RE:Raetia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I A,1 (1914), Sp. 4662
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Raetia als Landesname kommt erst nach der römischen Eroberung vor, noch nicht einmal bei Strabon (hier nur Ῥαιτική VII p. 314), zum erstenmal wohl bei Velleius (II 39. 104) unter Tiberius im J. 30; vorher wird nur das Volk genannt (s. Raeti). Die Eroberung des Landes und überhaupt die Bezwingung der Alpenvölker war zunächst veranlaßt durch deren räuberische Einfälle in Gallien und Oberitalien, weshalb auch [47] Augustus in der Darstellung seiner Res gestae (V 26) sagen kann, dieselben seien besiegt worden nulli genti bello per iniuriam inlato. Mommsen hat aber (R. Gesch. V 14ff.) mit Recht den allgemeineren Gesichtspunkt betont, daß Italien nicht ‚Herr im eigenen Hause war‘, solange seine Nordgrenze noch nicht definitiv reguliert und gesichert war. Das war auch nicht durch den Sieg und Triumph des Munatius Plancus i. J. 44/3 v. Chr. bewirkt worden. Um es zu erreichen, wurden 16 v. Chr. die Camunner und Vennonen (s. Raeti) von P. Silius, dem Statthalter von Illyricum, bekriegt (Cass. Dio LIV 20). Hierauf schickte der Kaiser zuerst seinen Stiefsohn Drusus gegen die Raeter, und dieser schlug die ihm in den Tridentiner Bergen entgegenkommenden schnell in die Flucht. Dann aber sandte Augustus auch den Tiberius von Gallien her in das nördliche Alpenvorland, das die Vindeliker bewohnten. So fielen nun beide zugleich mit ihren Unterfeldherrn von verschiedenen Seiten her in das Land ein (Dio ebd. 22). Von dem weiteren Verlauf dieses kombinierten Angriffs berichtet Strabon (VII 292), was ihm als Geographen am interessantesten war, daß Tiberius auf dem Bodensee den Vindelikern eine Seeschlacht lieferte, wobei er sich einer der Inseln als ὁρμητήριον bediente, und daß er von dort aus in einem Tagemarsch an die Quellen der Donau gelangte (wahrscheinlich in der Nähe von Tuttlingen). Von Horaz wird (carm. IV 4, 17f.) zunächst der bevorzugte Liebling des Volkes, Drusus, gefeiert, der auch noch carm. IV 14, 9ff. als Besieger der Genaunen und Breuner (s. o. Raeti) und als Bezwinger der rätischen Burgen voransteht; dann aber wird neben ihm Tiberius gepriesen als Sieger in einem grave proelium, das an dem Kaisertag, 1. August 15 v. Chr. geschlagen worden sein soll (carm. IV 14, 14ff. 29ff.). Daß dieser Kampf, welcher auch von Velleius (II 95) als derecta acies bezeichnet wird, in der Gegend der Donauquellen stattgefunden habe (Mommsen a. a. O.), ist sehr unwahrscheinlich; eher etwa in der Gegend von Augsburg. Dio berichtet übrigens nur von einzelnen kleineren Kämpfen mit den zerstreuten Streitkräften der Feinde. Nach Strabon IV 206 kam der Krieg in einem Sommerfeldzug (θερείᾳ μιᾷ) zu Ende. Die Besiegten waren ohne Zweifel durch die vielen blutigen Kämpfe an Zahl sehr geschwächt; als sie aber rasch wieder zunahmen und an ‚Neuerungen‘ zu denken schienen, führten die Römer den größten Teil ihrer jungen Mannschaft (als Sklaven?) fort und ließen nur soviele zurück, als hinreichend waren, um das Land zu bebauen (Cass. Dio a. a. O.). An die Stelle der Weggeführten traten zum Teil Veteranen, die nach und nach im Lande angesiedelt wurden (Tac. ann. I 44f. Planta Das alte Rätien 137f.). Grund und Boden gehörte ja nach Kriegsrecht dem römischen Volke, das darüber frei verfügen konnte. Die Zurückgebliebenen hatten schwere Steuerlasten zu tragen, während friedlich unterworfene Stämme milder behandelt wurden. So waren ja die Bataver von Steuern frei und nur zum Kriegsdienst verpflichtet, und die Ansiedler der agri decumates hatten nur den Zehnten zu zahlen (Tac. Germ. 29. 41; hist. V 25; vgl. Haug-Sixt² Die röm. Inschr. und [48] Bildwerke in Württ. 139f.). Die Aushebung für die römischen Heere war zunächst schwach, wir kennen aus der Zeit der Julier nur eine aus Raetern und Vindolikern gemischte Kohorte (CIL XIII 6242. 7048; vgl. Tac. ann. II 17) und eine Kohorte von Raetern (ebd. 6240. 7047), welche beide am Mittelrhein standen, ferner gesati Raeti castello Ircavio (ebd. 1041). Später aber gehörten die zwei kriegstüchtigen Stämme zu den im römischen Heer am stärksten vertretenen, da wir von 5 rätischen Alae (Not. dign. or. 25) und von 8 rätischen und 4 vindelikischen Kohorten wissen (Mommsen Ephem. epigr. V 179f. Ritterling Bonn. Jahrb. 114/5, 183f.), die weit im Reiche umher verwendet waren, von Britannien bis nach Ägypten. Daneben wird schon im J. 69 eine einheimische Miliz genannt (s. u.).

Die beiden eroberten Landschaften wurden anscheinend nicht sogleich zu einer Provinz Raetia verbunden; darauf deuten die Bezeichnungen Raeti (et) Vindolici (CIL IX 3044, vgl. Ritterling Westd. Korr.-Bl. 1903 n. 30) oder Raetia et Vindelici (Vell. II 39. Suet. Aug. 21) hin. Doch hörte dieser provisorische Zustand jedenfalls unter Claudius auf (s. u.), indem mit Einschluß der Vindeliker eine Provinz Raetien gebildet wurde. Im Vergleich mit dem Gebiet der Raeter ist diese im Norden erweitert durch das Gebiet der Vindeliker zwischen dem Bodensee und den Alpen einerseits und der Donau andererseits. Dagegen wurde der südlich des Hauptkamms der Alpen gelegene Teil des rätischen Landes mit Ausnahme des oberen Etsch- und Eisaktales zu Italien geschlagen und großenteils den römischen Bürgerstädten Tridentum, Brixia und Comum attribuiert (Mommsen CIL V p. 507ff. Kubitschek Imp. Rom. trib. discriptum p. 109. 115). Ein starker Fehler ist es bei Ptolemaios, wenn er (II 12, 1) den Lech zur Grenze zwischen Raetien und Vindelicien macht und Vindelicien als östlichen statt als nördlichen Teil der Provinz ansieht.

