoch aus Carraramarmor im Treppenhause des Wiener Universitätsgebäudes. – Das Standbild des Ministers Dr. Glaser im Vestibule des Universitätsgebäudes. – Die Marmorstatue des Geognosten A. G. Werner im Stiegenhause des naturhistorischen Museums in Wien. Dann gewann der Künstler den zweiten Preis beim Concurrenzausschreiben für ein Werder-Denkmal in Baden (April 1872) mit 1500 fl. Auch vollendete er 1887 eine Modellskizze für das Wiener Radetzky-Denkmal. Noch hatte der Künstler im Auftrage des Kaisers Maximilian von Mexiko eine Statue Alexanders von Humboldt auszuführen übernommen und sie im Modell bereits fertig gemacht, als die Katastrophe in Queretaro die Ausführung des Werkes vereitelte. – B. Grabmonumente, Altäre, Kirchenstatuen u. d. m. Kolossale Madonna für den Kettenplatz in Paderborn, im Auftrage der Stadt. Man will wissen, daß das liebliche Antlitz der Gnadenmutter die Züge der Frau des Künstlers trage. – Der gothische Hochaltar für die Freisinger Georgskirche, in der Mitte Sanct Georg zu Roß, rückwärts St. Katharina und Barbara, zu Häupten Christus, Maria und Joseph, die schönen edelgehaltenen Figuren sind aus Holz geschnitzt. – Die Figuren zum St. Benno und Corbinian-Altar in der Liebfrauenkirche in München: St. Benno, Corbinian, Emmeran und Bonifacius, ferner St. Florian, Michael, Maximilian nebst noch einigen Figuren in kleineren Dimensionen. – Mehrere Arbeiten für die Redemptoristenkirche in Rom. – Die Kanzel für die katholische Kirche zu Amsterdam mit über 20 Figuren. – Die kolossalen Figuren für die Redemptoristenkirche zu Trier. – Die kolossalen Figuren St. Boromäus, Alphons und zwei Madonnen für eine katholische Kirche in England. – Der mit Hautreliefs geschmückte Kirchentisch für Fräulein Waldenburg in Berlin. – Das Grabdenkmal des Freiherrn und Generals von Zweybrücken: St. Hubert, St. Georg, in der Mitte Christus mit den Wundmalen. – Das Grabdenkmal der Familie von Langlois [311] auf dem Friedhof in München: St. Ludwig und August, in der Mitte Maria mit dem Jesukinde. – Das Grabdenkmal der Familie Schindler (Julius von der Traun) in Aigen nächst Salzburg. Ueberdies befinden sich in Oldenburg mehrere treffliche und theilweise umfangreiche Holzschnitzereien, zu Steinfurt bei Münster und an anderen Orten verschiedene religiöse Gruppen aus Sandstein, am ganzen Niederrhein zwischen Cleve und Geldern zerstreut mehrere Werke des Künstlers. – C. Kleinere Werke, Büsten, Statuetten. Es ist nicht leicht, die chronologische Aufzählung dieser Werke beizubehalten, so geben wir die Folge, wie wir sie in unseren Aufzeichnungen fanden: die Marmorbüsten des Cardinal-Erzbischofs Reisach – des sächsischen Malers Vogel von Vogelstein, jetzt in den Arkaden des südlichen Friedhofs in München – des Professors Martius – Professors DöderleinDr. Nußbaum’s – Büste und Medaillon des Pfarrers Rinecker in Reichenhall – des Dr. Merz für das katholische Gesellenhaus zu München – des Humanisten Eggestorf, nach Anderen Eggersdorf und seiner Gattin in Hannover (eine der ersten Arbeiten des Künstlers; Beide waren große Förderer seines Talentes, in deren Auftrage er noch mehrere Arbeiten ausgeführt) – der Gattin des Professors Arndt – des Königs Ludwig II., obwohl nur nach einer Photographie, aber mit solcher Vollendung ausgeführt, daß sie allgemeine Bewunderung erregte; ferner die Büsten von Richard Wagner – Oskar von Redwitz – Propst Döllinger – Reichsrath von Pözl – Prinz und Prinzessin Ludwig von Bayern – Baurath HügelDr. E. Lieber – Graf Reisach – Freifrau von Lerchenfeld – Fräulein Mallinger – Hofrath OrgesDr. Schindler (Poet Julius von der Traun) – Sophie Schröder, im Auftrage der Mitglieder des Münchener Hoftheaters und auf dem Münchener Gottesacker