Sächsisches Schriftsteller-Lexicon

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Wilhelm Haan
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Sächsisches Schriftsteller-Lexicon
Untertitel: Alphabetisch geordnete Zusammenstellung der im Königreich Sachsen gegenwärtig lebenden Gelehrten, Schriftsteller und Künstler, nebst kurzen biographischen Notizen und Nachweis ihrer im Druck erschienenen Schriften
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Robert Schaefer’s Verlag
Drucker:
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: [1]
Bild
Sächsisches Schriftsteller-Lexicon.djvu
Bearbeitungsstand
unvollständig (geplant)
Dieses Werk ist planmäßig unvollständig, den Grund dafür findest du in den Editionsrichtlinien.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[I]
Sächsisches
Schriftsteller-Lexicon.




Alphabetisch geordnete Zusammenstellung
der
im Königreich Sachsen gegenwärtig lebenden
Gelehrten, Schriftsteller und Künstler,
nebst
kurzen biographischen Notizen
und
Nachweis ihrer im Druck erschienenen Schriften.


Herausgegeben
von
Dr. theol. Wilhelm Haan,
Kgl. Sächs. Superintendent und Oberpfarrer zu Leisnig, Ritter des kgl. Verdienstordens, Ehrenbürger
von Leisnig, Ehrenmitglied der Lutherstiftung zu Leipzig, Ehrenmitglied und Meister des Freien
Hochstifts für Wissenschaften, Künste und Bildung zu Frankfurt a. M., Mitglied des k. Alterthums
Vereins zu Dresden und correspond. Mitglied der deutschen Gesellschaft zu Leipzig.




Leipzig.
Robert Schaefer’s Verlag.
1875.

[II]

[III]
Sr. Majestät
dem
Allerdurchlauchtigsten und Grossmächtigsten
Könige und Herrn
Herrn
Albert
König von Sachsen
etc. etc. etc.


allerunterthänigst gewidmet. 


[IV]

[V]
Ew. Majestät

haben die ehrfurchtsvolle Widmung gegenwärtiger Schrift huldvollst zu genehmigen geruht. Wie hierfür nun Verfasser und Verleger Allerhöchstdenenselben ihren unterthänigsten Dank aussprechen, so sind sie sich bei Ueberreichung des Werkes ihrer gut gemeinten Absicht bewusst, mit demselben ein Zeugniss der wissenschaftlichen [VI] Richtung des Sächsischen Vaterlandes vor dem Throne Ew. Königl. Majestät niederlegen zu wollen.

Das Sächsische Volk bewährt seinen Ruhm ebensosehr auf dem Gebiete der Wissenschaft als auf dem der Schlachten, und der Muth zu den letztern kommt ihm aus seiner geistigen Bildung und der darauf gegründeten rechten Erhebung zu patriotischen Gefühlen. Die Wissenschaftlichkeit eines Volkes ist der Träger und die Literatur die Verkündigerin seines Ruhms. Auch in nachstehender Schrift wird dem Rechnung getragen.

Ew. Königl. Majestät dürfen daher mit Stolz und Freuden auf Allerhöchst-Ihr tapferes und geistig strebsames Sachsenvolk blicken und hoffen, dass dessen hervorragende, auch in seiner Literatur sich kund gebende Intelligenz ihm die ehrenvolle Stellung im deutschen Vaterlande zu sichern vermöge, welche ihm durch Ew. Königl. Majestät persönliche Tapferkeit und hervorragendes Feldherrntalent jüngst in erweitertem Maasse erworben ward.

Mögen daher die Augen Ew. Majestät mit Huld und Gnaden auf unserer Schrift ruhen und Allerhöchstdieselben bei der Unvollkommenheit aller menschlichen Werke, dem im folgenden Vorwort Ausgesprochenen in Beurtheilung des hier Dargebotenen, allergnädigste Berücksichtigung nicht versagen.

Dieser Hoffnung sich getröstend, verharrt

Ew. Königlichen Majestät


Leisnig, im November 1874.


allerunterthänigst gehorsamer
Dr. Wilhelm Haan.
[VII]
Vorwort.

Indem wir mit nachstehendem Werke vor die Oeffentlichkeit treten, verkennen wir die vielfachen Ansprüche nicht, welche an eine solche Schrift Seiten der Literaturwissenschaft gemacht werden können. Wohl möglich, dass das Buch auch in seiner jetzigen Gestalt nach Titel und Einrichtung nicht Aller Beifall erlangt. Allein, man erwäge billig die Schwierigkeiten, welche mit Zusammenstellung des Stoffs einer solchen Arbeit verbunden sind.