Näher betrachtet sind die Grenzen der Provinz folgende: Im Westen ist es nach Ptolem. a. a. O. gegen das Land der Helvetier hin eine Linie vom Gebirgsstock des Adulas (von dessen Lage und Ausdehnung er aber offenbar keine bestimmte Vorstellung hat) bis zu den Quellen des Rheins (d. h. nach seiner Anschauung dem Ausfluß des Rheins aus dem Bodensee) und zu den Quellen der Donau. Nach Ferd. Keller (Röm. Ansiedl. d. Ostschw. 1860, 261f. 1864, 74), Planta (a. a. O. 55ff.) und Mommsen (CIL III p. 707) lief die Grenze genauer von der Furka über den Glärnisch und Speer zwischen Walen- und Zürichersee nach Pfin (ad Fines) an die Spitze des Untersees (Tasgaetium), so daß außer Graubünden auch das Urserental, der Kt. Glarus, die Landschaft Toggenburg und der Thurgau noch zu Raetien gehörten. Auffallend ist, daß auf den Kiepertschen Karten, auch auf der neuesten (FOA Tab. XXIII) noch der Oberlauf der Aare mit den Seen von Brienz und Thun zu R. gerechnet ist. Die weitere Westgrenze folgte wohl zunächst der Donau, nachher aber lief sie gegen die vor dem J. 99 gebildete Provinz Obergermanien etwa von Sigmaringen nach Lorch, wo später die rätische Limesmauer aufhörte und der obergermanische [49] Limeswall begann. Die Grenze im Norden gegen das freie Germanien, speziell das Gebiet der Hermunduren, war anfangs noch die Donau; seit Vespasian aber begann ein allmähliches Vorrücken der Nordgrenze in mehreren Etappen bis zur Anlegung des eigentlichen Limes Raeticus unter Hadrian (s. diesen Art.). Die Ostgrenze gegen die Provinz Noricum hin folgte dem Inn von seiner Mündung bei Passau jedenfalls bis Kufstein oder Wörgl. Von da an ist sie nicht sicher zu bestimmen (Sieglin CIL III Suppl. p. 2328⁵⁰); sie lief wohl auf der Wasserscheide zwischen Zillertal und Pinzgau und von da gegen Südwesten mit Ausschluß des Pustertals bis zur Mündung der Rienz in den Eisak (Patsch Unters. z. Gesch. d. röm. Prov. Dalm. III 117ff.). Im Süden ging die Grenze oberhalb Klausen über den Eisak, bei Meran über die Etsch, dann über die Gebirgskämme zwischen Adda und Tessin einerseits, Inn und Rhein anderseits zum Wormser Joch, Malojapaß, Splügen, Lukmanier, St. Gotthard und zur Furka (Planta a. a. O. 58ff.).

Weit auseinander gehen die Ansichten über die Zugehörigkeit der Vallis Poenina (Kt. Wallis) zu R. Auf Grund der beiden Inschriften CIL IX 3044, wo unter dem Oberbefehl des Germanicus ein pra[ef(ectus)] Raetis, Vindolicis, valli[s P]oeninae et levis armatur(ae) vorkommt, und CIL V 3936 mit einem procur(ator) Augustor(um) et pro leg(ato) provinciai Raitiai et Vindelic. et vallis Poenin(ae), sowie aus Ptolem. II 12, 1, wo die vier Städte von Wallis zu R. gerechnet werden, hat Mommsen geschlossen, daß die Vallis Poenina dauernd mit R. verbunden gewesen sei, und hat dann die Einwendungen von Zippel, der Wallis zur Provinz Obergermanien ziehen wollte (D. röm. Herrsch. in Ill. 286f.), scharf zurückgewiesen (Ephem. IV 516ff.). Allein die politische Verbindung der Landschaften Wallis und R., welche zwei ganz divergierenden Stromgebieten angehören und nur durch die Furkastraße verknüpft sind, scheint doch so unnatürlich (Mommsen selbst nennt es rem per se parum probabilem), daß wir mit Marquardt (R. Staatsverw. I² 281f.) u. a. annehmen, diese Kombination sei nur vorübergehend gewesen, wahrscheinlich bis Claudius, in dessen Zeit wohl CIL V 3936 gehört (Hirschfeld D. kaiserl. Verwaltungsbeamten² 390). Natürlicher und jedenfalls für die spätere Zeit sicher ist die Verbindung der Alpes Poeninae mit den Alpes Graiae, welche ebenfalls dem Rhonegebiet angehören.

Die Verwaltung von R. und Vindelicien war zunächst dem Oberkommandanten der gallischen Provinzen und Legionen unterstellt, der einen Praefectus darüber setzte (s. o. CIL IX 3014); bald aber, wahrscheinlich nach der Abberufung des Germanicus (im J. 16/17 n. Chr.), wurde die Provinz einem unmittelbar unter dem Kaiser stehenden Procurator ritterlichen Standes übergeben (Tac. hist. I 11), dem auch das militärische Kommando und hie und da der Titel pro legato (Hirschfeld a. a. O.) und das ius gladii zukam (über die Motive vgl. Mommsen R. G. V 16). Der Procurator von R. hatte einen höheren Rang als die meisten andern Procuratoren; er war ducenarius und stand, so viel wir wissen, nur dem Finanzprocurator von Belgica und beiden [50] Germanien nach (v. Domaszewski Bonn. Jahrb. 117, 141ff.). Sein Amtssitz und damit auch die Hauptstadt der Provinz war wohl schon von Anfang an Augusta Vindelicorum oder Vindelicum, dem Namen nach eine Gründung aus augusteischer Zeit, wie Augusta Rauricorum, Treverorum u. a., vielleicht auf dem Platze der Burg Damasia erbaut, welche von Strabon IV p. 206 als ἡ τῶν Λικαττίων ὥσπερ ἀκρόπολις bezeichnet, später aber gar nicht mehr genannt wird (Planta a. a. O. 68. Ohlenschlager Röm. Überreste in Bayern 198ff.). Die Bezeichnung colonia (Tac. Germ. 41) ist zwar nicht mit Zumpt (Comm. epigr. I 403) auf Trient zu beziehen, sondern auf Augsburg, aber nur als einer der ungenauen Ausdrücke zu fassen, deren sich Tacitus gern bedient (Mommsen CIL III p. 711). Gegen die von Mommsen vorgeschlagene Bezeichnung als forum wendet Kubitschek ein (a. a. O. 223), daß es dann Augustum oder Augusti, nicht Augusta heißen müßte. Dieses Bedenken würde wohl wegfallen, wenn man oppidum als Bezeichnung wählte (vgl. Plin. n. h. III 140, wo die norischen Städte so benannt sind). Von der militärischen Organisation in der Zeit des Augustus und Tiberius wissen wir fast nichts. Die Legionen, mit denen das Land erobert war, wurden wohl bald zurückgezogen und der Schutz der Provinz teils fremden Auxiliartruppen anvertraut, teils bald auch einer einheimischen Miliz (ipsorum Raetorum iuventus Tac. hist. I 68; vgl. Planta 136). Während die Rheingrenze schon von Drusus mit 50 Kastellen geschützt wurde (Flor. II 26), wissen wir von keinen Kastellen an der Donau aus jener Zeit; die Truppen standen wohl mehr im Innern der Provinz, wie in Gallien bis 16 v. Chr. (Ritterling a. a. O. 161ff.), so besonders (nach Barthel Bericht d. röm.-germ. Komm. 1906/7, 165 und Frank Deutsche Gaue XII 144) auf dem Auerberg bei Schongau, auf dem schon eine vorrömische Wallburg lag (nach Arnold war dies Damasia).