im October 1869 enthüllt – Freiin von Cramer-Clett – Gräfin von Waldenburg – Kaiser Franz Joseph in mehreren Ausführungen – Ernst FörsterDr. SchönleinMoltke – Erzherzog Karl Stephan – Minister StremayrFranz Liszt – Geheimrath Löher – Herr von Schauß – Gattin und Tochter des Herrn von Hallberger – eine Kolossalbüste Schiller’s für den Garten des Dichters Oskar von Redwitz in Meran – Bischofstab für den Erzbischof von München, Grafen Reisach – sechs Marmorstatuetten, die Heldengestalten aus Richard Wagner’s Opern darstellend: Tanhäuser – Lohengrin – Fliegender Holländer – Walther von Stolzing – Siegfried – Tristan, im Auftrage des Königs Ludwig II. für sein Lustschloß Linderhof. Der Künstler soll dieselben öfter zu Geschenken des Königs wiederholt haben. (1876.) – II. Biographien. Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1873, Beilage, Nr. 114, S. 1732: „Kaspar Zumbusch“. Von F. Tr. – Dieselbe (Augsburg, Cotta, 4°.) 1874. Beilage, Nr. 41: „Wiener Briefe VII“. Von V.(incenti) [über sein Atelier und seine Arbeiten]. – Dieselbe (Augsburg, Cotta, 4°.) 1875, Beil. Nr. 306: „Die Epigonen der romantischen Kunst“. – Berggruen, die graphischen Künste (Wien) 1885, VII. Jahrg., S. 23. – Buch für Alle (illustr. Blatt, Fol.) 1878, S. 439. – Daheim (Velhagen und Klasing, 4°,) 1877, S. 768 u. f.: „Kaspar Zumbusch. Lebensbild eines Künstlers“. – Die Heimat (Wien, 4.) 1883, S. 586: „Professor Kaspar Zumbusch“. – Illustrirtes Wiener Extrablatt, 13. Mai 1888, Nr. 133: „Der Schöpfer des Maria Theresia-Monuments“. Von Ludwig Basch. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 2. Juni 1888, Nr. 2344, S. 553. – Kunst für Alle, 15. April 1888, S. 252, von v. Vincente. – Lang (Ludwig). Münchener Sonntagsblatt, 1861, S. 363: „Zur christlichen Kunst“. Von Franz Trautmann. – Mayer (A.). Münchener Frauenkirche (1863) Seite 26. – Müller (Herm. Alex. Dr.). Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesammtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1832, Bibliographisches Institut, br. 12°.) S. 575. – Münchener Propyläen, I. Jahrgang. 1869, Nr. 25: „Kaspar Zumbusch“. – Neue Freie Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1872, Nr. 2766 im Kunstblatt: „K. C. Zumbusch“ [nach dieser geb. 28. November 1830]. – Neue Illustrirte Zeitung (Wien, Zamarski, Fol.) 1883, Nr. 10, S. 154: „Kaspar Zumbusch“. – Pecht (Friedrich). Kunst für Alle. Mai 1886, S. 227. – Derselbe. VI. Jahrg., S. 76. – (Schorer’s) Familienblatt 1888, 3. Beilage [312] zu Nr. 6: „Autographenmappe: Kaspar R. v. Zumbusch“. – Ueber Land und Meer (Stuttgart, Hallberger) 28. Bd., 1872, Nr. 37, S. 18: „Kaspar Zumbusch“. Von Karl Albert Regnet; – 60. Bd. (1888), S. 659. – Dasselbe. Jahrg. 1887/88, Heft 12, S. 1551: „Unsere Künstler. Der Schöpfer des Maria Theresia-Denkmals in Wien“ [in der Octavausgabe]. – III. Porträts. 1) Unterschrift: „Kaspar Zumbusch“. Originalzeichnung von V. Frör in „Ueber Land und Meer“ 28. Bd., 1872, Nr. 37; ebenda 46. Bd., 1881, Nr. 45, S. 896. – 2) Unterschrift: „Professor Zumbusch bei der Arbeit des Maria Theresia-Denkmals“. W. Gause nach der Natur. 14. April 1888. P. Angerer und Göschl chemit. in Schorer’s Familienblatt 1888, Beilage zu Nr. 20. – 3) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Nach einer Photographie[WS 1], gezeichnet von C. Kolb im „Buch für Alle“ 1878. S. 433. – 4) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges: „K. Zumbusch“. Nach der Natur radirt von J. L. Raab in „Daheim“ (Velhagen und Klasing, 4°.) 1877, S. 769. – 5) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges: „K. Zumbusch“. Th. Volz gez. Trefflicher Holzschnitt in Medaillon in Blumen- und Blatteinfassung und einem meißelnden Genius: in „Ueber Land und Meer“, Jahrg. 