Nachdem vor Jahren die Herausgabe des Sächs. Schriftsteller-Lexicons auf Hindernisse gestossen war, welche die Vollendung desselben unterbrachen, tritt dasselbe gegenwärtig, nach Erweiterung der ursprünglichen Anlage, als Allgemeines Sächs. Schriftsteller-Lexicon auf, indem es alle Branchen der Wissenschaft etc. in sein Bereich gezogen hat.

Es hat nicht daran gefehlt, in den vier Jahren der Bearbeitung dieser Schrift nach möglichster Vollständigkeit seines Inhalts zu streben. Es sind unzählige Einladungen öffentlich und privatim, im Einzelnen wie im Allgemeinen an die Gelehrten und Schriftsteller Sachsens ergangen um Mittheilungen über ihre literarische Thätigkeit zu erlangen. Wenn nun gleichwohl noch mancher renommirte Name vermisst werden sollte, so haben wir die Nichterfüllung unserer vielfachen Bitten wohl sehr zu beklagen, von Einigen aber zu versichern, dass sie die Aufnahme ihrer Namen nicht wünschten.

Nicht minder hat auch Viele in der Zeit der Bearbeitung und des Drucks der Tod ereilt oder Andere haben Stellung und Wohnort gewechselt ohne dass es uns bekannt ward, eben so wie die Zusendungen Dritter erst eingingen, als der Druck bereits zu weit vorgeschritten war.

[VIII] Diesem und diesen Allen werden wir in demnächst folgenden Nachträgen gerecht zu werden suchen und in dieser Hinsicht ergeht an Alle, welche hierbei berücksichtigt werden wollen, die ergebenste Bitte, uns durch entsprechende Mittheilungen baldigst erfreuen zu wollen.

Dass auch blosse Aufsätze und Abhandlungen Aufnahme gefunden[1] haben, dürfte dadurch gerechtfertigt erscheinen, dass dergleichen Einzelschriften oft für die Wissenschaft von grösster Bedeutung und ihr wesentlich zu dienen geeignet sind.

Endlich hat auch die Verlagshandlung Alles aufgeboten um durch coulante äussere Ausstattung und schnelles Erscheinen des Werkes dem Publicum dasselbe ebenso ansprechend als neu darzubieten.

Leisnig und Leipzig.

 Dr. Wilhelm Haan,
 Superintendent.
Robert Schaefer, 
Verlagsbuchhandlg. 


[IX]
König von Sachsen,

geboren am 12. December 1801, der dritte Sohn des Prinzen Maximilian, Herzogs zu Sachsen, vermählt am 21. November 1822 mit Königin Amalie, geb. Prinzessin von Bayern, trat nach dem Tode Seines Bruders Friedrich August II. am 9. August 1854 die Regierung an, beging unter freudigster Theilnahme Seines Volkes und aller deutschen Fürsten am 21. November 1872 Sein goldenes Ehejubiläum und starb zu Pillnitz am 29. October 1873. – Sein ganzes prüfungsreiches Leben fiel in die für Fürsten und Völker denkwürdigste Zeit dieses Jahrhunderts.


Dante Alighieri’s[2] göttliche Komödie. Metrisch übertragen und mit kritischen und historischen Erläuterungen versehen von Philalethes. (Pseudonym.) Leipzig, Teubner. Die ersten zehn Gesänge erschienen 1828; vollständig mit dem 3. Bande (Paradies) erschien das Werk 1849; in neuer Ausgabe 1865 in 3 Bdn. in Lex.-Octav und 1868 in 3 Bdn. in gr. Octav.

Sein handschriftlicher Nachlaß weist auf:

Widmungsgedicht an Seinen Sohn (jetzt König Albert, Majestät) bei Uebergabe eines Exemplars der Divina Comoedia.

Rede bei der Uebergabe des Leipziger Augusteums an die Universität am 3. August 1836

Ueber vergleichende Sprachkunde und die enge Verbindung der indogermanischen Sprachen unter einander. 1842.

Gedichte, als: Natur und Ideal. – Gebet eines Greises. – Die vier Stufenalter. – Widmung der Dante-Ausgabe von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. – Sanssouci und Charlottenhof.