Erst unter Claudius tritt das Streben, die Provinz durch Straßen und Befestigungen zu sichern, deutlicher hervor. Besonders hat er, den Spuren seines Vaters Drusus folgend, die Hauptstraße vom Etschtal ins Inntal und von da zur Donau, welche bis dahin zum Teil wohl nur ein Saumpfad gewesen war (vgl. nach Strab. IV 204 Planta 74), als eigentliche Fahrstraße ausgebaut (im J. 46f.) und Via Claudia Augusta benannt. Der Endpunkt dieser lag wohl bei Druisheim (südlich von Donauwörth); hier und bei Aislingen (unweit Dillingen) sind frühe Kastelle sicher. Ferner haben sich jetzt aus dieser Zeit die ersten Spuren eines Kastells bei Rißtissen, südlich von der Donau, gefunden (nachgewiesen von Gößler). Hieraus folgt, daß die Süddonaustraße von Tuttlingen bis Günzburg spätestens aus dieser Zeit stammt, während ein Hinausgreifen über die Donau, wie es Nägele (Der Alblimes 1909) annahm, unbewiesen und unwahrscheinlich ist (vgl. Haug-Sixt² 63f.).

In den Kriegen der J. 69f. schloßen sich die rätischen Truppen an Vitellius an und kämpften siegreich gegen die an Galba festhaltenden Helvetier (Tac. hist. I 59. 67f. III 5). Der schließliche Sieger aber, Vespasian, wurde wohl gerade [51] durch die Erfahrungen in diesen Kämpfen veranlaßt, auf eine nähere Verbindung zwischen den Truppen am Rhein und denen an der Donau, als der Umweg über Basel sie bot, Bedacht zu nehmen (Fabricius Die Besitznahme Badens durch die Römer 40f.). So ließ er im J. 73/4 durch den Legaten des oberrheinischen Heeres, Cn. Pinarius Clemens, eine direkte Straße von Straßburg über den Schwarzwald nach Rottweil und Tuttlingen bauen (CIL III 9082), welche sich hier an die schon bestehende Straße längs des südlichen Donauufers anschloß. Hier wurde Günzburg mit einer Ala besetzt im J. 77/8; aber auch weiter abwärts in Oberstimm bei Ingolstadt, Eining, Kumpfmühl bei Regensburg und in Straubing hat sich Vespasianische Sigillata gefunden (Jacobs R.-germ. Korr.-Bl. IV 25f.). Auf der Strecke von Faimingen bis Eining aber rückte Vespasian die Grenzkastelle vom südlichen Ufer auf den Nordrand des breiten, sumpfigen Donautales hinaus nach Nassenfels, Kösching, Pföring (Drexel K. Faimingen 27 nach Winkelmann Deutsche Gaue IX 241ff.). Wenn jedoch Winkelmann diese letztere Tätigkeit unrichtig dem Domitian zuschreibt (die Bauinschrift von Kösching fällt ins J. 80; vgl. Fink Westd. Korr.-Bl. 1907 nr. 31), so will Drexel die Wirksamkeit dieses Kaisers ganz auf den Mittelrhein beschränken. Domitian war es allerdings, der nach glücklicher Beendigung des Chattenkriegs den Taunus, die Wetterau, das Main- und Neckarland besetzte und den ersten eigentlichen Limes anlegte, welchen Tacitus (Germ. 29 limite acto) erwähnt. Da aber dieser limes in seiner Verlängerung von Köngen am Neckar wahrscheinlich über Urspring im Albgebiet nach Faimingen lief, so griff Domitians Tätigkeit auch in die Provinz R. hinüber. Er ließ Landschaften besetzen, die zwar von oberrheinischen Truppen, wie der Ala II Flavia und wohl auch legio VIII Augusta okkupiert wurden, aber später bei der Regulierung der Grenze zwischen R. und der (kurz vor dem J. 90 gebildeten) Provinz Obergermanien an R. fielen, wie der nordöstliche Teil der Schwäbischen Alb mit den Tälern der Brenz, Fils und Rems (Haug a. a. O.). Dagegen fragt es sich allerdings, ob die Tätigkeit Domitians sich, wie von manchen angenommen wird (Barthel a. a. O. 168), auch auf den mittleren Teil des rätischen Limes (bis Weißenburg) erstreckte. Das weite Ausgreifen über die Donau hinaus entspricht mehr der kühnen Eroberungspolitik Traians an der unteren Donau, und in der Bemerkung des Tacitus (Germ. 41) ist offenbar noch die Donau als Grenze vorausgesetzt.

An dieses Vorgehen Domitians schloß sich unmittelbar die bedeutende Tätigkeit Traians an, der zuerst als Statthalter am Rhein, dann als Kaiser an der Donau die Nordgrenzen des Reiches teils sicherte teils erweiterte. Den Weg vom Mittelrhein bis zur Donau kürzte er noch mehr ab, indem er die Straßenverbindung vom mittleren Neckar durchs Remstal nach R. und weiter an der Donau hinab anlegte (iter, quo facile abusque Pontico mari in Galliam permeatur Aur. Vict. Caes. 13). Durch eine neue Reihe von Kastellen von Lorch bis Bopfingen (dieses kürzlich entdeckt von Hertlein) und weiterhin über Munningen, [52] Gnotzheim, Weißenburg und Pfünz, rückte er die nördliche Grenze ziemlich weiter hinaus, aber mit Beibehaltung von Kösching, Pföring und Eining (vgl. OGRL, Winkelmann Kastell Pfünz und Eidam Kastell Theilenhofen, dazu Winkelmann Deutsche Gaue IX 247). Den damaligen Truppenbestand R.s zeigt uns das Weißenburger Militärdiplom vom J. 107 (Mommsen CIL III Dipl. XXIV. W. Christ S.-Ber. Akad. Münch. 1868 II 409ff. Ohlenschlager Die röm. Truppen im rechtsrh. Bayern 1884, 8ff. Urban Das alte Rätien und die röm. Inschr. Gymn.-Progr. von Magdeburg 1889, 18). Hier sind zunächst genannt vier Alen, von welchen eine, ala II Flavia p(ia) f(idelis), als m(iliaria) bezeichnet ist, ohne Zweifel dieselbe, welche in den Diplomen der J. 74 und 82 als ala II Flavia gem(ina) bei den oberrheinischen Truppen genannt ist und zuerst in Heidenheim, dann in Aalen stand (Haug a. a. O. 119f.), ferner eine ala I singularium c(ivium) R(omanorum), welche nach einem Diplom vom J. 90 ebenfalls vorher dem oberrheinischen Heer angehörte. Es folgen elf Kohorten, worunter wir cohortes I et II Raetorum und cohors III Batavorum m(iliaria) hervorheben. Der ganze Truppenbestand beschränkte sich auf 8–9000 Mann, oder, wenn man annimmt, daß aus einzelnen Abteilungen im J. 107 keine Entlassungen erfolgten, auf höchstens 10–11000 Mann. Dieselben lagen größtenteils an der nördlichen Grenze von Lorch bis Passau.

