BLKÖ:Castelli, Ignaz Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Casati, Gabrio Graf
Band: 2 (1857), ab Seite: 303. (Quelle)
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Castelli, Ignaz Franz[BN 1][BN 2][BN 3] (Dichter, geb. zu Wien 6. Mai 1781). Sein Vater war Rechnungsrath bei der Stiftungsbuchhalterei in Wien; der Sohn besuchte ebenda die Normal- und Grammatikal-Classen, und vollendete an der Hochschule die Rechtsstudien. Von früher Jugend an unter weiblicher Obhut wurde er körperlich verzärtelt, sein Geist aber gewann dadurch jene Weichheit u. Schmiegsamkeit, die sich im gereiften Manne zur echt humanen Gemüthlichkeit entwickelte. Das Liederbuch seiner Tante weckte zuerst seine poetische Ader und schon mit 12 Jahren begann er zu reimen. In seiner besonderen Vorliebe für das Theater verwendete er die kleinen Ersparnisse zum Besuche desselben, da aber diese nicht ausreichten, sein Verlangen vollends zu stillen, so kam er auf den Gedanken, Violine zu lernen, durch diese sollte er einen Platz im Orchester erreichen. Es gelang ihm; er kam – seinen Musikmeister im Orchester vertretend – in dasselbe, von diesem auf’s Podium, und endlich in’s Abendkränzchen der Schauspieler. Die Idee, einen Versuch für die Bühne zu wagen, wurde von diesen gefördert und es entstand die Travestie des „König Lear“, worüber aber die Censur ihr Verdammungsurtheil fällte. Die damals herrschende Mode, Privattheater zu unterhalten, aus denen manche berühmt gewordene Notabilitäten hervorgingen, bot auch C. Gelegenheit, sich auf der Bühne zu versuchen. Als aber C. die Geheimnisse der Bretter, welche die Welt bedeuten, kennen gelernt, faßte er trotz seines ausgesprochenen Talentes und eines Antrages, den ihm der große Mime Koch mit einem Engagement am Burgtheater gemacht, eine solche Abneigung gegen die Bühne, daß er jeden weiteren Gedanken daran aufgab. Unterdessen setzte C. seine Studien fort, trieb daneben fleißig Botanik, und fristete bei seinen nicht günstigen Familienverhältnissen von einem kleinen Stipendium und Unterrichtertheilen kümmerlich sein Dasein. Manche Versuche, eine feste Anstellung zu erhalten, mißglückten, bis er im J. 1801 bei der landständischen Buchhaltung in Wien nach vorausgegangener Prüfung als Practikant angenommen wurde. Sein Amt ließ ihm Zeit zur Schriftstellerei und von seinem Freunde Joseph Ritter von Seyfried, damals Theaterdichter an der Wiedner Bühne, übernahm er anfangs die Ausführung einzelner Scenen und Arien, später die vollständige Bearbeitung des Melodrama’s „Carline“ von Pixérécourt, das unter dem Titel: „Die Mühle am Ardennenfelsen“ im J. 1800 im Theater an der Wien mit günstigem [304] Erfolge gegeben wurde. Damals erschienen auch seine ersten gesammelten Gedichte unter dem Titel: „Poetische Erstlinge“ und dem Pseudonym: Rosenfeld (Wien, Wallishausser), in welchem Verlage auch mehrere Jahre hindurch von ihm redigirt die Hoftheater-Taschenbücher herauskamen. Mit seinem wahren Namen trat C. zuerst in den nach dem Französischen bearbeiteten kleinen Lustspiel „Todt und lebendig“ 1803 auf, welches so sehr gefiel, daß er sich später und mit entschiedenem Glücke der Bearbeitung französischer Stücke für die deutsche Bühne zuwendete. Als im J. 1805 die Franzosen in Wien als Feinde einrückten, erhielt C. den Auftrag als ständischer Lieferungs-Commissär nach Purkersdorf abzugehen, wo in schwieriger Stellung seine Entschlossenheit und sein Humor gute Dienste leisteten. Im J. 1809 wurde C. von dem zum Gouverneur ernannten Freiherrn von Bartenstein zum Secretär erwählt, jedoch die unglückliche Schlacht bei Regensburg vereitelte, daß C. diesen Dienst antrat. In dieser