(Sämmtlich abgedruckt in der Schrift des Herrn Hofrath Dr. Petzholdt[3]: Characteristik des Königs Johann von Sachsen.)

Gedicht, auf die Geburt des Prinzen Albert von Sachsen, am 23. April 1828. Antwort des erlauchten Vaters auf eine dichterische Beglückwünschung C. Försters. (Hamburg. Literarische Blätter.) In R. v. Meerheimb’s[4] Fürstenwelt, Dresden, 1873, abgedruckt.

Außerdem: Eine tragische Oper: Rosamunde. Eine Oper: König Saul in Isreael. Ein Trauerspiel: Pertinax. (Fragment. Es liegt demselben die Bekehrungsgeschichte Justin des Märtyrers zum Grunde.) Schilderung des Verfalls der römischen Monarchie.


Ueber König Johann sind als Fürst und Gelehrten in den Königlichen Akademieen der Wissenschaften zu Leipzig und München Gedächtnißreden gehalten worden, in ersterer von dem Herrn Staatsminister a. D. v. Falkenstein, Excell., und in letzterer von dem Vorstand der Akademie J. v. Döllinger; beide Reden, ausgezeichnet durch Tiefe und Wahrheit, sind gedruckt erschienen. [X] In ersterer (cf. Hofrath Dr. Petzholdt’s Characteristik Königs Johann von Sachsen, Dresden, 1874. v. Jahn) wird Ihm nachgerühmt, daß Er, „fern von aller Einseitigkeit sein ganzes Leben der Erreichung des Ideals echter Humanität und vollster Wahrheit nachgestrebt habe“ und auf ein Urtheil Jean Paul’s[5] hingewiesen, welcher nachdem er dem König vorgestellt worden über ihn sagt: „Die Welt muß Einem immer lieber werden, da es Prinzen giebt von solchem Geist, sanften Kenntnissen und Gesinnungen wie ich heute Einen kennen gelernt habe.“ – Die zweite Rede schließt mit den Worten: „König Johann von Sachsen wird fortleben in dem Gedächtniß der Deutschen Nation als einer der besten unter ihren Fürsten – er wird fortleben in der Welt des Wissens und der Literatur, und wohl dürfen wir mit den Worten eines ungenannten Dichters sagen: „Dante, so lange Dein Lied voll unaussprechlichen Tiefsinns lebt, wird neben Dir auch Dein Philalethes genannt.“

Die hervorragendsten gelehrten Gesellschaften Europa’s hatten diesen Gelehrten auf dem Throne zu ihrem Mitglied ernannt.


[XI]
Herzogin zu Sachsen,

Tochter des Herzogs Maximilian, Schwester des Königs Johann von Sachsen, geboren am 10. August 1794, gestorben am 18. August 1870 zu Dresden.


Die dramatischen Werke dieser erlauchten Schriftstellerin sind auf Befehl Sr. Majestät König Johann’s gesammelt worden und in Druck gegeben. Die Herausgabe wurde dem Schriftsteller Hrn. Robert Waldmüller[6] (Edouard Duboc) zu Wachau übertragen und ist die Sammlung 1874 in 6 Bänden (à 2 Thlr.) Leipzig, bei B. Tauchnitz[7] erschienen. Eine detaillirte Lebensskizze, Facsimile und Porträt ist beigegeben. Von Ihrem schriftstellerischen Leben sagt der Herausgeber: Sie dichtete zuerst italienische Textbücher, dann versuchte Sie ausländische Stoffe zu dramatisiren. Mehrere ihrer Dramen hatte Sie in die Ausgabe Ihrer Originalbeiträge aufnehmen lassen.