Unter den Kaisern Hadrian und Antoninus Pius hatte die Provinz R. wohl ihre eigentliche Blütezeit. Hadrians Aufenthalt in R. im J. 121 und seine bekannte Fürsorge für das Heerwesen ist durch Münzen mit der Umschrift exercitus Raeticus bezeugt (Cohen² n. 800ff.). Die Hauptstadt Augusta wurde zum municipium erhoben, erhielt also einen Rang, den in ganz R. und Obergermanien sonst keine Stadt erlangte, mit dem Beinamen Aelium nach dem Gentile des Kaisers. Von ihrer Blüte zeugen die Inschriften und anderen Denkmäler (Mezger Die röm. Steindenkmäler im Max.-Museum 1862. Ohlenschlager Röm. Überreste in Bayern 229ff.). Neben ihr treten noch zwei Vici als Vororte von Civitates (Gaugemeinden) hervor, Cambodunum und Brigantium, die ihren keltischen Namen nach bereits vorrömische, vindelikische Wohnplätze waren. Ihre Blüte fällt schon in die frühere Kaiserzeit; das haben die in Bregenz namentlich von S. Jenny geleiteten Ausgrabungen (Mitt. d. k. k. Centralkommission 1875ff.) und die in Kempten besonders durch A. Ullrich gemachten bedeutenden Entdeckungen bewiesen (Allgäuer Geschichtsfreund 1888, 1891, 1910; vgl. Reinecke R.-germ. Korr.-Bl. 1912, n. 2); auch wurden von beiden Städten aus die Entfernungen auf den Meilensäulen berechnet, von Augsburg nach allen Seiten hin, südlich bis an den Brenner (CIL III 5981ff.), von Bregenz bis ins Inntal bei Innsbruck (5988f.). Dagegen hat Abodiacum (Epfach), seinem Namen nach ebenfalls eine keltische Ortschaft, wahrscheinlich zum Bezirk von Augusta gehört. Im eigentlichen R., im Alpenland, fehlen die Spuren römischer Zivilisation und städtischer Entwicklung auch in dieser Zeit fast noch ganz; jedoch sind in Chur [53] (Curia), der Hauptstation zwischen Como und Bregenz, Spuren einer römischen Niederlassung schon aus claudischer Zeit gefunden worden (vgl. auch Planta 211f.). Das rätische Gebirgsland ist in seiner Kulturentwicklung hinter dem um ein Jahrhundert später besetzten Neckarland weit zurückgeblieben, dagegen die vindelikische Hochebene hat sich früher und reicher entwickelt, wenn auch nicht in dem Maße wie die östliche Nachbarprovinz Noricum. Am römischen Limes knüpft sich an den Namen Hadrians eine Änderung des Systems der Grenzverteidigung. An die Stelle der offenen, nur markierten Grenzlinie tritt nun der förmliche Abschluß durch mauerartige, tief im Boden steckende und fest verbundene Palissaden (Hist. aug. Hadr. 12). Die hölzernen Wachtürme und die Erdwälle der Kastelle werden vollends durch Steinbauten ersetzt (so z. B. in Pfünz und Pföring Deutsche Gaue IX 267). Es tritt also ein ängstliches Überwachungs- und Sicherungssystem an die Stelle des kühnen Vertrauens auf die Tapferkeit und Gewandtheit der Krieger und auf die Furcht vor dem Namen und der Macht des römischen Reiches. Die Grenzlinie wird übrigens in der Mitte des rätischen Limes nochmals hinausgerückt und einige neue Kastelle, wie Dambach, Gunzenhausen, Teilenhofen, Böhming, ganz nahe an die Palissadenreihe gestellt.

Auf diese lange Friedenszeit folgte nun aber unter Marc Aurel eine Zeit langwieriger und furchtbarer Kämpfe. Das Vorspiel war im J. 162 ein Einfall der Chatten in Germanien und R., die von dem obergermanischen Legaten Aufidius Victorinus zurückgetrieben wurden. Bald bildete sich aber unter Führung der Markomannen ein mächtiger Bund aller Donauvölker, die im J. 166 die illyrischen Provinzen verwüsteten, unzählige Gefangene wegschleppten und bis nach Italien vordrangen. Gerade aus diesem Jahr haben wir das wichtige Militärdiplom von Regensburg, nr. LXI, jetzt LXXIII (Ohlenschlager S.-Ber. Akad. München 1874, 193ff.; Die röm. Truppen 12. Mommsen Ephem. epigr. 460ff. Urban a. a. O. 19). In demselben sind drei Alen aufgezählt, worunter wieder die ala I singularium, hier mit dem Beinamen Flavia, aber ohne den Beisatz c(ivium) R(omanorum). Wenn die ala II Flavia miliaria p(ia) f(idelis) hier fehlt, so erscheint sie dagegen auf einem andern Regensburger Diplom vom J. 153, welches Mommsen (Ephem. epigr. IV 502ff.) wohl mit Unrecht auf Noricum bezogen hat (vgl. Urban 19 und OGRL Kastell Aalen 25). Statt elf Kohorten im J. 107 finden wir aber im J. 166 13 (im J. 153 14) Kohorten. Darunter sind zehn Kohorten den beiden Listen von 107 und 166 gemeinsam; von den Kohorten des J. 107 fehlt im J. 166 die coh. III Batavorum m(iliaria), während in der Liste von 166 neu sich finden coh. I Fl(avia) Canath(enorum m.), coh. II Aquitan(orum), welche im J. 82, im J. 90 und wohl auch noch im J. 116 in Obergermanien stand (Zangemeister Limesblatt 73f.), und coh. IX Batav(orum m.), vgl. Ohlenschlager a. a. O. Das Ergebnis der Vergleichung ist also eine ziemlich gleichmäßige Besetzung der Provinz von 107–166, namentlich wenn wir wiederum die Unvollständigkeit [54] der Diplome in Betracht ziehen. Der große Markomannenkrieg war aber nun der Anlaß zu einer Verstärkung der rätischen Besatzung. Wie für Noricum die legio II Pia, so wurde für R. die legio III Concordia neugebildet; beide führten auch den Beinamen Italica. Die rätische Legion erhielt ihren Standort gegenüber der Mündung des Regen und erbaute sich dort ein Lager (im J. 179 CIL III 1980), das später zu einer starken Festung mit gewaltigen Mauern umgebaut wurde, von welcher noch bedeutende Reste vorhanden sind, castra Regina, später Regensburg genannt oder mit einem offenbar altkeltischen, aber erst in der karolingischen Zeit nachweisbaren Namen Rataspona oder Ratisbona. Vgl. Graf Walderdorff Regensburg⁴ 1896. Ortner Das röm. Regensburg 1909. Neben die bisher durch Handel und Industrie blühende Hauptstadt Augusta tritt nun als militärisch bedeutendster Platz das Hauptquartier der Legion, und die Entfernungen an den Limesstraßen nach Westen werden gerechnet ALG, d. h. a legione (CIL III 5996f.).