Zeit hatte C. mehrere Kriegs- und Wehrmannslieder, Aufrufe an Soldaten und Volk geschrieben, die ihrer populären Fassung wegen leicht Eingang fanden; insbesondere war das „Kriegslied für die österreichische Armee“ in Aller Munde. Erzherzog Karl ließ es in vielen tausend Exemplaren drucken und unter die Soldaten vertheilen. C.’s Name stand darunter. Die Franzosen wurden nunmehr auf diesen Namen aufmerksam und C., zugleich mit Heinrich von Collin, welcher Wehrmannslieder gedichtet, und mit Carpani, welcher als Intendant bei der italienischen Armee diente, wurden im „Moniteur“ öffentlich in die Acht erklärt und zugleich die Bemerkung beigefügt, daß die Genannten, wo sie immer getroffen würden, den Militärgerichten zu unterziehen seien. Je weiter der Feind im Lande vorrückte, desto bedenklicher wurde C.’s Lage und in dieser Gefahr nahm er sich den Muth und ging nach Dotis in Ungarn, wo Kaiser Franz sich aufhielt, um den Monarchen zu bitten, ihn durch eine Sendung von Urkunden, Kunstschätzen u. d. m. aus der für C. so gefährlichen Nähe der Franzosen zu bringen. Der Bescheid, den C. auf sein Ansuchen erhielt, fiel gegen seine Erwartung aus und war nicht geeignet, C. zu ermuthigen. Als er zurückkehrte, erbarmten sich die Stände des so schwer Bedrohten, und gaben ihn einem Rechnungsoffizial, der als Transport-Commissär nach Ungarn abgeschickt wurde, als Begleiter mit. So entging C. aller Gefahr. Seine dramatischen Arbeiten hatten immer mehr und mehr Beifall erhalten, insbesondere sein Textbuch „Die Schweizerfamilie“, wozu Weigl die Musik componirt und welches 1811 seine Anstellung als Hoftheaterdichter am k. k. Hoftheater nächst dem Kärnthnerthore zur Folge hatte, von welcher Stelle aber C. abtrat, als Graf Palffy 1814 die Leitung der beiden Hoftheater übernahm. Im J. 1812 begann C. die Herausgabe des Taschenbuches „Selam“ (Wien, Strauß), wovon 7 Jahrgänge erschienen. Im J. 1815 begleitete C. den Grafen Cavriani, welcher zum Gouvernementsrath in einem der occupirten Theile Frankreichs ernannt worden, in der Eigenschaft eines Secretärs nach Bourg en Bresse und blieb in derselben Stelle, als Cavriani’s Posten später Freiherr Joachim Münch von Bellinghausen, übernahm. Nach Wien zurückgekehrt, trieb er nun in den Tagen des noch jungen Friedens mit verdoppeltem Eifer Literatur, und unternahm, theils zum Vergnügen, theils um sich zu unterrichten, in den Jahren 1819 und 1822 Reisen nach Baiern, Tyrol, der Schweiz, nach Mailand, Venedig und dem Küstenlande, von denen er reich an bleibenden Eindrücken und interessanten Anschauungen zurückkehrte. Ein im [305] J. 1826 anläßlich der Genesung des Kaisers erschienenes Dialectlied fand so großen Beifall, daß C. seine zerstreuten Arbeiten in diesem Genre sammelte, 1828 herausgab und so als Begründer eines Liederzweiges in Oesterreich dasteht, welcher unmittelbar nach Castelli, von J. G. Seidl, Fr. Stelzhammer, und C. A. Kaltenbrunner mit seltenem Erfolge gepflegt wurde. Auf einer 1839 nach Deutschland unternommenen Reise fand er, dessen Name damals schon in den deutschen Ländern einen guten Klang hatte, überall eine sehr freundliche Aufnahme und die Universität Jena ernannte ihn zum Doctor. Nachdem er bereits 40 Jahre gedient, trat er als Landschafts-Secretär mit Vorbehalt seiner frühern Verwendung als Herrenstands-Agent und ständischer Bibliothekar in Pension, und zog sich nach Lilienfeld zurück, wo er sich angekauft, ein Haus gebaut hatte und der Natur, wie seiner Liebe zu den Blumen lebte. Dort brachte er auch das stürmische Jahr 1848 zu, nicht ohne Einfluß auf die ländlichen Bewohner, die er, vertraut mit ihrer Denk- und Sprechweise, leichter von