Inhalt der einzelnen Bände:
Band 1) Der Graf von Beaujolois, Schauspiel in 5 Aufzügen, 1824. – Die Täuschungen, Lustspiel in 5 Aufzügen. – Der Krönungstag, Lustspiel in 5 Aufzügen. – Mesru, König von Bactriana, Schauspiel. Zwei Theile, je mit 5 Aufzügen 1824 u. 1826. – 476 S.
Band 2) Lüge und Wahrheit, Schauspiel in 4 Aufzügen, 1823. – Die Braut aus der Residenz, Lustspiel in 2 Aufzügen, 1834 (auch in’s Französische und Englische übersetzt.) – Der Oheim, Schauspiel in 5 Aufzügen, 1835. (In’s Englische übersetzt.) – Die Fürstenbraut, Schauspiel in 5 Aufzügen, 1836. (In’s Englische übersetzt.) – 386 S.
Band 3) Der Landwirth, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1836. – Der Verlobungsring, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1835. (In’s Englische übersetzt.) – Der Zögling, Lustspiel in 4 Aufzügen. (In’s Englische übersetzt) 1836. – Vetter Heinrich, Schauspiel in 5 Aufzügen, 1837. – 450 S.
Band 4) Der Unentschlossene, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1837. – Der Majoratserbe, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1838. – Der Pflegevater, Schauspiel in 4 Aufzügen, 1837. – Das Fräulein vom Lande, Lustspiel in 5 Aufzügen, 1836. – 425 S.
Band 5) Die Unbelesene, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1838. – Die Stieftochter, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1839. – Pflicht und Liebe, Schauspiel in 2 Aufzügen, 1839. – Kapitän Fernewald, Lustspiel in 4 Aufzügen, 1839. – 410 S.
Band 6) Die Heimkehr des Sohnes, Schauspiel in 4 Aufzügen, 1841. – Folgen einer Gartenbeleuchtung, Lustspiel in 3 Aufzügen. – Der Siegelring, Schauspiel in 4 Aufzügen, 1843. – Der alte Herr, Lustspiel in 2 Aufzügen, 1841. – Regine, Schauspiel in 5 Aufzügen, 1843. – 514 S.

[XII] Außer diesen Dramen schrieb Sie noch: Der Zauberspruch. – Elvira. – Graf v. Toulouse. – Zwei Nächte auf dem Schlosse Castel Franco. – Zuleika. – Elisabeth. – Die Wittwe. – Der Brief aus der Schweiz. – Der Mörder. – Ottfeld’s Erben. – Der Condottiere. – Die Siegesfahne. – Endlich finden sich aus dem J. 1815, wo der Sächsische Hof nach Dresden zurückkehrte, mehrere deutsche Gelegenheitsdichtungen der Prinzessin von echt nationalem Gepräge vor, als: „Der frohe Tag.“ – Unser Fritz. – Von Amalie und Anton. – Der Husar etc.


[XIII]

seit 1871 Königl. Sächs. Minister des Cultus und öffentlichen Unterrichts, Comthur 1. Cl. des Königl. Sächs. Verdienst-Ordens, des Königl. Württemb. Kronen-Ordens, des Herzogl. Anhalt. Ordens Albrecht’s des Bären, des Kaiserl. Oesterr. Leopold-Ordens und des Königl. Preuß. Rothen Adler-Ordens Ritter.

geboren am 11. April 1823 in Ebeleben im Fürstenthum Sondershausen, studirte 1840–43 die Rechtswissenschaft zu Leipzig und Heidelberg, wo er 1843 als Doctor der Rechte promovirte. Im Jahre 1844 habilitirte er sich in Jena als Privatdocent der Rechte, wurde 1846 außerordentl. Professor daselbst, 1847 ordentl. Professor zu Erlangen, 1851 Kanzler der Universität Tübingen, 1862 Professor und Oberappellationsrath in Jena und 1863 Professor der Rechte zu Leipzig. Er vertrat Württemberg 1857 bis 1861 als Commissar bei der Berathung eines Deutschen Handelsgesetzbuchs zu Nürnberg und Hamburg, 1867 den Landkreis Leipzig auf dem ersten Deutschen Reichstage und war 1871 Präsident der ersten Sächs. Landessynode. In neuester Zeit trat unter seinem Ministerium durch das Gesetz vom 26. April 1873 die Trennung der Schule von der Kirche ins Leben.


Das wissenschaftliche Princip des deutschen Privatrechts. Jena, 1846.

System des deutschen Privatrechts (zuerst 1848.) 11. verb. Aufl. Jena, 1873. Mauke. XXXII, 759 S. 4 Thlr. (Gegenwärtig die bedeutendste Arbeit in der deutschen juristischen Literatur auf diesem Gebiet.)

Zur Characteristik der deutschen Rechtswissenschaft. Tübingen, 1851. Laupp. 24 S. 6 Ngr.

Votum über den Gräfl. Oldenburg. Bentnickschen Successionsstreit. Berlin, 1854. Schmidt. 24 S. 4 Ngr.