Mit dieser militärischen Neuerung war aber auch die Veränderung in der Verwaltung der Provinz von selbst gegeben. An deren Spitze trat nun der Kommandant der Legion, ein Legat von senatorischem, genauer prätorischem Rang, während der frühere Procurator nur hie und da pro legato gewesen war (s. o.). Das Oberkommando in dem langen und schweren Krieg, der nur durch einen Feldzug nach Syrien auf kurze Zeit unterbrochen wurde, leitete der Kaiser persönlich mit seinem Bruder L. Verus und seinem Sohn, bis er im J. 180 in Vindobona oder Sirmium starb. Sein Sohn und Nachfolger Commodus schloß Frieden, indem er die Besatzungen aus dem Lande der Feinde zurückzog, aber an dem Gebot festhielt, einen Grenzstreifen in der Breite einer deutschen Meile am linken Donauufer unbesiedelt zu lassen. Eine bedeutungsvolle Maßregel war aber andererseits die Verpflanzung germanischer Scharen als Ansiedler, coloni, in das römische Reich, namentlich in die Donauprovinzen; sie sollten das Land bebauen und beschützen, aber sie trugen dazu bei, es zu germanisieren (Mommsen R. G. V 215f.). Was die weitere Tätigkeit des Commodus betrifft, so wissen wir nicht, ob er es war, der in R. den Limes zur Mauer umgestaltete, oder ob dies erst später, etwa durch Caracalla geschehen ist. Jedenfalls aber ist unter der Regierung des Commodus, wie am obergermanischen, so auch am rätischen Limes eine vielseitige Tätigkeit zu erkennen, so in den Kastellen Böhming (Limes-Bl. 883ff. CIL III 14370³) und Pfünz (Limes-Bl. 887. CIL III 11933).

Die Regierung des Septimius Severus zeichnete sich aus durch eifrige Fürsorge für den Straßenbau, wie aus den vielen von ihm errichteten Meilensäulen hervorgeht (CIL III 5978ff.). Die oben erwähnte Via Claudia Augusta war einerseits von Altinum am Adriatischen Meer über Feltria, anderseits von Hostilia am Po über Verona nach Tridentum, von dort aber nach dem Zeugnis zweier Meilensteine aus dem Vintschgau (CIL V 8003f.) das ganze Etschtal hinauf über Reschenscheideck ins Inntal und dann über den [55] Fernpaß nach Füßen und Augsburg, endlich nach Druisheim und an die Donau geführt worden (Frank Deutsche Gaue, Sonderheft 78 mit sehr genauen Nachweisungen). Sie blieb längere Zeit die wichtigste Militärstraße von Süd nach Nord; allein nach den Meilensteinen des Septimius wurde unter seiner Regierung die Brennerstraße ‚wiederhergestellt‘, und zwar nach der Tab. Peut. und dem Itin. Ant. mit den Hauptstationen Sublavione (Seben), Matreio (Matrei), Veldidena (Wilten bei Innsbruck), Partano (Partenkirchen), Abudiaco (Epfach) und von da nach Augsburg und weiter. Hieraus ergibt sich, daß schon im Lauf des 2. Jhdts. die Via Claudia, welche in den beiden Stationenverzeichnissen gar nicht mehr aufgeführt ist, verlassen wurde, während die Brennerstraße von Septimius und seinen Nachfolgern, ja noch von Maxentius und Julian ausgebessert und das ganze Mittelalter hindurch vorzugsweise benützt wurde. Eine andere wichtige Straße von Süd nach Nord lief von Como und Chiavenna nach Chur und von da im Rheintal nach Bregenz, und zwar gab es hier drei Pässe, über den Splügen (Tab. Peut.), den Julier und den Septimer (Itin. Ant.). Näheres bei Meyer Mitt. d. antiq. Ges. in Zürich XIII 2, 4.

Von West nach Ost war die wichtigste Straße in der früheren und wieder in der späteren Zeit der römischen Herrschaft diejenige, welche von Vindonissa (Windisch) über Arbor felix (Arbon) nach Brigantium (Bregenz), dann von dort teils über Cambodunum (Kempten) und Abodiacum (Epfach) nach Augsburg und von da über Pons Aeni (Pfunzen bei Rosenheim) nach Iuvavum (Salzburg) in Noricum, teils weiter südlich auf kürzerem Weg am Fuß der Alpen ebenfalls über Pons Aeni nach Iuvavum führte. Wenn diese Straßen hauptsächlich dem Handelsverkehr von Gallien nach den Donauprovinzen dienten, so hatten die Straßen im Norden längs der Donau, wo die Truppen standen, vorwiegend militärische Bedeutung. Es war das die schon oben angeführte Straße von Tuttlingen über Mengen, Rißtissen, Finningen nach Günzburg (von da Abzweigung nach Augsburg) und weiter nach Druisheim (Frank a. a. O.), Neuburg, Eining, Regensburg, Straubing, Passau, welche später, nach der Aufgabe des Limes, mit einigen Veränderungen wieder die Verbindungen der einzelnen Truppenabteilungen vermittelte. Dazu kommen noch die den Limes begleitenden Straßen nördlich der Donau (s. u.) und endlich die Querwege zwischen den Donau- und den Limesstraßen (vgl. Winkelmann Deutsche Gaue IX 252ff.). Nicht als römisch nachzuweisen und unwahrscheinlich ist die mehrfach angenommene Arlbergstraße von Bregenz nach Landeck; ebenfalls nicht nachgewiesen, aber sehr wahrscheinlich die Innstraße von Innsbruck abwärts nach Rosenheim. Dagegen ist sicher eine Straße von Bregenz (über Sonthofen?) zum Fernpaß und Inntal (CIL III 5988f.). Eine weitere Verbindung von Ost nach West bildete noch mehr südlich die Straße von der norischen Stadt Aguontum bei Linz durch das Pustertal, welche in die Brennerstraße einmündete.

Schwierige Fragen knüpfen sich an die Erhebung der Zölle an den Hauptverkehrsstraßen. [56] An der Grenze der gallischen Provinzen wurde die quadragesima Galliarum erhoben, d. h. ein 2½prozentiger Eingangszoll, für dessen Erhebung eine Station in Zürich bestanden hat (CIL III 5244). Andererseits ist für die Donauprovinzen die Erhebung des portorium oder vectigal Illyricum vielfach nachgewiesen, so CIL III 5691 in Boiodurum (Innstadt) gegenüber von Passau, auf der rechten Seite des Inn (Marquardt R. St.-V.² I 295f. II 272f.). Nach Appian (Ill. 6) gehörte R. zu Illyricum; aber damit will nicht recht stimmen die Zollstation für die quadragesima Galliarum an der italisch-rätischen Grenze im Etschtal (statio Maiensis CIL 5090, wahrscheinlich Obermais bei Meran), während andererseits am Eisak bei Seben (ebd. 5079f.) eine Station für das portorium Illyricum gewesen sein muß, da hier ein ark(arius) des als conductor port. Ill. öfters genannten T. Iulius Saturninus der Isis einen Votivstein gesetzt hat. Diese mehrfach, auch von Mommsen Die Schweiz in römischer Zeit (1861) und CIL V p. 542f. besprochene Frage ist wohl gelöst durch Patsch a. a. O. Seit Diocletian aber wurde R. zu Italien gezogen. Die Literatur über die rätischen Straßen, besonders die in Bayern ist sehr reich; wir verweisen hier nur auf die zusammenfassenden Darstellungen bei Planta 73ff. Mommsen CIL III p. 735ff. Riezler Gesch. Baierns I (1878) 38ff. Urban 23ff. 32ff. In der neuesten Zeit haben sich neben Ohlenschlager besonders H. Arnold, Frank und General Popp (vgl. Arch. Anz. 1892ff.) hervorgetan. Eine gute Straßenkarte nach Popps Angaben findet sich bei Frank Deutsche Gaue VIII zu S. 24; eine schöne Karte der ganzen Provinz mit erklärendem Text bei Kiepert a. a. O.