der Ausübung mancher zu jener Zeit als Recht angesehenen Gewaltthätigkeit abhielt. In den letzten Jahren verkaufte Castelli seine schöne Besitzung und kehrte in die Stadt zurück, wo er sich stets mit literarischen Arbeiten, mit Aufzeichnung seiner Erlebnisse beschäftigt und in den Sommermonaten stärkende Reisen unternimmt. Außer den bereits erwähnten Schriften führen wir hier folgende an: „Werke, vollständige Ausgabe letzter Hand in strenger Auswahl“ 15 Bde. (Wien Pichler 1844); wie schon aus dem Titel ersichtlich nur eine Auswahl – „Bären, eine Sammlung Wiener Anecdoten“ 12 Lfrgn. (Wien 1825–32), eine Unzahl von Bonmots, Pikanterien u. d. m., welche nicht blos in den Mund des Wieners übergegangen, sondern Gemeingut aller Gegenden geworden, wo die deutsche Sprache heimisch ist; – „Gedichte in österreichischer Mundart“ (Wien 1828); – „Wiener Lebensbilder“ (Wien 1828, 2. Aufl. 1835); – seit 1809 gab er das „Dramatische Sträusschen“, ein Taschenbuch heraus, in dessen 19 Jahrgängen mehr als 60 von ihm bearbeitete Stücke enthalten sind; – seit 1822 redigirte er das Taschenbuch „Huldigung der Frauen“, dessen Fortsetzung im J. 1848 unterbrochen worden; – ferner (von 1810–11) die Zeitschrift „Thalia“; – den „Sammler“; – das „Wiener Conversationsblatt“ (1822); – u. den „allgemeinen Wiener musikalischen Anzeiger“ (1829–40). – Aber auch auf dem Felde ernsterer Disciplinen war C. thätig und es erschien von ihm ein „Wörterbuch der Mundart in Oesterreich unter der Enns“ (Wien 1847, Tendler und Comp.), welches alle vom Hochdeutschen abweichenden, dem niederösterreichischen Dialecte eigenthümlichen Wörter, nebst ihrer Erklärung, Abstammung und Verwandschaft enthält. Grammatische und dialectische Bemerkungen gehen dem Wörterbuche voraus. – Als Humanist besitzt C. mannigfaltige Verdienste [J. G. Seidl in der unten angeführten Biographie führt dieselben auf]; wir erwähnen hier nur den von C. im J. 1847 gegründeten „Thierschutzverein in Wien“, der langsam aber nicht erfolglos sich entwickelte, und in den letzten Jahren eine eigene periodische Schrift: Der Thierfreund“ mit dem Beiblatte „Der Kinderfreund“ herausgibt. – Auch verfaßte C. die „Beschreibung der dem Kaiser Ferdinand geleisteten Erbhuldigung“ (Wien 1836), welche Denkschrift im Auftrage der Stände veröffentlicht wurde. Noch nach einer Richtung müssen wir C.’s gedenken, und zwar Castelli’s des Sammlers. Als solcher brachte er zwei Sammlungen zu Stande, eine von Schauspielen – 12,000 Stücke in 3000 Bänden – und damit in Verbindung eine Sammlung von Porträten bekannter Schauspieler und [306] Theaterdichter und von fast allen Wiener Theater-Zetteln, seit 1600 bis auf die Gegenwart. Diese Sammlung brachte die k. k. Hofbibliothek käuflich an sich; eine zweite von Dosen – 1800 Stücke – die nicht blos als Curiositätensammlung, sondern als ein Stück Wiener Kunstgeschichte seltenen Werth besitzt; 300 Stücke sind mit Oelbildern von den ersten Künstlern Wiens, als Waldmüller, Barbarini, de Pian, Wutky, Ranftl, Krafft, [BLKÖ:Fischbach, Johann|Fischbach]], Kobell, Dallinger, Frl. von Koudelka, Schwemminger, Gauermann; und von Ausländern, wie Canella, Brioschi, Marco u. a. geschmückt. Außerdem besitzt diese Sammlung andere Curiosa, u. a. [Molière|Molière’s]] Tabaksdose; Dosen in Steinglas, eine neue Erfindung eines böhmischen Glasfabrikanten u. d. m. Joh. Gabr. Seidl, dessen Angaben in dieser Skizze zunächst benützt wurden, charakterisirt den Schriftsteller C. folgender Maßen: „Castelli war unbedingt der populärste Dichter Oesterreichs, als der er durch ununterbrochen freundschaftlichen Verkehr mit allen literarischen Notabilitäten des Auslands nicht wenig dazu beitrug, dem östr. Volkscharakter auch auswärts Klang und Geltung zu verschaffen. Das österreichische Element prävalirt in ihm so sehr, daß es sogar jenen seiner Arbeiten, die er gewiß selbst nicht als strenge Originale sich vindiciren wollte, einen gewissen Zug von Ursprünglichkeit verleiht, den C.’s Feder nicht verkennen läßt.