Ueber öffentliche Rechte. Tübingen, 1852. Laupp. 107 S. 20 Ngr.

Grundzüge eines Systems des deutschen Staatsrechts (zuerst 1865 erschienen.) 2. Aufl. Leipzig, 1869. Tauchnitz. 254 S. 1 Thlr. 15 Ngr.

Gesammelte juristische Abhandlungen. 2 Bde. Jena, 1872.

Ueberdies: Kleinere Schriften in den von Jhering[8] gegründeten Jahrbb. für die Dogmatik des römischen deutschen Privatrechts.


[XIV]

seit 1871 Minister des Königl. Hauses und Ordenskanzler, Königl. Sächs. Staats-Minister a. D., Ritter der K. S. Rautenkrone, Großkreuz des K. S. Verd.-Ordens, der Kaiserl. Oesterr. eisern. Krone, des Kais. Russischen St. Annen-Ordens 1. Cl., des Königl. Portug. Ordens N. S. da Conc. d. V. Vic.[9], des Sachs.-Ernest. Hausordens Großkreuz, des K. Bayerisch. Verd.-Ordens vom heil. Michael, des K. Oesterreich. Ludwig-Ordens, des K. Preuß. Rothen Adler-Ordens und des Großherzogl. Sachsen-Weimar. Falken-Ordens Großkreuz,

geboren zu Pegau, am 15. Juni 1801, besuchte die Klosterschule Roßleben und seit 1819 die Universität Leipzig, betrat 1823 den academ. Lehrstuhl um Vorlesungen über Pandecten, Institutionen, Rechtsgeschichte und sächs. Privatrecht zu halten. 1824 wurde er Oberhofgerichtsrath, 1827 Hof- und Justizrath in der Landesregierung, 1834 geheimer Regierungsrath im Ministerium des Innern. Als in demselben Jahre die Mittelbehörde ins Leben trat, wurde er Kreis-Director zu Leipzig, Bevollmächtigter bei der Universität und Vorsitzender des Consistorii daselbst. In den Jahren seiner diesfalsigen Stellung machte er sich (1839, 1840) hochverdient durch das Zustandekommen der Leipzig-Dresdener und Bayerschen Eisenbahn, wurde sodann 1844 Staatsminister des Innern, zog sich aber vom 8. März 1848 an bis 1850 ins Privatleben zurück, trat aber im letzt. Jahre als Präsident des Landes-Consistorii wieder in Staatsdienst und übernahm 1853 die Leitung des Ministerii des Cultus und öffentl. Unterrichts. Seine Treue gegen König und Vaterland bewährte sich besonders in den bewegten Zeiten der Jahre 1830 und 1866 – seine Verdienste um den Flor der Landesuniversität Leipzig durch Gewinnung hervorragender Lehrkräfte werden in den Annalen dieser Hochschule unauslöschlich verzeichnet sein. Im Jahre 1866 übernahm er den Vorsitz im Gesammtministerium, rief im Jahre 1871 die Landessynode ins Leben, nachdem im Jahre 1868 das Institut der Kirchen-Vorstände geschaffen worden war, trat am 1. October 1871 vom öffentlichen Staatsdienst zurück, indem ihm Se. Majestät der König das Ministerium des Königl. Hauses übertrug.


Abhandlung über den Beweis der Eigenthumsklage, (im Archiv für civilistische Praxis von Thibaut. 1827.)

Die Trennung der Justiz von der Verwaltung in unterster Instanz. Leipzig, 1862. Hirschfeld.

Ueber die Richtungen in der sächs. evangelisch-lutherischen Kirche. Von einem Staatsbeamten. 1857. (Zuerst in den Gelzer’schen Monatsblättern, dann separat gedruckt.)

Zur Characteristik König Johanns von Sachsen in seinem Verhältniß zur Wissenschaft und Kunst. Leipzig, 1874. Hirzel. 2. Aufl. Dresden, 1874. v. Zahn. 50 S. 16 Ngr. (Gedächtnißrede auf Veranlassung der Königl. Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig.)


Personenindex (Wikisource)[Bearbeiten]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A[Bearbeiten]

B[Bearbeiten]

C[Bearbeiten]

D[Bearbeiten]

E[Bearbeiten]

F[Bearbeiten]

F[Bearbeiten]

Anmerkungen (Wikisource)