Während Septimius Severus noch mit gewaltiger Kraft das Reich geschirmt hatte, brachen unter seinem Sohn Caracalla die Alamannen, deren Name hier zum erstenmal in der Geschichte erscheint, über den rätischen und obergermanischen Limes herein, zerstörten die Kastelle und verwüsteten das Land. Jedoch nach den Akten der Arvalbrüder drang der Kaiser im August 213 per limitem Raetiae vor und schlug die Alamannen im September am Main so entscheidend, daß am 6. Oktober in Rom den Göttern feierliche Dankopfer dargebracht werden konnten. Daß er den Limes und seine Kastelle wiederherstellte, ist sicher (vgl. CIL III 11934f.), daß er auch neue Kastelle erbaute, bezeugt Cass. Dio 77, 13, und manche schreiben auch ihm erst die Erbauung der steinernen Limesmauer zu (Fabricius a. a. O. 88).

Auf die Regierung des Severus Alexander ist wohl der erste Anfang zu zwei Maßregeln zurückzuführen, welche sich auf die Grenzprovinzen überhaupt und so wohl auch auf R. bezogen, aber erst unter Diocletian und Constantin prinzipiell und allgemein durchgeführt wurden. Die eine war die Einführung von milites limitanei und ripenses, d. h. fest angesiedelten Soldaten, welche Ländereien an der Grenze erhielten, mit der Verpflichtung, dieselben zu bebauen und zu beschützen, und mit dem Recht, sie auf ihre Nachkommen zu vererben, falls diese die gleiche Verpflichtung übernahmen (Hist. aug. [57] Sev. Alex. 58, 4, vgl. Marquardt a. a. O. II 611). Die zweite Maßregel war die Trennung des militärischen Kommandos von der Zivilverwaltung (Hist. aug. Sev. Alex. 24, 1; vgl. Marquardt I 557. Reiche Progr. des Friedrichsgymn. Breslau 1900). Zwar ist die Autorität der Hist. aug. sehr angefochten und gerade auch in diesem Punkt bestritten (Hönn Quellenuntersuchungen 133); aber doch ist eine probeweise und teilweise Trennung beider Gewalten schon in der Zeit des Severus Alexander nicht unwahrscheinlich und für R. beglaubigt durch die Inschrift CIL III 5862 (vgl. Haug a. a. O. 48); denn hier errichtet ein praeses provinciae Raetiae dem Sol einen Tempel links von der Donau, was in der Zeit Diocletians nicht möglich war, da das Gebiet links von der Donau damals längst nicht mehr in den Händen der Römer war (s. u.). Die Zivilverwaltung wurde also einem praeses übertragen, der militärische Oberbefehl aber einem dux. Alle Statthalter der Provinz R. von dem Präfekten des Germanicus bis zu den duces und praesides sind verzeichnet von Planta 159ff. Ohlenschlager D. röm. Truppen 22ff., dann von M. Bradford Peaks Studies in classical philology IV (Chicago 1907) 185ff. und wieder von Ohlenschlager Röm. Überreste in Bayern 237ff. Aber auch die beiden genannten Maßregeln vermochten den Verlust der über dem Rhein und der Donau gelegenen Besitzungen nicht aufzuhalten. Die letzte römische Inschrift links von der Donau stammt aus der Zeit des Gallienus (CIL III 5933), und damit stimmen die Beobachtungen in den Limeskastellen, besonders das Abbrechen der Münzreihen um diese Zeit vollkommen überein; ja einige Anzeichen lassen darauf schließen, daß der rätische Limes zum Teil wenigstens schon unter Alexander durchbrochen wurde (vgl. OGRL Kastelle Böhming und Pfünz). Bald drangen die Alamannen sogar bis zum Bodensee vor, und die Römer suchten ihren Schutz hinter dem Oberrhein, dem Bodensee und der Iller. In diese Zeit fällt die Befestigung bei Isny, mit Münzen vom J. 268–378; vgl. Haug a. a. O. 26f.

Die Tab. Peut. (vgl. Urban 5ff.) verzeichnet noch die vielbesprochene Straße von Windisch über Rottenburg nach Regensburg, welche links von der Donau in der Nähe des Limes hinlief. Ihr Anfang von Windisch (Vindonissa) bis Köngen (Abl. Grinarione) steht unzweifelhaft fest; von da an aber herrscht immer noch Unsicherheit. Die Lage von Clarenna ist zweifelhaft; namentlich aber fragt es sich, ob ad Lunam auf rätischem Gebiet ‚an der Lone‘ (bei Urspring-Lonsee) zu suchen ist (so Leichtlen und Zangemeister), oder in Obergermanien ‚an der Lein‘ (bei Lorch-Welzheim – so Paulus d. ä. u. j.); im ersteren Fall wäre Aquileia in Heidenheim, im letzteren Fall in Aalen anzusetzen. Opie wird wohl mit dem Berg Ipf oder dem Städtchen Bopfingen zusammenhängen; aber die Stationen Septemiaci (Offingen?) und Losodica (Munningen?) sind wieder unsicher. Von da an herrscht unter den Limesforschern ziemliche Übereinstimmung: Medianis Gnotzheim, Iciniaco Theilenhofen (nicht Itzing), Biricianis Weißenburg, Vetonianis Pfünz (dieser Name natürlich von pons), Germanico [58] Kösching, Celeuso Pföring, Arusena (wahrscheinlich Schreibfehler für Abusina im Itin. Ant.) Eining (an der ‚Abens‘), Regino Regensburg; vgl. Eidam K. Theilenhofen. Die Tab. Peut. setzt also jedenfalls, in welche Zeit auch ihre erste Redaktion fallen mag (vgl. Philippi De Tab. Peut. 1876), den Stand der Dinge vor der Aufgabe des Limes voraus. Dagegen weiß das sog. Itinerarium Antonini, welches in Namen und Zahlen im allgemeinen zuverlässiger ist, nichts mehr von der Straße links der Donau, wohl aber (p. 250) von einer Straße an der neuen Illergrenze: Guntia Günzburg, Celio monte Kellmünz (vgl. Linder Röm.-germ. Korr.-Bl. III 82f.), Camboduno Kempten, Vemania bei Isny (nicht Wangen), Brigantia Bregenz. Es setzt also den Stand der Dinge seit etwa 270 voraus.