“ An Ehren fehlte es dem humanen Schriftsteller auch nicht, Kunst-, gelehrte Vereine, literarische und humanistische Institute sandten C. ihre Diplome zu; die Stadt Wien verlieh ihm 1835 das Ehrenbürgerrecht, 1809 erhielt er die silberne Aufgebotsmedaille. Sein eigener Monarch schmückte ihn noch am Abend seines Lebens mit dem Franz Josephorden, während andere Fürsten ihn schon früher mit ihren Decorationen ausgezeichnet.

Album österreichischer Dichter (Wien, Pfautsch und Voß, 8°.) I. Bd. S. 215: „Biographie“ von Joh. Gabr. Seidl. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 484 und VI. Bd. Suppl. S. 390. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1852, Bibl. Inst., Lex. 8°.) VII. Bd. 1. Abtheil. S. 628. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.) III. Bd. S. 707. – Wigands Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Leipzig 1847 u. f., gr. 8°.) III. Bd. S. 136. – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) 1845, S. 955; 1846, S. 1079; 1847, S. 243: „Gefundenes und Empfundenes. Skizzen aus meinem Leben“, von Castelli. [Ueberhaupt enthalten die Sonntagsblätter von ihrem Entstehen an (1842–47) zahlreiche Mittheilungen aus den Erlebnissen des Dichters von ihm selbst aufgezeichnet.] – Wiener Courier 1856, Nr. 218: „Castelli’s Dosen-Sammlung.“ – Novellen-Zeitung (Leipzig, redig. von Rob. Giesecke) 1854 [gibt irrig den 6. März 1781 als Castelli’s Geburtstag an]. – Frankfurter Conversationsblatt 1842, Nr. 189: „Mein Porträt, von mir selbst entworfen, für diejenigen, welche mich noch nicht kennen“, von Castelli [ging aus der „Wiener Zeitschrift für Kunst u. Literatur“ in dieses und andere deutsche Blätter über, worin sich C. in übergroßer Bescheidenheit selbst folgende Grabschrift am Schlusse setzt:

„Hier liegt ein Mann, der treu ergeben
Der Kunst gewesen und der Ehr’,
Er war nicht viel in seinem Leben
Und jetzo ist er gar nichts mehr“]. –

Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 53. – Henze (Adolph), Die Handschriften der deutschen Dichter und Dichterinnen (Leipzig 1855, 8°.) S. 20, Facsimile seines Namenzugs [charakterisirt seine Schrift folgender Maßen: „Schrift mit Bonhomie und gemüthlicher Laune“]. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoffer (Paris 1853) IX. Bd. Sp. 98 [die öffentliche Inachterklärung C.’s und der Auftrag, ihn seiner Kriegslieder wegen (siehe die Biographie) unter ein Kriegsgericht zu stellen, thut dieses französ. Lexikon folgender Maßen ab: „Ses chants de guerre pour l’armée autrichienne, dont le gouvernement de son pays fit répandre des milliers d’exemplaires parmi les troupes, donnèrent à leur auteur une sorte d’importance politique aux yeux des Français, Jeder Franzose wäre im Gegenfalle [307] mindestens zum Märtyrer gestempelt worden]. – Böckh (Franz Heinr.), Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache (Wien 1821, B. Ph. Bauer, 8°.) S. 92 [enthält eine gedrängte Beschreibung der Sammlung von Theaterstücken etc., welche C. besaß]. – In Schlodtmanns Deutsches Stammbuch schrieb C. das Folgende:

Viel große deutsche Männer
     Sie haben’s nicht weit getrieben,
Und sind meist in der Schule
     Im Schreiben zurückgeblieben;
Es war wohl nicht die schönste,
     Die Schrift von Goethe’s Hand,
Beethoven machte Haken,
     Die gar kein Mensch verstand.