1887/88. 12. Heft. S. 1551.– 6) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Paar xyl. Anst., Weiß gez. in der „Neuen illustr. Zeitung“ (Wien, Folio) XI. Jahrg., 3. December 1882, Nr. 10. – 7) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Schöner Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in der „Heimat“ (Wien, 4°.) 1883, S. 585. – 8) „Wie Kaiser Franz Joseph dem Künstler die Hand drückt“ in der „Illustrirten Zeitung“ (J. J. Weber, Leipzig) 20. Juni 1888, Nr. 2348, S. 684. – 9) Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in Schorer’s „Familienblatt“ 1888, 3. Beilage zu Nr. 6 in der Rubrik: „Autographenmappe“. – 10) Ueberschrift: „Kaspar Zumbusch“. Kräftiger Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen mit Facsimilie der Handschrift im „Illustrirten Wiener Extrablatt“ 13. Mai 1888, Nr. 133. – Des Künstlers Büste in der „Neuen Münchener Zeitung“ 1857, Nr. 27. – IV. Abbildungen seiner Hauptwerke. Beethoven-Denkmal in Wien. Nach der Natur gezeichnet von W. Gause, Tegetmejer xyl. Anst., in Schorer’s „Familienblatt“ 1880, S. 393. – Das Beethoven-Monument. Nach dem Entwurfe von Prof. Zumbusch, gezeichnet von A. Reitte in der „Neuen illustr. Zeitung“ 1874, Bd. I, Nr. 10, S. 3 (Matoloni, xyl. Anst., Wien, Fol.). – Beethoven-Denkmal in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1880, Bd. XV, S 250. – Sockelfiguren des Beethoven-Denkmals zu Wien [Geniengruppe der Vorderseite, Prometheus mit dem Adler, die Siegesjungfrau, Geniengruppe der Rückseite], gute Holzschnitte in der „Neuen illustrirten Zeitung“ (Wien, Zamarski) 9. Mai 1880, Nr. 33. S. 521. – Das Denkmal Maximilians II., Königs von Bayern, in München. Auf Holz gezeichnet von C. Kolb im „Buch für Alle“ 1876, S. 196 [Text über das Denkmal S. 199].– Kaiserstatue im Treppenhause der Universität in Wien, in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1886, Bd. XXI, S. 347. – Grabdenkmal der Familie Schindler zu Aigen nächst Salzburg [des Dichters Julius von der Traun] in der „Neuen Freien Presse“ 12. September 1874. – Modellskizze zum Wiener Radetzky-Denkmal in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1887, Bd. XXII, S. 45. – Das Denkmal der Kaiserin Maria Theresia in Wien. Holzschnittzeichnung ohne Angabe des Xylographen in „Ueber Land und Meer“ (Octavausgabe) 1887/88, Heft XII, S. 1552 und 1553. – Das Maria Theresia-Denkmal in Wien. Nach einer Photographie von Victor Angerer in Wien. Prächtiger Holzschnitt in Groß-Folio in den „Meisterwerken der Holzschneidekunst“ (Leipzig, J. J. Weber) Blatt XXV. – Das Maria Theresien-Denkmal zu Wien. Holzschnitt von G. Heuer und Kirms xyl. Anst. in der „Illustr. Frauen-Zeitung“ (Berlin und Wien, Fol.) XV. Jahrg. 17. Juni 1888, Nr. 12, drittes Blatt [Text S. 111]. – Einzelfiguren zum Denkmal der Maria Theresia im Atelier in der „Illustrirten Zeitung“ (Leipzig, J. J. Weber) 3. Mai 1884, Nr. 2131. – Der Platz, wo das Maria Theresia-Denkmal steht, nebst den Abbildungen der vier Reiterfiguren: Laudon, Daun, Traun, Khevenhüller im „Illustrirten Wiener Extrablatt“ 13. Mai 1888, Nr. 133. – V. Urtheile über seine größeren Werke. Ein neuer gothischer Hochaltar in der Pfarrkirche zu [313] Freising in der Beil. zur „Augsburger“ Postzeitung“ 29. April 1857, Nr. 91. – Zumbusch’s Friedens- und Siegesdenkmal in Augsburg in der „Allgem. Zeitung“ 31. October 1876, Beil, Nr. 305; „Augsburger Post-Zeitung“ 5. October 1876, Nr. 208; „Allgemeine Zeitung“ 1876, Beilage Nr. 306. Von K. G. – Modell zu dem Denkmal Friedrich Wilhelms III. in Köln, in der „Kölnischen Zeitung“ 1862, Nr. 79, zweites Blatt [zugleich mit dem Modell zum nämlichen Denkmal von Karl Cauer aus Kreuznach]. – Das National-Denkmal für München (König Maximilian II.) in von Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ Bd. II, 3. Heft (1869) von W. Lübke. – „Illustrirte Welt“ 24. Jahrg. (1876) S. 31 von Karl Albert Regnet. – „Allgemeine Zeitung“ (Augsburg, Cotta) 25. October 1875. Beilage 298: „Münchener Kunst“ von Fr. Pecht. Dieselbe. 