Wohl kamen in der Zeit nach Gallienus noch tapfere Feldherrn (duces) wie Bonosus und Kaiser wie Postumus und Aurelian, Probus, Maximian und Diocletian, welche über Rhein und Donau vordrangen, die Feinde in ihrem Gebiet aufsuchten und die Ehre des römischen Namens, die Achtung vor der Macht des Reiches retteten, und Diocletian wurde im J. 290 bei seiner Anwesenheit in R. von dem damaligen praeses der Provinz als fundator pacis aeternae gefeiert (CIL III 5810); aber es handelte sich hier offenbar nur um vorübergehende Erfolge, und man darf nicht mit Winkelmann a. a. O. an eine förmliche Vorrückung der Grenze des Reiches bis zu den Quellen der Donau oder bis auf die Schwäbische Alb denken; die unklare Stelle des Orosius (I 2) und die Lobreden der Panegyriker sind trübe Quellen, und die römischen Münzen weisen nur auf Handelsverkehr hin.

Bei der Neuordnung des Reiches durch Diocletian wurde R. einer der zwölf Kreise Italiens und bald darauf (Planta 184ff.) – der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt – in zwei Provinzen geteilt, Raetia prima und Raetia secunda, und zwar so, daß jede ihren eigenen praeses hatte, aber beide zusammen einen dux Raetiarum. Die Abgrenzung geschah ungefähr so, daß das Land der Vindeliker R. II und das der Räter R. I hieß. Der Sitz des Präses von R. II und meist wohl auch des Dux Raetiarum war Augusta, der Sitz des Präses von R. I höchst wahrscheinlich Curia (Chur), eine Stadt, deren bedeutsame Lage zwar eine frühe, vielleicht auch militärische Besetzung wahrscheinlich macht (F. Keller a. a. O. 318ff.), die aber offenbar erst in der späteren Kaiserzeit recht emporgekommen ist, als Sitz der Verwaltung von R. I, hauptsächlich aber als Sitz eines Bischofs. Wie ein Bistum Augsburg für R. II seit Ende des 3. Jhdts. bestand, so wurde infolge der Teilung der Provinz R. das Bistum Chur für R. I geschaffen (Planta a. a. O. 187f. 220ff.).

Aus dem 4. Jhdt. haben wir etwas bestimmtere Nachrichten über einen Sieg des Aurelius Senecio (Juni 310), für den dieser der Victoria Augusta eine Weihinschrift gesetzt hat (CIL III 5565, in der Kirche zu Prutting bei Rosenheim). Wenn diese Inschrift auf einen Kampf an der Ostgrenze R.s hinweist, so berichtet Ammian. Marc. XV 4 von einem Kampf des magister equitum Arbetio unter Kaiser Constantius II (im [59] J. 355) gegen die lentiensischen Alamannen, welche sich an der Westgrenze nördlich vom Bodensee festgesetzt hatten. Neben den Alamannen treten in dieser Zeit an der oberen Donau die Juthungen mit ihren Einfällen in R. hervor, welche von Barbatio und Nevita glücklich bekämpft wurden (Ammian. Marc. XVII 6). Mit ihnen hatte es als Caesar und Mitregent von Constantius II. besonders Julian zu tun, der auch die Alamannen kräftig in Schranken hielt (Ammian. Marc. XVI–XXI). Während Valentinian I. wieder mit Kraft und Energie die Rheingrenze sicherte, wird von seinem Bruder und Mitregenten Valens das gleiche an der Donau berichtet (Sextus Rufus Brev. 8). Durch das südliche R. über Arbor Felix (Arbon) führte Gratian ein Heer dem von den Goten bedrängten Valens zu Hilfe (Ammian. Marc. XXXI 10, 20 im J. 377), kam aber zu spät. Seitdem kam kein römischer Kaiser mehr über die Rhein- und Donaugrenze hinaus.

Über den Verteidigungsstand der Römer, die Organisation und die Standorte des Heeres ums J. 400, nach der bleibenden Teilung des Reiches, bei welcher R. dem westlichen Teile zufiel, also unter der Regierung des weströmischen Kaisers Honorius, gibt auch für R. die Notitia Dignitatum, herausgegeben früher von Böcking 1839–53, später von Seeck 1876, genauen Aufschluß. Der auf R. bezügliche Teil ist behandelt von Planta 144ff. Ohlenschlager Die röm. Truppen in Bayern 19ff. Arnold Allgäuer Gesch.-Freund 1896. M. Bradford-Peaks a. a. O. 205ff. 214ff. Winkelmann Deutsche Gaue XIII 138ff. Die Legion sehen wir hier nicht mehr vereinigt in ihrem Lager zu Regensburg, sondern zerteilt in drei Abteilungen, je unter einem praefectus: 1. an der Nordgrenze (pars superior), teils in Vallatum, was mit Manching identifiziert wird (schon von Planta 111), teils in Submuntorium, nach Winkelmann bei Druisheim, also an der vorflavischen Verteidigungslinie; 2. in der Mitte der Westgrenze (pars media) in Cambidunum (Kempten), mit Vorhutstellungen von Vemania (s. o.) bis Cassiliacum (etwa bei Ferthofen oder Memmingen); 3. im Etschtal in Foetes (Pfäten bei Branzoll?) und in Terioli (Schloß Tirol, oder nach Winkelmann vielmehr Zirl im Inntal), mit der Bestimmung transvectioni specierum, d. h. zur Sicherung der Zufuhren für das Heer von Italien her. Hier erhebt sich die Frage: war Regensburg damals aufgegeben? Nach dem freilich seltsamen Ausdruck der Not. dign., Castra Regina nunc Vallato, muß man das wohl (mit Planta 113f. und Ortner 14) annehmen und daraus erklären, daß die Donau gerade hier einen Bogen nach Norden macht, von dem die römischen Truppen sich auf eine südlicher liegende gerade Grenzlinie zurückzogen (anders Winkelmann a. a. O. 144f.). Aus der Verlegung von Truppen ins Etsch- (und Inn-?) Tal zur Sicherung der Zufuhr ist zu schließen, daß die rätische Landwirtschaft und Industrie für die Versorgung der Truppen nicht mehr ausreichte, oder daß der Verkehr über die Alpen nicht mehr sicher war. Auf das letztere kann auch die in Partanum (Partenkirchen) stehende Cohorte und der adlectus annonae leg. III Italicae (CIL V 5036) hinweisen.