Ich schreibe rein und zierlich,
     Verwirre die Buchstaben nie,
Doch wäre mir’s lieber, ich schriebe
     So schlecht und so gut wie sie.

Wien, 10/5 852.
Dr. Castelli.
Porträte: 1) Facsimile der Unterschrift J. F. Castelli. v. Saar pinx. F. Stöber sc. [vortreffliches Bild.] – 2) Ein anderes vor dem I. Bde. seiner in Berlin bei Duncker und Humblot 1835 in 6 Bdn. erschienenen „Gedichte“. Einzige [damals] vollständige Sammlung. – 3) Facsimile der Unterschrift: J. F. Castelli (G. Decker pinx. Stahlstich von Karl Mayer K. A. in Nürnberg). – 4) Lithographie von Prinzhofer (Wien 1850) [sehr ähnlich].

Berichtigungen und Nachträge

  1. Castelli, Ignaz Franz, Dichter und Uebersetzer (Bd. II, S. 303), gest. 5. Februar 1862. [Bd. 9, S. 470.]
  2. E Castelli, Ignaz Franz [s. d. Bd. II, S. 303], gest. zu Wien 5. Februar 1862. Castelli ist nicht, wie es im 2. Bde. dieses Werkes heißt, am 6. Mai, sondern am 6. März 1781 geboren. Was seine literarische Thätigkeit betrifft, so sind nachzutragen die „Neue Folge seiner sämmtlichen Werke“ (Wien 1858, Taschenformat), welche sechs Bündchen bildet, und die ein Jahr vor seinem Tode erschienenen „Memoiren meines Lebens. Gefundenes und Empfundenes ...“. 4 Bände (ebd. 1861, Kober und Markgraf, 8°.), an welche, wenn sie auch manches Interessante enthalten, gewiß Niemand den Maßstab einer ästhetischen Kritik legen oder sie als Muster zur Nachahmung bei Abfassung von Denkwürdigkeiten aufstellen wird. Bis wenige Tage vor seinem Tode, der aber nicht durch Siechthum, sondern vielmehr durch einen verhängnißvollen Fehltritt herbeigeführt wurde, befand er sich körperlich und geistig wohl; mit ihm ward einer der letzten Wiener der alten sogenannten „guten Zeit“ zu Grabe getragen. Castelli war 82 Jahre alt geworden.
    Presse (Wiener politisches Blatt) 1862, Nr. 35, 37, 48, 83, in den Abendblättern. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) Nr. 36, 38, 49, und Telegraph (Gratz, kl. Fol.) 1862, Abdbl. zu Nr. 50 [in diesen Nummerblättern sind Auszüge aus seinem Testamente]. – Der Thierfreund (Wien, kl. 4°.) XI. Jahrgang (1862), Nr. 2. – Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1862, Nr. 7. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 101, S. 2003. – Salzburger Zeitung 1860, Nr. 54. – Mährischer Correspondent 1862, Nr. 35 [aus der österreichischen Zeitung nachgedruckt, die treffendste Charakteristik Castelli’s]. – Didaskalia (Unterhaltungsbeilage des Frankfurter Journals, 4°.) Jahrgang 1862, Nr. 41 u. 42. – Krakauer Zeitung 1862, Nr. 54, 55, 66. [Bd. 11, S. 378.]
  3. E Castelli, Ignaz Franz [Bd. II, S. 303; Bd. IX, S. 470; Bd. XI, S. 378; Bd. XXIII, S. 372].
    Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber), Jahrg. 1862, Bd. I, S. 148. – Goedeke (Karl), Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung. Aus den Quellen (Hannover 1859, L. Ehlermann, 8°.) Bd. III, S. 577–580, Nr. 54. [Bd. 28, S. 327.]