15. October 1875. – Maria Theresia-Denkmal. Auf der Stirnseite trägt das Denkmal den Namen der großen Kaiserin, auf der Rückseite die Inschrift: „Errichtet von Kaiser Franz Joseph I.“. Dasselbe ruht auf einem Plateau, dessen Durchmesser 29.7 Meter beträgt. Seine Gesammthöhe ist 19.36 Meter, die Höhe der sitzenden Hauptfigur mißt allein 6 Meter. Die allegorischen Figuren um den Thronsessel weisen eine Höhe von 5.4 Meter, die Standfiguren von 3.4 Meter, die Reliefs von 3.95 und die Reiterfiguren eine Höhe von 4.42 Meter auf. Die Säulen aus Tiroler Serpentin, welche den aus böhmischem Granit hergestellten Sockel schmücken, sind 4.58 Meter hoch. Das Material des unteren Plateaus ist Mauthausener Granit. An den Modellen zu dem Denkmal wurde von 1876–1887 gearbeitet. Die vier allegorischen Figuren sind die Kraft, Weisheit, Gerechtigkeit, Milde; die dargestellten Figuren: Daun, Loudon, Traun, Khevenhüller (die vier Reiter), ferner Fürst Kaunitz, Bartenstein, Starhemberg, Mercy, Fürst Wenzel Liechtenstein, Lacy, Habit, Nádasdy, van Swieten, Eckhel, Pray, Gluck, Haydn, Mozart als Kind, Haugwitz, Grassalkowich, Bruckenthal, Riegger, Martini und Sonnenfels; in ihnen sind die Lenker der äußeren Angelegenheiten, die Feldherren, die Koryphäen in Kunst und Wissenschaft und die Justiz in der theresianischen Zeit dargestellt; Metastasio fehlt. [Neue Freie Presse, 11. und 13. Mai 1888 im Feuilleton von E. Ranzoni. Ueber die Entwürfe, die zugleich mit Zumbusch von den Bildhauern Costenoble, Silbernagl und von Wagner – von diesen dreien ein Entwurf collectiv – dann von Kundmann und Benk ausgestellt worden, s. die „Neue Freie Presse“ 24. März 1875, Nr. 3799.] – VI. Charakteristik seiner Handschrift. „Wenn Täuschung nur die Kunst begehrt, | So hat sie wahrlich keinen Werth, | Denn die Natur ist uns gegeben. | Und nie erreicht sie unser Streben.“ K. Zumbusch. Diese facsimilirten Verse, die auch als des Künstlers Wahlspruch gelten können, bringt Schorer’s „Familienblatt“ 1888 in der 3. Beilage zu Nr. 6 und knüpft daran folgende Charakteristik der Handschrift: „In Zumbusch’s Schrift sind die Willensfähigkeiten deutlich ausgedrückt. Beharrlichkeit und Energie, Ausdauer und Willensfestigkeit und auch ein wenig Kampfeslust finden darin ebenso ihren Ausdruck, wie vorwiegender Ernst – wiewohl der Sinn für Witz nicht fehlt. Der Sinn für das Monumentale ist noch in keine graphologische Regel gefaßt. Anspruchslose Einfachheit, Leidenschaftsfähigkeit und Originalität, sowie die Form des T, W und Z davon spricht, können wir jedoch hier behaupten. – VII. Seine Schüler. Anton Heß, Emil Hillebrand, des Meisters Bruder Julius Zumbusch, Alois Löher, Peter Rummel, Johann Kalmsteiner, die dem Meister aus München nach Wien folgten. In Wien gesellten sich zum Meister: Heinrich Pendl, Emmerich Swoboda, Edmund Hofmann, Anton Breuneck. Des Meisters Hilfsarbeiter sind: Peter Neuner und Heinrich Pirtsch, die Beide schon viele Jahre bei ihm arbeiten. – VIII. Das Zumbuschfest. Ein solches fand dem Künstler zu Ehren statt im Hause des Geheimrathes v. Löher in München zur Vorfeier der Enthüllung des Denkmals Max’ II. im October 1875. Dabei wurde von dem Gastgeber ein launiger Toast in Versen ausgebracht, der in der „Allgemeinen Zeitung“ 1875, außerordentliche Beilage zu Nr. 289, S. 4523 mitgetheilt ist.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Photograhie