Was aber die Hilfstruppen anlangt, so ist [60] das Verschwinden der meisten früheren und das Auftreten vieler neuen Abteilungen in der Not. dign. sehr auffallend. Fabricius (Hist. Ztschr. 1906, 25ff.) hat diese auch für die Rheingrenze geltende Tatsache näher ins Auge gefaßt und festgestellt, daß sich von dem rätischen Heer nur die Truppenteile bis in die Zeit des Honorius erhalten haben, welche im 3. Jhdt. auf der Südseite der Donau, nicht im eigentlichen Limesgebiet ihre Standquartiere hatten. Bei den milites limitanei wog also ihr Charakter als Bauern, die der Scholle angehörten, schwerer als die Zugehörigkeit zum Heer, und so verkehrte sich die gute Absicht der früheren Maßregeln von Severus Alexander und seinen Nachfolgern (s. o.) ins Gegenteil. Zu dem alten Bestand gehörten außer der früher in Regensburg stehenden legio III Italica die cohors nona (hsl. nova) Batavorum in Passau, das daher den Namen hat (castra Batava), und die cohors III Brittonum in Eining, also lauter Truppen vom rechten Ufer. Die andern sind Neubildungen, das zeigen die Beinamen Herculea und Valeria, sowie Flavia bei der ala I Raetorum (nach dem Gentile des Kaisers Constantin, Winkelmann 151), sodann die neuen Bezeichnungen equites Stablesiani (vgl. Evelein Prähist. Ztschr. 152), milites Ursarienses und numerus barcariorum (vgl. den Art. Barcarii o. Bd. III S 6.). Am stärksten besetzt waren die beiden Orte Vallatum und Submuntorium (s. o.), nämlich mit einer Legionsabteilung und einem Reiterkorps; beide Orte lagen etwas südlich von der Donau. An der Donau selbst waren Passau, Eining, Günzburg und einige nicht sicher zu bestimmende Plätze, an der Ostgrenze namentlich Pons Aeni (s. o.) mit Truppen belegt.

Bei all diesen offenbar sorgsam ausgedachten Anordnungen war es selbst der Energie und Klugheit des Kanzlers Stilicho nicht möglich, R. vor den verheerenden Einfällen und Durchzügen der germanischen Scharen auf die Dauer zu schützen. Er mußte sich, wie noch mehr seine Nachfolger, im allgemeinen damit begnügen, die Alpenpässe zu besetzen und Italien zu sichern, während die nördlichen Landschaften sich selbst überlassen blieben. Doch erfreuten diese sich nach dem Abzug des Radagais unter der trefflichen Verwaltung des heidnischen Statthalters Generidus ziemlicher Ruhe (Zosim. V 46). Später jagte Aëtius nochmals die Juthungen über die Donau zurück, und der alte rätische Stamm der Breonen (s. den Art. Raeti) kämpfte unter ihm gegen Attila auf den katalaunischen Feldern, während die römerfeindlichen Alamannen im Heere Attilas fochten und mit den Hunnen im Verein rätische Städte ausplünderten und zerstörten; vgl. Egger Gesch. Tirols II 52ff. Die Zustände nach der Mitte des 5. Jhdts. sind von Eugippius in der Lebensbeschreibung des hl. Severinus († 482) in treuen Bildern dargestellt, so daß wir von dieser Periode eine besonders lebendige Anschauung gewinnen. Die Schicksale der Reste des römischen Heeres in Passau erzählt er Vit. Sever. 20 und 27 (vgl. Ohlenschlager a. a. O. 21). Nach dieser Quelle hat besonders Jung Römer und Romanen in den Donauländern (1877) 130ff.; Die roman. Landschaften des röm. Reichs (1881) 431ff., die damaligen Verhältnisse beleuchtet. Viele [61] römische Staatseinrichtungen überlebten den Untergang des weströmischen Reichs unter der Herrschaft Odoakers und Theodorichs (Planta a. a. O. 239ff.), so das Amt eines dux Rhetiarum, für den uns Cassiodor (Var. I 4) eine Instruktion des Ostgotenkönigs erhalten hat (vgl. Chr. Fr. Stälin Wirt. Gesch. I 151). Der Name R. wurde aber allmählich auf Cur-Raetien (Graubünden) beschränkt, während im Volksmund die verdeutschte Form Ries im Norden erhalten blieb (‚Augsburg im Ries‘) und noch über die Donau hinaus das Becken von Nördlingen bis heute diesen Namen führt.

Wenn wir zum Schluß versuchen, das Ergebnis annähernd festzustellen, das bei all diesen Wirren und Kämpfen der Völkerwanderung für die Provinz R. herausgekommen ist, so setzten sich im Nordwesten die Alamannen endgültig fest bis zum Lech und drangen auch südlich in die Alpen vor, so daß nur noch die oberen Täler des Rheins und Inns romanisch blieben und zum Teil heute noch eine rätoromanische oder ‚ladinische‘ Sprache gebrauchen. Den größten Teil aber nahmen im Nordosten und in der Mitte die Bajuwaren (Baiowaren, Baiern) zu Anfang des 6. Jhdts. ein, nach Riezler (a. a. O. 43ff.) um 508; sie sind wahrscheinlich Nachkommen der Markomannen. Wenn aber schon im Norden und in der Mitte unter diesen deutschen Stämmen auch rätische und keltische Reste, mehr oder weniger romanisiert, sitzen geblieben sind, besonders an den Seen, wo die Namen Walchen, Walen auf die ‚Wälschen‘ hinweisen, so hat in Südtirol eine noch viel stärkere Mischung aller dieser Bestandteile stattgefunden.

Das frühere R., namentlich seine Hauptstadt Augsburg, ist in Deutschland einst zur Zeit des Humanismus mit dem Studium und der Pflege der römischen Altertümer vorangegangen, wir erinnern nur an die Namen Konrad Peutinger und seine Frau Marg. Welser, Joh. Aventinus (Turmaier von Abensberg), Peter Apianus (von Ingolstadt), Marcus Welser. Im vorigen Jahrhundert hat sich Joh. Nep. v. Raiser mit mehreren nützlichen Schriften und Jos. Hefner mit dem Buch Das römische Bayern, 3. Aufl. 1852 verdient gemacht. Eine neue Epoche beginnt mit Mommsens CIL III p. 2 (1873), später durch reichhaltige Supplemente ergänzt von Hirschfeld. Sodann gab einen kräftigen, noch fortwirkenden Anstoß die Gründung der Reichslimeskommission und ihre Arbeit an dem Limes und seinen Kastellen, die fast ganz von den oben mehrfach genannten einheimischen Kräften unter der Oberleitung von Hettner und Fabricius geleistet wurde und sich ihrem Abschluß nähert. Danebenher ging seit langer Zeit die eifrige Tätigkeit vieler kleineren und größeren Vereine in Tirol und Vorarlberg, besonders aber in Bayern, welche durch Lokalforschungen, Sammlungen und Veröffentlichungen in Zeitschriften die Altertumsstudien gefördert haben. Die eifrigste, längste und vielseitigste Arbeit hat unter den einheimischen Forschern Ohlenschlager geleistet, dessen abschliehendes Werk ‚Die römischen Überreste in Bayern‘ freilich noch in den Anfängen stehen geblieben ist (Heft 1–3, 1902–1910). Das Buch von Franziß Bayern zur Römerzeit [62] (1905) ist eine reiche Fundgrube von Notizen und Literaturnachweisen, aber ohne Klarheit und Kritik zusammengestellt, deshalb nur mit größter Vorsicht zu gebrauchen. Die andern wichtigeren Schriften und Abhandlungen sind an Ort und Stelle angeführt. Die neuesten Ergebnisse der Forschung über die Geschichte der römischen Okkupation gibt Barthel im VI. Bericht der römisch-germ. Komm. 1913.

[Haug.]

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Band S XIV (1974), Sp. 582–586
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